Frage von Hyzenthlay1994, 241

Warum begehen manche Menschen ganz plötzlich, wie aus dem Nichts, Suizid (Selbstmord)?

Hallo.

So simpel die Frage klingt, so schwierig bis unmöglich zu beantworten ist sie auch. Seit zwei Jahren beschäftige ich mich mit den Themen psychische Erkrankungen, Suizid, Ursachen, und woran man erkennen kann, dass ein Mitmensch gefährdet ist/sein könnte.

Suizid ist weder selten noch ungewöhnlich. Aber vor allem beschäftigt mich zur Zeit der plötzliche Suizid, scheinbar ganz ohne Vorwarnung. Angeblich soll es den tatsächlich geben. Dass Gefährdete kurz vor ihrem Freitod noch grinsend in der Altstadt shoppen gehen und Kaffee trinken können, ist mir klar. Doch gerade bei psychischen Erkrankungen wie BORDERLINE weiss man, dass die Stimmungsschwankungen enorm ausfallen und zu drastischen Handlungen im Affekt führen können.

Meine Frage dreht sich allerdings um das Phänomen, wenn scheinbar lebensfrohe, sowohl im Berufsleben als auch in der Gesellschaft gut integrierte Menschen die sich ihrem Umfeld gegenüber nie auffällig verhalten haben sollen, auf einmal aus dem Leben treten. Und zwar gewollt, vielleicht sogar geplant. Da frage ich mich; wie kann das sein?! Und warum?! Es muss doch Anzeichen oder Gründe, denen man im Nachhinein auf die Schliche gekommen ist, gegeben haben! TROTZ der sogenannten MASKE!

Kennt sich jemand damit aus? Hat jemand Erfahrungen gemacht und herausgefunden, warum sich derjenige Betroffene "einfach so" aus dem Leben geschlichen hat? Wieso machen sich die einen Betroffenen teils auf heftige Art und Weise blitzartig und unverständlich für jeden aus dem Staub, während andere ihre Bedürfnisse kommunizieren, sich Hilfe holen (lassen) und an ihrem Leben arbeiten?

Das soll keinesfalls als Vorwurf angesehen werden. Denn Niemand ausser der Betroffene allein weiss, wie lange er schon gelitten hat, ehe er diesen letzten Schritt gegangen ist. Sätze wie "Es hätte Hilfe für dich gegeben, du hättest uns nur informieren sollen, und jeder hätte sofort an deiner Seite gestanden und alles getan!" werden aus einer Verzweiflung heraus geäussert und sind sicher gut gemeint - aber sie kommen meistens erst im Nachhinein, nämlich dann wenn sich die Katastrophe ereignet hat und es für die betroffene Person zu spät ist.

"Wenn jemand jammert", davon gehen leider viel zu viele Menschen aus, "will derjenige nur Aufmerksamkeit bekommen und alle wütend machen!". Da ich die Vorgeschichten fast aller Suizidenten gar nicht kenne, wage ich mir kein Urteil darüber zu bilden, ob es Anlass zur Sorge gab. Vielleicht hatten diese Menschen lange mit der Befürchtung gehadert, schlimmstenfalls von niemandem wirklich ernstgenommen und dann für verrückt erklärt zu werden, was leider häufig vorkommt, bevor sie die Kraft weiterzumachen ganz verlassen hat. Niemand sollte sich das Recht herausnehmen, beurteilen zu wollen, was die betroffenen Personen in ihrer denkbar schwierigsten Lage hätten tun sollen oder müssen.

Aber ich würde einfach gerne wissen, wieso manche Menschen so urplötzlich "abhauen"!...

Danke sehr.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von anaandmia, 76

Hallo:)

Also ich kann dir nur von meiner persönlichen Erfahrung berichten aber weiß nicht ob das auch wirklich so stimmt.

Ein sehr guter Freund von mir ist durch Suizid gestorben, total überraschend ohne jegliche Anzeichen. Ich habe mir natürlich auch die Fragen gestellt "Warum"; "ihm ging es doch gut usw."; "es gab doch überhaupt keine Vorzeichen" ?!

Auf die Frage "Warum" habe und werde ich wahrscheinlich nie eine Antwort erhalten.

Aber was die "Anzeichen" angeht ist mir etwas aufgefallen. Als ich mit den ganzen Leuten gesprochen habe (Polizei, Lehrer usw.) sagte ich immer:

"das kann nicht sein ihm ging es super"

Und genau das war es dann was mich stutzig gemacht hat. Einem "normalen Menschen" geht es auch mal schlecht und erzählt, dass er dieses oder jenes Problem hat. Und das gab es bei meinem Freund gar nicht mehr. Man sagt ja ein Anzeichen ist es wenn sich jemand zurück zieht. Mein Freund hat sich im Prinzip zurück gezogen - zwar nicht körperlich (er ging immer noch gerne auf Partys, shoppen usw.) aber er hat nichts mehr "persönliches" erzählt. Nichts mehr "schlechtes". Ich weiß gar nicht wie ich das am besten beschreiben sollte aber im Nachhinein ist mir einfach aufgefallen, dass es ihm "zu gut" ging.

Ich weiß nicht, ob das wirklich so stimmt wie ich es mir zusammen reime aber es ist die einzige Erklärung die ich habe. 100%ig wird man nie verstehen was wirklich in den Menschen vorgeht.

Ich hoffe ich konnte dir trotzdem ein bisschen helfen.

Kommentar von Hyzenthlay1994 ,

Hallo.

Deine Antwort hat mich sehr beeindruckt. Es tut mir sehr leid um deinen Verlust und das was du dadurch erleben musstest. Ich habe sehr gut verstanden, was du sagen wolltest mit dem was du nicht beschreiben konntest.

Manchmal ertappe ich mich selbst dabei: Wenn ich scheinbar Erfolgsgeplagte sehe, bewundere ich sie und komme gar nicht erst auf die Idee, dass diese Karriereleute und Partylöwen "auch nur Menschen" sind. Beschämend ist, dass man sich darüber generell kaum Gedanken macht, solange sie top gestylt und bestens gelaunt weggehen und erfolgreich mit dem schwarzen Köfferchen in der Hand durch die Gegend stolzieren...

Danke nochmals.
LG Julia 

Kommentar von anaandmia ,

Freut mich, dass du es verstanden hast und danke für dein liebes Kommentar :) Und du hast recht, es ist wirklich beschämend wie leicht wir (damit meine ich uns Menschen) uns täuschen lassen.....

Antwort
von xMirage95, 47

Interessante Frage. Ich glaube der Kern liegt darin dass du von plötzlichen Suiziden von Menschen sprichst, die ein *scheinbar* glückliches Leben haben. Das ist der Knackpunkt. Ein Mensch, der wirklich glücklich ist, bringt sich nicht um. Weder plötzlich, noch geplant.

Nimm doch einfach mal das Beispiel: Ein Mann, Anfang 30, hat eine wunderbare Ehefrau, zwei kleine Kinder und einen Hund. Hat sein Auto vor dem eignen Haus stehen, hat einen sicheren Job, trifft sich mit Freunden regelmäßig zum Kegeln und erfreut sich einer besten physischen Gesundheit.
Wenn man mit ihm redet, lacht er viel, hört aufmerksam zu, ist meistens gut gelaunt. Dann bringt es von dem einen auf den anderen Tag um. Es ist "plötzlich" und wie "aus dem Nichts". Denken *wir*.

Was aber ist denn, wenn: Der Mann einen Freiheitsdrang hat und gleiche Tagesabläufe ihn innerlich sterben lassen? Der Mann seine wunderbare Frau perfekt findet, aber sein Herz an einer alten, unerwiderten Liebe hängt? Der Mann seine Kinder liebt, aber trotzdem lieber die Welt erkunden würde anstatt für das Einkommen der Familie zu sorgen? Der Mann lacht und dir zuhört, weil es eine Ablenkung seiner Probleme ist und er nur unter Menschen davon befreit ist und gut gelaunt ist?

Es kommt nicht darauf an, was *wir* denken, was einen Menschen glücklich macht. Es kommt darauf an, was es für ihn bedeutet. Manche Menschen mögen keine Sicherheit, keinen Reichtum, keinen soziale Integrität. Manche suchen etwas ganz anderes. Aber sie sehen keine Möglichkeit, das zu kriegen, was sie wirklich wollen, weil es entgegen dem steht, was unsere Gesellschaft sagt oder weil es "zu spät" ist, ihr Leben umzukrempeln.
Und das treibt meiner Meinung nach Leute dazu, so etwas zu tun. Jeglicher noch mögliche Gewinn im Leben würde niemals das wett machen, was durch den bisherigen Weg bereits verloren ging.

Meiner Meinung nach muss man nicht lange leiden, um Suizid zu begehen. Du hast Leute die lange leiden und aufgeben, weil sie es emotional nicht mehr verkraften können. Du hast aber auch Leute, die an einem Punkt in ihrem Leben ankommen, wo ihr Verstand ihnen sagt: Egal was du machst, es wird dich nicht mehr glücklich machen. Suizid kann sowohl eine emotionale wie auch eine rationale Entscheidung sein. Die Entscheidung kann spontan, sie kann aber auch geplant sein. Aber im Grunde findest du immer wieder zu demselben Grund zurück: Sinnlosigkeit. Weil der Glaube nicht mehr da ist, dass es sich noch lohnen würde, weiterzuleben.

Expertenantwort
von Buddhishi, Community-Experte für Psyche & Psychologie, 91

Hallo Hyzenthlay1994,

es gibt auch sogenannte 'Kurzschlusshandlungen', die z. B. dann vorkommen können, wenn das 'berühmte Fass' überläuft oder der/die Betroffene vielleicht unter Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen, evtl. auch einer Überdosierung, steht.

Meist ist ein Suizid jedoch nicht aus dem Nichts entstanden: man kann jedem nur vor's Gesicht gucken, was sich im Innern abspielt weiss meist niemand. Sieht man ja auch an vielen Fragen, dass sich die Betroffenen in Umfeld nichts anmerken lassen und zu perfekten Schauspielern werden.

Im Gegenteil wird meist sogar vertrauten Personen gegenüber ein 'Versteckspiel' praktiziert, damit der/die Betroffene Zeit zur Planung hat oder auch seine Lieben nicht belasten will. Leider eine falsche Rücksichtnahme.

Falls Du selbst Hilfe brauchst, schreibe mir bitte einen Kommentar.

LG

Kommentar von Hyzenthlay1994 ,

Hallo Buddhishi

Vielen Dank für deine hilfreiche Antwort und dein herzliches Angebot am Schluss. Hilfe ist so eine Sache...Hier soll es nicht um mich gehen. Du darfst natürlich meine anderen Fragen oder Antworten auf meinem Profil anschauen, wenn du magst. Aber wie gesagt: Mit dieser Frage hier wollte ich keinesfalls die Aufmerksamkeit auf mich lenken. Ich habe nämlich selten Probleme damit, zu sagen was ich denke und fühle...Mir sieht man an, wenn es mir gut geht oder etwas nicht stimmt. Vielleicht bilde ich mir das nur ein, aber ich denke, ich bin immer ehrlich. Witzigerweise hat mich dein letzter Satz gerade etwas aufgewühlt. Interessant.

Danke nochmals.
LG Julia

Kommentar von Buddhishi ,

Dann hat es wohl etwas für Dich zu bedeuten. Schau mal nach innen und wenn Du magst, schreibe wieder oder schicke eine FA. LG :)

Antwort
von Lunax00, 54

Meistens ist es so, dass diese Menschen es extrem gut verstecken können, dass es ihnen nicht gut geht. Allerdings gibt es trotzdem Anzeichen, die aber meist einfach übersehen werden. Meist sind das kleine Bemerkungen am Rande, die zeigen wie sich eine Person wirklich fühlt.
Bei manchen bricht diese perfekte Fassade einfach, wenn sie alleine sind und dann kommt es zu einer Kurzschluss-reaktion.

Antwort
von Empylice, 51

Ich habs mal versucht. Es gab...nur Probleme, ich war schon lange am Kämpfen mit diesen Gedanken. Monate, sogar Jahre...Dann gab es ein Ereignis, das mich dermaßen aus der Bahn warf, dass ich es einfach irgendwie tat...

Ich weiß die Gefühle oder Gedanken dabei kaum noch, aber...als ich es versuchte, wollte ich einfach nur sterben. In diesem Moment war mir alles egal.

Kennst du Depressionen? Ich meine, richtig schwere Depressionen? Du wachst morgens auf und du hast Bauchweh, du weißt, du kannst eigentlich nicht aufstehen, obwohl du zur Arbeit musst. Und dann liegst du da, du guckst zur Decke und bist unfähig, etwas zu tun, obwohl du willst. Irgendwas fesselt dich ans Bett oder an einen Stuhl, falls du es geschafft hast, aufzustehen.

Das ist ein kleiner Einblick, um es noch besser zu verstehen.

LG

Empylice 

Kommentar von Hyzenthlay1994 ,

Danke für deine hilfreiche Antwort.

Ich kenne vor allem Versagens- und Verlustängste. Das heisst: Ich habe in meiner Ausbildung oft morgens mit Bauchweh im Bett gelegen vor Angst, heute alles falsch zu machen und nichts tun zu dürfen, was mir Freude macht. Das war und ist mein Hauptproblem.

Selbst wenn mir eine Arbeit Spass macht und ich keine riesengrosse Verantwortung habe, nehme ich mich und meine Aufgabe so extrem ernst, dass ich mich selbst überfordere, und mir eine kleine Aufgabe plötzlich so wichtig und dadurch unbezwingbar erscheint, sodass es kaum auszuhalten ist. Ob das Depressionen sind oder einfach krankhafte Ängste (oder beides) kann ich nicht sagen, da bei mir noch nie etwas in die Richtung diagnostiziert worden ist, ausser 2011 Magersucht...Jedenfalls habe ich durch diese Angst vor dem Leben sozusagen schon oft Suizidgedanken gehabt.

Wie kann ein scheinbar fröhlicher Mensch plötzlich Suizid begehen, während andere wie ich, die lange Zeit keine Kraft und keinen Mut hatten abends auszugehen, immer noch leben? Kann man seine Probleme wirklich so verdammt gut verbergen?!....Keine Sorge, ich liebe das Leben. Mit meiner Todessehnsucht kenne ich mich inzwischen bestens aus und auch davon wissen ein paar wenige Menschen, die mir wichtig sind. Alleine das hilft mir sehr.

LG Julia 

Kommentar von Empylice ,

Man kann seine Probleme so gut verbergen. Ich habe es 3 Jahre getan. Manche müssen das sogar.

Ich musste fröhlich sein, da meine Mutter das verlangt hat.

Kommentar von Hyzenthlay1994 ,

Und nun? Wie geht es dir heute, nach alledem was geschehen ist? Du musst nicht erzählen, aber deine Nachricht hat mich berührt...

Kommentar von Empylice ,

Naja, mit 17 bin ich von zu Hause fortgelaufen und lebe jetzt seit fast 3 Jahren selbstständig.

Nach und nach erhole ich mich. Meistens geht's mir wieder relativ gut. Mit der Familie zu brechen, war und ist nicht leicht, aber ich weiß, dass es richtig war, weil ich wieder lachen kann. =)

Antwort
von FelinasDemons, 114

Auch glückliche Menschen können Depressionen bekommen und dementsprechend Suizid begehen. Warum das manchmal ganz plötzlich passiert? Keine Ahnung. Vlt merkt man in dem Moment wie verzweifelt man ist und ohne groß darüber nachzudenken,begeht man Suizid. Oft hatte die Person schon vorher solche Gedanken,und dann fällt sozusagen der Groschen. Oder eine Sache passiert, die das Faß zum Überlaufen bringt und er sieht in dem Moment keinen anderen Ausweg.

Antwort
von KatzenEngel, 103

Weiß nicht, ob ich Dir Deine Frage so beantworten kann, wie Du es möchtest, d.h. ich bin nicht vom Fach. Ich kann Dir nur sagen, was ich weiß und auch in meinem Umfeld erleben musste.

Das sind Menschen, die haben eine supertolle Maske. Ich weiß nicht, ob, wenn sie Partner und/ oder Familie haben, diese dort mal "ablegen". Oft sind es Karrieremenschen, die, wie es SCHEINT, ein tolles - beneidenswertes - Leben führen. Doch INNEN DRIN siehts bei denen ganz anders aus. Und sie wollen sich nicht die Blöße geben und zum Psychologen (was sollen denn die andern denken, wenn das rauskommt?), geschweige in eine Klinik (sowas könnte ein Psychologe, bevor er mit der Person arbeit, "erwarten".). Das sind dann zuviele Hürden, die sie neben ihrer Karriere nicht gestemmt bekommen, die Karriere ist ihnen wichtiger als ihr Leben :/ Und irgendwann gehts nicht mehr, dann laufen sie los, ohne Pass, ohne Schlüssel und sind weg...auf Nimmerwiedersehen :`(

Natürlich sind nicht nur Karrieremenschen davon betroffen, das war nur ein Beispiel.

Die sogenannten Kurzschlusshandlungen wären auch noch erwähnenswert, wenn das Fass kurz vorm überlaufen ist....macht man sich aus dem Staub :/

Wünsche Dir alles Gute :)

Kommentar von Hyzenthlay1994 ,

Vielen Dank. Eine sehr gute Antwort. Karriere ist ein nicht zu unterschätzendes Stichwort...Stimmt: Manche Erfolgsgeplagte sieht man, bewundert man und kommt gar nicht erst auf die Idee, dass sie "auch nur Menschen" sind. Beschämend ist, dass man sich darüber auch kaum Gedanken macht, solange sie top gestylt und erfolgreich mit dem Koffer in der Hand durch die Gegend stolzieren...

LG Julia 

Kommentar von KatzenEngel ,

vielen Dank für den netten Kommentar, irgendwie baut der mich grad auf ;) Bin heute besonders nachdenklich...und der Tag hat schlecht angefangen.

Bin leider hochsensibel und wenn ich so mit öff. Verkehrsmitteln unterwegs bin, seh ich oft so "Karrieremenschen", manchmal kommen sie mir schon etwas "2-weltig" vor in der Bahn, also da merk ich, wie nervös sie sind (die 2.Welt), wie sie sich kurz vorm Aussteigen noch stylen (die 1.Welt)...

Julia, hab eine gute Zeit ;)

Kommentar von Hyzenthlay1994 ,

Oh, wie lieb. Das freut mich. Hochsensibel bin ich übrigens auch...Ich wünsche dir, dass diese nachdenkliche Phase bald in Power und Mut umgewandelt wird. Dieses Vergleichen hasse ich, aber ich komme nicht so richtig davon los. Aber wie gesagt: "Karriereleute" sind nicht zwangsläufig glücklicher...

Alles Liebe und Gute!
Julia 

Kommentar von KatzenEngel ,

Aber wie gesagt: "Karriereleute" sind nicht zwangsläufig glücklicher...
Ich weiß...:/

Hab ein schönes Leben :)

Kommentar von Hyzenthlay1994 ,

Danke sehr! Du auch! :=)

Kommentar von KatzenEngel ,

@ Hyzenthlay: Danke Julia :)

Kommentar von Buddhishi ,

Hallo KatzenEngel, bitte sage doch nicht: bin leider hochsensibel - das ist doch eigentlich sehr schön. Gerade empfindsame Menschen braucht diese Welt :) LG Buddhishi

Kommentar von Buddhishi ,

Danke Hyzenthlay, gilt nämlich auch für Dich ;-)

Kommentar von KatzenEngel ,

@Buddishi: danke für Deinen Kommentar. Es mag schön sein von aussen gesehen und ich bin auch froh, nicht so ein eiskalter Klotz zu sein, aber z.B. heute: der Montag fing so bescheiden an und jetzt, wo ich wieder On bin (war ne Weile unterewegs und dann für niemand erreichbar, da ich mich gegen Smartphone und Co. wehre) sitz ich hier, lese die Kommentare nach und habe Tränen in den Augen und Schmerzen sowieso. Ich wäre lieber anders :`(

P.S.: Mich braucht die Welt bestimmt nicht...

Kommentar von Hyzenthlay1994 ,

@KatzenEngel

Du meinst wohl eher, du glaubst, dich braucht die Welt nicht...Ja, es ist manchmal schrecklich anstrengend und erdrückend im Alltag, hochsensibel zu sein!

Wenn ich ein wenig erzählen darf:

Ich verweigere es beispielsweise, in den Hauptstrassenverkehrszeiten vielbefahrene Strassen zu überqueren. Dann stehe ich unauffällig zwei Meter neben der Strasse und warte so lange, bis weit und breit kein Fahrzeug daherkommt. Erst dann traue ich mich, die Strasse zu überqueren. in den schlimmsten Phasen verpasse ich sogar ein paar perfekte Möglichkeiten und warte ständig einen Moment zu lange. Generell habe ich überall dort ein schlechtes Gefühl, wo viel Hektik, Lärm und negative Aufregung vorherrscht, und wo unüberschaubar viele fremde Menschen zusammenkommen. Die vielen Geräusche, Stimmen, Gerüche...An manchen Tagen macht es mir nichts aus, dann finde ich es sogar interessant, die vielen Leute zu beobachten. Und an anderen Tagen sind diese vielen Einflüsse für mich kaum auszuhalten. So viel zur lästigen Seite meiner Hochsensibilität.  

Nun zu meinen sehr positiven Erfahrungen: Insbesondere in der Zeit nach der Magersucht vor fünf Jahren, habe ich die Welt um mich herum nicht mehr nur mit verletzlicher Seele wahrgenommen, sondern vor allem auch mit einem göttlichen Feingefühl und Einfühlungsvermögen, einer Sensibilität im positiven Sinne, welche ich dir nicht beschreiben kann! Es ist ein wunderbares Gefühl, dass ich in diesem Jahr unerwartet zwei Freundinnen gewonnen habe nach jahrelanger Abschottung. Diese beiden Freundinnen vertrauen mir schon jetzt ihre innersten Sorgen, Gedanken, Träume, Ziele und Ängste an, vermutlich weil sie meine Sensibilität und meine Fähigkeit, Freude und Leid intensiv zu fühlen und zu teilen, ganz genau spüren. Das ist die positive Seite der Hochsensibilität.

Für dich wünsche ich mir ganz fest, dass du dich mit deiner besonderen Sensibilität nicht nur arrangieren kannst, sondern auch anfreunden oder doch am besten in sie verlieben wirst. Ist es dir nicht wert, manchmal in Schwierigkeiten zu geraten und dafür viel mehr von der Welt wahrnehmen zu können, anstatt ein durchwegs bewegtes Leben voller Power zu führen und dabei leider viel Schönes in den kleinen Dingen des Lebens zu verpassen, was du jetzt mit deiner Sensibilität aber wahrnimmst?! Findest du das nicht viel wertvoller und in irgendeiner Art und Weise lebendiger?  

Antwort
von yatoliefergott, 57

Mein Cousin zum Beispiel hatte eine gute Familie, eine gute Arbeit mit zukunft, bei der er auch richtig Kohle gemacht hat und hatte nie Anzeichen von Depressionen oder irgendwelchen Problemen. Ich nehme an, dass er irgendwo tief im Inneren schwer geschädigt war und es einfach verborgen hat und es deswegen für alle Angehörigen aus dem Nichts kam, obwohl es bestimmt schon lange geplant war. So ist das wahrscheinlich bei 80% vermute ich jetzt mal grob

Kommentar von Hyzenthlay1994 ,

Hallo.

Deine Antwort hat mich sehr berührt. Es tut mir sehr leid um deinen Verlust und das was du dadurch erleben musstest.

Manchmal ertappe ich mich selbst dabei: Wenn ich scheinbar Erfolgsgeplagte sehe, bewundere ich sie und komme gar nicht erst auf die Idee, dass diese Karriereleute und Partylöwen "auch nur Menschen" sind. Beschämend ist, dass man sich darüber generell kaum Gedanken macht, solange sie top gestylt und bestens gelaunt weggehen und erfolgreich mit dem schwarzen Köfferchen in der Hand durch die Gegend stolzieren...

Es ist nicht immer, wie es scheint.
Alles, alles Gute für dich!

Danke nochmals.
LG Julia 

Kommentar von yatoliefergott ,

danke ^^ mit "solange sie top gestylt und bestens gelaunt weggehen und erfolgreich mit dem schwarzen köfferchen in der Hand durch die Gegend stolzieren.." hast du übrigens meinen Cousin genauso beschrieben, wie ich ihn das letzte Mal gesehen habe :(

Kommentar von Hyzenthlay1994 ,

Oh, das tut mir leid. Ich wollte dich nicht verletzen oder so.

Ich bin halt von meinem eigenen extrem aktiven und abenteuerlustigen Cousin ausgegangen, der mit seinen 25 Jahren und attraktivem Erscheinungsbild jedes verflixte Wochenende Party macht, trotz seiner wiederkehrenden Panikattacken und des zwischenzeitlichen ärztlichen Verdachtes auf Depressionen...

Das weiss ich nur durch Zufall, weil er selbst im vergangenen Dezember allen Mut zusammennahm und mit mir reden wollte. Aber es gibt so unendlich viele andere (junge) Leute, von denen ich denke, dass sie alles im Griff haben, obwohl ich das gar nicht wissen kann. Selbst wer meinen Cousin gut kennt, würde nie auf psychische Probleme kommen. Echt beängstigend...

Ich wünsche dir für die Zukunft wirklich alles erdenklich Gute und positive Erlebnisse!

Kommentar von yatoliefergott ,

nochmal danke, aber das muss dir echt nicht leid tun, du hast mich nicht verletzt oder so :D

Antwort
von Prinzessle, 49

Es ist oft eine Kurzschlussreaktion und wenn der Versuch nicht klappt, sind diese Menschen nicht wirklich gefährdeter als alle Anderen. Darum sieht man auch nicht wirklich Anzeichen.

Antwort
von Olrius, 70

Interessante Frage, schwierig zu beantworten. Ich glaube, dass Menschen nie ohne Grund ihr Leben beenden. Viele Menschen können sich ausgezeichnet "verstecken" Es gibt immer Gründe, oft stauen sie sich an, bis der Mensch "platzt" Es wird ihm zu viel und der einzige Ausweg ist scheinbar, sein Leben zu beenden. 

Allerdings gibt es eher sentimentale Menschen, die einen großen Rückschlag erlitten haben, meist mehrere in einer geringen Zeitspanne, damit werden sie dann nicht fertig. Woran man das erkennen kann? Kann ich nicht sagen, da ich glücklicherweise noch keine Erfahrungen gesammelt habe. Aber für gewöhnlich behalten diese Leute ihre Gedanken für sich und der Mensch an sich ist evtl schwieriger zu erreichen. 

Antwort
von MaggieundSue, 40

 "einfach so" aus dem Leben geschlichen hat"......einfach so, nein dies glaube ich nicht. Probleme sind immer da. Nur können es einige sehr gut verstecken oder einfach überspielen. Und oft wollen die "Freunde" es nicht sehen, da sie selber auch mit dem Leben zu kämpfen haben oder einfach....genug um die Ohren haben...... Nach dem Motto: Jeder muss zu sich selber schauen.....

Kommentar von Hyzenthlay1994 ,

"Einfach so" glaube ich auch nicht. Deshalb extra in Anführungs- und Schlusszeichen gefasst...Danke für die Antwort, es muss wohl eine Art Versteckspiel sein. Aber kein lustiges so wie damals als Kind... 

Kommentar von MaggieundSue ,

Versteckspiel? .......irgendwie habe ich das Gefühl, dich interessiert es doch nicht wirklich!

Kommentar von Hyzenthlay1994 ,

Es mag sein, dass ich zu einfach, zu kurz geantwortet habe. Doch es interessiert mich sehr...  

Antwort
von m01051958, 34

Ich kannte einen.. alle wussten das er unglücklich verh war. Aber statt sich von Frau und Kinder zu trennen fraß er das jahrelange in sich rein. Er erzählte oft von Albträumen .. fing an Stimmen zu hören während des schlafens. Blieb an der Arbeit solang es möglich war, nur um seiner Frau/Fam aus dem Weg zu gehen.Aber er machte alles für sie..von außen dachten alle , was für eine gut funktionierte Familie!

Eines Tages bat er Arzt um Hilfe betreffend eines Psychotherapeuten ..die gaben ihm einen Termin in 6 Monaten.. bis auf das unzufrieden sein in seiner Familie deutete nichts auf Suizid..Trotzdem geschah es aus heiterem Himmel..vorher noch einiges erledigt , incl Winterreifen aufs Auto , Weihnachtsfeier..kein Alkohol im Blut.. Er fährt mit einem absolut zufriedenen Eindruck nach Haus.. sieht Frau und Kinder und wird angesprochen warum so lange ? Daraufhin verlässt wortlos das Haus und vollzieht (s)einen Suizid..  Soll auch heissen , jeder hat zum Suizid andere Gründe !

Antwort
von Destranix, 40

Selbst ohne Vorgeschichte ist es möglich das jemand einfach einmal ein "BurnOut" (oder Ähnliches) hat und sein ganzes Leben nicht mehr aushält!

Antwort
von InselmongoFan, 64

die leute versuchen warscheinlich sich nichts anmerken zu lassen das sie viele probleme haben und verstecken es vor ihren freunden und verwanten und irgendwan halten sie es nicht mehr aus und sie beenden es und die anderen wussten nichts von den problemen. meinen meinung

Antwort
von PHoel, 21

Hat jemand Erfahrungen gemacht und herausgefunden, warum sich derjenige Betroffene "einfach so" aus dem Leben geschlichen hat? Wieso machen sich die einen Betroffenen teils auf heftige Art und Weise blitzartig und unverständlich für jeden aus dem Staub, während andere ihre Bedürfnisse kommunizieren, sich Hilfe holen (lassen) und an ihrem Leben arbeiten?

Naja, warum sollte man den Suizid ankündigen? Man will sich ja schließlich umbringen und wenn man das ankündigt wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindert. 
Es gibt solche und solche Menschen. Manche wollen Hilfe um aus ihrer Depression zu kommen, andere sind fest davon überzeugt das sie niemand braucht und wollen sich umbringen.

"Wenn jemand jammert", davon gehen leider viel zu viele Menschen aus, "will derjenige nur Aufmerksamkeit bekommen und alle wütend machen!".

Da gebe ich den Leuten aber zum größten Teil recht. Man will Aufmerksamkeit. Weil man diese davor nie bekommen hat. Was daran schlimm ist? Keine Ahnung.

Kommentar von Hyzenthlay1994 ,

Bis auf den Satz "Man will Aufmerksamkeit, weil man diese davor nie bekommen hat." bin ich dankbar für die Antwort. Dieses Weil und Man kann nicht verallgemeinert werden.

Ich jedenfalls war sehr froh, als mein Cousin, der eigentlich für seine jugendliche Frische und Lebenspower bekannt ist, mir von seinen Zusammenbrüchen/Panikattacken erzählt hatte.

Natürlich ging es ihm dabei sicherlich auch um eine Art Aufmerksamkeit und Verständnis, aber eben nicht um eine drohende, manipulierende, tyrannische Aufmerksamkeit.    

Kommentar von PHoel ,

Klar ist es nicht immer gleich und kann nicht verallgemeinert werden, in sehr vielen Fällen ist es aber denke ich so. Ich bin selbst depressiv und kann mich da gut reinversetzen.

Antwort
von Froson, 56

Aus dem nichts ...da fällt mir nur eins ein

Kommentar von Hyzenthlay1994 ,

Ich habe bewusst aus der Sicht der Aussenstehenden gefragt. In der Beschreibung habe ich nämlich erwähnt: "Es muss doch Anzeichen oder Gründe, denen man im Nachhinein auf die Schliche gekommen ist, gegeben haben! TROTZ der sogenannten MASKE!" Es wäre gut, man würde die Beschreibung lesen, anstatt drauflos zu antworten...

Antwort
von WastedYout, 33

Es gibt Leute wie mich die haben ein Pokerface wodurch es niemand merkt das ich tot unglücklich bin

Kommentar von Hyzenthlay1994 ,

Und würdest du gern mehr schreiben/erzählen? Einfach so drüber scrollen wollte ich einfach nicht...

Kommentar von WastedYout ,

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