Frage von Giustolisi, 258

Warum bedanken sich Gläubige häufig in Gebeten für Essen und andere Dinge?

Ich habe mal etwas darüber nachgedacht.

Wenn man sich bei einem Gott zum beispiel für das essen bedankt, glaubt man ja, dass dieser Gott dafür verantwortlich ist, dass man es bekommt. Wenn Gott bestimmt, wer Essen bekommt und wer nicht, dann drückt so ein Dankgebet doch nur die Freude darüber aus dass man selbst nicht zu denen gehört, denen er das Essen absichtlich vorenthält.

Machen sich religiöse menschen darum keinen Kopf? Wäre ich glaubig, würde es mich anwidern dem zu danken, der absichtlich Leute verhungern lässt.

Antwort
von Aleqasina, 90

Die Grundhaltung bei der Dankbarkeit ist eine andere. Und zwar genau entgegengesetzt zu dem, was du dir vorstellst.

Der Dankbarkeit liegt das Bewusstsein zu Grunde, dass es eben nicht selbstverständlich ist, dass es einem gut geht. Daraus folgt dann zwangslaufig eine gewisse Demut, Zurückhaltung im eigenen Konsum, ein verantwortlicher Lebensstil und die Mitsorge für eben die, denen es dreckig geht.

Wer für sein täglich Brot dankt, wird weder Wasser, Nahrung oder sonstige Ressourcen verschwenden. Er bekommt einen Blick für das Nötige und Wesentliche im Leben. Er wird Luxus kritisch hinterfragen und sich nicht vom Schein bluffen lassen.

Kommentar von Giustolisi ,

Dann ergibt es aber keinen Sinn, einem Gott dafür zu danken. Man könnte sich über den glücklichen Zufall freuen, nicht hungern zu müssen.

Kommentar von Aleqasina ,

Sicher, kann man.

Ich als Christin lebe aber nun mal in einer Beziehung.

Kommentar von Giustolisi ,

Was hat das mit deinem Partner zu tun?

Kommentar von Aleqasina ,

Der Partner ist in diesem Falle Gott.

Kommentar von Giustolisi ,

Eine Beziehung beruht auf Gegenseitigkeit. Mit jemandem eine Beziehung zu haben, den man nicht sehen kann und der nie antwortet, der wahrscheinlich nicht einmal existiert, stelle ich mir ziemlich schwierig vor. Mich würde interessieren, was ihr so zusammen macht.

Kommentar von Aleqasina ,

Es ist aber echt geil!

Und du bist ganz nah dran! ^^

Kommentar von Giustolisi ,

Ich finde Wahnvorstellungen nicht geil.

Antwort
von AaronMose3, 50

Ich habe als Buddhist eine sehr einfache Sicht darauf. 

Wenn ich Lebensmittel verbrauche, spreche ich zwar kein Gebet oder ähnliches, bin mir aber immer bewusst, welch großer Aufwand dafür betrieben wurde. Vom Getreidekorn, bis zu Produktion.

Das wars dann aber auch, ich mache daraus kein riesen Thema. Die Welt ist ungerecht, andere Verhungern, das ist nunmal so. Und es war auch immer so. Mich selbst dafür jetzt bei der nächsten Mahlzeit aber einzuschränken, würde wohl kaum irgendetwas bewirken.

Wäre ich glaubig, würde es mich anwidern dem zu danken, der absichtlich Leute verhungern lässt.

Das ist natürlich eine typische warum lässt gott zu .. Frage.

Das Problem bei diesen Fragen jedoch ist, man kann sie nicht einfach so beantworten. Menschen, die an einen Gott glauben, gehen eben davon aus, das sie durch die Güte dessen, die Möglichkeit haben, an jene Lebensmittel zu kommen. (in meinen Augen etwas sehr egoistisch)

Sie folgen im Prinzip, wie sie es selber immer sagen, ja nur dem Willen Gottes.

Das Gott Menschen verhungern lässt, ist genau dasselbe Problem, wie das, das er zulässt, das der französische Pfarrer in seiner Kirche von IS Terroristen getötet wurde.

Warum lässt Gott das zu ? wäre aus deiner Sicht wohl passender.

Warum betet man jemanden an, der Kinder verhungern lässt, Pfarrer (treue Ergebene) in der Kirche sterben lässt, der sogar zulässt das über 6 Millionen Juden getötet werden. 

Du wirst darauf nur keine Antwort bekommen.

Das einzige das ich als Antwort von Gläubigen selbst kenne, ist die Aussage, das wir einen freien Willen haben. 

Durch diesen sind wir deshalb selber Schuld, das die Welt so ist, wie sie ist. Haben aber natürlich auch die Möglichkeit sie zu ändern, auch wenn das vermutlich eher nicht passieren wird, weil Menschen schlicht und ergreifend von Natur aus viel zu egoistisch sind. 

In meinen Augen jedoch, ist das eine unbefriedigende Antwort. Den wäre Gott barmherzig, würde er kleine Kinder trotzdem nicht verhungern lassen, nur weil wir "entschieden" haben, so viele Lebensmittel zu verschwenden, das für die anderen nichts übrig bleibt. 

Sollte das wirklich so ein Gott sein, habe ich eben einen Grund mehr, diesem nicht zu folgen.

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 77

Meine Haltung

Ich bin Buddhist und glaube nicht an einen personifizierten Gott, spreche aber vor den Mahlzeiten dennoch eine Dankesformel.

Diese Dankesformel gilt aber keinem Gott, sondern allen Wesen, die Opfer gebracht und Anstrengungen unternommen haben, damit ich das Brot essen kann.

Der Boden, die Pflanze, der Landwirt, der weiterverarbeitende Betrieb, der Lieferdienst, der Bäcker - so viele Bemühungen für eine Scheibe Brot.

Durch die Dankesformel mache ich mir bewusst, dass selbst diese Scheibe Brot nichts selbstverständliches ist, das im Brotkorb aus dem Nichts erscheint.

Gerade weil es Menschen gibt, die womöglich nichts zu essen haben, kann man ein Gefühl der Dankbarkeit empfinden, so privilegiert zu sein.

Gottesbild

Wenn man nun womöglich auch noch an einen Schöpfer glaubt, der Himmel und Erde gemacht hat, dürfte die Ehrfurcht und Dankbarkeit noch größer sein.

Natürlich könnte man sich fragen, weshalb Gott mir das Brot durch diese ganze Arbeit zukommen lässt, während Tiere und Menschen anderswo verhungern.

Wer kann sich aber schon anmaßen, den Willen und die Weisheit eines Gottes nachvollziehen zu können? Da bleibt wohl nur das Gefühl der Demut.

Viel Leiden hat der Mensch zudem durch sein Handeln selbst verschuldet und kann dafür keinen Gott verantwortlich machen.

Letztlich bleibt das vertrauensvolle "Dein Wille geschehe..." der Mensch unterwirft sich der Weisheit Gottes und vertraut in die Sinnhaftigkeit der Dinge, die sein Verständnis übersteigen.

Kommentar von Giustolisi ,

Der Boden, die Pflanze, der Landwirt, der weiterverarbeitende Betrieb, der Lieferdienst, der Bäcker - so viele Bemühungen für eine Scheibe Brot.
Boden und Pflanzen können mit Dank nichts anfangen, Bauer und alle anderen Leute in der Wertschöpfungskette bekommen von deinem Dank nichts mit und werden außerdem mit Geld entlohnt.

Kommentar von Enzylexikon ,

Eine gewisse Demut bzw. Respekt kann aus meiner Sicht pädagogisch wertvoll sein, um Verschwendung und scheinbarer Selbstverständlichkeit unseres Komforts zu begegnen.

Theoretisch müssten wir auch keinem Angestellten, oder Bediensteten danken - schließlich macht er nur seine Arbeit.

Es geht meiner Meinung nach nicht darum, Wesen überschwenglich zu preisen, sondern sich selbst zu respektvollem Verhalten zu erziehen.

Wer das ohne Dankesformel oder Tischgebet kann - um so besser.

Kommentar von Giustolisi ,

Wenn ich einen Laib Brot in den Händen halte denke ich nicht an die, die es hergestellt haben, denn es ist ein Massenprodukt. 
Selbst wenn ich von jedem Laib Brot nur ein Zehntel essen und den Rest weg werfen würde, könnte ich mir noch genug leisten, um nie hungern zu müssen.
Deswegen denke ich nicht an die Produzenten, sondern an die, die nicht einmal zu so etwas Grundsätzlichem wie Nahrung ausreichend Zugang haben. Für die wäre jeder Krümel wertvoll. 

Kommentar von Kheber ,

Danke für Deine Zeilen. Du hast es aber sehr gut an "an dfen Mann "  gebracht. Aber wahrscheinlich nur für die, die es ernsthaft und ehrlich meinen. Und wenn da Menschen von Zufall schreiben oder sprechen, dann gebe ich ihnen gerne recht. All die Dinge sind mir von dem Schöpfer allen Lebens zugefallen.

Sicherlich bin ich auch sehr sehr traurig, wenn ich sehe, wie andere Menschen Not leiden und hungern müssen. Aber hier gibt es zwei Punkte, die für gläubige wichtig sind:

wir sind verpflichtet, und ich denke, die ehrlich dankbar sind, tun es auch gerne, den anderen Menschen zu helfen. Und damit meine ich nicht, dass ich da mal 5 Euro hinspende, wo schon 4 Euro in die Verwaltung verschwendet werden. GOTT hat uns geboten, den Zehnten Teil unseres Ertrages zu geben. Und hier spricht ER in  in Maleachi 3: "Prüfet mich!" Und glaubt mir, ich hatte uach schon Zeiten durchleben müssen, wo ich nicht einen Euro erhielt, auch nicht einen Cent UNterstützung vom Staat. Ich schwebte wegen Krankheit einfach in der Luft, konnte nichts einkaufen und auf dem Finanzamt wurde mir gesagt: "das ist mir doch egal" Aber da kamen Gläubige Menschen, die uns essen brachten, ja, selbst ein 12 jähriger Bub zerschlug seine Spaarbüchse und brachte uns sein Ersparnis von 12 Euro. Wenn ich darüber nachdenke, bekomme ich wieder nasse Augen, ABER so schwer es mir auch gefallen ist, hier "danke" zu sagen, ich habe infach die Hilfe Gottes erfahren. ich darf mich schon über 40 Jahre "sein Kind" nennen, habe es noch nicht einen Tag bereut, denn ER sorgt für seine Kinder. Und wenn wir uns die armen Menschen vor Augen halten, denke ich, wenn jeder seinen Zehnt geben würde, sehe es auch anders aus. Und hier beginnt der Gehorsam Gott gegenüber. Ich kann doch Gott nicht für Missären verantwortlich machen, die ich selbst verschulde.. Oder machst du den Verkehrsminister verantwortlich, wenn du einen Unfall verursachst, nur weil du vielleicht die 30 km nicht eingehalten hast? Für den Schaden ist  doch der verantwortlich, der sich nicht an die Vorschriften und Gesetze hält. So sehe ich auch die Beziehung zwischen den Menschen und dem Schöpfergott allen Lebens!

Antwort
von Accountowner08, 51

du kannst das rein philosophisch betrachten: man hat Tendenz, dinge, die zum "Alltag" gehören, für selbstverständlich zu nehmen, und sie erst zu schätzen, wenn man sie nicht mehr hat.

Indem man ständig einer übersinnlichen Macht für das dankt, was andere für selbstverständlich nehmen, lernt man, es zu schätzen und das, was man nicht hat, dazu in Relation zu setzen, insofern als den meisten Menschen mehr Gutes als Schlechtes im Leben geschieht. Nur ist das schlechte oft so einschneidend, dass man sich dann an das Gute nicht erinnert, wenn man es sich nicht ständig bewusst macht...

Antwort
von Hamburger02, 30

Weil man sie so erzogen hat.

Da steckt die Idee des personalisierten Gottes dahinter, der uns beobachtet und individuell steuernd auf der Erde eingreift. Dieser Gott wird daher für Gutes zur Belohnung und Schlechtes zur Strafe verantwortlich gemacht. Im Prinzip ist das antikes religiöses Denken, das sich in die heutige Zeit gerettet hat.

Antwort
von anniegirl80, 71

Hallo! Dein Gedankengang zeigt dass du die Dankbarkeit von gläubigen Menschen gegenüber Gott falsch verstehst.

Ja, aus meiner Sicht (Christ) ist Gott letztendlich dafür veranwortlich dass ich täglich Essen auf dem Tisch habe, ein Dach über dem Kopf und meine Rechnungen zahlen kann.

Aber das heisst doch nicht dass ich mich freue dass ich nicht zur anderen "Personengruppe" gehöre! Genausowenig bedeutet es dass Gott absichtlich Menschen verhungern lässt (jedenfalls sehe ich das nicht so).

Ich bin einfach dankbar dafür dass es mir gut geht. Ausserdem helfe ich mit damit es auch anderen Menschen besser geht, ich ruhe mich nicht auf meinem Wohlstand aus. Ich nehme meine Verantwortung für andere Menschen wahr und dadurch wirkt Gott!

Es ging mir auch finanziell schon um einiges schlechter, und aktuell sieht meine Situation auch nicht so rosig aus. Aber genau dadurch habe ich gelernt dass nichts selbstverständlich ist, ich bin viel dankbarer für Kleinigkeiten geworden. Dass ich zur Schule gehen durfte, dass ich jeden Tag etwas zu essen habe und so vieles mehr, ist nicht selbstverständlich! Ich halte es nicht für einen Zufall dass ich gerade dort aufwachsen konnte wo es mir gut geht - und eben, daraus erwächst die Verantwortung, sich um diejenigen zu kümmern die nicht dieses Vorrecht haben.

Ich habe Kontakt zu Christen in Afrika. Die haben nicht den Wohlstand den ich habe, und trotzdem sind sie dankbar für das was sie haben! Auch wenn dies weit weniger ist als wir! Sie schätzen das Wenige mehr als wir das Viele.

Kommentar von nutzer131 ,
Ich halte es nicht für einen Zufall dass ich gerade dort aufwachsen konnte wo es mir gut geht

Dann hälst du es ja sicher auch nicht für einen Zufall, dass andere gerade dort aufwachsen wo es ihnen schlecht geht, oder?

Kommentar von anniegirl80 ,

Ja, da hast du recht.

Aber wenn du da jetzt weiterdenkst, dann landet du bei der Theodizee-Frage. Dazu gibt es schon genügend Beiträge bei GF und im Netz.

Das einzige was ich da dazu sagen möchte, ist dass der Glaube an Gott nicht davon abhängt dass es einem materiell gut geht. Das sehe ich beim Kontakt mit den entsprechenden Menschen. Wem es hier in dieser Welt nicht gut geht, weiß mehr zu schätzen dass es ein "danach" gibt, ohne Leid, Schmerz und Not.

Kommentar von Giustolisi ,

Ja, aus meiner Sicht (Christ) ist Gott letztendlich dafür veranwortlich dass ich täglich Essen auf dem Tisch habe, ein Dach über dem Kopf und meine Rechnungen zahlen kann.
Dann stellt sich doch die Frage, warum er dieser Verantwotung nur bei einem verhältnismäßig kleinen teil der Menschheit nachkommt.

Kommentar von anniegirl80 ,

Es wäre genug da, würden mehr Menschen teilen... Ansonsten, lies meinen obigen Kommi, damit ist aus meiner Sicht eigentlich alles gesagt.

Kommentar von Giustolisi ,

Das erklärt nur nicht, warum man dann einem Gott dafür dankt, wenn er nichts damit zu tun haben soll.

Kommentar von anniegirl80 ,

Jo, wie ich wieder einmal merke, verstehen das wohl nur Menschen welche an Gott glauben :-)

Antwort
von ThomasJNewton, 20

Religionen unterliegen auch einer Evolution.

Die Looser-Religionen sterben bald aus, wie z.B. der Glaube an Die Vier oder an Stochast *ssw*.

Andere, die Winner-Religionen, haben dagegen millionen Anhänger, teils hunderte davon, von den Millionen.

Und da ist es von all den leidvollen Ereignissen, Kriegen und Völkermorden, mal abgesehen auch ein bisschen Raffinesse, oder Fingerspitzengefühl oder Soziale Kompetenz, die eine Religion erfolgreich macht.

Die Menschen früher hatten wohl eher ein schlechteres Leben als heute, und auch keine Nachrichten oder Internet.
Die waren auf gut deutsch froh, wenn sie nicht verhungert sind.

Da setzt dann eben die Religion an, man verdankt eben Gott das Leben, im doppelten Sinne:
1. Dass er die Welt und Menschheit erschaffen hat
2. Dass er einen ganz persönlich und aktuell nicht hat verecken lassen
Es geht nicht darum, was realistisch ist, sondern was man in solchen Lagen zu denken/glauben bereit ist.

Religiöse Menschen machen sich wahrscheinlich um vieles Gedanken, z.B. ob sie lieber heute oder morgen Geld vom Automaten holen.
Heute (was dann ein Spaziergang wäre) oder lieber morgen auf dem Heimweg (was dann bequemer wäre, aber wo man nie weiß, ob man einen Parkplatz kriegt).
Wenn es um Religion geht, bekommen sie keinen runden Gedanken mehr auf die Kette, eauderseau.

Vergleiche mal die Größe einer Nervenzelle mit der eines Kopfes.
Da haben jede Menge verworrener Gedankengänge Platz satt.
Und sie nutzen ihn!

Antwort
von baehrchen2, 81

Ich habe das selbe Problem mit Religion und bin daher für mich selbst zu der Annahme gekommen, dass wir wohl doch eher allein und auf uns selbst gestellt sind. Und es gibt 1000 solche Beispiele. Ich komm damit auch nicht zurecht. Obwohl ich mir wünschen würde, es möge einen Gott geben.

Antwort
von Zicke52, 44

Ja, das ist das Mysterium der Gläubigen. Sie stellen überhaupt keine Ansprüche an ihren Gott. Ganz egal was er tut, sie finden es gut.

Sie danken ihm für das, was sie sich mit ihrer eigenen Hände erarbeitet haben. Aber wenn Hagel die Ernte vernichtet, für die sie auch gearbeitet haben, machen sie ihm keinen Vorwurf. Der liebe Gott darf das.

Ich war als Kind und in der frühen Jugend auch sehr gläubig, aber diese Denkweise habe ich schon damals abgelehnt. Meine Mutter wollte, dass ich Gott dafür danke, dass ich eine Krankheit überstanden habe, an der meine Schwester zeitgleich gestorben ist. Ich wagte es zwar nicht, Gott deshalb eines Vorwurf zu machen, war aber auch nicht bereit, ihm zu danken, obwohl ich damals noch ein Kind war. Ich sagte zu meiner Mutter: "Wenn ein Mörder eines deiner Kinder tötet, bist du ihm dann auch dankbar, dass er nicht alle getötet hat?" Wie sollte ich Gott danken, dass er nicht mich, sondern meine Schwester sterben liess?  

Inzwischen bin ich ungläubig (nicht deshalb) und habe dieses Dilemma nicht mehr.

Antwort
von hankey, 70

Das ganze hast Du offensichtlich falsch verstanden. Man dankt Gott nicht für das Essen an sich, sondern für den Umstand dass sie überhaupt in der Lage sind sich das Essen leisten zu können. Das ist eine Demutsbezeugung mit der man Gott mitteilen möchte, dass es für die Betenden alles andere als selbstverständlich ist, dass sie haben was sie haben.

Und Gott hält niemandem Essen vor. All die Ungerechtigkeiten auf der Welt, auch Hungernde, sind nicht auf Gottes Mist gewachsen, sondern auf dem der Menschen. Warum soll denn Gott jedesmal aktiv eingreifen, wenn irgend jemand in Gefahr oder Not gerät? Die Menschheit muss in sich wachsen, geistig und ethisch. Würde Gott aktiv eingreifen, würden die Menschen sich immer wieder darauf verlassen und mit der Zeit darauf ausruhen. Stattdessen lässt er schreckliche Dinge zu, da er ihnen einen freien Willen gegeben hat und somit die Menschheit die Konsequenzen ihrer eigenen Taten tragen muss.

Nochmal: nicht Gott ist für Leid Elend aus Katastrophen und Kriegen verantwortlich. So wie Eltern nicht für die Taten ihrer volljährigen Kinder verantwortlich sind.

Kommentar von nutzer131 ,
Und Gott hält niemandem Essen vor.

Wenn Gott nichts damit zu tun hat, ob man Essen bekommt oder nicht, warum bedankt man sich dann bei ihm für Essen?

Kommentar von hankey ,

Nochmal: man bedankt sich nicht für das Essen selbst. Man bedankt sich dafür, dass man überhaupt in der Lage ist, ein solches Essen besitzen zu können. Die Botschaft ist: Es ist nicht selbstverständlich, dass dieses Essen auf meinem Tisch steht. Denn viele andere haben dieses Glück nicht. Und dafür dass es doch so ist danken wir ihm.

Kommentar von nutzer131 ,

Also hat Gott entschieden euch in die Lage zu bringen, dieses Essen zu besitzen. 

Während er gleichzeitig entschieden hat, die Hungernden nicht in diese Lage zu bringen. 

Kommentar von hankey ,

Damit unterstellst Du, dass Gott für jeden einzelnen Menschen bestimmt, wer wo geboren wird.

Gott gibt Dir das Geschenk des Lebens. Dass Du in einem von HIV verseuchtem Dorf in der afrikanischen Steppe geboren wirst ... hat Gott hier seine Finger im Spiel? Das kann ich beim besten Willen nicht beantworten.

ABER: Ist es die Schuld Gottes, dass Hilfslieferungen mit Nahrungsmitteln nicht an die Bedürftigen weiterverteilt, sondern von Armee und skrupellosen Diktatoren abgefangen wird? Ist es die Schuld Gottes, dass Menschen der Zugang zu Wasser und Nahrung verwehrt wird, oder ist es nicht eher die jeweilige Regierung, die Staatseinnahmen mehr in Rüstung und die eigene Tasche steckt als in Agrarwirtschaft und Infrastruktur?

Ja, die vielen Hungernden Menschen in Afrika haben einfach ein schweres Los, dort unter diesen Umständen geboren worden zu sein. Aber Gott sagt doch, dass Menschen die nichts haben sich bemühen sollen etwas zu haben, und Menschen die etwas haben denen die nichts haben abgeben sollen. Und ist es nun wirklich die Schuld Gottes, dass sich die Menschen nicht daran halten?

Diese Diktatoren und Könige von denen ich rede, werden wie alle anderen Menschen nach ihren Taten auf Erden beurteilt. Sie erhalten alle ihren gerechten Lohn, sobald sie ins Gras gebissen haben. Hier zu Lebzeiten haben sie es vielleicht gut, aber tröste Dich mit der Gewissheit dass kein Geld der Welt ihre egoistischen Taten in dieser Welt ihnen im Tod weiterhelfen wird. Der kleine HIV-infizierte Junge, der auf dieser Welt leidet und vielleicht viel zu früh an Hunger und Krankheit stirbt hat eine Million mal höhere Chancen, nach seinem Tod den Rest der Ewigkeit an Gottes Seite zu verbringen als der hiesige Herrscher, der sich an Hilfsgütern und Steuereinnahmen bereichert und es sich hier gut gehen lässt.

Kommentar von CarosPferd ,

(An Nutzer131:) Ich sehe das etwas anders. Gott greift nicht aktiv ein. Wir zerstören oder erbauen unsere Umwelt/Ökosystems/Gemeinschaften/Infrastruktur selbst. (Wir als Mensch an sich jetzt)

Dieses bedanken, sehe es einfach als ein bewusst-machen, dass es nicht selbstverständlich ist eine schöne Mahlzeit jeden Tag zu haben, dass es nicht selbstverständlich ist mit seiner Familie/Freunden zusammen sitzen zu können, etc etc.

Danken dass die Umstände da sind, dass die Möglichkeit da ist so etwas zu erreichen, seien es jetzt Kleinigkeiten im Alltag wie eine Scheibe Brot oder etwas großes. 

Gott ist nicht für unsere Entscheidungen verantwortlich, nicht für die Chancen die wir ergreifen und aus denen wir etwas machen. Nicht für das menschenerschaffene system dieser Welt, das es leider nicht schafft allen eine gute Lebensgrundlagen zu geben.

Also meiner Meinung nach, sollte der Fokus nicht darauf liegen dass man Gott dankt. Sondern dass man generell dankbar ist für das was man hat, sei es hier jetzt eine Scheibe Brot.

Kommentar von ThomasJNewton ,

Und Gott hat das Geld vor Jagd, Ackerbau, Viehzucht und dem Wetter erfunden?

Echt widerlich, deine Antwort.

Und dein Vergleich mit der Verantwortung von Eltern ist mehr als widerlich.
Menschenverachtend ist sie.

So fasse ich sie jedenfalls auf, deine Beiträge.

Kommentar von hankey ,

Oha. Woher diese feindliche Gesinnung?

Es tut mir leid, dass Du den essentiellen Inhalt des Geschriebenen offensichtlich nicht ansatzweise verstanden hast.

Antwort
von MoseRosental, 8

Man dankt dafür weil es eben nicht selbstverständlich ist Essen zu haben.

Kommentar von Giustolisi ,

Eben das ist ja der Punkt. Wenn man einem Gott dankt, der dann ja offensichtlich etwas damit zu tun haben muss, dann muss man sich fragen, warum er nicht dafür sorgt, dass zumindest so etwas Grundlegendes wie Essen selbstverständlich ist. Dieses Wesen ist offenbar so bösartig, dass es manchem menschen Nahrung in Überfluss besteht, Andere fast verhungern lässt und wiederum andere tatsächlich verhungern lässt. Würden die Leute nicht glauben, dass Gott etwas damit zu tun hätte, hätten sie ja keinen Grund, ihm dafür zu danken.

Kommentar von MoseRosental ,

Stell dir vor ein Mann gibt einem Bettler 2€ der Bettler kann sich so etwas zu essen kaufen aber der Bettler 2m neben dem anderen hat nichts bekommen. Würde der eine Bettler von seinen 2€ etwas abgeben könnten beide überleben nur tut er das nicht und der andere stirbt. Wir Menschen sind so Egoistisch. Wenn wir den armen Menschen von unserem Überfluss geben würden würden sie überleben. Also ist nicht Gott schuld sondern wir Menschen gehen mit dem Falsch um was er uns gibt.

Der Mensch geht an seiner eigenen Dummheit zugrunde, aber ist dann zornig auf den HERRN.

Antwort
von Eselspur, 23

Es gibt auch Atheisten, die gegen den Hunger in der Welt etwas tun.. - und es gibt auch welche, die daran arbeiten, dankbare Menschen zu werden. 

Übrigens: Danken hilft, etwas als nicht selbstverständlich zu nehmen. 

Antwort
von Andrastor, 68

Gläubige Menschen unterliegen dem Irrglauben das Universum sowie Gott gäbe es ausschließlich für sie selbst. Sie sind in ihrer Meinung der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit des Wesens dass nach ihrer Aussage die gesamte Existenz erschaffen haben soll.

Klar dass sie dann ohne nachzudenken sich für derartige Banalitäten bedanken. Immerhin ist Gott ja nur da um ihnen Essen auf den Tisch zu bringen.

Ich habe mal einen Pfarrer in seiner Predigt sagen gehört, dass er nur dank Gottes Hilfe seinen Autoschlüssel rechtzeitig gefunden hätte.

Sportler bedanken sich bei Gott für Erfolge in ihren Sportgebieten.

Niemand von diesen Menschen denkt dabei daran wie respektlos diese Einstellung gegenüber Menschen ist, denen es nicht so gut geht, die hungernd, obdachlos, leidend, erkrankt, verunglückt, unglücklich oder psychisch krank sind.

Gott hilft bei der Suche nach Schlüsseln, bringt Essen auf den Tisch und gewährt das entscheindende 1:0, aber Kinder in Afrika verhungern und werde von Parasiten von innen heraus zerfressen.

Wahrhaft göttlich.

Aber von Gläubigen zu erwarten dass sie denken würden, ist zu viel verlangt, immerhin erstickt ihre Religion die Neugier, sowie die Fähigkeit kritisch zu hinterfragen.

Wer glaubt, denkt nicht.

Kommentar von hankey ,

Damit bezeichnest Du - pauschal - ALLE gläubigen Menschen als Idioten, die nicht selbständig denken können.

Natürlich ist die Einstellung, Gott sei für Fussballergebnisse verantwortlich, banal.

Die Botschaft lautet doch eher, dass der Gläubige durchaus in der Lage ist, sich mit seiner Rolle im Universum auseinanderzusetzen und demütig einzugestehen, dass man selbst als relativ wohlhabender Mensch vor vielen anderen Menschen privilegiert ist. Und dass man sich deshalb nicht auf dem vielen was man hat etwas einbilden darf, stattdessen zeigt man Dankbarkeit und zeigt demütig auf, dass es auch durchaus anders hätte kommen können. Eben WEIL es nicht selbstverständlich ist.

Kommentar von Andrastor ,

gläubigen Menschen als Idioten, die nicht selbständig denken können.

Ich bezeichne sie weder als Idioten, noch als Menschen die nicht selbstständig denken könnten. Ich bezeichne sie als Menschen denen das selbstständige Denken durch die religiöse Indoktrination ausgetrieben wurde.

Es gibt genug Menschen welche trotz aller Widrigkeiten wieder zu ihrer Fähigkeit zu denken gefunden und daraufhin ihre Glaubensgemeinschaften verlassen haben.

Demut kann ich hier nicht erkennen. Es ist eine sehr überhebliche Einstellung zu glauben dass Gott bei Banalitäten hilft, während anderorts Menschen qualvoll zugrunde gehen.

Dazu gibt es eine Stelle in der Bibel:

Lukas 18:11

Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir,
Gott, daß ich nicht bin wie die anderen Leute, Räuber, Ungerechte,
Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner.

Also was du als "Demut" bezeichnest, ist die Überheblichkeit auf andere herabzusehen während man für sein eigenes Glück dankt.

Kommentar von hankey ,

Es gibt genug Menschen welche trotz aller Widrigkeiten wieder zu ihrer Fähigkeit zu denken gefunden und daraufhin ihre Glaubensgemeinschaften verlassen haben.

Bei mir war es genau umgekehrt. Nachdem ich selbständig gedacht habe, habe ich erst zu Gott gefunden und verstanden, worum es im Glauben eigentlich geht. Und ganz ohne Predigten irgendwelcher Priester oder Überzeugungsarbeit anderer, ich habe hier meine ganz eigenen Schlüsse gezogen.

Demut kann ich hier nicht erkennen. Es ist eine sehr überhebliche Einstellung zu glauben dass Gott bei Banalitäten hilft, während anderorts Menschen qualvoll zugrunde gehen.

Demut ist auch die Fähigkeit zu erkennen, dass nichts so banal ist wie es zunächst scheint. Wie schon jemand anders hier gesagt hat: die Tatsache regelmässig etwas zu essen auf dem Tisch zu haben ist ganz sicher keine Banalität. Im Gegenteil, es ist sogar essentieller Bestandteilt des Bewusstwerdens über die Priviliegen mit denen wir in Europa aufwachsen, und ich rede hier von der Erkenntnis wie gut wir es eigentlich haben.

Also was du als "Demut" bezeichnest, ist die Überheblichkeit auf andere herabzusehen während man für sein eigenes Glück dankt.

Auf andere herabzusehen bedeutet aber auch, sich als etwas besseres zu betrachten und sich von Gott als bevorzugt zu sehen. Genau das ist aber Demut doch nicht. Als demütiger Mensch wird Dein Gewissen und Dein Wissen darüber angesprochen, dass es vielen anderen nicht so gut geht wie Dir und Dir dieses bessere Leben eigentlich gar nicht von Natur auf zusteht. Und zeitgleich soll Dir Demut dabei verhelfen, etwas aktiv dagegen zu tun, indem Du z.B. spendest und etwas von dem was Du hast abgibst, um diesen Misstand zu beseitigen. Deine Definition von Demut kann ich nicht teilen.

Kommentar von Nadelwald75 ,

.... o Herr, ich danke dir, dass ich nicht so bin wie dieser Pharisäer.

Kommentar von Aleqasina ,

Klar dass sie dann ohne nachzudenken sich für derartige Banalitäten bedanken.

Drei Tage Hunger, und du wirst niemals wieder eine Mahlzeit als Banalität bezeichnen.

Kommentar von Andrastor ,

Drei Tage Hunger, und du wirst niemals wieder eine Mahlzeit als Banalität bezeichnen.

Ich bin Realist und nicht Romantiker. Das mag für dich schwer zu verstehen sein, aber in unserer Gesellschaft ist Nahrung eine Banalität.

Lustig im übrigen dass du glaubst ich sei noch nie über einen längeren Zeitraum hinweg hungrig gewesen. Du lehnst dich ganz schön weit aus dem Fenster mit deiner Fehleinschätzung zu meiner Person.

Kommentar von chinly ,



Ich bin Realist


Das sehe ich anders.

Das mag für dich schwer zu verstehen sein, aber in unserer Gesellschaft ist Nahrung eine Banalität.
Das war nicht immer so und kann sich ganz schnell auch wieder ändern.

ich sei noch nie über einen längeren Zeitraum hinweg hungrig gewesen.

Dann könntest du nicht so oberflächlich denken.






Kommentar von Andrastor ,

Das sehe ich anders.

Wie du das siehst, tut nichts zur Sache. Deine Wahrnehmung meiner Person und deine persönliche Meinung zu mir, verändern nichts daran wie ich bin.

Das trifft übrigens nicht nur auf mich, sondern auf alle reale Dinge zu, deine Meinung ändert nichts an ihrer Natur.

Dann könntest du nicht so oberflächlich denken.

Nur weil du das für oberflächlich hältst, bedeutet das nicht, dass es das wäre, siehe oben.

Du demonstrierst hier eine sehr voreingenommene Haltung aufgrund deiner persönlichen Meinung, was eine sehr bedenkliche Charaktereigenschaft darstellt.

Kommentar von hankey ,

Deine Wahrnehmung meiner Person und deine persönliche Meinung zu mir, verändern nichts daran wie ich bin.

Nur weil du das für oberflächlich hältst, ...

Du demonstrierst hier eine sehr voreingenommene Haltung aufgrund deiner persönlichen Meinung, was eine sehr bedenkliche Charaktereigenschaft darstellt.

Wie heisst es so schön? Fass Dir mal an die eigene Nase. :)

Kommentar von chinly ,

...aber in unserer Gesellschaft ist Nahrung eine Banalität.

Das beweist oberflächliches Denken. Nahrung ist niemals Banalität, sondern eine Notwendigkeit, ohne die du nicht leben kannst. Auch in unserer Gesellschaft.

Kommentar von Andrastor ,

Fass Dir mal an die eigene Nase. :)

Mach ich offenbar öfter als du. Ausserdem ist dein Beitrag recht sinnlos, da du mir zwar vorhältst bedenkliche Charaktereigenschaften zu besitzen, diese jedoch nicht näher definierst.

Nahrung ist niemals Banalität,

Das ist deine Meinung, keine Tatsache. Auch Luft ist eine Banalität und trotzdem benötigen wir sie zum Überleben. Aber dankst du für die Luft die du atmest? Bist du demütig weil du Luft hast?

Auch Exkrementieren ist eine Notwendigkeit und dennoch eine Banalität. Bist du demütig und Dankbar für guten Stuhlgang?

Geh in unserer Gesellschaft in ein Lebensmittelgeschäft und du wirst Tonnen an Lebensmitteln finden. An jeder Ecke kannst du Nahrung erwerben und oft sogar gratis finden (Essbare Pflanzen).

Nicht einmal Obdachlose müssen in unserer Gesellschaft hungern.

Kommentar von hankey ,

Du bist der König im Interpretieren, jetzt brauchst Du nur noch eine Krone.

Ich meinte aber etwas anderes. Und zwar, dass Du Dir einerseits verbittest, dass andere Personen Dich aufgrund Deiner Kommentare in eine bestimmte Schublade stecken, Du aber genau dasselbe mit anderen Personen tust.


Kommentar von Andrastor ,

Stecke ich jemanden in eine Schublade? Nicht das ich wüsste. Ich sage in keinster Weise "Du bist..." oder "Du bist nicht.." sondern ich beziehe mich auf die hier zur Schau gestellten Aktionen, ich sage also "Du tust..." oder "Du tust nicht..."

Kleiner aber feiner Unterschied.

Während ich mich auf die Aussagen beziehe, beziehst du dich auf die Person, was aus deinem kindischen ad-hominem Angriff eindeutig hervorgeht.

Kommentar von hankey ,

Mein Gott, wie pampig Du immer gleich reagierst :)

Du fühlst Dich anscheinend sofort in Deiner Ehre verletzt, wenn man Deine Meinung nicht teilt. Ich erkläre es nochmal, in der Hoffnung dass Du es diesmal verstehst. Du sagst, es steht niemandem zu, über Dich zu urteilen und Deine Person abzuurteilen, nennst mich aber im selben Atemzug kindisch, was Dir nun wiederum nicht zusteht zu beurteilen. Verstehst Du? Du tust dasselbe, was Du anderen vorwirfst zu tun.

Ich versuche gar nicht mit Dir zu streiten. Ich möchte Dir einfach mitteilen, was Demut bedeutet und/oder dass man auch durchaus Dankbarkeit auch für die kleinen Dinge empfinden sollte. Das möchte ich Dir nicht vorschreiben, ich möchte Dir nur einen Denkanstoss geben, und Du scheinst etwas verbittert. Gibt es einen Grund für Deine pauschale Abneigung?

Kommentar von Andrastor ,

Du kapierst es offenbar immer noch nicht.

nennst mich aber im selben Atemzug kindisch,

Sagte ich "Du bist kindisch"? Nein, ich sagte dein Ad-Hominem Angriff sei kindisch.

Ich beziehe mich nicht auf deine Person, sondern auf deine Aussagen!

Ich urteile nicht über dich als Person, sondern über deine Aktionen.

Ich versuche gar nicht mit Dir zu streiten.

Das machst du dann aber nicht besonders gut, wer nicht streiten will, sieht für gewöhnlich von Ad-Hominem Aussagen ab.

ich möchte Dir nur einen Denkanstoss geben,

Den Denkanstoß gab ich in meiner ursprünglichen Antwort auf die Frage, aber der ist dir scheinbar entgangen.

Stattdessen erlaubst du dir erneut ein Urteil über meine Person, langsam wird deine Art hier zu diskutieren lächerlich.

Kommentar von hankey ,

Sture Böcke wie wir zwei sollten nicht diskutieren XD

Kommentar von Andrastor ,

Das hat rein gar nichts mit Sturheit zu tun und eine Diskussion ist das auch schon lange nicht mehr. Du zeigst dich ignorant und demonstrierst mangelndes Verständnis und ich versuche dich dessen zu belehren, was mir, zu meiner allmälichen Frustration, nicht gelingt.

Kommentar von hankey ,

Ich bin nicht ignorant. Du hast Deine Meinung ausführlich dargelegt, aber ich teile sie nicht. Ich besitze kein mangelndes Verständnis, ich besitze ein von Deinem Verständnis abweichendes Verständnis.

Belehren musst Du mich nicht, ich habe mein durch Humanismus und Demut geprägtes Weltbild, Du hast Dein Weltbild, dass ich so pauschal nicht einordnen kann. So unterschiedlich denken wir prinzipiell eigentlich gar nicht.

Du musst auch nicht frustriert sein wenn Du jemanden nicht von Deiner Meinung überzeugen kannst. Ich respektiere Deine Sicht, und jetzt hoffe ich, dass Du Dich etwas entspannst.

Kommentar von hankey ,

Geh in unserer Gesellschaft in ein Lebensmittelgeschäft und du wirst Tonnen an Lebensmitteln finden

Und verlasse auch nur für kurze Zeit unsere Wohlstandsgesellschaft, und Du wirst keine Tonnen an Lebensmitteln finden. So weit musst Du da gar nicht reisen.

Auch Luft ist eine Banalität und trotzdem benötigen wir sie zum Überleben.

Luft ist keine Banalität. Nichts, was lebensnotwendig ist, ist banal.

An jeder Ecke kannst du Nahrung erwerben und oft sogar gratis finden (Essbare Pflanzen).

Und findest Du etwa nicht, dass wir für diesen Umstand dankbar sein sollten?

Kommentar von Andrastor ,

Ich denke du hast keine Ahnung was "banal" eigentlich bedeutet: Hier aus dem Duden:

keine Besonderheit, nichts Auffälliges aufweisend; alltäglich, gewöhnlich

Ist Luft nicht alltäglich und gewöhnlich?

Du vergisst offenbar dass Luft lange bevor uns auf dieser Welt war.

Und findest Du etwa nicht, dass wir für diesen Umstand dankbar sein sollten?

So dankbar wie für guten Stuhlgang und Luft.

Und verlasse auch nur für kurze Zeit unsere Wohlstandsgesellschaft,

...und du wirst nicht einmal einen Computer haben um sinnlose Diskussionen auf Gutefrage.net führen zu können.

Weiters scheinst du den Punkt nicht zu verstehen den ich hier anprangere. Daher rate ich dir noch einmal meine eigentliche Antwort zur Frage durchzulesen und sie als Denkanstoß zu verwenden!

Kommentar von hankey ,

Mir ist die Definition von "banal" durchaus bekannt. Ich bin nur der Meinung, dass maslowsche Grundbedürfnisse niemals als banal bezeichnet werden sollten.

Um noch einmal zurück zu Deiner Ausgangsantwort zu kommen:

Gott hilft bei der Suche nach Schlüsseln, bringt Essen auf den Tisch und gewährt das entscheindende 1:0, aber Kinder in Afrika verhungern und werde von Parasiten von innen heraus zerfressen.

Gott hilft nicht bei der Suche nach Schlüsseln. Er bringt auch kein Essen auf den Tisch, das tun Menschen selbst. Und ich glaube auch nicht dass Gott Fussball guckt.

Darum geht es ja auch gar nicht, wie Du eigentlich richtig erkannt hast. Es geht um die Erkenntnis, dass auch die Dinge, die für uns "Banalitäten" darstellen für andere Menschen reinen Luxus darstellen. Dies zu wissen und anzuerkennen, sich vom Materialismus zu lösen, und seine bescheidenen Mittel einsetzen und anderen helfen, das ist Demut.

Antwort
von Hardy3, 84

Unterstelle bitte religiösen Menschen nicht Blödheit, nur weil du nicht sofort alles nachvollziehen kannst. Kurz ab mit einem Urteil... So einfach ist das nicht.

Kommentar von rawierawie ,

Sehr gut gesagt! Leider sind viele Atheisten so drauf und denken, sie wären es!

Kommentar von Grautvornix ,

wenn das nicht so einfach ist, dann erklär mal...... ich hab Zeit.

Kommentar von Hardy3 ,

Ich leider nicht so viel, ich versuche es kurz und knapp. Nimm den Begriff Gott nicht so konkret, sondern als Abstraktum, dann kannst du den Gott jeder Religion, auch früherer Kulte, von Naturreligionen, die Schöpfung, Natur oder meinetwegen auch den Urknall darin subsumieren. 

Dankbarkeit gegenüber Gott bedeutet Dankbarkeit grundsätzlich. Dankbarkeit richtet sich auch nicht gegen einen anderen, sondern ist etwas ganz persönliches. 

Beim Beispiel Essen: sei dankbar, dass du zu essen hast. Dafür sollte auch ein Atheist oder Agnostiker dankbar sein- ganz abstrakt, grundsätzlich. In meiner Gegend ist dieses Jahr die Getreideernte ziemlich katastrophal ausgefallen - in früheren Zeiten hätte das ein Hungerjahr bedeutet, durch den internationalen Handel (und unseren Reichtum, durch den wir alles aufkaufenkönnen) merken wir das nicht.

Bei einer globalen Missernte, wie z B nach einem Vulkanausbruch mit enormen Rauchwolken in großer Höhe (das gab es schon einige Male) sähe das ganz anders aus. 

Dankbarkeit im Gebet richtet sich also nur vordergründig  (Gläubige Christen mögen mir diese gefährliche Formulierung bitte verzeihen) an Gott, sie sollte eine grundsätzliche Haltung oder Einstellung sein - sie ist ein einigendes Band zwischen allen Religionen, ja allen Menschen. 

Überall auf der Welt hat das gemeinsame Mahl, das Bewirten eines Fremden, eine ganz besondere Bedeutung. In unserem gegenwärtigen Umfeld mit Spiel, Spaß und FastFood gerät das etwas in Vergessenheit, aber sobald die Zeiten schlechter werden, weiß jeder den Wert einer Mahlzeit zu schätzen - und ist dankbar dafür, Gott, Allah, Jahwe oder meinetwegen auch nur dem Nachbarn, der nach der Urlaubsreise mit einem Päckchen Brot aushilft. 

Antwort
von frischling15, 77

Frage beim nächsten Tischgebet Deine Sitznachbarn ! Aber wundere Dich nicht über dessen Antwort .

Jeder soll nach seiner Gesinnung glücklich werden ! 

Möchtest speziell Du dies ändern ? :((

Kommentar von Giustolisi ,

Frage beim nächsten Tischgebet Deine Sitznachbarn 

Ich kenne niemanden, der Tischgebete spricht. Ich fände es auch merkwürdig wenn ich für meine Gäste koche und am Ende einem Gott dafür gedankt wird.

Kommentar von rawierawie ,

Dann solltest du mal nach Italien fahren und zwar aufs Land! Dort ist es alles andere als merkwürdig!

Kommentar von Giustolisi ,

Ich bin dort regelmäßig und es ist auch dort merkwürdig, sofern überhaupt jemand betet, das machen dort wie hier fast nur noch die alten Leute.

Kommentar von chinly ,

Das könnte dich eigentlich zum Nachdenken veranlassen:

Überlege dir, in welcher Zeit die alten Leute einmal so jung waren wie wohl du jetzt?

War die Scheibe Brot oder gar ein Menü zu dieser Zeit selbstverständlich?

Kommentar von Giustolisi ,

Die Scheibe Brot war selbstverständlich, Zucker oder Kaffee aber zum Beispiel nicht. 

Antwort
von Grautvornix, 38

Gute Frage.

Aber ich bin Atheist, und kann da nicht viel zu sagen, außer das du von der Logik her wohl recht hast.

Die zig tausend Kinder die täglich verhungern waren dann wohl irgendwie böse und haben Gott so verärgert das sie sterben müssen bevor sie überhaupt richtig gelebt haben.

Kommentar von chinly ,

Nein, sie waren nicht böse. Aber der Mensch erkennt das Gute nur durch das Böse, und im besten Fall lernt er daraus, was man  in deinem Beispiel leider noch nicht erkennen kann. Es müsste nirgendwo Hunger geben!

Antwort
von fight4day, 62

Sie danken Gott, dass sie ein gutes Leben führen können. Beispielsweise für das Essen, da das nicht jeder hat

Kommentar von Zicke52 ,

@fighght4day: Klar hat nicht jeder Essen, aber genau da liegt das Problem: Wenn Gott dafür verantwortlich ist, dass man eins hat, dann ist er auch verantwortlich dafür, dass man keines hat. Also für die Hungertoten.

Oder er ist für keines von beiden verantwortlich, dann gibt es aber auch keinen Grund, ihm zu danken.

Kommentar von fight4day ,

Ja stimmt schon. Trotzdem bedanken sie sich, ist vllt auch aus Tradition so. Die meisten denken da wohl nich drüber nach

Antwort
von Schlauer1803, 67

Weil man Gott dankt, dass Gott es ermöglicht hat etwas Essen zu bekommen.

Kommentar von Giustolisi ,

Man dank aber auch gleichzeitig dem Gott, der es anderen Menschen eben nicht ermöglicht, etwas zu Essen zu bekommen

Kommentar von hankey ,

Nicht Gott ist es, der es anderen Menschen nicht ermöglicht, etwas Essen zu bekommen. Es sind andere Menschen, die dies nicht ermöglichen. Gott nimmt den Bauern eines afrikanischen Dorfes nicht die Kuh weg. Gott verwehrt den Bauern nicht den Zugang zu Trinkwasser.

Man kann Gott nicht für etwas verantwortlich machen, was Menschen tun. Gott hat den Menschen erläutert wie sie sich - auch gegenüber anderen - zu verhalten haben. Wenn die Menschen sich nicht daran halten, sondern von Gier und Egoismus geprägt sind, ist dies dann Gott zuzuschreiben?

Die Rolle des Menschen in der geschaffenen Ungleichheit des Wohlstands ist ungleich grösser als die Rolle Gottes.

Kommentar von Giustolisi ,

Würde dein Gott die Niederschläge etwas gleichmäßiger verteilen, gäbe es das Hungerproblem nicht.

Antwort
von siggiiii, 54

Gläubige bedanken sich dafür das Gott die Welt so eingerichtet hat das es ihnen möglich ist etwas zu Essen zu bekommen.

Kommentar von Giustolisi ,

Das bedeutet aber auch dass er die Welt so eingerichtet hat, dass es Anderen nicht möglich ist, was zu Essen zu bekommen.

Kommentar von siggiiii ,

Stimmt das liegt aber nicht an Gott sondern an den Menschen. Niemand wird einen Platzwart für den Ausgang eines Fußballspiel verantwortlich machen.

Kommentar von Giustolisi ,

Es wird sich aber auch niemand den Platzwart für ein Tor bejubeln, denn ob und von wem eines geschossen wird, darauf hat er keinen Einfluss.

Antwort
von suesstweet, 25

Na... Hungernde Menschen sind dankbarer, als satte Menschen. ;-)

Gott gibt denen Reichtum, den er will. Und in Reichtum zu sein, ist nicht um sonst. Hätte bis jetzt jedermann den Hungernden etwas abgegeben, gäbe es vielleicht keinen mehr in Hungernot. ^^

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