Frage von Jozudenhannes, 102

Warum argumentieren soviele Leute mit so einem Müll gegen die Legalisierung von Marihuana?

Antwort
von Joergi666, 48

Ich bin zwar für die Legalisierung, dennoch gibt es aus meiner Sicht aber auch einige gute Argumente die dagegen sprechen, ich denke nur wenn man beides abwägt überwiegen halt die Argumente für die Legalisierung. Ich denke auch, dass insbesondere viele Leute die noch nie Marihuana konsumiert haben die reelle Gefährdung nicht so gut einschätzen können.

Kommentar von Jozudenhannes ,

War gerade in einer Disskusion auf der Seite hier, habe dort kein einziges sinnvolles Gegenargument gelesen. Stimme dir aber da voll zu, dass es sicherlich welche gibt, aber die Argumente dafür einfach presenter sind.

Antwort
von Realisti, 34

Gegen?

Mein Sohn rauchte das Zeug bis November ohne das wir es wußten. Hier herrschte Krieg und wir wußten nicht warum. Hier war nur Streit und Zank. Er hatte auch alle Nebenwirkungen, die man dem Zeug nachsagt. Ständig kam er mit einer neuen Verschwörungstheorie von Chemtrails bis zur Weltverschwörung des Judentums. Es war kein normales Gespräch mehr möglich. Er witterte überall Verrat. Am meisten regte ihn auf, dass wir uns nicht aufregten. Irgendwann hab ich nichts mehr gesagt und er antwortete trotzdem weiter, als wenn ich gesprochen hätte. (Es gab ja auch kein Gespräch was wir nicht schon tausendmal geführt hätten.) Der Arzt diagnostizierte ein Form der Schizophrenie. Doch der Bengel hielt uns alle für bescheuert und verweigerte jede Therapie.Seine Wünsche, Behauptungen und Meinungen wurden immer merkwürdiger.

Er hatte unzählige Vorstellungsgespräche kam aber immer ohne Job raus. Was es natürlich nicht besser machte. Ich vermutete, das Alkohol dahinter steckte und er wurde immer böse, wenn ich mit ihm darum stritt.

Jeden Mist, den irgendjemand aus einer dubiosen oder unbekannten Quelle im Internet verbreitete glaubte er mehr als seinen Eltern und gesicherten ärztlichen Studien. So war er auch der festen Überzeugung, dass 24 Stunden reichen um nach dem Joint wieder Auto fahren zu dürfen. Die Polizei war anderer Meinung und nahm ihm den Führerschein ab.

Seine Reaktion: Mutter rege dich nicht auf. Marihuana wird so oder so bald legalisiert. Den habe ich schnell wieder.

Nach 4 Woche kamen ihm Zweifel. Als er die ersten Briefe mit den Strafen bekam wurde er langsam wach. Er musste es seinem Arbeitgeber (den er nach 75 Bewerbungen gefunden hat) sagen. Nur weil er seinen Führerschein wiederhaben will läßt er die Finger von dem Zeug. Alle guten Worte seiner Familie haben es nicht geschafft.

Die ersten Tage ist er noch zu den alten Freunden gegangen. Er kam ganz verstört wieder. Er meinte nur: "Oh Mann sind die blöd." Was genau vorgefallen ist kann ich nicht sagen. Er wollte auf jeden Fall nicht mehr hin. Nach der Arbeit tiegerte er immer duchs Haus. Fing Sätze an und beendete sie nicht. Alles machte ihm Angst und er wurde schlimm depressiv. Helfen lassen wollte er sich aber auch nicht. Und natürlich waren es auch keine Entzugserscheinungen. Plötzlich nahm er auch tüchtig zu. Er aß noch die alten Mengen, aber sie machten auf einmal dick. Der Junge verkroch sich in sein Zimmer und hatte schwere Schlafstörungen. Dann mußte er zum Blockunterricht. Schweißgebadet saß er vor seinem Koffer und hatte nur eines: Angst.

Dieses Häufchen Elend mußten wir im Internat abgeben.

Nach 4 Wochen war er zurück und wie ausgewechselt. Wir haben unseren Jungen wieder. Jetzt bin ich mir sicher, dass er davon ab ist. Er geht wieder singend und pfeifend durchs Haus. Er ist jetzt auch wieder kreativ statt bekloppt. Einer Meinung werden wir wohl nie sein, aber jetzt können wir konstruktiv diskutieren und wieder gemeinsam lachen. Die
schizophrenen Ausfälle sind weg und es herrscht Frieden im Haus. Er hat einen komplett neuen Freudeskreis. Und er hat endlich Geld. Mit seinem Lohn kommt er jetzt gut aus und pumpt uns nicht mehr an. Im Gegenteil er hat sich schon viele schöne Dinge gekauft und trotzdem noch was über.

Wenn ich ihn auf seine Verschwörungs-Theorien anspreche lacht er nur, und sagt:"Jeder darf seine Meinung mal ändern." Er gestand mir auch, dass er das Zeug schon seit Jahren mehr oder weniger nahm. Nur halt ab dem Sommer regelmäßig. Sein Chef ist derzeit sehr zufrieden mit ihm und er schläft wie ein Murmeltier.

Kommentar von Jozudenhannes ,

Kann ich irgendwie nicht glauben, das Ihr Sohn Gras genommen hat, denke eher an MDMA

Kommentar von Realisti ,

Was ist MDMA?

Die Polizei hat ihm Blut abgenommen. Es war alles 0 nur nicht der THC-Wert. Und der war hoch.  1 Jahr Fahrverbot.

Kommentar von Jpin231 ,

MDMA ist der Hauptwirkstoff von Ecstasy.
Nachweis im Urin 1-4 Tage
Nachweis im Blut nur 24h

Kommentar von Joergi666 ,

Mittlerweile ist eindeutig beleget, dass Mariuhana auch Psychosen auslösen kann, wobei man aber davon ausgeht, dass dies in erster Linie bei Leuten geschieht die ohnehin dazu neigen und insgesamt ist es wohl auch eher ein Ausnahmefall. Dennoch ein wichtiges Beispiel was passieren kann.

Kommentar von Joergi666 ,

Das Erlebnis verdeutlicht gut welchen Folgen Mariuhana haben kann. Unbestreitbar gibt es in der Folge viele Einzelschicksale- dennoch bleibt festzustellen, dass die ganze Sache passiert ist obwohl es illegal ist. Und es bleibt auch fraglich, ob es mehr solche Fälle geben würde bei einer Legalisierung. Bei einer staatlichen Kontrolle (auch hinsichtlich des Wirkstoffgehalts) und Legalisierung müsste der Konsum jedenfalls nicht mehr heimlich stattfinden und es bestünde die Chance ein "abdriften" von außen ggf. besser und früher zu erkennen. Auch dann wird es immer noch Problemfälle geben- auf die Volksgesundheit bezogen ist Rauchen und Alkohol aber insgesamt erheblich problematischer und Prohibition hat schlichtweg noch nie funktioniert. Der Mariuhana-Konsum findet einfach in großem Maße statt- ob man es nun verbietet oder nicht. Daher sollte meines Erachtens wie auch beim Alkohol ein "maßvoller Konsum" fokussiert werden, statt eines Verbotes. Auch die volkswirtschaftlichen Kosten des Verbotes sind immens- insbesondere durch die eigentlich unnütze Strafverfolgung von Polizei und Justiz.

Kommentar von brentano83 ,

Es ist zwar schade das der Sohn so auf Cannabis bzw reagiert hat, aber das darf man auch nicht verallgemeinern. Man muss dazu veranlagt sein damit Cannabis eine latente Psychose / Schizophrenie zum Vorschein bringt. Und wie so oft erwähnt: Alkohol hat ein vier mal höheres Risiko jenes auslösen zu können..... 

Das glauben am Verschwörungstheorien hat nichts mit der Substanz Cannabis zu tun - verstehe also den Zusammenhang nicht... Inzwischen glauben viele Menschen und vor allem jugendliche an diese Theorien. 

Und zu dem Führerschein . Eigtl hat der Sohn recht das man nach 24 std wieder fahren kann. Der Gesetzgeber sieht das zwar anders, ist aber auch Schwachsinn. Man lasse es mich kurz erklären... Die psychoaktive Wirkung von Cannabis kann max bis zu 12 std anhalten (bei oraler Aufnahme und entsprechender Dosierung), geraucht halt der rausch in der Regel 3 - max 6 std an. Danach ist keine psychoaktive Wirkung (Rausch) mehr vorhanden, was jetzt passiert ist, das sich das aktive THC in Abbauprodukte umwandelt und sich im Körperfett lagert. Dieses Produkt hat keine Rausch erzeugende Wirkung mehr! Diese Abbauprodukte reichen jedoch aus um den Führerschein zu verlieren. Man bekommt den Führerschein also nicht abgenommen weil man berauscht gefahren ist, sondern allein aus dem Grund weil man überhaupt Cannabis konsumiert hat . Heißt,  wenn jemand heute konsumiert und morgen auto fährt kann er seinen Führerschein verlieren obwohl er nicht berauscht gefahren ist..... Das wäre so wie wenn jemand heute abend ein kleines Bier trinkt und zwei Tage später den Führerschein abgenommen bekommt weil er zwei Tage zuvor ein Bier getrunken hat. 

Aber davon ab, eine kontrollierte Abgabe von Cannabis kann jeden heranwachsenden genau davor schützen was ihnen wieder fahren ist...... Drogen, egal welche, gehören nicht in Kinder Hände.... 

Wie dem auch sei, am Ende Versteh ich die Ansicht da sie betroffen sind... Aber, man darf es nicht verallgemeinern.. Nur die wenigsten bekommen Probleme, und psychisch bedingt bitte auch an den alk denken, welches in dieser Hinsicht sogar gefährlicher ist. Psychosen sind also eigtl kein Argument - aber ein Risiko (für vorerkrankte) 

Kommentar von Realisti ,

Er hat mehrere Strafen bekommen

  1. 1 Monat Fahrverbot für das Fahren mit THC im Blut, also für die aktuelle Fahrt bei der er aufgeriffen wurde.
  2. 1 Jahr Fahrverbot für langfristiges Fahren mit THC. Der Langzeitwert ließ auf regelmäßigem Konsum schließen, daher entzog ihm das Straßenverkehrsamt, speziell die Führerscheinstelle den Lappen. Die sind es auch, die darauf bestehen, dass er 1 Jahr saubere Proben abgeben muss und die MPU schaffen muss. Die können das selber entscheiden und müssen sich auch nicht rechtfertigen. Der Behördenmitarbeiter entscheidet das allein auch wenn die Staatsanwaltschaft nicht verfolgt.
  3. Das Strafverfahren wurde nach Einschaltung eines Rechtsanwaltes eingestellt. Aber die Strafe von ich glaube es waren 600 oder 700 € konnt der RA nicht abbiegen.
  4. Der RA muss auch bezahlt werden.
  5. Nun muss er die Haarproben tragen und die MPU.
  6. Wir Eltern müssen ihn nun zur Ausbildung (ca. 15 km) schippern, weil kein Bus fährt. Das kostet doppelt (wegbringen + holen) im Vergleich zum Selberfahren. Wir werden also mitbestraft.
  7. Seinem Auto tut das Jahr Pause auch nicht gut.

http://www.gruene-hilfe.de/2012/05/29/nachweiszeiten-von-thc/

Danach ist das Zeug 24 h bis 5 Tage akut im Blut. Also wer Auto fahren will, sollte nach dem Joint ca. 5 Tage warten und nicht nur einen, wenn er ganz sicher gehen will. 1 Tag klappt gar nicht. Vielleicht wenn man seit Wochen nur mal gezogen hat oder so.

Seit er nicht mehr raucht hat er eine komplett andere Denkweise. Er ist strukturierter und auch (Überraschung) toleranter!  Probleme und Konflikte geht er kreativer an. Vorher hat nur davon geredet und geplant was er alles gerne machen möchte - jetzt setzt er es in Realität um. Und die große Angst ist einfach weg. Puff, weg! Aus seiner Kiffer-Clique sind nur mein Sohn und ein weiterer Kumpel in Ausbildung - der Rest bei gleicher Schulbildung nicht. (Wobei ich nicht weiß, was Ursache und was Wirkung ist.) Jetzt wo sie sehen wie gut es bei unserem Ableger läuft sind die auch ins Grübeln gekommen.

Wenn du unseren Filius fragst, ist das alles nur Zufall und hat nix miteinander zu tun. Er wäre einfach erwachsen geworden.

Antwort
von Dovahkiin11, 48

Weil jeder Mensch unterschiedlich informiert und geprägt ist. Weiteres Beispiel dafür ist deine Kommasetzung.

Kommentar von Jozudenhannes ,

Toll:D

Antwort
von Parnassus, 33

Gehirnwäsche, Ahnungslosigkeit, Trittbrettfahrer Mentalität, Angst...

Kommentar von Jozudenhannes ,

Das mit der Angst, würde ich halbswegs verstehen.

Antwort
von Stadtreinigung, 40

Liegt vermutlich daran das es einfach nur als Droge gesehen wird,was es ja auch ist,nur macht nicht abhängig

Antwort
von LucasAusBerlin, 49

Leute die sich wirklich und auf Studien begründet (und ich rede hier nicht von Facebook möchtegern Studien) mit dem Thema auseinandersetzen, würden wissen, dass Marihuana im Jugendalter nur geringfügig weniger schlimm als Alkohol ist. Wenn man alt genug ist, ist es kein Problem für den Körper wenn man ein mal alle zwei Monate "kifft". Ist man allerdings (wie viele die für die Legalisierung von Marihuana sind) unter 21, befindet sich der Körper und im Alter von 12-17 ganz besonders das Gehirn in permanenter Veränderung. Dadurch richtet Marihuana genauso Schäden an.

Kommentar von Jozudenhannes ,

Ja, dass stimmt nartürlich das Gras bei Kinder GROße Folgen haben kann, aber bei einer Legalisierung würde ja (mit seehr hoher Wahrscheinlichkeit) Cannabis ab 18 sein. Ja, ich weiß Kinder kommen immer ran, so kommen sie aber an besseres und nichts gestrecktes ran!

Kommentar von LucasAusBerlin ,

Das ist richtig, aber wenn etwas legal zu erwerben ist (auch ab 18) hat es keine abschreckende Wirkung mehr für Jugendliche die sich sonst davon fernhalten würden. Genau wie es jetzt bei Alkohol der Fall ist und man sieht/hört leider viel zu oft von Jugendlichen die sich mit 16 krankenhausreif saufen.

Kommentar von Parnassus ,

@Lucas:Schön, fast genau so, argumentierte ich einst mit einem von mir gelöschten Profil. Es war nicht umsonst...

Kommentar von LucasAusBerlin ,

Es ist immer sinnvoll Leute von schweren Fehlern abzuhalten. In diesem Jugendalter können viele nichteinmal einschätzen wie stark doch Schäden durch Marihuana sind und bleiben. Sie lesen nur, das es in der Medizin etc. positiv verwendet wird und kümmern sich nicht um Mengen und Alter der Patienten etc.

Aufklärung ist immer gut. :)

Kommentar von Realisti ,

Das Problem ist, dass man es zwar altersmäßig beschränken könnte, aber wer soll die Einhaltung gewährleisten? Schreibe an die Tür "Eintritt ab 18 Jahren" und alles was nicht reindarf sucht einen Weg rein. Wie bei der Prohibition wird es dann erst richtig interessant es zu konsumieren.

Das Schlimmste ist der Käse der zum Thema im Umlauf ist. Um es sich harmlos zu reden ist einem gestandenen Kiffer doch jedes Argument recht. Dem ist es doch völlig egal, aus welcher Quelle seine Info stammt, Hauptsache sie unterstützt seinen Konsum.

Gerade, dass so viele Show-Größen (mit fällt spontan mal die Miley Cyrus ein) es verherrlichen läßt es harmlos erscheinen. Vor den Nebenwirkungen jeder Kopfschmerztablette oder Impfe haben die Nachahmer mehr Angst, als vor den Auswirkungen von Kiffen oder Ecstasy. 


Ich bin keine Spaßbremse. Meinen guten Anteil habe ich im Leben gehabt (und hole ihn mir noch). Doch aufs Kiffen hatte ich nie Bock. Ich kann das komplett nicht nachvollziehen, warum man das macht. Kann mir mal einer erklären was den Unterschied macht, und warum man sich derart an das Zeug klammert?

Ich wollte mal diese Rosafärberei abbrechen und sagte: "Gleich willst du mir noch erklären, dass es gesund ist." Oh man, dann ging es erst richtig los.

Kommentar von Jozudenhannes ,

Das Geld, was man durch die Steuern  und das Geld was von der Polizei genutzt wird, könnte man jedoch nutzen, um ein breites Spektrum von Aufklärung und Sicherheit der Droge sorgen

Antwort
von xo0ox, 3

Weil sie falsche Informationen besitzen und nicht glauben wollen, das sie falsch Informiert sind.

Antwort
von Sancholo, 37

Weil sie alle keine Ahnung haben

Antwort
von Krjhg, 34

Wieso will man unbedingt ein weiteres Suchtmittel legalisieren?

Abgesehen davon: Welche Argumente meinst du?

Kommentar von Jozudenhannes ,

Argumente wie :

- Gras ist verboten, deswegen sollte es Illegal bleiben( Frau Mortler)

- Gras, hat keine guten Seiten

Antwort
von Jpin231, 10

Die Leute glauben halt alles was in den Medien dahin gestellt wird, ohne es zu hinterfragen.

Wie heißt es doch so schön: " Wer wenig weiß, muss viel glauben"

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