Frage von amuelue, 96

Warum Angst vorm "Alt werden"?

Hallo Ihr,

die Frage "Warum Angst vorm "Alt werden"?" quält mich schon seit längerem, ich werd einfach nicht schlau drauß, manchmal denk ich viel über mein Leben nach, werde mir von Tag zu Tag immer mehr bewusst, wie schnell die Zeit eigentlich vergeht.

Gestern saß ich noch im Kindergarten, plötzlich bin ich zur Schule gegangen, und nun Arbeite ich. Ich find es tatsächlich sehr verrückt, wie lang einem dass ganze vorkommen kann, aber wenn man zurück denkt, einfach merkt, wie kurz es in Wirklichkeit war.

Ich bin "erst" 20, ich weiß, aber fange jetzt schon an darüber nachzudenken wie schön es doch als "Jugendlicher" war, oder einmal nochmal "Kind" sein. Warum lernt man erst später die sachen zu genießen? Man wollte mit aller macht 18 werden, und jetzt kann von mir aus alles stehen bleiben.

Ich hab Angst vorm Alt werden.. obs die Ungewissheit ist? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur dass ich Angst habe, später, geliebte Personen zu Verlieren, Schicksalsschläge einzustecken, oder irgendwann mal im hohen Alter auf jemanden angewiesen zu sein. Allein der Gedanke daran, fühlt sich komisch und "nicht richtig" an.

Ich bin z.B. auch sehr fasziniert von dem Film - "Der seltsame Fall des Benjamin Button", ein Leben in dem man "rückwärts Aufwächst", so verrückt. Aber im Grunde genau dass selbe.. Ich würde ebenso Menschen verlieren, Schicksalsschläge einstecken müssen, und bin wie als Kind und auch als alter Mensch, auf jemanden Angewiesen..

Kennt dieses Gefühl, oder besser diesen Gedanken jemand von euch?

Die "ewige jugend" ist doch an sich auch kein Segen oder?!

Warum sind Menschen so, dass wir immer Angst haben müssen..? Ich meine an der Tatsache, dass wir alle im selben Boot sitzen, und gemeinsam älter werden, kann doch keiner aus dem weg gehen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Belladonna1971, 53

Ich hatte schon ähnliche Gedanken als junge Frau.

Heute fühle ich mich mit Mitte 40 pudelwohl. Vieles, was mir früher wichtig wahr und viel Bedeutung hatte, ist jetzt entspannter. Ich nehme meinen Körper so, wie er ist. Ich habe schon einige Krisen überstanden und weiß um meine Stärke. Ich habe auch geliebte Menschen verloren- und bin dankbar für die gemeisname Zeit.

Unterm Strich finde ich jetzt vieles leichtetr und fühle mich freier!

Dir alles Gute!

Antwort
von Kingfrosch, 39
Ich habe auch "Angst"

Ich habe auch Angst vorm Alt werden aber nicht vor dem Tot. Es wäre für mich eine unendlich qual ewig zu leben. Wirklich motivert bin ich durch die Sterblichkeit aber nicht.

Der Grund warum du diese Gedanken hast, ist das die Welt sich immer schneller verändert. Während die Generation vor uns sich nach dem Krieg wiedraufbauen konnte und damit einen positiven Blick nach vorne hatte ist das der heutigen generation nicht mehr so gegeben. Wir werden immer mehr Menschen (Das bischen Krieg und Terror gleicht wenig aus). Das führt zu immer mehr Konfliken/Konkurrenz mit endlichen Resourcen. Das heißt wir steuern eher auf Probleme zu. Das macht Dich vielleicht so ängstlich oder bedrückt.

Trotzdem gibt es für einige noch Möglichkeiten. Manche haben das potential auch wirklich noch mitzuwirken. Vielleicht du auch und musst dich oder deinen bedarf nur finden? Bei aller Sorge und den Druck der durch alle alten und neuen halbweißheiten an dich herangetragen wird, bedenke das wir alle nur sternenstaub in einem riesigen universum sind. Selbst wenn du nicht durch weitergabe von Information durch kollektive Wissenentwicklung oder Erbmaterial eine bedeutung auf dieser Welt haben wirst. Bist du und wird alles wieder zu Sternenstaub. Alles zerlegt in viele Teile und wird wieder etwas neues. Die Welt und alles was dir gerade so wichtig ist, ist es nur jetzt für dich oder andere. Aber endlich wie alles. Und das ist erleichternd und doch einen Versuch Wert das beste drauß zu machen. Dabei sein und gucken was passiert.

Kommentar von Belladonna1971 ,

Und die Generationen vor uns hatten nie Probleme?

Das Überleben im 2. Weltkrieg, vllt. Flcuht, Hunger, Krankheit, Verlust.

Die Wirtschaftskrise davor.

Der 1. Weltkrieg.

Der Deutsch- Französischee Krieg.

Die Industriealisierung.

Diverse Naturkatastrophen.

Der 30 jährige Krieg.

Dieverse Seuchen und Bürgerkriege.

Und alles ohne Penicillin, Geburtshilfe, Antibiotike, Schemrzmittel, Anästhesie, Krankeversicherung, Rente, smartphone, usw. usf.

Zu einem gelungenem Leben gehört meiner Meinung Dankbarkeit.

Kommentar von Kingfrosch ,

Als Frau hast du leicht reden.es waren damals noch kinder. Du blickst ganz schön weit zurück. Nicht jedem wird dankbarkeit leicht gemacht

Antwort
von rotesand, 19
Ich habe keine "Angst"

Hallo!

Mal ehrlich -------> ich habe keine ANgst vor dem Alter (bin m, 26). Mein Opa, der mit fast 90 Jahren starb, hat auch im Alter eine verhältnismäßig stabile Gesundheit gehabt & war bis zuletzt beweglich und mobil, geistig total fit, Krankheiten wie Diabetes, Parkinson, Demenz usw. blieben ihm erspart... er starb letzten Endes einfach nur an "Altersschwäche" und das zuhause in seiner eigenen Wohnung. Er war nie im Pflegeheim, auch nicht zur Kurzzeitpflege, ist bis zu seinem 88. Lebensjahr Auto gefahren, führte seinen Haushalt sogar ohne großartige Hilfe bis zum Schluss selber.. Pflegedienste, Sozialstation oder "Essen auf Rädern" waren für ihn Fremdworte die er allenfalls aus den Erzählungen anderer kannte.

Andere Senioren, die ich kannte oder kenne, haben zum Teil ähnliche Lebensläufe und waren entweder bis zum Schluss fit oder sind es noch.

Nein, ich habe echt kein Angst vor dem Alter.. und selbst wenn es nicht so dolle läuft -------> ändern kann man es nicht. Es ist wichtig das Beste aus allem zu machen & ich bin totaler Optimist, der von Schwarzmalerei wenig hält. Man muss nicht alles schelchtreden & diese "german Angst", mit der die Deutschen alles schlimmer machen als es ist, ist mMn kein Ausweg... sorry, nee!

Ansonsten erinnere ich an einen Mann, der mit ca. 65 Jahren (Ende der 90er) mal einen wirklich geistreichen Spruch losließ, den ich nie vergaß: "Wer nicht alt werden will, der muss jung sterben!"

Kommentar von amuelue ,

"Wer nicht alt werden will, der muss jung sterben!" - Krass, bewegt zum Nachdenken der Spruch, gefällt mir!

Antwort
von Nashota, 10

Das Älterwerden kann keiner aufhalten, von daher muss man es eh nehmen, wie es kommt.

Trotzdem gibt es so einige Dinge, die man sich anders gewünscht hat. Und man weiß, dass sich gewisse Erfahrungen nicht ins Gute verkehren lassen, weil die Zeit dafür einfach vorbei ist, dann tut das unglaublich weh. Ich wünschte mir oft, die Zeit zurückdrehen zu können, mit den Erfahrungen von heute........

Ansonsten hab ich nur beim Blick in den Spiegel ein Problem mit meinem Alter. Beide Dinge passen nicht zusammen. Ich sehe ein junges Gesicht und in meinem Ausweis steht was von Mittelalter. Mein inneres Gefühl passt auch nicht zu der leider schon oft anzutreffenden Schnarchigkeit des Mittelalters.

Alleine wenn ich tanzen gehe zur Ü 30, vermisse ich tanzende Männer meines Alters. Nicht, dass es sie nicht gibt. Aber viele stehen auch nur gelangweilt herum und halten sich am Bier fest. Genauso andere Aktivitäten. Ich höre so oft, "Nee, mach ich nicht mehr." oder "Hab ich früher mal gemacht." oder "Nee, liegt mir nicht, ist nicht meins."

Mir macht Angst, dass das Leben außerhalb von Pflicht und Alltag für so viele Mittelalterleute so schnarchig ist. Für mich als innerlich und äußerlich junge Frau einfach nur schlimm. Keiner da zum einfach mal rumblödeln, Spaß haben, was erleben.

Manche Leute stehen halt schon mit 40+ mit einem Bein im Altersheim, während manche 80jährige noch auf Berge steigen.........

Antwort
von Ramonaralf, 31
Ich habe auch "Angst"

Ich habe auch Angst vorm Alt werden. Man weiß nicht was noch auf einem zukommt und pasiert. Wenn man zu Ruhe kommt denkt man darüber nach oder wenn im Bekanntenkreis einer Krebs hat.

L.g

Antwort
von loema, 29

"Alles hat eine Zeit im Leben"
Das Leben hat Phasen, die man annehmen kann.
Man entwickelt sich weiter, lernt dazu, verändert sich.
Der Körper verändert sich.
Und das Leben hat viele Facetten. Glückliche, traurige, interessante, langweilige, gesunde und kranke, schmerzvolle und freie.
Alles zusammen war dann das Leben.
Mit allen Erfahrungen. Jung, Mittel, Alt.
Dann ist es komplett.

Antwort
von safur, 28
Ich habe keine "Angst"

Ich habe mir da ehrlich gesagt noch nie Gedanken gemacht. Natürlich habe ich eine/mehrere zusätzliche Altersvorsorgen.

Ich lebe sehr bewusst und nutze den Moment. Man weiß nie wann es vorbei ist. Aus dem Ansatz heraus kann ich auch das "Gejammer" immer nicht verstehen, hätte ich doch mal oder hier und da war es besser, ..

Du kannst dich leicht mit der Kindheit vergleichen, allerdings sind die Voraussetzungen ganz andere. Als Kind bist du immerhin nicht verantwortlich und dir werden ggf. auch viele Probleme abgenommen bzw. wirst du gar nicht in die Lage gebracht drüber nachzudenken.

Wenn du also bereits jetzt schon "Angst" hast dann würde ich mir mal klare Ziele überlegen bzw. Dinge die mir die Angst nehmen.

Ich würde das Wort Angst eher nicht verwenden, ggf. Befürchtungen / Zweifel .. :-)

Antwort
von Tamiihatfragen, 35

Ich denk genauso wie du, und ich bin auch 20. Ich hatte schon als Kind Angst vor der Zukunft, und jetzt vergeht die Zeit so schnell. Zukunftsängste hatte ich schon immer, und stolper irgendwie nur so durchs Leben. Aber wir müssen lernen unsere Zeit zu schätzen, mit uns, und unseren geliebten.

Antwort
von abibremer, 1
Ich habe keine "Angst"

Es gibt eben einfach einige Tabuthemen in der Gesellschaft: Mit Jugendlichen kurz vor, oder gerade IN der Pubertät sprechen die wenigsten Erwachsenen über Sexualität usw. Über sechzig Jahre alte Menschen, die alleine nicht mehr zurechtkommen, reden ungern über Altersheime und je näher man der eigenen Kompostierung rückt, um so weniger wird vom Tod und dessen Folgen für den (eigenen)Körper gesprochen. Ansonsten fühle ICH mich als behinderter Vielzufrührentner und Rollifaher SAUGUT , wenn nicht gerade mein relativ neuer Elektrorolli verreckt wäre.

Antwort
von Phantom15, 9
Mir egal, ich kann doch eh nichts gegen machen

und ich hab keine Angst.

Ich finde es witzig, denn jeder von uns ist dran und kommt nicht dran vorbei. Höchstens die, die leider eher gegangen sind. ..

Antwort
von noname68, 25

warum sollte man angst vor dem altwerden haben? es lässt sich doch nicht verhindern. angst könnte man vor krankheiten, unfällen oder katastrophen haben. jedes lebensalter hat seine guten seiten, viele sachen sind auch erst möglich, wenn man alt ist.

Antwort
von urikulm, 5

Du bist nicht allein.

Geronthophobie ist eine psychische Erkrankung. 

Ist aber heilbar.

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