Frage von canesten, 83

Warum viele Menschen in Krankenhäusen an MRSA sterben?

Sind die deutsche Krankenhäuser so dreckig?

Antwort
von dadamat, 29

10 - 15 % der deutschen Bevölkerung hat MRSA Keime auf dem Körper. Dem eigenen Körper schaden die nur, wenn sie ins Körperinnere kommen, auf der unverletzten Haut schaden sie nicht. Da die Arbeitsbelastung und Personalmangel oft Fehler oder "Vergessen" der Hygiene macht, können sich diese Keime besser verbreiten. In anderen Ländern wird jeder Patient im Krankenhaus bei der Aufnahme auf diese Keime untersucht, das wurde in Deutschland aufgrund der hohen Kosten wieder abgeschafft.

Antwort
von DorktorNoth, 27

MRSA ist ein Keim, den man mittlerweile eigentlich gut behandeln kann. Es gibt einige gut wirksame Antibiotika und der Erreger ist seit Jahren auf dem Rückweg .  Er macht selten generalisierte und schwere Erkrankungen, sondern verursacht eher Wundheilungsstörungen. Natürlich kann man auch an MRSA sterben, das wesentlich größere Probleme sind jedoch die multiresistenten Erreger der Klassen 3MRGN und 4MRGN, die auch schwere und kaum behandelbar generalisierte Infektionen verursachen können (so ne 4MRGN-Klebsielle ist ein echter Alptraum). 

Mit dreckig hat die Ausbreitung multiresistenten Erreger nur bedingt zu tun. Das A und O bei der Vorbeugung im Krabkenhaus ist natürlich eine ausreichende Hygiene, die bei Personalmangel oft zu kurz kommt, insofern spielt auch "dreckig" eine Rolle. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass etwa 10 % aller Menschen multiresistente Erreger in sich oder auf sich tragen, dank eines funktionierenden Immunsystems aber nicht krank werden. Im Krankenhaus kann es schon mal sein, dass durch eine schwere Krankheit das Immunsystem so geschwächt ist, dass die multiresistenten Keime voll loslegen können. Problematisch ist außerdem ein Sorglosigkeit Umgang mit Antibiotika , denn dadurch selektiert man neue und schlimmere resistente Biester. In den südeuropäischen Staaten sind bei bestimmten Keimen ( eben die vorhin erwähnten Klebsiellen, z.B.) über 60% aller Fälle multiresistent, weil man dort Antibiotika wie Smarties futtert.

So, ich bin ein wenig abgeschweift. Wurde deine Frage ansatzweise beantwortet?

Kommentar von canesten ,

was kann der Angehöriger machen wenn sich ein Mensch ansteckt und danach stirbt?Er wurde nach hause angestect geschickt und danach stirbt in anderen Krankenhaus

Kommentar von DorktorNoth ,

Wenn es ein Angehöriger von dir war, den mein Beileid. 

Aber ich bin nicht sicher, ob ich die Frage richtig verstehe. Was willst du denn machen? Wenn jemand stirbt ist das schrecklich , aber  nicht  zu ändern. Falls du gegen das Krankenhaus vorgehen möchtest , müsstest du erstmal nachweisen, dass der Patient vorher keinen MRSA hatte, sondern ihn erst durch Hygiene-Mängel im KH bekommen hat und dann auch noch, dass der Keim auch wirklich todesursächlich war. Ansonsten kann man da gar nichts machen. 

Antwort
von Negreira, 28

Man spricht zwar von  etwa 40.000 Todesfällen pro Jahr, wobei 50 % durch Hygienemaßnahmen vermeidbar sein sollen, aber es gibt keine genauen Statistiken.

MRSA ist ein kaum zu behandelnder, multiresistenter Keim (wie der Name schon sagt). In vielen Kliniken wird ein riesiger Aufwand betrieben, andere testen überhaupt nicht. Die meisten Landwirte sind Träger des Keims und wissen es gar nicht. Und, bei aller Liebe zur Hygiene und Gesundheitsmaßnahmen, ich halte vieles für übertrieben.

Natürlich ist es schlimm, wenn Menschen an Krankheiten sterben, die sie sich in einer Klinik zugezogen haben, aber sie sind ja meistens nicht wegen des MRSA-Keims dort sondern wegen anderer, schwerer Erkrankungen, die einen Klinikaufenthalt nötig machen. Insofern muß man erst einmal beweisen, daß nicht andere Todes-Ursachen vorliegen. Viele Leute sind auch gegen eine Influenza-Impfung, aber auch mit diesem Virus kann man sich im KH anstecken, genauso wie mit vielen anderen Krankheiten, die durch Luft, Kontakt von Mensch zu Mensch, und durch Tröpfeninfektionen übertragen werden.

Deshalb aber allen Krankenhäusern Unsauberkeit vorzuwerfen, finde ich unsinnig. Es gibt sicher einiges, was ich, wäre ich dort verantwortlich, ändern würde. So lange aber selbst die Putzfrauen vorgeschrieben bekommen, wann sie in welcher Zeit und wie oft eine Lampe abstauben und die Toilette putzen dürfen, wird sich nichts ändern, im Gegenteil, es wird sich verschlechtern.

Kommentar von canesten ,

Was hat der Patient  bei MRSA für Beschwerde ?

Kommentar von Negreira ,

Eigentlich erst mal gar keine. Daß der Keim vorhanden ist, läßt sich nur anhand von Abstrichen nachweisen. Und fast alle Erkrankten wissen gar nicht, daß sie diesen Keim haben.

Es KANN zu Hautabszessen und Vereiterungen kommen, aber nicht jedes dieser Veränderungen ist ein Zeichen für MRSA.

Mir selbst ist es passiert, daß ich 2013-2015 in verschiedenen Krankenhäusern lag. Ich weiß nicht, wie oft ich getestet worden bin, immer negativ. Dann kam ich in eine REHA, neuer Test, gleiches Ergebnis. Da es mir in der REHA sehr schlecht ging, wurde ich wieder in eine Klinik verlegt, 3. Test innerhalb von 14 Tagen - positiv. Ich hatte dann das Vergnügen eines Einzelzimmers, die kamen alle vermummt zu mir, bis es einem Arzt zu bunt wurde. Ich bekam keine Medikamente, und nach 14 Tagen war der Keim wie weggeblasen.

Zwischenzeitlich habe ich erneut im KH gelegen, wenn überhaupt ein Test durchgeführt wurde, war der negativ. Sicher  hat es Todesfälle gegeben, aber ich denke, da spielt in erster Linie eine große Portion Hysterie mit. Jedes Jahr gibt es neue Keime, mal ist es die Schweine-dann die Vogelgrippe, der MRSA-oder ein sonstiger Keim.

Wenn Patienten in einer Klinik sterben, von denen man es eigentlich nicht erwartet hat, wird immer irgendein Schuldiger gesucht. Irgendjemand kommt immer und sagt, daß man doch noch hätte irgendetwas tun können. Und wenn man dann dem Personal nichts am Zeug flicken kann, muß eben ein Keim her, der alles erklärt.

Wäre der Mensch eine Maschine, könnte man sagen, es sind immer wieder diese oder jene Teile, die verschleißen. Aber so ist jeder verschieden, nicht jeder spricht auf Medikamente an und manchmal ist es eben so, daß Leute auch zu Unzeiten sterben. Das läßt sich nicht ändern, außer irgendjemand kommt noch auf den Klopfer mit dem Ewigen Leben.

Kommentar von canesten ,

kann der Patient durchgestochen von Spitzen bekommen MRSA oder Wunden?bekommt man Fieber ,Blutvergiftung,Lungenentzundung?Ausflusse aus Harnröhre?

Antwort
von LotteMotte50, 15

Anscheinend ist es so das die Krankenhäuser nicht so wirklich auf Hygiene achten denn sonst würden ja nicht so viele Menschen krank werden und auch leider daran sterben müssen 

Antwort
von Osoblanco, 27

Multiresistenz hin oder her: es gibt viel zu wenig Personal in (deutschen) Krankenhäusern. Wenn ein paar wenige Krankenpfleger sich um eine komplette Station kümmern müssen, dann geht irgendwann etwas schief. Wer hin und her zwischen den Patienten hetzt, hat keine Zeit mehr die empfohlenen Hygienevorschriften einzuhalten. Was dann folgt ist offensichtlich. Aber es wird eben weiterhin fleissig im Gesundheitsbereich gespart und nur minimal Personal eingestellt...

Antwort
von anja199003, 26

Das liegt daran, dass die Keime so zäh sind. Schwer in den Griff zu bekommen und verstecken sich an den unmöglichsten Stellen. Darum gibt es in Krankenhäusern extra Hygiene-Ärzte. Die haben eine spezielle Ausbildung und sollen das Problem eindämmen helfen

Antwort
von sabbsi, 26

Uuhh die klugen Leute wieder. Der heißt nicht Multiresistenter sondern Methicillin resistenter Staphylokkukus Aureus. Er ist schon zu behandeln, aber eben nicht so leicht.

Und neben dem Personalmangel etc gehört die eigene Körperhygiene des Patienten eben auch dazu. Viele bringen das ja schon von draußen mit, die meisten Menschen sind vom MRSA besiedelt und wissen es nicht, denn der Keim wird erst gefährlich, wenn er sich in einer Wunde befindet oder wenn der Patient eh schon geschwächt ist.

Man muss den Menschen eben erst mal beibringen, dass man sich nach der Toilette, vor dem Essen, beim Heimkommen etc schon mal die Hände wäscht. Wenn jemand im Haushalt erkältet ist, darf man auch gerne mal ein Desinfektionsmittel benutzen. Wovon ich allerdings nichts halte sind die Sagrotanhaushalte.

Man sieht es auf öffebtlichen Toiletten oft genug, wo die Hygiene in Deutschland hängt. Und das ist das erste, an dem man arbeiten sollte. Danach kommt dann der Personalmangel in den Kliniken und Altenheimen.

Kommentar von PeterKremsner ,

MRSA wurde mittlerweile zu Multiresisten ausgeweitet:

Mittlerweile ist zusätzlich die Bezeichnung Multi-resistenter Staphylococcus aureus als Bezeichnung für S. aureus-Keime gebräuchlich, welche neben einer Resistenz gegen (das nicht mehr als Arzneimittel im Handel befindliche[6]) Methicillin auch Unempfindlichkeiten gegen verschiedene andere Antibiotika aufweisen.

Antwort
von PeterKremsner, 24

Die Keime haben nicht umsonst Multiresistent im Namen....

Man kann einfach nichts wirklich 100% steril machen und die kleinste Infektion mit diesen Keimen reicht aus, dass man nichts mehr dagegen machen kann, weil alle Antibiotika versagen. Ist dazu das Immunsystem noch geschwächt kann man aus Medizinischer Sicht nicht mehr viel machen.

Kommentar von canesten ,

ist das schlimm,es wird dem Angehörigen gesagt,der Patient war sowieso krank wen er an MRSA stirbt,kann man nichts machen ,er kommt jetzt in Keller

Kommentar von PeterKremsner ,

Ich verstehe nicht ganz was du damit meinst?

Natürlich ist es tragisch wenn jemand stirbt, aber es macht eigentlich keinen Unterschied ob es die Influenza oder MRSA waren.

Kommentar von canesten ,

in Keller meine ich in Patologie

Kommentar von PeterKremsner ,

Ja das ist auch normal, dass ein Toter vorerst in die Pathologie bzw in den Leichenkeller kommt.

Antwort
von Dummie42, 26

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