Frage von teekayo2, 54

Warnhinweise auf Tabakerzeugnissen schädlich?

Ich habe eine interessante These und würde gerne einmal einige Meinungen dazu hören.

Seit langer Zeit, werden ja bereits Warnhinweise über die "möglichen" Folgen des Rauchens auf Tabakerzeugnisse gedruckt. Nun wurde diese Kampagne ausgebaut und es wird nun auch mit "Schock-Bildern" gezeigt, was das Rauchen anrichten kann.

Dazu ist den meisten von euch sicherlich auch "Placebo-Effekt" ein Begriff.

Viele Forschungen haben gezeigt, dass Placebos auf gut die Hälfte der Probanden, genauso wirksam wirken, wie Medikamente.

Eine neue Studie, die gezeigt hat, dass Paracetamol (das meist verschriebene Schmerzmittel weltweit) weniger Effekt erzielt, als Placebos ging kürzlich um die Welt.

http://www.welt.de/gesundheit/article130530385/Placebo-hilft-besser-gegen-Ruecke...

Es ist also bekannt, dass Menschen mit Ihrer Erwartungshaltung ihren Organismus selbst dazu bringen können, einen Heilungseffekt herbeizuführen. Und das sind viele, ich gehöre selbst zu jenen, bei denen auch Placebos wirken.

Nun stelle ich mir die Frage, wie hilfreich die Warnhinweise und Schockbilder auf Zigarettenschachteln wirklich sind.

Es werden dort "extrem-Fälle" gezeigt, die als unausweichliche Konsequenz des Rauchens dargestellt werden. Ob bewusst oder unbewusst. Bei jeder Zigarette bekommt der Raucher dieses "Ziel" eingeimpt und die "Erwartung" so schwer zu erkranken verinnerlicht sich.

Ich befürchte, dass bei jenen Probanden die auch gut auf Placebos anspringen (45 - 55 Prozent, je nach Studie) - hier ein völlig gegenteiliger Effekt erzielt wird, als man sich erhofft. Ich denke, durch die Kampagne, werden künftig die "schweren" Krankheitsausbrüche zunehmen.

Was denkt ihr darüber

Danke.

Tk

Antwort
von mairse, 25

Interessante These.

Theoretisch kann sich die psychische Erwartungshaltung des Konsumenten tatsächlich auf den Körper auswirken. Habe mal in einem Pheonix Bericht den Fall eines Mannes gesehen, der versucht hat sich mit Placebos umzubringen (er nahm an einer medizinischen Studie teil und wusste nicht dass seine Tabletten wirkungslos sind)

Obwohl die Medikamente nicht echt wahren hat der Körper extrem darauf reagiert, der Mann wurde ins Krankenhaus eingeliefert und war tatsächlich kurz vorm "abkratzen". Als die Ärzte herausgefunden haben dass es sich nur um Placebos handelte und das dem Patienten gesagt haben verbesserte sich auch in kurzer Zeit der Zustand des Mannes.

Antwort
von Rockuser, 16

Da könnt man glatt eine Verschwörungstheorie raus basteln. Nach dem Motto:

" Der Staat bringt die Raucher nun mit" Warnhinweisen um". ;-)

Kommentar von teekayo2 ,

Ich glaube da mehr noch, an die Unwissenheit der Menschen, die sich das ausgedacht haben. Aber ich schliesse nicht aus, dass eine Generation tote Raucher in Kauf genommen wird, dafür, dass folgende ohne dieses Laster leben können. 

Antwort
von noname68, 19

eine ziemlich abstruse theorie. diese placebo-effekte wirken im positiven sinne in heilungsprozessen, aber man wird nicht ernsthaft krank oder bekommt lungenkrebs, wenn man es sich nur lange und dauerhaft einbildet.

dann wäre ich auch als nichtraucher gefährdet, der tagaus, tagein an der supermarktkasse auf diese bilder im zigarettenfach sehen muss??

Kommentar von mairse ,

Placebos können in beide Richtungen wirken, positiv und negativ.

Kommentar von teekayo2 ,

Das Pendant zum Placebo nennt man auch Nocebo habe ich gerade gelesen, daher war das Wort an der Stelel nicht korrekt - der Tatsache und eigentlichen Frage tut das aber kein Abbruch.

Der Mensch kann auch negative Auswirkungen herbeiführen, wenn er daran glaubt: 

https://de.wikipedia.org/wiki/Nocebo-Effekt

Als Nichtraucher im Supermarkt wird man nicht krank, nein. Es geht ja darum, dass man raucht und dabei bewusst oder unbewusst die Annahme hat, dass dies unweigerlich zu solch schweren Krankheitsbildern führt.

Antwort
von kgunther, 10

Es gibt den Placeboeffekt, und er wird meist nicht ausreichend berücksichtigt.

ABER: Es gibt auch direkte Effekte. Wenn davor gewarnt wird, seinen täglichen Weg ins Büro damit zu verbinden, zu Fuß über die Autobahn zu laufen, so ist diese Warnung berechtigt. Die statistische Wahrscheinlichkeit spricht für einen Unfall. Wenn dann tatsächlich ein Unfall passiert, liegt das vermutlich eher an der tatsächlich vorhandenen Gefahr, weniger an der tatsche der Warnung.

Antwort
von Misrach, 20

ganz ehrlich, welcher Raucher, hört jetzt mit dem rauchen auf weil auf den zigaretten sachteln schockbilder gedruckt sind?

Selbst die Wahrnhinweise haben dran nicht viel ändern können. Und warum macht man diese Schcokbilder nicht auch auf lebensmittel, auf Zuckerhaltige produkte zu beispiel, da sind alle dagegen komischerweise.

Antwort
von johannesbeere15, 25

Sehr interessant ich kann dir nicht wieder sprechen. Ich kann mir gut vostellen das das ein problem werden könnte.

Antwort
von Maisbaer78, 30

Die These ist nicht schlecht, hat aber einen Haken.

Die Probanden bei denen der Placeboeffekt greift, glauben bereits vorher, dass die beschriebene Wirkung eintritt.

Demnach würden gerade diese Menschen durch Schockbilder auf Zigarettenpackungen vom Rauchen abgeschreckt werden. Immerhin ist deren Angst deutlich größer als die eines Rauchers, der nichts auf solche Dinge gibt.

Trotzdem, gute Theorie.

Kommentar von teekayo2 ,

Ich vermute, dass gerade Widerholung den Effekt drastisch verstärkt. Raucht man 30 Zigaretten am Tag, sieht man 30 mal täglich vor Einnahme des Placebos / Nocebos , was passieren kann / wird. 

Kommentar von Maisbaer78 ,

Ja, aber wie gesagt, gerade bei Menschen die für einen Placeboeffekt zugänglich wären, wäre die Abschreckung ungleich höher, sehr wahrscheinlich deutlich höher als der Drang trotzdem zu rauchen.

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