Frage von Sonderschicht, 59

Warmwasserberechnung für Mietwohnung?

In einem Zweifamilienhaus gibt es eine Mietwohnung mit Wasserzähler für Kalt-u.Warmwasser. In der zweiten Wohnung wohnt der Vermieter selbst ohne Zähler. Wie wird eine Warmwasserberechnung für die Heizkostenabrechnung so unkompliziert wie möglich vorgenommen? Kann ich auch den Durchschnittswert vom bundesdeutschen Mietspiegel annehmen?wschWasserbiNo

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 31

Sind nicht alle Wohnungen mit entsprechenden Zählern ausgestattet und vertraglich nichts anderes vereinbart, müssen die Kosten nach der Wohnfläche abgerechnet werden.

In einem 2FH in dem Mieter und Vermieter wohnen dürfen auch die Heiz- und Warmwasserkosten so abgerechnet werden.

Mit irgend welchen Durchschnittswerten oder dem Mietspiegel hat das rein gar nichts zu tun.

Das errechnet sich schlicht aus den Gesamtkosten, der Gesamtwohnfläche und der jeweiligen Wohnfläche.

Formel:

Gesamtkosten : Gesamtwohnfläche x Wohnfläche des Nutzers = anteilige Kosten des Nutzers für 365 Tage

Ist der Nutzungszeitraum eines Nutzers kürzer als 365 Tage, z. B. nur 334 Tage, errechnet man das taggeneau wie folgt:

Kosten des Nutzers für 365 Tage : 365 Tage x 334 Tage des Nutzungszeitraumes = anteilige Kosten für den Nutzungszeitraum

Sind beide Wohnungen gleich groß könnte man, sofern vertraglich vereinbart, die Kosten nach Wohneinheit, sprich Kosten : 2, umlegen.

Ich persönlich halte aber die Umlage nach Wohnfläche für die bessere Variante.

Am allerbesten wäre es natürlich auch die 2. Wohnung mit Kalt- und Warmwasserzähler auszustatten und zumindest den Kaltwasserverbrauch, der ergibt sich aus Verbrauch Kalt- plus Verbrauch Warmwasser, exakt abzurechnen.

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 35

Klare Sache: Die Zähler dürfen nicht verwendet werden, wenn die Wohnung des Vermieters keine Zähler hat. Die sogenannte "Differenzberechnung" ist nicht erlaubt.

Deshalb: Aufteilung des Warmwasserverbrauchs ohne eine besondere Regelung im Mietvertrag nur nach m²-Wohnfläche. Unkomplizierter geht es nicht.

Alternativ, sofern im Mietvertrag schon vereinbart: Die Aufteilung nach Anzahl der ständig in den Wohnung lebenden Personen. Kompliziert wird dies, wenn sich laufend was dabei ändert. Einfach ist es, wenn die Personenanzahl übers ganze Jahr oder sogar über Jahre immer gleich bleibt.

Hast Du gutes Einvernehmen mit Deinem Mieter, schlag ihm eine der beiden Varianten vor und haltet dann schriftlich fest, was vereinbart wurde. Praktisch als Ergänzung zum Mietvertrag.

Besteht der Mieter aber darauf, dass nach Zählerwerten abgerechnet wird, dann mach das nach dem Motto "wo kein Kläger, da kein Richter". Behalte aber immer im Kopf, dass diese Variante eigentlich nicht erlaubt ist.

Der Durchschnittswert ist überhaupt nicht verwendbar.

Kommentar von Sonderschicht ,

Vielen Dank. Hat mir sehr geholfen... Einfacher geht es wirklich nicht.

Antwort
von schleudermaxe, 19

Der Wärmeverbrauch für die Herstellung wird ja ermittelt/erfaßt und sollte, wie auch der Verbauch, über die Flächen verteilt werden und gut ist.

Viel Glück.

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