Frage von IbanezP, 84

Waren früher schlägereien normaler als heute?

Immer wenn ich alte Geschichten höre von 40, 50 Jährigen Menschen erzählen die von diversen Kneipenschlägereien und dies und jenes und als sich mal Jungs in der Schule geprügelt haben waren die Lehrer und alle außer sich, Eltern außer sich, aggressionstherapie wurde denen ans herz gelegt und der Opa meinte nur: "Ach das sind jungs die prügeln sich nunmal" völlig locker flockig aus der hüfte als wäre das normal. Blaues Auge? Passiert halte mol, blutige nase? Halb so wild! Das gehört dazu! Jungs sind so!

Das sagen FAST alle älteren Menschen im alter zwischen 40 und 60 Jahren, keiner davon ist besonders asozial, keiner von denen ist Hartz IV, einer davon war lange Zeit erfolgreich selbstständig, wenn man die früheren Geschichten hört weswegen und wie man sich geschalgen hat, wegen KLEINIGKEITEN!!! Einer hat berichtet früher gab es regelmäßig treffen mit dem Nachbarort um sich mit den leuten die dort wohnen zu prügeln? Warum? Weil das der Nachbarort ist und die einfach "komisch" sind. Rvilaität zwischen Ortschaften eben, was ein bekloppter Grund eigentlich mal und heute kommen die päthagogen gleich mit psychologen an bei einer kleinen rauferei, watt is denn nun normal? Prügeln sich jungs oder ist das totales no go?

Antwort
von autmsen, 23

Ich weiß ja nicht ob Du diesen Artikel unserer Verfassung kennst:

Artikel 3

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Warum ich den hier einkopiere? Ganz einfach:

Rangordnungskämpfe gehören unabhängig vom Geschlecht ausgetragen. Begründungen findest Du z.B. in der Vergleichenden Verhaltensforschung und der Soziologie.

Wird dem weiblichen Geschlecht die Teilhabe an Rangordnungskämpfen verwehrt begeben sich diese auf die Hühnerleiter. Das ist eine stinkende Angelegenheit auf die unsere Gesellschaft dankend verzichten darf.

So weit mal grundsätzlich. Noch ein bisschen mehr Grundsätzliches:

Selbstverständlich gibt es zahlreiche andere Möglichkeiten Rangordnungskämpfe auszutragen. In meiner Kindheit und Jugend habe ich auch diese kennen und schätzen gelernt. Auch. Geschlechtsunabhängig.

Aber tatsächlich hat sich nun mal unsere Gesellschaft dafür entschieden der stärkeren Person höheres Ansehen zuzubilligen. Stärker durchaus auch im Sinne von aggressiver. Wobei hier Aggression nicht unbedingt rein körperlich zu verstehen ist. Denn immerhin darf als wahr und bewiesen angenommen werden:

Eine verletzte Haut braucht maximal Wochen bis sie verheilt ist.

Eine verletzte Seele heilt oft innerhalb eines ganzen Lebens nicht aus.

Verbalgewalt umspült uns aber rund um die Uhr.

Zurück zur Frage:

Wird hier und da mal im Rahmen eines Rangordnungskampfes Haut verletzt hat der Körper die Möglichkeit seine Selbstheilungskräfte zu trainieren. Mal ganz abgesehen davon dass die eigenen Grenzen eher deutlich erkannt werden können.

Und ja: Ich kann mich daran erinnern dass dann wenn Dorffeste stattfanden vorher die Chirurgische Aufnahme möglichst geleert wurde um angemessen vorbereitet zu sein. Und da fanden sich dann auch manche Erwachsene wieder.

Während ich hier schreibe grinse ich in Erinnerung an solche Zeiten vor mich hin. Denn landeten Kontrahenten mehrere Jahre hintereinander immer wieder neu auf Station konnte es auch mal gehörigen Ärger mit der Stationsschwester geben. So gehörig dass bis zum nächsten Jahr die Ursache beigelegt wurde. Da ist dann ganz gewiss kein Mensch dran gestorben, aber manche lebenslange Freundschaft draus entstanden.

Nun lese ich hier in den Antworten dass früher Grenzen beachtet wurden. Nun ja. Mir wurden solche Grenzen von den Eltern vermittelt - ach wo sind sie denn nur heutzutage? - und bezogen auf Schule von einer Nonne. Jepp! Einer Nonne. Rechne ich ihr bis heute sehr hoch an. 

Uns wurden auch Gründe für die Beachtung solcher Grenzen verständlich vermittelt. Wir lernten also so Begriffe wie Ehre noch in einem Zusammenhang kennen der heute gerne ausgeblendet wird. Statt dessen zeigen zunehmend Erwachsene mit zunehmend nach brauner Brühe stinkenden Fingern auf Einwanderer. Das ist für mich der Gipfel der Verantwortungslosigkeit. 

Zu den Pädagogen:

Angesichts der Tatsache dass Eltern zunehmend durch geistige Abwesenheit glänzen wurden die tatsächlichen elterlichen Pflichten immer mehr auf Kiga und Schule abgewälzt während Eltern dabei unterstützt und gefördert wurden wegen jedem normalen und gesunden Verhalten ein Theater bis weit in die hohen Gerichtsinstanzen zu veranstalten.

Erzieher und Lehrkräfte träumen aber nun mal nicht davon von solch schrägen Eltern noch zusätzlich belastet zu werden, oft genug daran gehindert zu werden die ihnen anvertrauten Kinder gesund zu begleiten. Das haben sie schlicht auch nicht nötig. Sie werden nicht dafür von uns bezahlt. 

Wenn dann Gerichte auf unsere Kosten angefangen haben das Psy-Fach mit ins Boot zu holen

und wir diese Kosten lieber tragen als unserer natürlichen sozialen Aufgabe nachzukommen uns um unsere Kinder angemessen zu kümmern

dann brauchen wir über die Folgen nicht klagen.

Es mag Dir aufgefallen sein dass ich im letzten Satz von "uns" geschrieben habe. Denn ein einziges Kind zu erziehen braucht es ein ganzes Dorf.

Nun gut. Aktuell sind zehntausende Ausbildungsplätze des letzten Jahres unbesetzt weil es an Ausbildungsreife mangelt. Du bist berechtigt einen Zusammenhang herstellen zu wollen. Der bezieht sich dann auf Rangordnungskämpfe, nicht ausschließlich auf Balgereien Heranwachsender.

Antwort
von dandy100, 52

Natürlich prügeln sich Jungs auch mal, es ist völlig normal, ab und zu mal die Kräfte zu messen -  das ist bei Tieren genauso, und Menschen sind nun mal auch ein Teil der Natur.

Das heißt doch nicht, dass sie sich halbtot schlagen - allerdings ist es normal, später damit anzugeben, natürlich der Stärkste gewesen zu sein und unter Einsatz seines Lebens mindestens eine ganze Armee besiegt zu haben.

.Das ist nichts anderes als das übliche Jägerlatein, wo man natürlich nicht nur ein winziges Kaninchen sondern den größten Hirsch Deutschland erlegt hat.

Rivalität ist ein natürlicher Impuls der im Zweifeslfall das Überleben sichert, übersteigerte Aggression ist etwas ganz anderes und hat mit den Kloppereien kleiner Jungs nichts zu tun

Lies mal "Das fliegende Klassenzimmer"

Antwort
von peterobm, 46

häufiger bestimmt nicht, aber heutzutage Gewalttätiger. Die sch...kerle hören nicht auf und treten immer weiter zu. 

Kommentar von Lennister ,

Vielleicht mal ein paar Fakten, statt immer nur Vorurteile: http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/gangsterlaeufer/203562/zahlen-und-fakten?...

Kommentar von peterobm ,

man sollte lesen und verstehen. 

wie heist es auch so schön: traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast. xD

Antwort
von kinglion6200, 30

Die Menschen sind einfach verweichtlich ,was man damals wie Männer geklärt hat klärt man heute per Anwalt und nur deswegen weil man für alles verknackt wird ;) ich sehe das aber positiv ;p

Antwort
von Weisheitsiegt, 24

Ich glaube, dass die Prügeleien nicht so brutal waren. Ich habe ein paar in meiner Schulzeit erlebt. Wenn zwei Jungs sich in die Haare bekamen, haben Sie sich meist auf dem Boden rumgewälzt. Boxkämpfe waren die Ausnahme, sich ins Gesicht schlagen galt als asozial und wer Tritte verteilte, galt als brutal. Jemanden, der auf dem Boden lag, zu treten, war Schulverweis-verdächtig. Eltern, Lehrer und Schüler gaben sich vor allem Mühe, die Streithähne dazu zu bringen, sich wieder zu vertragen. Man musste nicht damit rechnen, mit einem Messer niedergestochen zu werden. Es gab weniger Jungs und kaum Mädchen, die Kampfsport gemacht haben. Viele Eltern von Gymaniasten haben ihr Veto eingelegt, wenn ihre Schützlinge statt Klavier oder Tennis zu spielen, Kampfsport machen wollten. Wenn, das war's Judo, Karate galt schon als sehr hart, Boxen als Schlägersport und Kickboxtechniken hielten erst Ende der 80er auf dem Schulhof Einzug und wer sie anwendete, hatte das Stigma des Asozialen. Es wurde viel gerauft, aber es gab eher harmlose Verletzungen. Die Lehrer gingen konsequent dazwischen und wenn sie eingriffen, war Schluss. Aber ja, was heute abgeht kenn ich nur von Hörensagen und es zeigt, dass die Gesellschaft krank ist.

Antwort
von nancyM, 13

Keiner von denen ist "Hartz IV"?!
Was zum Fck soll das bitte heißen?
Alle Menschen, die Hartz IV beantragen, sind asozial? Meine Fress*, guck mal weniger RTL.

Antwort
von DerDieDasDash, 41

Heute kommt eher ne Anzeige rein..

Antwort
von Elfi96, 47

Ja, früher ging das ohne Psychiologe. Wenn man von jmd verkloppt wurde und man es den Eltern erzählt hatte, hieß es nur: "Hättest dich ja wehren können". LG 

Antwort
von meripag, 58

Also ich denke nicht, dass es normaler war, aber es ist einfach häufiger passiert. Mein vater erzählt mir und meinem bruder oft von den schulschlägereien auf der sogenannten blutwiese. wenn jugendliche das heute machen würden, hätten wir einen psychologen-mangel, weil man alle zum psychologen schicken würde (was meiner meinung nach lächerlich ist).

Antwort
von Dirndlschneider, 22

Die Schlägereien gab es sicher , aber man hat niemals nachgetreten , wen einer am Boden lag - ich denke , das ist der Unterschied .

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