Waren die Sauropoden wenn sie ausgewachsen sind unbesiegbar für carnivoren?

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1 Antwort

Bei einer Jagd konzentrieren sich Raubtiere vor allem auf die Beutetiere, welche sie mit dem geringsten Energieaufwand und der geringsten Gefahr für sich selber erlegen können. Meist sind dies schwache, alte, kranke oder noch sehr junge Tiere, die ihnen dann zum Opfer fallen. Gesunde und wehrhafte Beutetere fallen ihnen nur äußerst selten und bestenfalls durch zufall zum Opfer. Das ist bei Löwen nicht anders als bei Mauswieseln, und bei den Theropoden dürfte es nicht anders gewesen sein.

Neuere Fossilfunde haben das Bild der großen Theropoden revolutioniert. Noch Ende des 20. Jahrhunderts gingen die Wissenschaftler davon aus, dass die meisten große Theropoden Einzelgänger und höchst territoriale Reviertiere gewesen sind, die Artgenossen nicht in ihrer Nähe duldeten. Diese Vermutung leiteten sie sich von den zahlreichen Verletzungsanzeichen vor allem im Schädelbereich der Tiere ab, von eigenen Artgenossen stammten und als Zeichen für einen Revierkampf verstanden wurden. Da man aber in der letzten Zeit von vielen Theropoden mehrere Skellette unterschiedlichen Alters in direkter Nähe zueinander gefunden hat (insbesondere von Tyrannosaurus, Mapusaurus und Allosaurus), gehen die Paläontologen wie vor allem Robert T. Bakker heute davon aus, dass viele Theropoden zumindest zeitweise in Gruppen gelebt haben und ein höchst ausgeprägtes Sozialverhalten zeigten. Das Zusammenleben in Gruppen hat bei allen Raubtieren nur einen Vorteil: Die Möglichkeit, sehr viel größere Beutetiere zu erlegen.

In der Tat gibt es fossile Belege für die Jagd von Theropoden wie vor allem Allosaurus auf viel größere Tiere. Allosaurus griff sogar ausgewachsene Stegosaurier an, wie verheilte Stichverletzungen in der Hüfte eines Allosaurus-Exemplars belegen. Bissverletzungen an Wirbelknochen von Apatosaurus-Fossilien belegen außerdem, dass ausgewachsene Sauropoden ebenfalls auf der Speisekarte eines Allosaurus standen - obwohl wir hier nicht nachweisen können, dass der Apatosaurus nach einem Kampf starb oder erst gefressen wurde, nachdem er bereits auf natürliche Weise verendet gewesen ist. Gegen die Aasfresser-These spricht allerdings, dass gerade Allosaurus-Fossilien die meisten Anzeichen für Kampfverletzungen aufweisen: Ihre Knochen wurden häufig regelrecht zerschmettert, was durchaus nach einem Kampf mit einem Sauropoden passiert sein konnte. Erstaunlicherweise waren viele dieser zum Teil extremen Verletzungen bei den Allosauriern bereits verheilt oder in einem zumindest fortgeschrittenen Heilungsprozess, was bedeutet, dass ein Allosaurus sogar einen verlorenen Kampf mit einem Sauropoden überlebt haben könnte.

Auffällig ist außerdem, dass es in jedem Ökosystem des Mesozoikums, wo die Existenz eines großen Sauropoden bestätigt werden konnte, es auch immer mindestens einen großen Theropoden gegeben hat, der diesen auch anscheinend bejagte. So konnten die Wissenschaftler in der jüngeren Zeit folgende Jäger-Beute-Beziehungen nachweisen:

Allosaurus --> Apatosaurus, Diplodocus, Camarasaurus

Acrocanthosaurus --> Sauroposeidon

Charcharodontosaurus --> Paralatitan

Mapusaurus, Giganotosaurus --> Argentinosaurus

Neovenator --> Ornithopsis

Sinraptor --> Mamenchisaurus

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Kommentar von Rika1998
19.07.2016, 23:30

Und der ankylosaurus? Wenn er mit seiner keule zuschlägt zertrümmert er selbst Knochen des t rex. Hatte der überhaupt feinde?

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