Frage von Nullnullbachy2, 31

Waren die Elektronik- Steckverbindungen aus den 70/80er Jahren dicker vergoldet oder sogar aus hochwertigerer Goldlegierung wie heutzutage?

Ich habe Steckverbindungen aus den 70/80er Jahren gefunden. Diese wurden in hochwertigen Geräten verbaut und haben Kontakte aus Gold. Ist es möglich das diese Kontakte hochwertiger sind, weil es früher technisch noch nicht möglich war diese sparsamer zu legieren/ zu vergolden?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von bistdunet, 3

Eindeutig ja!!! Früher wurden Kontakte meist vollflächig und galvanisch vergoldet, da lag die Goldschicht dann bei 0,5 bis 1,5 my und ging beidseitig bzw. rundum über den kompletten Kontakt. Heute wird punktuell vergoldet, also nur an der Stelle an der die Kontakte sich wirklich berühren, und dies oft nicht mehr galvanisch aufgetragen (per Stromelektrolyse), sondern chemisch auf einer dünnen Nickel Zwischenschicht die den Untergrund auf dem meist aus Messing bestehendem Basismaterial härter macht. Die Goldschicht liegt heute teilweise unter 0,1 my.

Antwort
von ProfDrStrom, 10

Servus,
die vergoldeten Kontakte waren früher in etwa genauso hochwertig wie heute.
Die Vergoldung dient um eine möglichst "saubere" Verbindung über einen langen Zeitraum zu erhalten, dabei spielt die Dicke des Goldes keine Rolle.
Es ist heute sicherlich möglich die Goldschicht in der Mikroelektronik (Computertechnik) dünner zu gestalten, aber in der Leistungselektronik (Verstärker, etc.) ist es mit Früher vergleichbar.

Antwort
von JanRuRhe, 18

Es ist durchaus möglich dass vergoldete Anschlüsse dickere Goldauflagen hatten.
Aber damals floss in der Regel mehr Strom und die Elektronik und Elektromechanik war keinesfalls immer zuverlässiger- im Gegenteil.
Es gab einfach viel mehr Produkte, deren Herstellkosten im Vergleich zum Verdienst sehr hoch waren und darum auch länger haltbar ausgelegt werden mussten.
Aber bitte bleibt ehrlich: die HiFi-Anlagen kosteten mehr als einen Monatslohn und Klängen gegenüber heutigen Anlagen im Vergleich sehr schlecht. Telefone hielten 40 Jahre könnten aber nix und waren unwirtschaftlich teuer.

Kommentar von Nullnullbachy2 ,

Die Steckverbindungen kommen wahrscheinlich aus hochwertiger Elektronik der 70/80er. Meiner Meinung nach könnten diese nun mehr Gold enthalten, weil früher Gold nicht so teuer war, weil in der Vergangenheit Geräte generell für längere Nutzungszeiträume konstruiert worden sind, weil es bei der Herstellung noch nicht möglich war nur punktuell und somit sparsam Gold aufzulegen, weil die Konkurrenz unter den Herstellern noch nicht so hoch und somit auch der Preiskampf noch nicht so stark war. Das sind meine Überlegungen dazu, da ich jede Menge von den Steckern habe und diese zu Euros machen will. Frage ist nur ob der gewaltige Aufwand überhaupt was einbringt. 

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Elektronik, 13

eigendlich nicht. die dicke der goldschicht war damals auch nicht anders als heute. gold ist auch kein wirklich guter elektrischer leiter. die kontakte hat man maßgeblich vergoldet, weil gold einen wunderbaren korrsionsschutz bietet. man hat aber heute wunderbare legierungen, die auch recht unempfindlich gegen korrsion sind, daher wird eigendlich nur noch in bereichen vergoldet, wo es wirklich drauf ankommt. z.b. bei CPU Sockeln usw...

lg, Anna

Antwort
von kindgottes92, 11

Die Beschichtung wird galvanisch also elektrochemisch hergestellt. Das Verfahren ist schon ziemlich alt und die Schichtdicke wird über die Dauer der Behandlung bestimmt. Das konnte man früher auch schon.

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