Frage von Fred4u2, 256

Waren Deutsche immer schon so muslimfreundlich?

Waren Deutsche immer schon so muslimfreundlich, ich meine war es damals auch schon so als der Antisemitismus so extreme Formen in Deutschland hatte? Deutschland war zur Zeit der Weltkriege eng befreundet mit den muslimischen (osmanischen) Reich der Türkei, ging der Judenhass einher mit der Freundschaft zu den Mohamedanern? Und heute sprechen deutsche Politiker schon lange davon, dass der Islam zu Deutschland gehöre, und Politiker aus muslimischen Ländern sagen, dass Deutschland zum Islam gehöre. Islamfreundschaft und Judenhass steht das im Zusammenhang (was die deutsche Geschichte betrifft)?

Antwort
von Klaraaha, 83

Im Kaiserreich waren die Regierungen zwar befreundet, aber die Bevölkerung hat sich herzlich wenig dafür interessiert. Es gab ja auch kaum Muslime in DE. Mir fällt dazu die Episode bei der Einweihung des Nord-Ostseekanals ein. Der Kaiser war mächtig stolz auf dessen Bau und hat eine rauschende Einweihungsparty veranstaltet. Viele gekrönte Häupter  (England, Rußland usw.)waren eingeladen die mit Ihren Schiffen innerhalb weniger Tage zur Feier im Hafen einliefen. Es stand dort immer eine Militärkapelle parat zum Empfang. Die spielten die jeweilige Nationalhymne und erkannten das Land an den Fahnen auf dem Schiff. Da kam plötzlich ein Schiff mit einem Halbmond auf der Fahne. Das waren spanische Dörfer für gerade die anwesende Militärkapelle. Denen fiel dazu nichts ein und irgend etwas mußten sie ja spielen. Die kannten die Osmanen oder deren Hymne gar nicht und hatten dann die rettende Idee. So spielten Sie in ihrer Verzweiflung zur Begrüßung des osmanischen Herrschers. "Guter Mond du gehst so stille."

Antwort
von atzef, 169

Jein.

Tatsächlich war schon das Kaiserreich ein Verbündeter des Osmanischen Reichs.

Max von Oppenheim, Jude, von den Arabern auch "Abu Djihad" genannt, war so eine Art "deutscher Lawrence von Arabien" und bemüht, Muslime gegen die französischen und britischen Kolonialherren aufzustacheln und Deutschland als deren natürliche Verbündete auszuweisen...

Die SS stellte auch muslimische Kampfverbände auf.

Der Großmufti von Jerusalem, ein Verwandter von Yassir Arafat, bekam von den Nazis Exil während des 2. Weltkriegs.

Andererseits sind heutzutage Muslime in Deutschland ein Hassobjekt der politischen Rechten, die an ihnen ihr rassistisches, ausländerfeindliches Mütchen kühlt.

"Der Islam gehört zu Deutschland" ist auch keine moslemfreundliche Einstellung, sondern lediglich die banale Wiedergabe der faktischen Alltäglichkeit.

Noch nie habe ich gehört oder gelesen, dass jemand behauptet hätte, Deutschland gehöre zum Islam. :-) Gibt es dazu ein seriöse Quelle?

Kommentar von phalangit ,

frag Wulf

Kommentar von RonnyFunk ,

"Andererseits sind heutzutage Muslime in Deutschland ein Hassobjekt der politischen Rechten, die an ihnen ihr rassistisches, ausländerfeindliches Mütchen kühlt."

So? Der Islam ist eine Rasse? Der Islam ist eine Religion, der ausschließlich Ausländer angehören?

Du stellst doch gerade fest, welche Verbindungen es zwischen Islam und Nationalsozialismus gibt - und dann sind diese Ausführungen einen Absatz später vergessen und Du unterstellst denen, die keine Lust haben, islamisiert zu werden, Rassismus?

"Noch nie habe ich gehört oder gelesen, dass jemand behauptet hätte, Deutschland gehöre zum Islam. :-) Gibt es dazu ein seriöse Quelle?"

Nun, ich denke, dass die Muslime, die das sagen, wohl in Deinen Augen nur Witze machen - wie sagt immer so schön der Kampfhundbesitzer "Der will nur spielen"...

http://journalistenwatch.com/cms/deutschland-gehoert-allah-nein-deutschland-ist-...

Kommentar von atzef ,

Du begehst den Fehler, deine Auffassungsschwäche mir anzulasten. :-) Ich kann aber für deine Auffassungsschwäche nichts und bin auch nicht für sie verantwortlich.

Wenn ich Aussage, dass die politische Rechte ihr rassistisches Mütchen an Muslimen kühlt, dann bestimme ich nicht den Islam als Rasse.

Tatsächlich aber sind die meisten Muslime Ausländer und der Islam wird von der politischen Rechten als völkisch artfremd dargestellt, wie die alberne Diskussion um die Wulf-Aussage bezeugt, der Islam gehöre zu Deutschland.

Was wiederum den Islam anbetrifft, so stellt sich die politische Rechte als propagandistische 5. Kolone des IS dar. Im Gleichschritt mit diesem wird deren Islaminterpretation als die einzig wahre den Muslimen vorgegaukelt, obwohl es offensichtlich eine Vielzahl anderer gibt. IS-Terroristen und die deutsche politische Rechte bilden da ein Propagandakartell, zwischen das kein Blatt passt.

Dein Link belegt gerade nicht die Aussage des Fragestellers, sondern pöbelt nur unterstellend ohne weiteren beleg, auch  die Bundesregierung würde kolportieren, das Deutschland zum Islam gehöre. Wie immer beweis- und beleglose rechte hetze aus Mangel an Argumenten.

Antwort
von HansH41, 94

Ob die Deutschen in der Gegenwart noch sehr muslimfreundlich sind, das ist fraglich.

In der Vergangenheit waren sie immer Freunde der Araber und damit auch der Muslime.

Es begann meiner Kenntnis nach mit der persönlichen Freundschaft von Kaiser Karl dem Großen und Harun al-Raschid und endete nicht mit dem Faible von Kaiser Wilhelm II zu dem Großmufti von Jerusalem.

Gebildete Araber werden einem Deutschen auch gerne ein Kompliment machen:

Die Deutschen haben nie gegen die Araber gekämpft oder sie unterjocht und besetzt so wie es die Briten, die Franzosen, die Italiener machten; von den Russen und US-Amerikanern der Gegenwart gar nicht zu sprechen.

Antwort
von wolfgang11, 122

Diese Frage bezieht sich auf die Vergangenheit. Die kann man mit der heutigen Situation nicht vergleichen.

Früher gab es nicht diese Anzahl von Muslime in Deutschland. Da gab es keine türkische Gemeinden und Minarette. Es gab nur die Kulturen europäischer Länder und die waren und die waren christlich geprägt.

Antwort
von Agentpony, 84

Deutsche sind nicht mehr oder nicht weniger "Muslimfreundlich" als andere, vergleichbare Gesellschaften.

Das strategische Bündnis zwischen Deutschen und Osmanen/Arabern hat mit der Religion an sich nichts zu tun. Die Osmanen/Araber hätten auch genausogut Scientologen (schon klar, gabs zu der Zeit noch nicht) oder Atheisten sein können - ihr Wert war die Opposition zu Juden und zu den Westalliierten.

Deutsche sind verhalten Einwanderungsfreundlich, auch wenn unsere Gesetze dazu völlig unzureichend sind. Auch Muslime können  demnach einwandern.

Wäre jedoch unser Einwanderungs-/Ausländergesetz nicht so unzureichend, und hätte man nicht diverse strategische Fehlentscheidungen v.a. im Bezug auf türkische Gastarbeiter gemacht, hätten wir heute weniger Probleme mit muslimischen Ghettos und dem reaktionären Islam in unserem Land.

Antwort
von reziprok26, 53

Die Deutschen sind zu allen Religionen freundlich, solange diese ihre Religion zu Hause ausüben und sich anpassen und andere nicht als Kuffar bezeichnen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community