Frage von Rania78, 70

War meine Religiösität nur eine Phase?

Hallo, Und zwar war ich eine Zeit lang (ca. 1Jahr) stark religiös. Ich war von meiner Religion fest überzeugt und auch fest überzeugt davon das was ich tue richtig ist. Ich habe alles getan, was meine Religion von mir verlangt hatte. Als ich anfing zu praktizieren gab ich alle Sünden auf, ich lebte so wie die Religion es mir vorschrieb und wenn ich mal eine Sünde beging, hatte ich danach so mega Schuldgefühle und mir ging es so schlecht. Ein Jahr später fing ich plötzlich an darüber nachzudenken, ob dass was ich tue sich überhaupt lohnt, was wenn alles umsonst war? Was wenn ich umsonst mein Leben so aufgab? Ich wurde immer schwächer und schwächer im Glauben, ich fing viele Sünden wieder an und hatte danach auch kein schlechtes Gewissen mehr. Ich fing an, an Gottes Existenz zu zweifeln und jetzt, jetzt lebe ich mein Leben so wie ich es will. Ich lebe wie vorher. Aber jetzt würde ich gerne die Wissenden unter euch fragen, wieso war ich so? War es nur eine Phase wegen der Pubertät? Ich würde es so gerne wissen ob es Manipulation war denn davor wurden ein paar meiner Freunde auch so. P.s Ich bin 17 Jahre alt falls das wichtig ist.

Antwort
von Andrastor, 43

Darüber ob es Manipulation war, kann ich mit so wenin Information leider nicht urteilen. Dazu müsste ich wissen wie dein Umfeld die Religion dir gegenüber beworben hat.

Generell ist es durchaus möglich dass es nur eine pubertäre Phase war. Wenn unsere Hormone in dieser Zeit verrückt spielen, kann es leicht vorkommen dass du an irgendetwas extremen Gefallen findest und auf einmal nicht mehr.

Interessant finde ich das man herausgefunden hat, dass beim Glauben an Religionen dieselben Gehirnzentren positive Gefühle auslösen wie beim Glauben an Zauberei, Märchen oder Aliens.

Es ist also nicht der Glaube an Gott der uns reizt, sondern generell der Glaube an etwas außergewöhnliches, etwas wundervolles was es in unserer Welt nicht gibt.

Kommentar von Rania78 ,

Mein Umfeld gehörte der gleichen Religion an wie ich und fand es sehr schön dass ich anfing zu praktizieren aber manche Dinge fanden sie zu extrem und meinten das ich übertreibe. Ich zog meine Geschwister auch mit in dieses Leben und redete viel mit Ihnen über Gott, das Paradies und die Hölle. Sie fingen auch an zu beten und die Religion etwas ernster zu nehmen. Als ich aufhörte zu praktizieren fanden sie das schade und waren auch traurig darüber. Meine Freunde die auch praktizierten fanden das mehr als traurig und haben ich viel mit mir darüber geredet und versucht mich umzustimmen aber mir ging der Reiz und das Interesse verloren. Mich hat das ganze nicht mehr interessiert und ich wusste das ihr Gepräch mit mir, nichts bringen wird und mich nicht abhalten wird mit dem praktizieren aufzuhören.

Okay, krass, das wusste ich nicht und das klingt spannend. 

"Es ist also nicht der Glaube an Gott der uns reizt, sondern generell der Glaube an etwas außergewöhnliches, etwas wundervolles was es in dieser Welt nicht gibt."

- Wow, so habe ich das irgendwie nicht betrachtet aber jetzt wo du es sagst, habe ich das auch gemerkt und stimme dir da zu.

Kommentar von Andrastor ,

Dein Umfeld wird akzeptieren müssen dass du dich verändert hast. Menschen verändern sich ständig.

Der Glaube ist in keinem Fall etwas Positives (Ausnahme der Glaube an einen selbst). Glauben bedeutet "nicht wissen" und wer Unwissenheit über Vernunft und Logik stellt (was die Religionen immer tun) macht sich sehr empfänglich für Manipulation.

Antwort
von Lukasx97, 30

Ich würde das jetzt nicht als "Phase" bezeichnen. Besonders bei Menschen die erst seit kurzer Zeit gläubig sind, fängt das oft dann an "abzuschwächen". Wieso du kurz gläubig warst? Dazu kenne ich dich zu wenig, vielleicht hattest du einen Schicksalsschlag? Trennung? Suche nach Antworten? 

Manipulation glaub ich nicht, einen Menschen zum Glauben "manipulieren" ist schwer. Schönen Tag noch

Kommentar von Rania78 ,

Danke für deinen Kommentar.

Ja, ich habe viel darüber nachgedacht und finde keine Antworten. 

Manipulation zum Glauben ist nicht schwer, nein wirklich nicht denn ich habe das schon sooft mit meinen eigenen Augen gesehen. Ein gutes Beispiel ist der Islamische Staat, plötzlich fingen viele Jugendliche an, religiös zu werden und nach Syrien zu gehen um für den IS zu kämpfen, hier sieht man ganz deutlich die Manipulation. Davor haben sie sich null für den Glauben interessiert und von heute auf morgen, wollen sie für den Glauben sterben. 

Kommentar von Lukasx97 ,

Ja stimmt, hier wird aber oft mit falschen Versprechungen und anderem Zeug geworben. Ob dies auch ein starker Glauben ist? Ich weiß es nicht.

Antwort
von Ursusmaritimus, 25

Grundsätzlich ist die Pubertät auch eine Zeit der Sinnsuche, was ist der Sinn des Lebens, meiner Existenz, wo ist mein Platz, mein Weg etc.

Innerhalb dieser Sinnsuche war dir die Religion ein Wegweiser, nun benötigst du diesen Wegweiser nicht mehr, du hast dir eine neue Mitte gesucht und gefunden.

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