Frage von CamelWolf, 123

Was könnte man tun, um die Erziehungfähigkeit von (manchen) Eltern zu verbessern?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von adianthum, 20

Mein Papa hat immer gesagt:

"Wie ein Kind handelt und spricht, ist Vaters und Mutters Gesicht."

Ich halte eine Elternschulung/einen Elternführerschein auch für eine sinnvolle Sache.

Dabei sollte es aber in erster Linie um ganz grundlegende Dinge gehen wie:

Verständnis- denn, NEIN, Kinder sind KEINE kleinen Erwachsenen, die den Sinn von Geboten und Verboten verstehen!

Und ein Säugling weint auch niemals um seine Eltern zu ärgern, und man kann ein Kind auch nicht mt zuviel Liebe "verwöhnen".

Respekt- denn, JA, die für uns unverständliche Angst eines Kindes vor dem Monster unterm Bett ist real- für das Kind!

Liebevolle Zuwendung- also mehr Lob als Kritik, und nicht nach dem "schwäbischen Motto" verfahren: Nicht geschwätzt ist Lob genug.

Anerkennung- denn das Kind ist gut so wie es ist, mit all seinen Schwäschen und Fehlern.

Leider leben wir in einer Hochleistungsdruck-Gesellschaft, und diesen Druck geben wir dann unbewusst an unsere Kinder weiter, damit man "was aus ihnen wird". Aber sind sie denn nicht schon Jemand?

An diesem Druck zerbrechen viele Menschn, egal ob Große oder Kleine.

Kommunikation- denn auch wenn ein Neugeborenes die Relativitätstheorie nicht verstehen wird (ich übrigens auch nicht), so versteht es jedoch den Tonfall und die Emotion mit der sie ihm vorgetragen wird.

Selbstrefektion- denn wie würde ich mich fühlen, wenn da so ein Riesenmensch über mir steht und mich mit bösem Tonfall in den Boden brüllt, und ich garnicht verstehe, worin denn mein Vergehen überhaupt besteht.

Materielle Dinge sind nur zweitrangig. Es gibt gerade in wohlhabenderen Familien eine sehr gefährliche Art der Verwahrlosung.

Superreiche, die ihre Kinder von ständig wechselnden Nannys erziehen lassen, damit diese Kinder keine emotionalen Bindungen an diese Personen entwickeln. Dahinter steht Programm!

Diese Kinder regieren später die Welt und haben keine emotionalen Probleme damit, wenn sie die Existenzgrundlagen anderer zerstören, weil sie frei von Bindungen aufwuchsen.

Das gleiche Phänomen gibt es auch bei den armen Familien, wo sich die Eltern um "wichtigere Dinge kümmern müssen", als um ihre Kinder.

Gleichgültigkeit, Stupidität und Reproduktion der Fehler der Altvorderen ohne zu hinterfragen sind die Geißel der Menschheit!

Antwort
von FragaAntworta, 89

Das könnte schon einfacher sein, wenn das Gehalt eines Teiles ausreichen würde um sich das leisten zu können, was früher damit möglich war, aber da man heute schon beide Elterteile braucht um über die Runden zu kommen, wird es auch immer schwerer als Elternteil für seine Kinder da zu sein.

Kommentar von oxBellaox ,

DH für diese Antwort! Und Frauen lassen sich einreden, dass es völlig in Ordnung ist, einen Vollzeitjob und Kinder gleichzeitig zu machen. Die meisten Frauen sind damit überlastet - man merkt es an den Kindern. Der Zusammenbruch unserer Gesellschaft beruht mit darauf.

Kaum mehr jemand, der für seinen Lebensunterhalt alleine arbeiten muss, möchte Kinder, das überlässt man dann denen, die sich mit staatlichen Transferleistungen begnügen ...

Kommentar von CamelWolf ,

Erziehungsfähigkeit bedeutet für mich aber auch den Willen, die Kinder zu erziehen. Und das ist zunächst mal nicht davon abhängig, ob Eltern beruflich engagiert sind oder nicht. Und oft ist es doch so,dass gerade in Haushalten, in denen keiner arbeitet und die Eltern deswegen eigentlich alle Zeit der Welt haben müssten, die Erziehungsfähigkeit eher unterentwickelt ist.

Kommentar von Joergi666 ,

Sehr guter Kommentar. Die ganzen Dinge wie zu geringes Familieneinkommen oder unzureichende Kinderbetreuung sind selbstverständlich reelle Probleme - gegen die der Staat auch mehr unternehmen müsste- dennoch sehe ich hier nicht in erster Linie einen direkten Zusammenhang zur Erziehungsfähigkeit.

Kommentar von FragaAntworta ,

Das eine erlaubt das andere, wer sich weniger Sorgen um Geld und Beruf machen muss, kann sich auf Dinge, die wichtiger sind, konzentrieren. Egal ob Mann oder Frau.

Kommentar von Joergi666 ,

Widerspricht meiner Erfahrung. Meine Schwester hat z.B. einen extrem gut verdienenden Mann- ist Hausfrau- und trotzdem komplett mit der Erziehung beider Kinder überfordert. Dann kenne ich Eltern die trotz viel Arbeit sehr wenig verdienen und dennoch spitzenmäßige Eltern sind. Ein klarer Zusammenhang bei der Erziehungsfähigkeit besteht aber zur Bidlung- auch wenn nicht alle gebildeten Eltern gute und alle ungebildeten Eltern schlechte Eltern sind.

Kommentar von FragaAntworta ,

Mit Ausnahmen zu argumentieren ist schier unmöglich, denn ich kenne genau die Gegenteile dazu, welche Erfahrung zählt nun mehr? Und das Bildung auch eine bessere Erziehung verspricht, das wage ich nicht nur zu bezweifeln, dem wiederspreche ich auch ganz vehement.

Kommentar von CamelWolf ,

Bessere Bildung heisst nicht automatisch, dass dann auch bessere Erziehung geleistet wird. Aber die Chancen sind schon höher. 

Kommentar von FragaAntworta ,

Ich sehe das eher so, das es, egal ob der Mann oder die Frau arbeitet, immer besser ist, wenn ein Kind zuhause erwartet wird und Aufmerksamkeit bekommt, dadurch erledigen sich auch viele Probleme und man hat einfach Zeit sich um die Dinge zu kümmern die ein Hausjob mit sich bringt, wer nach 8 bis 10 Stunden sich noch um Haushalt und Kind kümmern muss, ist einfach damit überlastet, wer das macht versteht wovon ich spreche. Mit Zeit und Aufmerksamkeit (Achtung und Verzeihen) lassen sich Kinder hervorragend erziehen und werden auch gute Eltern. EINE KITA KANN DAS EINFACH NICHT ÜBERNEHMEN!

Kommentar von Joergi666 ,

auch hier widerspreche ich zum Teil, natürlich kann die Kita nicht die Eltern ersetzen- dennoch ist wichtig wie die verbleibende Zeit mit den Eltern genutzt wird. Bei nicht berufstätigen Elternteilen - die ihr Kind z.B. den ganzen Tag vor dem Fernseher oder Computer parken bringt es garnix, dass die Eltern viel Zeit haben. Wir nutzen als Eltern die 3 - 4 verbleibenden Stunden in der Woche mit unserem vierjährigen Sohn und die gesamten Wochenenden sehr intensiv. Mein Fazit daher ganz klar: Qualität statt Quantität.

Kommentar von FragaAntworta ,

Unsere Meinungen und Erfahrungen sind so weit voneinander entfernt wie der Mond zur Sonne, wir werden niemals eine Basis haben, von der wir zu gleichen Teilen profitieren.

Ich sehe keinen Grund für ein "Qualitätsmanagement" in der Familie, ich halte beides, Beruf und Familie, strikt getrennt, und meine Kinder, so sie wollen, verbringen ihren Abend und den meinen zusammen, so war es und so bleibt es, das sind zwar 3 bis 4 Stunden am Tag und das fünfmal die Woche, aber ich finde es dadurch nicht schlechter als einmal die Woche nur 3 bis 4 Stunden.

Meine Kinder haben mich jeden Tag der Woche und am Wochenende ganz und gar. Ich finde dieses Angebot sinnvoller und zeitgemäßer als irgendwelche Erziehungsmaßnahmen durch einen Elternführerschein.

Wobei wir dann von antiautoritär bis Tigermami eine Riesenauswahl an der richtigen Erziehungsmethode haben.

Kommentar von oxBellaox ,

ich kenne eine Frau, die Eltern sind reich - sie wurde in ein Internat nach dem anderen abgeschoben. Heute verbringt sie unzählige Stunden bei Therapeuten. Ich bezeichne das auch als unterentwickelte Erziehungsfähigkeit.

Man lässt auch Transferempfänger ziemlich allein mit ihren Problemen - bleibt die Gruppe der Migranten, da bekommen die Kinder in den Großfamilienclans immer von irgend jemandem Zuwendung, nur werden sie trotzdem nicht unbedingt in unsere Gesellschaft integriert. Die Mütter arbeiten meist nicht, solange die Kinder klein und halbwüchsig sind.

Kommentar von FragaAntworta ,

Ja schon richtig, allerding möchte ich auch dazu sagen, dass ich ein Verfechter der Großfamilie bin, und mir ein Leben ohne meine Familie für mich nicht lebenswert ist, ich brauche keine Ruhe ich brauche meine Leute nach der Arbeit. xD

Antwort
von Othetaler, 56

Für mehr Kinder sorgen. Das erhöht die Erfahrung der Eltern selbst, macht die Eltern etwas entspannter, wenn ein Kind Probleme macht und die Kinder haben schon selbst Erfahrungen mit den jüngeren Geschwistern, wenn sie selbst Eltern werden.

Antwort
von kiniro, 3

Nicht die Erziehungsfähigkeit muss verbessert werden, sondern das Verständnis dafür, wie (die meisten) Kinder ticken.

Das ist aber nur schwerlich zu schaffen, wenn es von vielen Seiten

  • bloß nicht verwöhnen 
  • Kind erst gar nicht mit ins große Bett nehmen
  • Grenzen müssen unbedingt gesetzt werden
  • die tanzen einem sonst auf der Nase rum
  • immer schön konsequent bleiben
  • wird das gemacht, sollte die Strafe (verharmlosend Konsequenz) erfolgen
  • Loben ist wichtig 

heißt.

Anstatt auf so dumme Gedanken wie "Erziehungsführerschein" zu kommen, fände ich einen Kurs wie "Artgerecht" viel passender.

Wer sich keinen Kurs leisten kann bzw. keine Zeit oder so dafür hat, der kann gerne die Bücher von Renz-Polster (Kinderarzt) lesen.

Antwort
von blackforestlady, 66

So wie beim Kauf einer Immobilie, sollte man vor dem anschaffen eines Kindes, die finanziellen Mittel abklären lassen. Damit es dem Kind oder den Kindern an nichts fehlt. Auch sollte man es wie bei einem Führerschein, einen Eltern Führerschein machen und bestehen, damit man Kinder nach besten Wissen erzogen werden ohne Schläge. 

Kommentar von FragaAntworta ,

Aha ja, und die Prüfung läuft per Checkliste ab? Hat sich ja auch beim Autofahren bewährt, keine Unfälle, alle halten sich daran. Oder kommt dann und wann die Elternpolizei und überprüft ob ich auch alles richtig mache? Dein Ansinnen würde einen Überwachungsstaat erfordern und kein Mensch würde noch Kinder bekommen oder wollen.

Kommentar von maulmau ,

Wenn nur derjenige Kinder bekommen "darf", der die finanziellen Rücklagen hat, würde kaum einer mehr Kinder bekommen können... Wer weiß schon mit Sicherheit, dass er die nächsten 18 - 20 Jahre immer einen ordentlichen Geldvorrat über hat?

Kommentar von isebise50 ,

Damit es dem Kind oder den Kindern an nichts fehlt.

Das, was oft fehlt, ist nur bedingt mit finaziellen Mitteln zu sichern: Liebe, Fürsorge, Bildung, Vorbildfunktion...

Antwort
von Sonja66, 50


Das Resultat der Erziehung hängt ganz und gar von der Kraft ab, mit der der Mensch sich auf Veranlassung oder durch Einfluß derselben selbst bearbeitet.
Alexander Freiherr von Humboldt
(1769 - 1859), deutscher Naturforscher, Begründer der physischen Geographie

Vermittlung von tieferem Verständnis für das Leben mit seinen Gesetzen.
Aber dazu müssten sich Betroffene wohl erst mal öffnen und interessieren für.

Oder:

Es hat keinen Sinn, seine Kinder erziehen zu wollen, sie machen einem doch alles nach.
Also dafür Bewusstheit schaffen.

Am Ende wohl Aufklärungsarbeit leisten. Das könnte zu einer Verbesserung führen. Schätzungsweise auch, den Nutzen für Eltern hervorheben, damit sie Sinn darin erkennen wollen, motiviert dafür sind.....

Er pflegte gern zu behaupten, daß sowohl bei der Erziehung der Kinder als bei der Leitung der Völker nichts ungeschickter und barbarischer sei als Verbote, als verbietende Gesetze und Anordnungen.
Johann Wolfgang von Goethe
(1749 - 1832), deutscher Dichter der Klassik, Naturwissenschaftler und Staatsmann

Quelle: Goethe, Die Wahlverwandtschaften, 1809. 2. Teil, 18. Kap., Mittler zu Ottilie


Kommentar von CamelWolf ,

Ok, dann müssen wir halt akzeptieren, dass Kinder andere Kinder terrorisieren, sich an der Supermarktkasse auf den Fußboden werfen, alle 30 Sekunden ausspucken, mit 14 schwanger werden.....

Kommentar von Sonja66 ,

Da bringe ich das eine mit dem anderen überhaupt gar nicht in Verbindung!
Kann jetzt auch gar nicht recht nachvollziehen, wie du darauf kommst.
Verstehst/deutest du meine Aussage vielleicht falsch?

Kommentar von CamelWolf ,

Vielleicht habe ich Deine Aussage falsch verstanden. Aber der geschichtliche/gesellschaftliche Kontext, aus dem heraus Goethe Anfang des 19. JH. heraus seine Aussage machte, ist ein anderer als der heutige. Und deshalb ist auch der Hinweis an dieser Stelle , na ja, "missverständlich"

Kommentar von Sonja66 ,

Das sehe ich ehrlich gesagt anders, aber gut....
Weiter hat man bei Missverständnissen vor allem hier stets die Möglichkeit zu Rück- bzw. Nachfragen! Diese kann man vorab gut nützen  ;-)
Toll, dass du dich damit auseinandersetzt und vielleicht war ja trotz allem was Brauchbares für dich dabei oder es zeigt sich mit der Zeit dann noch.  ;-)

Antwort
von Griesuh, 57

Achtung sehr böse:

Für alles und jeden M..t benötigst du Aus/Fort/Weiterbildungen. Benötigst Führerschein für alle möglichen Fahrzeuge.

Eltern werden kann jeder ohne jemals eine Elternfähigkeitsprüfung abgelegt zu haben.

Das wäre sehr sinnvoll.

Kommentar von Joergi666 ,

Das ist in keiner Weise böse, sondern wäre schlichtweg sinnvoll. Am einfachsten wäre es wahrscheinlich, wenn man einen solchen "Führerschein" an den Kindergeldbezug koppelt- sprich Kindergeld nur gegen Kurs. Man könnte auch schon früher anfangen und Erziehung als Pflichtschulfach einführen.

Kommentar von tanztrainer1 ,

Bei uns gab es das Fach Erziehungskunde, natürlich nur bei den Mädchen. Das war in den 70ern, gibt so etwas in der Richtung denn gar nicht mehr?

Da ging es nicht nur darum, die man ein Baby zu wickeln hat usw. Das war echt interessant.

Kommentar von maulmau ,

Solche Angebote gibt es ja durchaus in Form von Elternkursen, Geburtsvorbereitungkurse und auch die Hebamme nach der Geburt ist sinnvoll und kann mit Rat und Tat zur Seite stehen. Es gibt auch ein Projekt namens "Wellcome", dass Familien unterstützt. Wenn man das von Anfang an nutzt, kann das schon viel bringen und einem viel Erziehungskompetenz vermitteln. Meiner Erfahrung nach werden solche Angebote aber vorwiegend von Eltern genutzt, die schon Kompetenzen aufweisen und nicht von denen, die das nötig hätten...

Kommentar von tanztrainer1 ,

Genauso wie bei den Elternabenden: Da erscheinen meist auch genau die Eltern gar nicht, bei denen die Kinder massive Probleme haben.

Antwort
von Undsonstso, 22

Wer ist "man" - eine einzelne person oder ist die Gesellschaft gemeint ...?

Kommentar von CamelWolf ,

Institutionen wie Jugendämter, Kirchen, Schule......

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