Frage von huelsenknecht, 73

War Gaius Iulius Caesar gut oder böse?

Mir ist schon klar, dass die Frage etwas simpel formuliert ist, aber war Caesar wirklich so ein "schlechter" Diktator? Ich habe mal gelesen, dass er angeblich sehr viel für das römische Volk getan hat. War das Attentat "berechtigt"?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte, 44

... aber war Caesar wirklich so ein "schlechter" Diktator? Ich habe mal
gelesen, dass er angeblich sehr viel für das römische Volk getan hat.
War das Attentat "berechtigt"?

Was ist ein "guter", was ein "schlechter Diktator"? Im Grunde war es schon "schlecht", dass Caesar mit seinen Truppen die Alleinherrschaft für sich erkämpft hat. Er hat damit unter Anwendung ungesetzlicher Gewalt seine persönlichen Ambitionen über das Interesse der Allgemeinheit gestellt.

Gewiss war das römische Staatswesen damals in einer Krise, die nach Lösungen verlangte. Es ist müßig zu spekulieren, ob es eine andere Lösung gab als letztlich eine monarchische. Jedenfalls hat sich diese mit Caesars Adoptivsohn Octanianus/Augustus durchgesetzt. Aber hierin liegt auch ein weiterer berechtigter Kritikpunkt an Caesar: er kam an die Macht, aber statt sie zum Aufbau eines stabilen Staatswesens zu nutzen, wollte Caesar lieber  - gegen die Parther - weiter Krieg führen. Er war also nicht willens oder hielt sich nicht für fähig, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, die die Krise der römischen Republik endgültig überwunden hätte. Insofern war er sicher ein "schlechter Diktator", der sich um seine wichtigste Aufgabe gedrückt hat.

War seine Ermordung "berechtigt"? Es war ein Gewaltakt gegen einen Gewalttäter, einen "Tyrannen". Insofern könnte man die Frage bejahen.

Aber: Die Mörder Caesars haben ihrer Tat keine für den Staat notwendigen Maßnahmen folgen lassen, sondern haben, wenn vielleicht auch nicht absichtlich, den Anlass für weitere anderthalb Jahrzehnte blutiger Bürgerkriege gegeben. Vielleicht wäre es klüger gewesen, Caesar weiter Kriege führen zu lassen und seine Abwesenheit zu nutzen, die Republik zu reformieren.

MfG

Arnold

Antwort
von voayager, 30

Was ist schon gut, was eigentlich böse? Zumindest war er kein bloßer Sachwalter oder gar Lakai der Reichen, also insbesondere der Senatoren, sondern leitete auch soziale Reformen ein. Er war ein Wegbereiter hin zum Prinzipat, das überfällig war, da die römische Republik nun mal versagte mit aller ihrer brutalen Politik gegen die Armen. Doch nicht nur das, die Herrschenden waren so zerstritten untereinander, dass sie nicht mehr ausreichend handlungsfähig waren.


Antwort
von wfwbinder, 27

Einfache Antwort: böse.

Er war verheiratet udn hatte eine Geliebte.

Meine Erfahrung aus über 60 jahren Lebenszeit sagt mir:

Treue nie Jamandem der seine engsten Angehörigen, in welocher Form auch immer betrügt. Wenn er schon ehefrau, Kinder, Eltern besch...., was wird er erst mit Dir als Fremden machen.

Bisher hat sich, zumindest bei mir, diese Regel immer bewahrheitet.

Antwort
von Matermace, 34

Er war wohl durchaus populär, aber auf gut oder böse schließen zu wollen ist ambitioniert :D

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