Frage von DUMMaberOHO, 94

War es unklug vom zu Tode geprügelten Niklas, auf die Provokationen der jungen Männer einzugehen?

Warum hat er sich provozieren lassen? Hätte er die pöbelnden "Männer" ignoriert bzw. wäre er weitergelaufen, hätte er die Tat verhindern können. Sein Freund, der die Pöbler ignoriert hat, wurde verschont. Ist es nicht verdammt unklug, wenn man sich gegen eine zahlenmäßig überlegene Gruppe junger, aggressiver und möglicherweise betrunkener "Männer" stellt?

"Als es zu Provokationen gekommen sei, habe Niklas die Gruppe zur Rede stellen wollen. Nach einer kurzen Zäsur, in der sich ein Freund um Niklas gekümmert habe, sei es zu einem weiteren Tritt durch den mutmaßlichen Haupttäter gegen Niklas' Kopf gekommen." http://www.express.de/bonn/niklas---17--verdaechtiger--20--ohne-alibi---haftbefe...

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Galgenvogel1993, 18

Ich sehe hier wieder den klassischen Streit zwischen "Ja, er hätte anders handeln sollen" und "Es ist nur die Aufgabe der Täter keine Verbrechen zu begehen."

Was hier verwechselt wird ist die tatsächliche Realität mit dem, was wir gerne als Realität haben würden. 

Was wir gerne als Realität hätten, ist, dass sich jeder an Gesetze hält und ein verantwortungsbewusster Mensch ist, der unsere Rechte respektiert.

In der Realität, ist dieser Wunsch genauso irrelevant, wie unsere verbrieften Grundrechte, wenn wir an Personen geraten, die diese nicht respektieren. Speziell wenn wir unsere Rechte dann nicht verteidigen können. 

Um das mal absichtlich übertrieben klarzumachen:

Ja. Ich habe das Recht zu den 5 Nazischlägern vorm Clubhaus zu gehen und dem Headhoncho zu sagen, dass ich gestern seine Mama auf dem Strich gesehen habe und das sie wirklich, richtig, richtig gut bläst.

Nur schützt mich das nicht vor den Konsequenzen dieser Tat, also dem 2 jährigem Koma, in dem ich liegen werde. Natürlich, die Täter werden bestraft, aber das ändert nichts daran, dass ich als Krüppel ende.

Es war definitiv saublöd von Niklas diese Leute zur Rede zu stellen. Pöbler lässt man in Ruhe Pöbeln, wem will man schon was beweisen? Nur das nimmt nichts, nicht ein Stück von der Schuld weg, die diese Täter am geschehen haben.

Man hat ein Recht solche Risiken einzugehen in diesem Staat. Das bedeutet nicht, dass man es sollte. Seid schlau.

Antwort
von josef788, 53

si vorfälle hört man immer wieder und ich kann menschen eie niklas nur bewundern, weil die die eier haben sich nicht alles gefallen zu lassen. ich war schon in einer ähnlichen situation und  da hatte ich glück. 

Kommentar von DUMMaberOHO ,

Eier bringen einem nichts, wenn man seine Freunde und sich selbst in Gefahr bringt.

Kommentar von josef788 ,

lieber sterbe ich und kann 10 menschen retten sage ich als mann als zu überleben und 10 menschen sterben

Antwort
von Alpako995, 44

Manchmal ist eine Konfrontation nicht klug!

Antwort
von hydrahydra, 58

"hätte er die Tat verhindern können." - Es ist nicht 'Aufgabe' des Opfers, eine Tat zu verhindern, sondern Aufgabe jedes einzelnen Menschen, solche Taten nicht zu begehen. Nicht Niklas ist schuld, sondern die Täter!

Kommentar von neuerprimat ,

Aber hatten die Täter nicht einen Migrationshintergrund?

Kommentar von hydrahydra ,

Ja und?

Kommentar von DUMMaberOHO ,

Ganz so einfach ist es nicht. Niklas hat sich bewusst in Gefahr begeben. Er hätte auch an seine Freunde denken können, die er durch sein Verhalten in größere Gefahr gebracht hat.

Kommentar von hydrahydra ,

"Niklas hat sich bewusst in Gefahr begeben." - Nö. Mit so einer Einstellung nimmt man den Tätern ihre Strafmündigkeit, weil man sie so darstellt, als könnten sie ja gar nicht anders, als gefährlich zu sein.

Kommentar von DUMMaberOHO ,

"Nö" 

Dieses "Argument" ist nicht besonders überzeugend. Es ist Fakt, dass er sich in Gefahr begeben hat, als er die aggressive Gruppe zur Rede stellen wollte. Man nimmt den Tätern nicht ihre Strafmündigkeit, wenn man das Risiko einer Gewalttat minimiert. Die Bestrafung ist die Sache der Justiz, nicht die Sache einer zahlenmäßig unterlegenen Jugendgruppe. 

Kommentar von hydrahydra ,

"Es ist Fakt, dass er sich in Gefahr begeben hat, als er die aggressive Gruppe zur Rede stellen wollte" - Nein. In einem Rechtsstaat muss ich davon ausgehen, dass sich alle an die Gesetze halten. Auch, wenn ich jemanden 'zur Rede stelle'. Die Gruppe besteht aus strafmündigen Menschen, die sich ihrer Taten bewusst sind. Als solche muss ich sie auch sehen können, und das tue ich nicht, wenn ich sie als unberechenbare Gefahr sehe. Wie sollte man sie denn sonst auch für ihre Taten zur Rechenschaft ziehen, wenn sie doch gewissermßaen nicht für sich selbst verantwortlich, weil 'gefährlich' sind?

"Man nimmt den Tätern nicht ihre Strafmündigkeit, wenn man das Risiko einer Gewalttat minimiert." - Es ist niemandes Aufgabe, andere Leute von einer Straftat abzuhalten oder zu 'minimieren', dass sie eine begehen. Das ist ganz allein Aufgabe der potentiellen Täter! Niklas war nicht dafür verantwortlich, dafür zu sorgen, dass er nicht verprügelt wird! Sondern es war Aufgabe der Täter, ihn nicht zu verprügeln! Diese AUfgabe haben sie nicht erfüllt, und dafür werden sie nun hoffentlich bestraft. Das anders zu betrachten, spricht Niklas eine (Mit)Schuld zu.

"Die Bestrafung ist die Sache der Justiz, nicht die Sache einer zahlenmäßig unterlegenen Jugendgruppe." - Wer redet denn davon, dass irgendwer anders als die Justiz irgendwen 'bestrafen' wollte?


Diese ganze Diskussion erinnert mich an diese furchtbaren "Was-trägt-das-Mädchen-auch-nen-kurzen-Rock"-Debatten, die immer wieder nach Missbrauchsfällen losgehen...

Kommentar von Galgenvogel1993 ,

"Nein. In einem Rechtsstaat muss ich davon ausgehen, dass sich alle an die Gesetze halten."

Genauso gehst du also im Straßenverkehr davon aus, dass sich jeder an die STVO hält, obwohl wir täglich sehen, dass ständig gegen diese verstoßen wird.

In einem Rechtstaat zu sein, bedeutet nur, dass die Macht des Staates rechtlich gebunden ist und dieser uns damit Rechte einräumt. Zu erwarten, dass jeder einzelne Mensch in diesem Staat das respektiert ist Traumtänzerei.

Ja, du hast natürlich das Recht solche Risiken einzugehen, sei dir allerdings bewusst, dass du als Märtyrer enden könntest, speziell wenn du dich nicht verteidigen kannst.

Kommentar von DUMMaberOHO ,

"Nein. In einem Rechtsstaat muss ich davon ausgehen, dass sich alle an die Gesetze halten. Auch, wenn ich jemanden 'zur Rede stelle'"

Damit hat sich die Sache erledigt. Du bist ein Troll. So naiv kannst du nicht sein.

Antwort
von Pangaea, 34

Ach so, das Opfer ist selber schuld. Hätte die alte Dame eben nicht alleine zur Bank gehen sollen, um ihre Rente abzuheben! Hätte die Frau eben keinen tiefen Ausschnitt tragen sollen! Hätte der Mann sich eben kein so schickes Auto kaufen sollen! Hätte Tugce eben ruhig zusehen sollen, wie das Mädchen belästigt wird!

Kommentar von Hoegaard ,

Der Fall Tugce ist kein besonders gutes Beispiel. Die hat den Täter ja erst provoziert, als der schon ins Auto gestiegen war und wegfahren wollte. Und die "belästigten Mädchen" konnten sich hinterher an keine Belästigung erinnern.

Kommentar von DUMMaberOHO ,

Wo steht, dass er selber schuld ist? Für das Verhalten des Kriminellen kann er nichts. Fakt ist aber auch, er hat sich und seine Freunde unnötig in eine noch größere Gefahr begeben.

Antwort
von hankey, 35

Hätte hätte Fahrradkette.

Es war sicherlich nicht klug, wenn man es mit betrunkenen und aggressiven Jugendlichen zu tun hat sich auch noch auf die Provokation einzulassen.

Aber an einer so brutalen Tat kann man niemals dem Opfer auch nur eine Teilschuld zusprechen. Es sind NUR die Täter die ein grosses Unrecht begangen haben, und sie gehören dafür streng bestraft.

Jetzt ist es aber passiert und nicht mehr rückgängig zu machen. Zu spekulieren was wäre gewesen macht ihn auch nicht wieder lebendig.

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