Frage von Vitaly1989, 141

War es in den 1980er Jahren noch schmerzhaft, Zähne zu behandeln?

Mein Name ist Vitaly und ich bin aus Russland.

Aus Erzählungen meiner Eltern weiß ich, dass unsere Zahnmedizin in den USSR-Zeiten und bis zur Mitte der 1990er Jahre noch sehr schmerzhaft war. Die Bohrmaschinen waren ziemlich primitiv und es gab Defizit von Anästhetikum, deshalb hatten viele Leute (besonders Kinder) tierische Angst vor Zahnärzten. Heute haben wir, natürlich, gute Apparatur aus dem Westen und normale Anästhesie.

Aber ich möchte vergleichen, wie es in den 1980er Jahren in Deutschland war, Zähne zu behandeln. Ich glaube, viel besser als bei uns.

Danke für eure Erinnerungen! :)

Antwort
von larry2010, 31

ich denke in russland war es auch davon abhängig, wo man wohnte und wie der arzt ausgebildet war. zudem welche ausstattung er bekommen konnte.

wir haben einen echt guten zahnarzt, der sehr genau ist. aber die rumänische zahnärztin, die dort  arbeitete, gab mir den tip, als sie die betäubung bei mir aufgrund des kleinen munds nur schlecht setzen konnte, gab mir den tip zu kauen, das sich das mittel entsprechend verteilt.

darauf hat mich vorher und danach niemand mehr hingewiesen, sondern irgendwie die spritze gesetzt, egal ob es wirkt.

und in den achtzigern gab es hier in deutschland auch noch genug alte ärzte, die entsprechend behandelten, auch zahnärzte.

Antwort
von Sonnenstern811, 108

Es war schon auszuhalten. In früheren Jahrzehnten war es schlimmer. Je weiter zurück, desto schlechter.

Leider haben einige Zahnärzte gemeinerweise stumpfe Bohrer verwendet, so sparten sie Geld für den Neukauf.

Die Anästhesie war völlig ausreichend, man konnte sich auch schon für tieferes Bohren eine Spritze geben lassen. Allerdings dürfte das Mittel noch schädlicher gewesen  sein, so wie es für jede Anästhesie gilt.

Es kommt auch immer sehr darauf an, wie der Arzt spritzt. Wer den Saft schnell reindonnert, lässt den Patienten hochsteigen.

Zum Glück hat hier jeder die Wahl, zu einem anderen Arzt zu gehen. Das war wohl damals bei dir nicht so einfach, denke ich.


Kommentar von Vitaly1989 ,

Danke! :) Heute haben wir eine große Auswahl der Zahnkliniken in Russland, in denen hochqualifizierte Ärzte arbeiten und es gute Apparatur gibt.

Kommentar von Karl37 ,

Du erzählst Dinge, von denen du keine Ahnung hast. Meine Frau wurde 1976 in Frankfurt approbiert und ist seitdem als Zahnärztin tätig. In ihrer Praxis wurden immer wassergekühlte Turbinen mit Diamantbohrer eingesetzt und Anästhesie war selbstverständlich. Auch war es selbstverständlich das vor der Injektion zunächst mit einer Oberflächenanästhesie die Einstichstelle betäubt wurde. An diesen grundsätzlichen Verfahren hat sich in den letzten 50 Jahren nichts geändert.

Kommentar von siney1 ,

Ich schließe mich dem Kommentar von Karl37 an, weiß nicht von wem du behandelt wurdest, aber in den 80ern waren wassergekühlte Turbinen(elektrisch Angetrieben) und Anästhesie absoluter Standard. Ich frag mich auch, woher du als Laie wissen willst, ob Bohrer stumpf waren oder nicht und wie schädlich Anästhetikum sein soll.

Kommentar von Vitaly1989 ,

In der Sowjetunion war die Behandlung primitiv und rau. Wie ich sehe, war Deutschland weit vorne. Danke für die Kommentare! :)

Kommentar von larry2010 ,

ich habe das gefühl das du immer fragen stellst, die bestätigen sollen, was deutschland für tolles land ist.

und selbst wenn man hier in westdeutschland eine gute ausstattung hatte, so gab es noch immer zahnärzte, die vom alten schlag waren.

genau wie heute.

da hat man eine zahnruine oder loch, wo gebohrt wird und der zahnarzt behauptet, das eine betäubung nicht nötig ist.

davon abgesehen, hat sich das russische volk irgendwie mit den gegebenheiten abgefunden und durch sein verhalten es noch verfeinert.

Kommentar von Sonnenstern811 ,

Die Aufklärung betr. der Bohrer steht bei Karl37. Dass Anästhesien generell mit den Jahren immer verträglicher wurden, weiß heutzutage eigentlich fast jeder. Dachte ich jedenfalls.

In meinem Verwandten- und Freundeskreis befinden sich drei Ärzte. Keine ZÄ. Zwei mit eigener Praxis, einer in der Klinik.

Diese Fachleute bestätigen mir die nun erreichte, viel  bessere Verträglichkeit. Eine roperiert selber. Wer über die Jahre schon mal selbst öfter operiert wurde, meint auch, es am eigenen Leib zu spüren. Vielleicht wird ja auch heute besser dosiert.

Allerdings liegt es mir fern, deinen Wissensstand  in irgendeiner Form beeinflussen.

Kommentar von Sonnenstern811 ,

Wie du meinst. Nun hatte ich leider nicht die Ehre, bei deiner Frau in der Zahnklinik behandelt werden zu dürfen.

Zweifel an Anästhesie kann ich bei mir nicht erkennen. Wer lesen kann ist bekanntlich schwer im Vorteil. Aber natürlich gab es trotzdem ZÄ, die bei Karies und notwendigem tiefen Ausbohren Narkosen abgelehnt haben. Oder kennst du alle?

Meine Frau hat sich von einem ungewöhnlich unsensiblen ZA gleich wieder verabschiedet. War wohl ein früherer Wehrmachtsarzt. Jedenfalls ließ sein Umgangston so etwas vermuten.

Dass mit den stumpfen Bohrern weiß ich von einem ZA in Pension, der uns in den 80ern, zusammen mit  seiner Frau, ein vorzüglicher Gastgeber in einer Privatpension war.

Warum sollte ich an den Worten eines sehr freundlichen Menschen aus diesem Fach zweifeln? Er hat es nie gemacht, aber er meinte, es wäre unter seinen Kollehgen bekannt, dass es durchaus kein Einzelfall ist. Leider habe ich nun auf diesen Personenkreis bezüglich Anfrage keinen Zugriff.

Aus eigener und familiärer Erfahrung füge ich noch hinzu, dass Wurzeln gezogen wurden, weil sie angeblich unbedingt rausmüssten. Später stellte sich heraus, dass darauf hätte aufgebaut werden können.

Es mag aber sein, dass man in einer Zahnklinik anders vorgegangen wäre.

Kommentar von siney1 ,

Ich kenne sicher nicht alle Zahnärzte in Deutschland, erst recht nicht, die von 1980, da ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal geboren war. Aber, tut mir leid, ihre Antwort hat alle Zahnärzte aus dieser Zeit  verallgemeinert, und zwar nicht zum Guten. Beide sprechen wir aus persönlichen Erfahrungen, jedoch sie als Laie, ich als Fachspezifische. Und im Nachhinein kann man viel erzählen, ob es dann auch stimmt ist die Frage.

Schwarze Schafe gibt es in jedem Beruf, nur ist mir aufgefallen, dass diejenigen, die im Arztberuf tätig sind, sehr gerne auf die gesamte Berufsgruppe bezogen werden. Und das geht mir langsam gegen den Strich!

Zum Thema Anästhetikum:

Articain(enthalten in Ultracain) wurde 1969 entwickelt und 1976 auf den Markt gebracht. Wird bis heute als Standardanästhetikum in jeder Praxis und Klinik angewandt.

Lidocain wurde 1943 entwickelt und 1947 auf den Markt gebracht. Es ist sehr gut verträglich, jedoch hat es eine relativ lange Einwirkzeit, es dauert also bis es anfängt zu wirken(ca. 10-15 min).

Mepivacain ist 1957 auf den Markt gekommen. Auch sehr gut verträglich und wird heute noch für Heilinjektionen benutzt.

Das einzige mir bekannte, nicht so gut verträgliche Anästhetikum (Procain) wurde bis 1947 benutzt, bis Lidocain auf den Markt kam. Dieses wird häufig mit Allergien in Bezug gebracht.

Also, von schlechter Verträglichkeit in den 80ern kann man also überhaupt nicht sprechen, da bis heute diese Wirkstoffe verwendet werden.

Antwort
von lupoklick, 56

Die Dinger, die man fälschlicherweise als "Baseballschläger" bezeichntet, waren Werkzeuge der Anästhesie .... ;-)))

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