Frage von opernsaengerin, 52

War Ernst moritz arndt eher rechts oder links politisch?

Der deutsche Ernst Moritz Arndt der für eine deutsche Nation war.. Würde man ihn in der heutigen Zeit als Nationalsozialist ansehen bzw. wie war es in der Zeit als er glebt hat?

Antwort
von voayager, 40

Arndt war ein durch-und-durch konservativer Mensch, der heutzutage wohl in der CDU zu verorten wäre.

1848 gehörte er in der Nationalversammlung in der Pauslkirche dem rechten Zentrum an. Er postulierte ein Erbkaisertum unter preußischer Führung.

Ernst Moritz Arndt ist als politische Leitfigur völlig ungeeignet, er ist auf Grund seiner ausgeprochen konservativen Einstellung abzulehnen. Dies gilt vor allem für alle Lohnabhängigen, wenn sie denn nicht in den oberen Rängen angesiedelt sind, und erst recht für das Prekariat, ob nun abgehängt oder nicht.

Antwort
von berkersheim, 52

Der Nationalsozialismus und die einseitige (meist rein moralische) Beschäftigung damit in Deutschland hat nicht nur unsere Sprache verdorben (nahezu alles kann als Nazivokabel diskreditiert werden, nur weil die Nazis deutsch gesprochen haben), unsere Unfähigkeit sachliche Lösungen zu finden, wenn nur irgendeiner einen entfernten Bezug zu Naziverhalten herstellen kann, nein, auch der Blick in die Geschichte fällt diesem Schwarz-Weiß-Muster zum Opfer. Luther war Nazi, weil er kein Freund der Juden war. Ja sogar Seneca wird zum Vorläufernazi, weil er Juden in Alexandria kurz nach der Zeitenwende kritisiert hat. In Deutschland hat man einen Nazipfropf im Hirn, sodass sich jeder wie ein Nazi gebährden kann, wenn er nur andere heftig als Nazis beschimpft.

Das Links-Rechts-Schema, das im Moment von selbsterkorenen Linken gepflegt wird als Abwehr gegen alles, was nicht ihrer auserlesenen Meinung ist, und ausgerechnet diese sich als Superdemokraten gebährenden Obernannys schieben ganze Völker in die rechte Ecke, die Dänen, die Schweizer, die Polen, die Ungarn, wenn sie sich in Volksabstimmungen ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben wählen. Denn diese Obernannys sind Diktatoren, bei denen nur links und demokratisch ist, was ihren Kindergartenregeln folgt. Sie haben es geschafft, den Deutschen ihr eh angekratztes Selbstbewusstsein auszutreiben, jetzt greifen sie nach Europa. Vorsicht mit meiner hier offen vorgetragenen Meinung: Nach geltender Linkendiktion bin ich ein Rechter, weil ich mir herausnehme, diesen Mist nicht mitzumachen.

Dazu gehört, einen großen Geist wie Ernst Moritz Arndt nicht so einfach in irgendwelche Primitiv-Schubladen wie Nazi-Antinazi oder Links-Rechts zu stecken. Die meisten 1848er, die den deutschen Kleinstaatenfeudalismus überwinden wollten, waren national eingestellt im besten Sinne, waren aber genauso Kämpfer für demokratische Freiheit. Gemeint war Freiheit für das gesamte Volk und dessen Recht auf Selbstbestimmung. Das reklamieren ja die Linken so gern für sich, wenn diese Selbstbestimmung auch garantiert in ihrem Sinne ausfällt. Geschichte und die darin handelnden Personen sind nicht nach heutigen Maßstäben zu beurteilen, weil auch früher individuelle Motivationen und gesamtgesellschaftliche Turbulenzen Rahmen für die jeweiligen Auffassungen bildeten, denen wir heute nur schwer gerecht werden können. Es gibt in der Geschichte keine absolut Heiligen. Es waren immer Menschen mit Fehlern und Schwächen, aber auch tollen Zügen und Stärken. Fehlerlose Menschen gibt es erst seit Kurzem und die wissen genau, wer rechts ist, nämlich alle bekennenden Fehlerbehafteten. Ich bin nicht fehlerlos aber ich sch...e denen auf ihre linke (Schein)Heiligkeit.

Kommentar von Ansegisel ,

Schade, dass von einem "Experten" ein so verbitterter Kommentar kommt. Was die persönliche Meinung des Autors über links und rechts mit der ursprünglichen Frage zu tun hat, erschließt sich mir leider nicht. Es erscheint mir eher wie eine Generalabrechnung nach ganz persönlichen Maßstäben. Und bei Sätzen wie "Sie haben es geschafft, den Deutschen ihr eh angekratztes Selbstbewusstsein auszutreiben "  und "ich sch...e denen auf ihre linke (Schein)Heiligkeit." bleibt mir wirklich die Spucke weg. Das hat mit einer ausgewogenen Antwort, wie man sie von einem Experten der Community erwarten würde, nichts zu tun.

Kommentar von berkersheim ,

Auch ein Experte hat eine persönliche Meinung. Es gibt keine Verpflichtung zu einer seichten, nichtssagenden Neutralität. Ja, der Satz mit der Scheinheiligkeit hat wohl die richtigen zum Bellen animiert. Da habe ich nichts anderes erwartet.

Antwort
von Jonnymur, 43

Es gab damals keine Nationalsozialisten. Als politisch aktiver Demokrat hätte er in der Zeit des Nationalsozialismus ernste Probleme bekommen und wäre wohl gar ermordet worden. Daran ändert auch seine, selbst für seine Zeit bemerkenswerte, rassistische Einstellung nichts. Das politische Links-Rechts-Schema funktioniert nicht, weshalb ich darauf nicht eingehen werde.

Antwort
von findesciecle, 9

Geschichte wird immer von heute nach rückwärts geschrieben. Deine  Frage ist clever, weil sie zur Diskussion einläd, macht aber so wahrlich keinen Sinn zur entscheidender Beantwortung. 

Zu Zeiten Arndts bedeutete "Links" eher (das ist wahrlich heruntergebrochen)  gegen die ständische Gesellschaft, gegen die Sonderrechte für Adel und Kirche zu sein - damit wäre er links !?

aber schon bei bei der Frage, "wie steht man gegen die Fürsten" klappte es damals vor 200 Jahren schon nicht mit der Links-Rechts -Koordination. 

Arndt war glühender Nationalist, aber Nationalist zu sein bedeutet übrigens keineswegs, "rechts" zu sein - weder damals noch heute. Und schon gar nicht im vorletzten und letzten Jahrhundert! 

Das berühmte Lied "Des Deutschen Vaterland" wird von dummen Menschen,  egal ob von links oder rechts immer aus dem Zusammenhang gerissen werden - verteufelt oder glorifiziert werden! 

Arndt wurde jedenfalls immer vereinnahmt: 2. Kaiserreich, Nationalsozialisten, DDR 

Expertenantwort
von PeVau, Community-Experte für Geschichte, 28
Antwort
von PicknickMary, 43

Soweit ich weiß war er eher linksorientiert.

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