War die Zeit des babylonischen Exils eine Art Gefangenschaft für die Israeliten oder nicht?

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4 Antworten

Naja es war schon eine Strafe Gottes, allerdings keine "schlimme" Gefangenschaft (keine "klassische " Sklaverei)

Gottes Propheten hatten die Juden jahrelang vorher gewart, dass wenn sie Gottes Gesetze weiterhin missachten, auch die Konsequenzen tragen mussten --> Gefangenschaft in Babylon. Leider sind bei dem Angriff der Babylonier auch Juden ums Leben gekommen. (Jeremia 15:2)

Allerdings gab Gott auch Hoffnung: Wer auf Gott hörte, konnte in Babylon ein relativ normales Leben führen.
„Baut Häuser [in Babylon], und bewohnt sie, und pflanzt Gärten, und esst
ihren Fruchtertrag. Auch sucht den Frieden der Stadt, in die ich euch
ins Exil habe gehen lassen, und betet für sie zu Gott, denn in ihrem
Frieden wird sich selbst für euch Frieden finden“ (Jer. 29:5, 7)

Den Juden wurde gestattet, sich bis zu einem gewissen Grad selbst zu verwalten. In ausgegrabenen Dokumenten gab es Hinweise darauf, dass Juden erfolgreiche Kaufleute und geschickte Handwerker wurden. Manche brachten es sogar zu Wohlstand.

Das Exil in Babylon war in keiner Weise mit der Sklaverei in Ägypten zu vergleichen.

Trotzdem war es eine Strafe, denn sie konnten ihre Religion nicht so einfach ausleben wie in Jerusalem. Auch der Tempel (das Zentrum der Anbetung) wurde zerstört.

Manche Jugendliche wurden von ihren Eltern getrennt (z. B. Schadrach, Meschach, Abednego und der bekannteste: Daniel)

Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen

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Kommentar von IraXXX
28.10.2016, 15:40

Danke ! das hat mir geholfen :)

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Da musst du einiges bedenken.

Kein einziges Land der damaligen Zeit war eine Demokratie in unserem Sinn mit einer Freiheit der einzelnen Bewohner. Einwohner mussten zwangsweise in ihrem Heimatort leben. Private Reisen waren neben Kaufleuten nur sehr selten möglich.

Die Bewohner des israelitischen Südreichs wurden an verschiedene Orte deportiert und lebten dort in der gleichen 'Freiheit' wie alle anderen. Sie waren keine Sklaven, aber doch auch nicht so frei, dass sie einfach umziehen konnten.

Die Juden hatten es nicht einmal so schlecht getroffen. Die Gegend um Babylon war durch die Bewässerungsanlagen sehr fruchtbar; hungern brauchte also sicherlich niemand. Sie verfügten sogar über genug Potential um den babylonischen Talmud zu verfassen.

Die Juden lebten (wie viele andere verschleppte Völker auch) in einer gewissen Selbstverwaltung, was aber eher dem babylonischen Pragmatismus zuzuschreiben war. Sonst hätte man einfach zu viele Dolmetscher gebraucht und auch bezahlen müssen.

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Hallo IraXXX;

du zitierst ja schon aus dem Song "Rivers of Babylon ".

Dann vergleich mal mit Psalm 137:1,3,4 (HFA),sieh unten:

 

By the rivers of Babylon - There we sat down

Ye - eah we wept - When we remembered Zion

When the wicked carried us away in captivity - Requiring of us a song

Now, how shall we sing the LORD´S song - In a strange land

Let the words of our mouth - And the meditation of our heart

Be acceptable in thy sight - Here tonight

 

Frei nachempfunden, aber recht textgetreu wiedergegeben von Boney M.

 

Die meisten Israeliten/Juden hatten sich zwar mit der Siegermacht Babylon
arrangiert, Gott hatte nämlich bekannt gegeben, dass ihre Heimat 70 Jahre praktisch unbewohnt bleiben sollte. Einige Treue kamen jedoch dem Tode nahe, weil sie wegen babylonischer Bräuche ihren Glauben an Jehovah nicht verraten wollten

 

 

Ps 137,

1

 

Wir saßen an den Flüssen Babylons und weinten, wenn wir an Zion dachten.

 

3

 

Unsere Peiniger hielten uns gefangen und wollten Lieder von uns hören; sie verlangten von uns, dass wir Freudengesänge anstimmen. Höhnisch forderten sie: "Singt doch eins von euren Zionsliedern!"

 

 

4

 

Doch wie hätten wir im fremden Land Lieder zur Ehre Gottes singen können?

 

 

 

Grüße, kd 

 

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das war eine gefangenschaft, nachdem jerusalem zerstört worden war

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