War die Gründung der EU sinnvoll?

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4 Antworten

Sicher sah das 1950 als gute Idee aus. Europa war zuvor zweimal in knapp 20 Jahren Ausgangspunkt für die beiden Weltkriege. Das wollte man nicht nochmal riskieren.

Zusammenarbeit und Kooperation um dauerhaft Frieden zu erreichen, ist sicher ein starkes Argument für die Menschen die gerade den 2.WK überlebt hatten.

Das es nicht reichte den Gegner nur einmal besiegt zu haben, zeigte sich ja gerade durch die kurze Folge der beiden Kriege.


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Damals hieß das Ganze allerdings nicht EU sondern EWG (googeln bzw. Wikipedia). EU heisst das erst seit 1992. Auch in die Gründerzeit der EWG fällt die sog. Montanunion (EGKS -> Wikipedia).

Zur Sinnhaftigkeit: Der 2. Weltkrieg endete vor 5 Jahren, halb Europa lag noch in Schutt und Asche. Die Sowjetunion und die USA schlitterten in den Kalten Krieg mit einer Grenze mitten in Europa. Die Bundesrepublik war gerade 1 Jahr alt und das Land befand sich im Wiederaufbau. Alle politischen einflußreichen Kräfte in Westeuropa waren sich einig, das es keine weiteren Kriege in Europa geben dürfe und suchten nach Wegen, Spannungen zwischen den ehemaligen Konfliktparteien im Zaum zu halten bzw. gar nicht erst aufkommen zu lassen. 

Natürlich war die Gründung einer Wirtschaftsgemeinschaft ein wichtiger Schritt hin zum dauerhaften Frieden und natürlich auch wirtschaftlichem Aufschwung in West- und Mitteleuropa. Man muss sich überlegen, das sich Frankreich und Deutschland in 2 Weltkriegen zuvor unversöhnlich gegenüber standen und furchtbare Dinge geschehen waren. Und gerade mal 5 Jahre nach dem letzten Krieg gehen diese beiden Staaten zusammen mit Italien, Luxemburg, Niederlande und Belgien eine Gemeinschaft ein. Das ist rückblickend alles andere als selbstverständlich und ein Zeichen, das menschliche Vernunft doch einiges Positives bewirken kann.

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Die Völker sind die Träger der Kulturen. Diese geistige Leistung ist das Essentielle am Menschen schlechthin. Die eng verwandten und doch eigenständigen Kulturen in Europa bilden zusammen die abendländischen Kulturen. Damit diese Kultur erhalten bleibt, bedarf es einer friedlichen, positiven Entwicklung in Freiheit und Wohlstand.

Die Idee, daß die Völker Europas mit diesem Ziel wirtschaftlich zusammenarbeiten müssen, ist schon alt. Jeder hatte ein Konzept dazu. Sogar im Dritten Reich gab es Pläne zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit der Völker Europas.                                                                                         Die Unterschiede zwischen den Konzepten waren jedoch gewaltig.

In der Zwischenkriegszeit gab es den berüchtigten Grafen Coudenhove Calergi. Seine Europa-Idee hatte zum Inhalt, die europäischen Völker auszulöschen, eine massive Einwanderung von Fremden aus anderen Erdteilen zuzulassen. Damit wollte Graf C. eine weitgehende Auslöschung der Weißen erreichen. Der Europäer der Zukunft sollte halb negroid, halb asiatisch sein. Er nahm an, "Bastarde" (sic!) seien "leicht lenkbar". Diese amorphe Masse Mensch sollte von einer (unvermischten) "Jüdischen Adelsrasse" regiert und kontrolliert werden. Das Ziel waren Menschen, die gerade intelligent genug waren, zu arbeiten, aber nicht so intelligent, sich gegen das System zu wehren.

Erstaunlicherweise sind diese hirnrissigen und menschenfeindlichen Pläne von maßgebenden Politikern aufgegriffen worden, und maßgebliche Kreise der Hochfinanz haben sie massiv unterstützt.

Viele andere Denker hatten das Konzept, die Kulturgemeinschaften (Völker) Europas bestehen zu lassen und ihre Eigenständigkeit zu fördern; auf wirtschaftlichem Gebiet sollten sie jedoch zum gemeinsamen Nutzen eng und fair zusammenarbeiten. De Gaulle prägte das Wort vom "Europa der Vaterländer".

Und genau dies waren ja die Anfänge des vereinten Europas von heute.

Frankreich, die BRD und Belgien beschlossen, mit der ruinösen Konkurrenz im Kohle-Stahl-Bereich aufzuhören und die betreffenden Märkte zu harmonisieren. Wer wirtschaftlich eng zusammenarbeitet, der erklärt dem Partner nicht den Krieg, wie es 1939 der Fall war, als GB und F Deutschland den Krieg erklärt haben. Zuletzt hatte keiner der Kriegsgegner etwas gewonnen, jeder hatte den Krieg verloren.

Leider ging im Laufe der Entwicklung des Europa-Gedankens der ursprüngliche Gedanke (Europa der Vaterländer) weitgehend verloren.        Es muß befpürchtet werden, daß die europäischen Kulturen in einem Coudenhove-Europa vernichtet werden.

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Salue Lisa

1951 hat man als Vorläufer die Montanunion gegründet. Es ging darum, die Kohleförderung und die Stahlproduktion in Europa in der Nachkriegszeit gemeinsam zu nutzen und so die Synergien für einen Frieden zu schaffen.

Denn wer miteinander handelt, führt keine Kriege gegeneinander.

Man beschloss dann, die Zusammenarbeit weiter zu bündeln und auch bezüglich der Normen, dem grenzüberschreitenden Warenverkehrs u.s.w. noch intensiver zusammenzuarbeiten. Es wurde die EWG gegründet.

Mit der EU kam dann noch eine gemeinsame Politik und eine gemeinsame Währung, unter der Regie in Brüssel, zusammen.

Die ersten beiden Schritte waren eine sehr gute Sache. Die letzte Stufe mit dem Ziel der "Vereinigten Staaten von Europa" war vermutlich eine zu viel.

Es grüsst Dich

Tellensohn  

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Kommentar von rotreginak02
20.09.2016, 11:44

super Antwort: kurz und knackig auf den Punkt gebracht.

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Kommentar von WalterE
26.11.2016, 16:14

Wobei diese Vision von Anfang an bestanden hat - und auch richtig war. Die andere Frage ist ob man das ab Maastricht richtig implementiert hat und inwieweit nicht ein overstretch vorliegt - Joschka Fischer hätte wohl gerne noch Georgien und die Türkei dabei gehabt 

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