Frage von Monsieurdekay, 114

War die Diagnose Angststörung damals überhaupt die richtige?

denkt man da eher an Leute, die absolut panisch ihr ganzes Umfeld "terrorisieren"?

Ich hatte Probleme wie Schwindel, für die es absolut keine körperliche Erklärung gab. Ich habe mich anschließend zu sehr in die Sache reingesteigert und habe nach diversen Krankheiten gegoogelt, danach hatte ich einmalig eine Panikattacke mit Schnappatmung und dachte, ich müsste sterben..

ich bin dann ins Krankenhaus gegangen und wurde eine Woche lang auf der Neurologie untersucht...ohne Befunde

Es wurde dann bei einem diagnostizierenden Psychiater eine Angsstörung festgestellt (Diagnose nach 10min. Gespräch)..

Seit dem bekomme ich von meinem Hausarzt immer wieder Fluoxetin verschrieben und hatte nie wieder Probleme. Nach dieser einmaligen Panikattacke hatte ich nie wieder etwas.. kann man in dem Fall überhaupt von einer Angsstörung sprechen?

und was denkt der Normalbürger, wenn er den Begriff "Angststörung" hört? Eher an Leute, die permanent panisch ihr ganzes Umfeld "terrorisieren"?

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Antwort
von DarkGothAngel, 65

Zu den Diagnosekriterien einer Angststörung gehört dass sie über einen längeren Zeitraum und wiederholt auftreten muss.
Ich bin kein Psychiater, nur Psychologiestudentin, aber soviel weiß ich dann doch dass Fluoxetin als Antidepressivum nur die Symptome unterdrückt. Wenn es abgesetzt wird kann es sein bzw. ist es wahrscheinlich dass die Syptome wieder auftreten. Zur dauerhaften Behandlung einer Angststörung ist eine Verhaltenstherapie notwendig, doch vorher eine differenzierte Diagnose, die bestimmt nicht in 10 Minuten gestellt werden kann. Außerdem gibt es sehr viele verschiedene Ausprägungen von Angststörungen, von einer generellen Angststörung bis hin zu spezifischen Phobien, was sich auch auf genauso viele Auslöser beziehen kann.

Ich würde dir auf jeden Fall raten nochmal einen Psychologen aufzusuchen um der Sache auf den Grund zu gehen!

Liebe Grüße

Kommentar von mmemaxime ,

Ganz richtig ist das nicht: SSRIs sind durchaus wirksam und indiziert bei einer Panikstörung. Generell können versch. Antidepressiva (bei den SSRIs: Citalopram, Escitalopram, Sertralin, Paroxetin, bei den TZAs: Clomipramin und bei den SSNRIs Venlafaxin - ich würde als erstes Sertralin ausprobieren und danach ggf. Venlafaxin) entweder als Stand-Alone-Therapie, nach Therapieversagen einer Psychotherapie oder in Kombination eingesetzt werden.
Dennoch ist und bleibt bei einer Panikstörung eine Verhaltenstherapie der Goldstandard.

Kommentar von mmemaxime ,

DarkGotAngel schrieb: "Zu den Diagnosekriterien einer Angststörung gehört dass sie über einen längeren Zeitraum und wiederholt auftreten muss. "

Und das ist natürlich absolut korrekt *thumbs-up*.
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.

Expertenantwort
von bodyguardOO7, Community-Experte für Arzt & Medizin, 44

Eine einmalige durch Angst ausgelöste Panikattacke ist noch lange keine durch Medikamente zu behandelnde Angststörung - dahinter kann auch ein ganz simpler stressbedingter Magnesiummangel oder ein niedriger Blutzuckerspiegel stecken. Genaueres dazu findest Du hier.

https://www.vitaminexpress.org/de/magensium-panikattacken

Kommentar von Monsieurdekay ,

tja, nun nehme ich 3 Jahre lang schon Fluoxetin.. zwar nur 20 mg, aber trotzdem.. -.-

Kommentar von bodyguardOO7 ,

Das paradoxe daran ist, dass Angstgefühle zu den häufigen Nebenwirkungen von Fluoxetin gehören - am Besten Du sprichst mal mit dem Arzt über das Thema.

http://www.onmeda.de/Wirkstoffe/Fluoxetin/nebenwirkungen-medikament-10.html

Kommentar von krzzr ,

da hast du sowas von recht - ein mittel gegen angststörungen, das als nebenwirkung angstgefühle auslöst.. 
und sowas wird auch noch als 'probates mittel' verkauft.. strange!!

Kommentar von bodyguardOO7 ,

Genau aus dem Grund heißt mein Motto - "nur wer richtig informiert ist, kann nicht verarscht werden".

Antwort
von Neferkare, 75

Eine Angststörung ist, wenn der Körper falsch auf gewisse Situationen reagiert. So eine Panikattake ist typisch für eine Angststörung, was ich aber übertrieben finde, dass man nach einer Panikattake gleich medis bekommt.

Habe einen Freund, welche diese regelmässig und mehrmals am Tag bekommen hat, da finde ich es sinnvoll mit medikamente gegenzuwirken, da so eine Attake ein belastund für den Körper vorallem für das Herz ist.

Ich würde an deiner Stelle mit deinem Hausarzt sprechen und einen Stopp dieser Medikamenten ansteuern und abwarten, ob eine solche Attake überhaupt noch mals auftritt.

Antwort
von rockylady, 60

was hast du denn mit dem terrorisieren? :D ich habe das auch, und je nach Lebenslage mal schlimm, mal gar nicht. Ich rede offen darüber. Denn es ist mir ja bewusst. Sich einfach so in Ängste reinsteigern und dann andere davon "überzeugen" wollen ist schon was anderes. Was soll die Gesellschaft schon davon denken? ich nehme es mir raus zu behaupten, man kann bei JEDEM Mensch eine Diagnose feststellen, das liegt daran, dass das Leben kein Ponyhof ist ;)

Kommentar von rockylady ,

muss dazu sagen, habe nie Medikamnete deswegen genommen, sie decken die Angst, bringen aber nichts ...es gilt den Ursprung rauszufinden, dann kann man wirklich besser damit umgehen :)

Antwort
von km11111, 22

Hallo!

Ja, das klingt schon schlüssig.

Eine Panikstörung ist nur eine von vielen möglichen Angststörungen. Hier gibt es viel mehr Störungen, als Panik, Platzangst oder Phobien.

Du könntest aber auch mir deinem Arzt besprechen, on neben der Medikation auch eine Psychotherapie sinnvoll sein könnte.

VG

Antwort
von mmemaxime, 9

Eine einzige Panikattacke ist noch lange keine Angststörung: Eine isolierte Panikattacke haben rund 30% der Bevölkerung irgendwann einmal im Laufe ihres Lebens (vgl. Lang et al.: Expositionsbasierte Therapie der Panikstörung mit Agoraphobie). M.E. ist da eine Dauertherapie mit Fluoxetin vielleicht schon etwas vorschnell. Von daher würde ich mich dem Rat von DarkGothAngel anschließen und die Diagnose samt Therapie noch einmal von einem Psychiater oder Psychotherapeuten überprüfen lassen.

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