Frage von AlexDaFighterXX, 119

War das ein psychischer Krampfanfall?

Hi, Freund und ich waren in der Stadt unterwegs, als mitten am Marktplatz neben einem Cafe plötzlich ein Mädel (12-14) zusammengesackt und so gekrampft hat, also eher um sich geschlagen hat. Sind sofort hin, haben sie angesprochen, aber irgendwie sah das ganz dann doch ganz komisch aus, eben nicht ganz so wie ein typischer epileptischer Anfall mit Schaum vor dem Mund etc.. verletzt hat sie sich auf den ersten Blick auch nicht, oobwohl sie auf den Asphalt gefallen ist. Dann kam ein Mann und eine Frau, wohl ne Krankenschwester, dazu, der Mann sagte keine Sorge ich bin Arzt, ich schau mal. Er hat dann versucht ihr in die Augen zu gucken aber die schien sie immer krampfhaft zu schließen.. Kurz darauf stand er auf und entfernte sich von ihr, kam zu uns und sagte: Geht mal ein Stück nach hinten. Wir fragten, ob wit einen Notarzt rufen sollen, und er sagte klar Nein! Wir haben uns dann auf einen Brunnen gesetzt, und das ganze von etwas weiter weg beobachtet, der Arzt und die Krankenschwester haben sich auch weiter weggestellt. Wir haben uns erst gewundert, da es doch heißt, dass man beim Krampfenden bleiben soll und aufpassen soll. Da fiel uns auf, dass ihr "Anfall" langsamer wurde und aufhörte. Ich meine sogar gesehen zu haben, dass sie den Kopf kurz zur Seite drehte um zu schauen ob jemand kommt. Jemand von den umstehenden leuten hatte aber scheinbar doch den Notarzt gerufen, als die kamen fing der Anfall wieder an, der eine Arzt kam zum Notarzt und wir hörten noch wie er was von "ganz klar psychogen" sagte und dass er Neurologe ist. Dann sind wir gegangen und haben das nicht weiter verfolgt... Meine Fragen sind jetzt

1) Heisst das der Anfall war vorgetäuscht um Aufmerksamkeit zu bekommen?

2)War es richtig, einfach wegzugehen um ihr keine Aufmerksamkeit zu schenken?

3)Was haben dann der Notarzt und die Sanitäter mit ihr gemacht?

Antwort
von emily2001, 83

Hallo,

man muß einen psychogenen Anfall von Epilepsie unterscheiden

Siehe:

http://flexikon.doccheck.com/de/Psychogener_Krampfanfall

Wenn der anwesender Arzt Neurologe war, dann hat er gewußt, wovon er sprach.

Emmy

Kommentar von emily2001 ,

Aber solche Fälle gibt es auch:

http://www.epilepsie-online.de/?docid=1435

Antwort
von klausjosef1955, 47

Das sind eigentlich schwierige Fragen.

Der Mann, der sich als Arzt geoutet hat, und die Krankenschwester haben Verantwortung übernommen, und ich würde in so einer Situation denen auch die Verantwortung überlassen.

Die Betroffene ist offenbar ruhiger geworden, konnte danach selbständig über das Weitere entscheiden, nehme ich an.

Ich weiß aus der Beschreibung auch nicht sicher, ob das ein organisch bedingter Anfall, ein pseudoepileptischer Anfall, ein nicht epileptischer Anfall oder ein simuliertes Ereignis war. Abgeklärt gehört es auf jeden Fall, aber vielleicht sind die Anfälle und wie sie einzuordnen sind bei der Betroffenen längst bekannt.

Wenn es so läuft, wie da, wäre ich froh, dass kein Notarzt gekommen ist. Aber es hätte bei einem Patienten, mit dem man unvernittelt konfrontiert wird, auch anders laufen können. Der Patient hätte sich verletzen können, oder , noch schlimmer, nicht mehr aufwachen und eine Anfallsserie ausbilden können.

Faustregel daher: Wenn man den Patienten nicht kennt und auch keiner der Umstehenden - wie vielleicht hier - kompetent ist, immer den Notarzt rufen. Das ist zwar für Menschen, bei denen die Anfälle bekannt und abgeklärt sind, meistens mindestens lästig, aber sicher ist sicher.

Wie der Rettungsdienst handelt, wenn er da ist, richtet sich nach der Situation. Meistens ist der Anfall vorbei, wenn der Notarzt eintrifft. Aber es kann eben auch anders laufen, der Laie kann das nicht abschätzen, vor allem, wenn man den Patienten nicht kennt.

Antwort
von EmtBayern, 57

Sofern ein Krampfanfall länger als die Anrückzeit des Rettungsdienstes dauert wird der Rettungsdienst beruhigende krampflösende Medikamente verabreichen um den Krampf zu durchbrechen. In solchen Fällen wird der Patient auf Jedenfall mitgenommen.

Bei bekannten Epileptikern die sich nicht verletzt haben kann es sein dass dies nach der "Ausschlafphase" (kurze Zeit nach dem Krampf) wenn sie wieder klar sind nicht Notwendig ist.

Zum Thema Erste Hilfe: Die Leitsätze der Ersten Hilfe sagen man soll beim Patienten bleiben .

Zum Expliziten Fall und ob oder ob nicht psychogen oder eingebildet werde ich mich nicht äußern da ich dies nicht beurteilen kann da ich nicht dabei war.

Antwort
von Harald2000, 54

Es gibt epileptische Anfälle in jeder Abstufung bis hin zum Sekundenanfall - aber auch welche, die so ähnlich aussehen und psychische Ursachen haben - sogar auch bewusst oder unbewusst simuliert sind (von Leuten meist, die eigene Erfahrungen mit epilept. Anfällen haben). Wenn der Arzt das Ereignis als psychogen eingestuft hat, dann war es nur konsequent, das Publikum zu entfernen. Der Notarztruf hat die Sache dann wohl durchkreuzt. Sobald der das gemerkt hat, wird er wohl die Patientien bals wieder in Ruhe gelassen haben.

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