Frage von happyyleyla, 61

Wann/wie würdet ihr Kinder über sexuelle Identität und Diversität unterrichten?

Guten Abend :)

Dieses Thema liegt mir persönlich sehr am Herzen, da ich mich sehr viel damit beschäftige.

Und ich würde gerne von euch wissen, wann und wie (also in welchem Alter und eher zu Hause oder in der Schule etc) ihr denkt, dass Kindern Dinge wie das Spectrum der Sexualität, Unterschiede in der sexuellen Identität etc etc näher gebracht werden sollten? 

Ich weiß,  in einer perfekten Welt wäre das kein Thema, weil Diversität normal wäre und jeder so akzeptiert werden könnte, wie diese Person ist. Aber davon sind wir ja leider noch weit entfernt. 

Also würde ich gerne eure Meinungen (keine bösen Kommentare/Wertungen oder so) hören, wenn ihr Lust habt, ein bisschen friedlich über das Thema zu reden :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Libertinaer, 6

Ich weiß,  in einer perfekten Welt wäre das kein Thema, weil Diversität normal wäre und jeder so akzeptiert werden könnte, wie diese Person ist. Aber davon sind wir ja leider noch weit entfernt.

Jo, aber die "perfekte Welt" für dein Kind bist DU! ;-)

Wenn also irgendwas in den Medien kommt und dein Kind ist dabei, dann kannst Du das ja ganz nebenbei kommentieren. Und selbst wenn nicht: Kinder bekommen auch unterschwellig mit, wie Eltern über Themen so denken - selbst wenn das nicht bewusst haften bleibt (sie sich später nicht bewusst daran erinnern können).

Wenn euch also in der Fußgängerzone Händchen haltende und/oder küssende Männer begegnen, dann reicht auch mal ein hingeworfenes, freundliches: Oh, schau mal, die lieben sich auch ganz doll!" ;-)

Ansonsten: Wenn er nachfragt, dann halt antworten. So, wie er es für sein Alter braucht. Und dass sich alle Menschen doll liebhaben können, egal ob Mann/Frau, Mann/Mann, oder was auch immer, ist für jedes Alter "altersgerecht". ;-)

Und bei so einer Gelegenheit kann man ja auch mal erwähnen, wie toll die Natur ist. Wie ein Lego-Baukasten. Und das man auch da nicht immer weiß, was am Ende rauskommt. Dass es Jungs gibt, die aber wie Mädchen fühlen und umgekehrt. Dass es Mädchen gibt, die eher wie Jungen, und Jungen, die eher wie Mädchen aussehen - mal sichtbarer, mal unsichtbarer. Eben halt wie beim Lego-Baukasten: Die Natur, die uns gemacht hat, hat kein Ziel. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, es gibt nichts, was es nicht gibt, und das sei auch gut so. Denn sonst würde es uns gar nicht geben.

;-)

Expertenantwort
von chog77, Community-Experte für Schule, 12

Ich bin Biologielehrerin und ich gestalte meinen Unterricht offen für die Fragestellungen der Schüler bezüglich der Geschlechtserziehung. Geschlechtserziehung ist in BW in Klasse 6 und Klasse 9 vorgesehen. Ich spreche mit Schülern immer dann über Sexuelle Vielfalt, wenn diese es einbringen. Das ist eigentlich immer in Klasse 9 der Fall - da sind Themenbereiche außerhalb einer heterosexuellen Paarbeziehung häufiger thematisiert. In der 6. Klasse liegt der Schwerpunkt woanders - Pubertät, was verändert sich, wie funktionieren die Geschlechtsorgane, Intimhygiene, was passiert beim Frauenarztbesuch, Menstruation. Nicht jede Klasse ist zu diesem Zeitpunkt schon bereit über andere Formen der Sexualität zu sprechen. Aber wenn die Kinder es zur Sprache bringen und Fragen haben, dann wird es selbstverständlich von mir aufgegriffen.

Expertenantwort
von Kajjo, Community-Experte für Sexualitaet, 9
  • Im allgemeinen gilt für mich die perfekte Erziehungsregel: Kinder fragen das, was sie wissen wollen und vertragen können. Man sollte nicht weiter ausholen und nicht mehr erklären als das, was Kinder konkret fragen. Kinder fragen schon nach, wenn sie noch mehr wissen wollen. Die Orientierung am kindlichen Wissensbedürfnis hat sich immer wieder als ideal erwiesen.
  • Wenn es im Bekanntenkreis zufällig homosexuelle Paare gibt, muss man das natürlich schon entsprechend früher erklären -- und die Kinder werden ja auch entsprechend früher Fragen dazu haben.
  • Entgegen der politisch-korrekten Gutmenschenmeinung, vertrete ich die erzieherische These, dass Kinder zunächst einmal das natürliche, intakte Familienleben mit Vater, Mutter und Kindern kennenlernen sollten und nicht überfrachtet werden sollten mit Details zu Minderheitenverhalten: Erst die Regel kennenlernen, dann die Ausnahmen. Das gilt doch auf fast jedem Gebiet und ist ganz logisch und eingängig.
  • Konkret zu Titelfrage denke ich, dass Kinder spätestens kurz vor der Pubertät vollständig aufgeklärt sein sollten und auch über Homosexualität bescheid wissen sollten.
Antwort
von WhoNose, 31

Kindergerechte Bilder (zb zwei Jungen, die Händchen halten oder so)

Euphemistische Bezeichnung ("wenn zwei Menschen sich ganz doll lieb haben")

Und möglichst dezent, aber verständlich..

Sie müssen ja noch nicht alles perfekt verstehen, kommt alles noch 

Antwort
von tachyonbaby, 40

Jedes Kind ist unterschiedlich in seiner Entwicklung und entsprechend sollten Fragen erst dann beantwortet werden, wenn ein Kind sie stellt. Denn dann ist das Kind auch reif genug für die Antwort. Alles andere vergewaltigt seelisch ein Kind und verletzt das natürliche Schamgefühl. Aus diesem Grund halte ich auch überhaupt nichts von Zwangssex-Unterricht.

Antwort
von Steffile, 11

Altersgemaess kann das in jedem Alter statfinden. Meine Tochter hatte einen Freund im Kiga, der zwei Mamas und keinen Papa hatte, das hat sie halt so akzeptiert wie es ist und frueh gelernt dass es es verschiedene Arten von Familien gibt.

Antwort
von Nikita1839, 29

Bei uns war Sexualkunde etc in der 3., 6. 7. und 9. klasse dran:) fand ich auch nir schlimm.

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