Frage von doublefreak99, 53

Wann zählt ein Drohneneinsatz als "gewerblich"?

Hi,

ich habe vor mir eine Drohne (DJI Phantom 3) zu holen. Dazu passend natürlich eine private Haftpflichtversicherung, die Foto- und Videoflüge, autonomes Fliegen und Fliegen im Ausland mit einschließt. Die Frage ist, wenn ich mich an die gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich Plätze, an denen ich fliegen darf etc. , halte, ob ich dann die Aufnahmen auch im Internet veröffentlichen kann. Bzw. wenn ja, interessiert das wirklich jemanden, wenn ich die Videos dann z.B. monetarisiere? Und wie sieht es aus wenn ich (bin freiberuflicher Fotograf, auch als solcher angestellt bei einer Lokalzeitung) ab und an mal eine Drohnenaufnahme der Zeitung gebe? Dafür bekomme ich ja Geld, aber theoretisch kann mir ja keiner nachweisen dass ich vorher schon die Absicht hatte damit Geld zu verdienen oder?

Expertenantwort
von ramay1418, Community-Experte für Flugzeug, 26

Hallo, 

gewerblich bedeutet, wie der Name vermuten lässt, dass Du ein Gewerbe betreibst, also mit Drohnenflügen Geld verdienst. Das kann durch Luftaufnahmen, Brief- oder Paketzustellung, Transmitterstation für Telekommunikation, Vermessungsflüge etc. geschehen. 

Zum Thema Gewerbe helfen Anrufe bei der IHK, beim Finanzamt und Steuerberater weiter. Und was bedeutet "keine Absicht nachweisen"? Entweder verdienst Du Geld oder eben nicht. Und die Lokalzeitung wird ja wohl eine korrekte Abrechnung machen; schon von daher gibt es keine Möglichkeit zur Verschleierung. 

Ansonsten gelten, wie schon erwähnt, die entsprechenden gesetzlichen Regelungen bezüglich Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht etc. 

Zum Fliegen selbst bzw. zur Bedienung von "ungesteuerten Flugkörpern mit Eigenantrieb" bzw. von "unbemannten Luftfahrtsystemen" gilt die Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO). Einfach mal einlesen, z. B. in den 

"§ 20 - Erlaubnisbedürftige Nutzung des Luftraums: 

(1) Die folgenden Arten der Nutzung des Luftraums bedürfen im Übrigen der Erlaubnis: 

5.) der Betrieb von ungesteuerten Flugkörpern mit Eigenantrieb (das sind z. B. Sky- oder Himmelslaternen), 

7.) der Aufstieg von unbemannten Luftfahrtsystemen, ..."  

Weitere Infos gibt es bei der DFS, der Flugsicherung. Da heißt es z. B.: 

"Begriffsbestimmung: Flugmodelle werden genutzt zur Sport- oder Freizeitgestaltung. Unbemannte Luftfahrtsysteme dienen sonstigen, insbesondere gewerblichen Zwecken (z.B. Bildaufnahmen mit dem Ziel der Veröffentlichung/des Verkaufs)." Und weiter: 

"Zusätzlich für unbemannte Luftfahrzeuge: Die Vorgaben des NfL (Nachrichten für Luftfahrer) I 281/13 sind einzuhalten. Weitere Regelungen zur Erlaubnispflicht, Aufstiegsgenehmigung des Grundstückseigentümers, Haftpflichtversicherung und Datenschutzbestimmungen bleiben von dieser generellen Freigabe unberührt und sind zu beachten!" 

Da ist auch festgelegt, wie hoch und wie weit vom "Steuermann" maximal weg die Teile fliegen dürfen und welche Sicherheitsabstände zu Flugzeugen, Flugplätzen und sonstigen Bodenanlagen einzuhalten sind. 

Ganz so einfach ist eine Gewerbeausübung im Bereich Luftfahrt also nicht. 

Antwort
von deruser1973, 37

Viele richtige Antworten,  aber eins fehlt,  - > sobald die deine Drohne gewerblich nutzt,  brauchst du eine Aufstiegsgenehmigung.  Das gilt auch,  wenn die Drohne 5 KG Gewicht übersteigt.  Das ist aber alles in der Versicherungspolice verzeichnet... 

Antwort
von skyfly71, 44

Die Drohne ist dann gewerblich, wenn Du sie dazu nutzt, um ein Gewerbe zu betreiben :-) Also Geld verdienen willst, indem Du mit ihr was machst. SEHR wichtig: Die Drohne BLEIBT dann gewerblich. Es kommt also nicht auf den einzelnen Einsatz an, sondern nur darauf, dass sie JEMALS gewerblich genutzt wurde. Und wenn Du mit dem Ding einen größeren Schaden verursachst, wird die Versicherung schon sehr genau hinschauen.

Bilder veröffentlichen darfst Du nur dann, wenn Du damit nicht die Rechte anderer Menschen verletzt .Hier kommt es meist auf den Einzelfall an: Was auf den Bildern zu sehen ist und wer welche Rechte (Eigentumsrecht, Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht etc,) geltend machen kann.

Antwort
von Zerberus63743, 24

Ich habe mich nun sehr lange mit den Bedingungen zu Drohnenflügen beschäftigt. Insbesondere zur privaten Drohnenfliegerei wird viel Unsinn behauptet. Und oftmals spielt auch noch die Unwissenheit von Region zu Region eine nicht unwesentliche Rolle bei Behörden. Wenn eine Drohne über 5 kg wiegt oder man mit einer Drohne als Gewerbe Geld verdient, gilt das als gewerblich und braucht man in jedem Fall eine Aufstiegsgenehmigung. Für Privat ist das unter Beachtung gewisser Regeln (z.B. Höhe und Sichtflug) etwas "lockerer". Wichtig ist als Privat, bei regionalen Behörden (z.B. Stadtverwaltung, Polizei und regionale Luftfahrbehörden) zunächst einmal zu fragen. Wer sich traut, kann gerne dann auch über öffentlichem Grund fliegen, wenn es gestattet wird. Dass man mit einer Drohne nur auf seinem Grundstück fliegen darf, ist Käse. Ebenso ist Käse, dass man andere Grundstückeigentümer um Erlaubnis fragen muss. Dies gilt nur dann, wenn detaillierte Abbildungen von Grundstücken oder Personen gemacht werden. Wenn Du also mit einer Drohne in 100m über ein Haus fliegst, kann keiner etwas sagen. Wenn Du dagegen ein Haus oder eine Person in nur 5 Metern anfliegst, wirst Du schon Probleme bekommen. Von gesperrten Zonen wie Krankenhäusern, Kraftwerken, Menschenansammlungen und Festen oder Militärgelände oder Flugzonen, dass ist durchaus berechtigt verboten. Anders hingegen gestaltet sich das beim Mythos Wohngebiete, denn Wohngebiete in Deutschland gibt es überall. Selbst Äcker können zu Wohngebieten zählen. Ich denke... noch mehr Verunsicherung kommt auch von Gewerblichen, die sich aus Neid einfach nicht die Butter vom Brot nehmen lassen wollen. Denke. Für Luftbildfotografie muss man schon etwas mutig sein. Du darfst folglich schon als Hobby Luftfilme machen und diese auch unter oben genannten Bedingungen als Privat veröffentlichen. Nur Geld dafür zu nehmen, davon solltest Du Abstand nehmen. Das Einzige was ich mir vorstellen könnte, ganz legal wäre, zunächst einmal in Privat Erfahrungen zu sammeln, um später mit Erfahrung ein Gewerbe zu machen.

Kommentar von Falkenpost ,

Wieso soll eine Drohne, welche über 5 kg wiegt, als gewerblich gelten. Begründe bitte diese These mit entsprechenden Nachweisen. Denn sie ist für mich in keinster Weise nachvollziebar.

Kommentar von ramay1418 ,

Vielleicht meint der Anwortgeber, dass man ab 5 kg Abflugmasse eine Lizenz benötigt. Das ist zumindest bei Flugmodellen so, hat aber natürlich nichts mit "gewerblich" ja oder nein zu tun.  

Aber für Antworten auf solche oder ähnliche Fragen gibt es doch das LBA bzw. die Landesluftfahrtbehörden und auch die DFS und den DAeC. 

Kommentar von Falkenpost ,

Hallo!

Dies ist korrekt. Hier werden drei verschiedene Dinge wild durcheinandergewirbelt: Gewerbe - Kilogramm - Aufstiegsgenehmigung

Kommentar von ramay1418 ,

Rein rechtlich gilt der Luftraum über dem Grundstück bis zu einer Höhe von 100 km (der technischen Grenze zum Weltraum) dem Grundstück zugehörig. Aus praktischen Erwägungen heraus können dem Grundstückeigentümer aber die Verfügungsrechte eingeschränkt werden. So ist es keiner Airline zuzumuten, für jedes überflogene Grundstück einer Reihenhaussiedlung oder eines Hasenstalls eine Überfluggenehmigung einzuholen. 

Bei einem Flugmodell oder unbemanntem Fluggerät wie einer Drohne sieht das u. U. schon wieder ganz anders aus. 

Wollte ich mit Drohnenflügen Geld verdienen - sei es nur vorübergehend oder auch ständig -, würde ich mich sowieso nicht auf die hier gemachten Aussagen verlassen, sondern selbst bei den zuständigen Stellen recherchieren. Warum die Fragesteller so etwas nicht machen, ist mir ein Rätsel. 

Antwort
von Cedric678, 31

Sobald du damit Geld verdienst ist es gewerblich

Antwort
von captron15, 36

wenn du mit deinem hobby anfängst geld zu verdienen, dann ist es gewerblich...am besten den einzelfall kurz mit deinem finanzamt absprechen...haben schon viele ganz böse überraschungen erlebt!!

Kommentar von doublefreak99 ,

Aber was hat das Finanzamt denn damit zu tun? Die Einnahmen sind ja steuerfrei, aufgrund des Freibetrags, aber das ist ja auch gar nicht die Frage. Es geht mir darum, ob ich eine gewerbliche Versicherung anstatt der privaten brauche, und somit auch noch Aufstiegsgenehmigungen.

Antwort
von xxxFriendlyxxx, 53

Du darfst andere Grundstücke bzw anderes Eigentum nur mit der Einverständnis des Eigentümers aufnehmen und weiterverbreiten. Habe erst kürzlich ein Artikel drüber gelesen, dass sogar nur das Fliegen an anderen Grundstücken zu Belästigung gewertet werden kann, obwohl keine Kamera im Spiel ist. 

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