Wann wurden die ersten Computerladen in deutschen Städten geöffnet?

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1 Antwort

Die allerersten Computer für Heimanwender wurden in Elektronik-Läden verkauft. Elektronik-Läden im Sinne von "Radiobastler-Bedarf".

Damals (Mitte / Ende der 1970er) brauchte man noch viel Ahnung von Hardware, um sich einen Computer zusammenstellen und ihn bedienen zu können. Siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Heimcomputer

Auch als es schon lange dedizierte Computerläden gab, konnte man (einfachere) Computer in Elektronikfachgeschäften kaufen, soweit ich mich erinnere, bis ca. 2000.

Um 1980 herum (vermutlich etwas früher) gab es die ersten Läden, die hauptsächlich/nur Computer verkauften. Die größte und bekannteste Kette der 1980er Jahre war Vobis (seit 1981 unter dieser Firmierung; siehe den Wikipedia-Artikel).

In den 1980ern (und frühen 1990ern) schossen die Computerladenketten wie Pilze aus dem Boden, mit entsprechendem Konkurrenz- und Preisdruck, der sich auch entsprechend auf die Qualität auswirkte. Z. T. hatte man den Eindruck, an jeder Straßenecke ständen zwei von diesen Läden (wie heute die Mobiltelefonläden). Und die Ketten gingen genauso schnell auch wieder ein.

Außer Läden, die sich auf "IBM-kompatible" Computer (80x86-Prozessor, MS-DOS) spezialisiert hatten, gab es noch weitere Marken, die sich in erster Linie an Heimanwender richteten, wie Atari, Commodore u. a. Apple versuchte, sowohl im professionellen als auch im Heimanwender-Bereich Fuß zu fassen.

Zunächst waren es ausgewiesene Computerfreaks, später Studenten aus dem technisch-naturwissenschaftlichen Bereich, einige Schüler und andere technikaffine Leute, die mehrere tausend DM in einen Heimcomputer investierten. (Die Kaufkraft der DM damals entspricht etwa 1,50 bis 2,00 Euro.)

Mit dem Siegeszug der EDV in mittelständischen Betrieben wurden auch immer mehr Computer für zuhause gekauft, besonders, als Microsoft anfing, MS-DOS bzw. PC-DOS (für IBM-Geräte) besonders günstig in Verbindung mit neuer Hardware anzubieten. Damals (um 1980) kostete ein Bildschirmarbeitsplatz im Betrieb ca. 10.000 DM und ein "Personal Computer" (ob Büro- oder Heimcomputer) allein ca. 2.000 bis 5.000 Euro.

Mit Lisa (ca. 1983) und Macintosh (ca. 1984) versuchte Apple, im Personal-Computer-Bereich Fuß zu fassen, was in Deutschland aber nicht recht gelang. Immerhin reichte es, um in den größeren Städten "Apple Shops" zu unterhalten. Erst mit dem Durchsetzen der Yuppie-Kultur und dem allmählichen Aufkommens des Internets gelang es Apple, mit dem iMac eine Stilikone auf den Markt zu bringen.

Als Microsoft im Gegenzug Windows 3 auf den Markt brachte - auch wieder gebündelt mit ladenfrischer Hardware - war der Siegeszug des Heim-PCs nicht mehr aufzuhalten. Spätestens seit dieser Zeit sind Computerläden aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken.

Dafür gibt es aber praktisch keinen Markt mehr für Heimcomputer anderer Betriebssysteme als Microsoft Windows und Apple OS.

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Kommentar von Vitaly1989
23.12.2015, 19:04

Vielen Dank für die Erzählung!

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