Frage von Hansikannsi, 95

Wann wird ein Erbe ausgezahlt (Nachlasspfleger/Todesfall bereits 2012)?

Hallo,

kurz zu der etwas komplizierten Situation die etwas wie eine Prüfungsaufgabe klingt:

Der Bruder meines Großvaters verstarb 2012. Mein Großvater starb bereits früher. Er hatte 3 Söhne. Zwei davon sind tot, darunter mein Vater. Ich selbst habe noch eine Halbschwester (seine Tochter).

Nachdem das zuständige Nachlassgericht im November 2013 (ca. 1 1/2 Jahre nach dem Ableben) beschloss, einen Nachlasspfleger (mit der Aufgabe die Erben zu ermitteln) zu berufen habe ich nie wieder etwas von dieser Sache gehört, erst heute fiel mir das Papier wieder in die Hände. Den Nachlasspfleger habe ich bereits 2014 einmal angerufen, mir wurde gesagt sie würden sich melden, dies geschah aber nie.

Im Testament steht mein Großvater nicht als "klassischer" Erbe (sprich Erbfolge) sondern es steht folgendes geschrieben:

"Aus dem Erbe sind auszubezahlen: "Name meines Großvaters" X Euro."

Danach folgen noch einige gemeinnützige Organisationen die mit unterschiedlichen Beträgen berücksichtigt werden.

Ich befürchte ehrlich gesagt, dass ich wieder vertröstet werde wenn ich dort anrufe und mache mir Sorgen, dass da etwas falsch läuft (habe diesbezgl vor kurzem einen Artikel gelesen, deswegen).

Was soll ich sagen wenn ich dort wieder anrufe? Die Ermittlung der Erben betrifft mich doch nicht, da ich "auszuzahlen" bin oder etwa nicht? Kann ich nach Auszahlung verlangen?

P.s.: Das Erbe habe ich damals angetreten (in korrespondenz mit dem Nachlassgericht), da mir mein Steuerberate versicherte, es könnten sich keine Nachteile durch Antritt des Erbes für mich ergeben. Dies begründete er damit, dass mein Großvater auszuzahlen sei, sollte die Erbmasse diesen Wert unterschreiten oder gar negativ sein, würde es einfach nicht zu einer Auszahlung kommen, nicht aber zu einer Verpflichtung gegenüber eventuellen Dritten.

Antwort
von sergius, 56

Die Sachlage ist zu unklar, um hier eine belastbare Antwort zu geben. Ich schließe mich der einzig richtigen Empfehlung an, das zuständige Nachlassgericht (Rechtspfleger oder Sachbearbeiter) persönlich aufzusuchen, um den Sachstand zu klären und die etwaige Beschwerde vorzubringen, dass sich der Nachlassverwalter auf Ihre Anfrage nicht äußert. Gehören Sie denn überhaupt zu den Erben des Bruders Ihres Großvaters ? Das wäre doch nur der Fall, wenn es - bei gesetzlicher Erbfolge - keine näheren Verwandten des Erblassers gäbe, oder - bei testamentarisch bestimmter Erbfolge - Sie im Testament als Erbe (oder Miterbe) eingesetzt wären. Wenn Sie unzweifelhaft zu den Erben gehören, müsste der auf Sie entfallende Erbteil Ihnen auch zugewiesen werden.  Gibt es denn Unklarheiten darüber, wer neben Ihnen Erbe geworden ist ?    All das sollten Sie beim Nachlassgericht persönlich ansprechen bzw. erfragen. Ein Telefonanruf wird tatsächlich nach aller Erfahrung nichts bringen, zumal Ihre Identität als bloßer Anrufer für das Gericht nicht feststellbar ist, so dass dieses einem Anrufer aus Geheimhaltungsgründen gar keine Auskunft geben darf.

 

Antwort
von jimpo, 57

Dann geh zum Amtsgericht und erkundige Dich persönlich. Am Telefon wird Dir nichts konkretes gesagt.

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