Frage von x4dd3,

wann wendet man diese zeitformen an und was bedeuten die?

also ich komme manchmal mit den zeiten präsens, präteritum, perfekt, plusquamperfekt und futur durcheinander, wie wendet man die richtig an und wie kann ich mir das am besten merken? <3

Hilfreichste Antwort von salsear,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Im Deutschen steht der Präsens für die Gegenwart, aber auch für Zukünftiges, wenn z.B. eine Zeitangabe dabei steht (morgen gehe ich schwimmen). Auch wo in anderen Sprachen z.B. das Gerundium genommen wird (ich bin schwimmend; klingt blöd) nimmt man den Präsens und ggf. eine Zeitangabe (ich schwimme gerade) und zuletzt auch bei allgemeinen Tatigkeiten, auch wenn sie nicht gerade stattfinden (ich jogge wieder).

Präteritum und Perfekt haben im Deutschen die gleiche Bedeutung, d.h. sie werden nicht (wie z.B. Spanisch) streng unterschieden sondern sind höchstens Stilmittel. Das Präteritum klingt korrekter, hochnäsiger und wird gerne im Norden verwendet, das Perfekt klingt lockerer, simpler und wird gerne im Süden Deutschlands verwendet. Aber es macht keinen Unterschied ob ich sage "da bin ich gestern/1956/letztes Jahr schon gewesen" oder "da war ich gestern/letztes Jahr/1956 schon". Für Norddeutsche wird die 1. Form falsch klingen, für Süddeutsche die erste weltfremd.

Das Plusquamperfekt ist eine Vorvergangenheit, d.h. du benutzt es, wenn etwas vor der Zeit, in der du redest eintraf: Gestern hatte ich keine Zeit gehabt (heute schon). Wir waren in London. Das hatte ich mir anders vorgestellt (jetzt weiß ich wie's ist).

Das Futur nimmst du für die Zukunft, allerdings für die unverbindlichere. "Ich werde (wohl) ins Schwimmbad gehen" ist was anderes als Zeitangabe+Präsens: "Ich gehe morgen ins Schwimmbad". Letzteres ist so gut wie sicher, wenn nichts außergewöhnliches dazwischen kommt. Das Futur dagegen ist für Pläne, die man noch ändern kann oder auch für Mutmaßungen oder Prognosen oder für die Nachricht ist es egal, wann es letztendlich geschieht: Das wird nicht klappen. Der wird doch nicht schon wieder getrunken haben. Ich werde Vater.

Kommentar von salsear,

Im 2. Absatz sollte es am Schluss natürlich "für Süddeutsche die zweite..." heißen.

Antwort von Wolkendenkerin,

Hi! Ich versuche dir das Ganze mal übersichtlich zusammenzufassen - Und zwar in einer Art Zeitstrahl, oben fängt es also mit dem an, was am weitesten in der Zukunft liegt, ganz unten findest du die Zeitform, die Ereignisse weit in der Vergangenheit beschreibt.

Futur I: Diese Zeitform verwendet man, um Dinge auszudrücken, die in der Zukunft geschehen. Man bildet den Futur mit dem konjugierten Hilfsverb "werden" und dann der Grundform des Verbes, welches deine Handlung beschreibt. Beispiele: Morgen WERDE (Hilfsverb) ich mein Zimmer AUFRÄUMEN (Grundform). In einer Woche WIRD mein Bruder ein Konzert GEBEN.

Präsens: Das Präsens beschreibt Dinge, die in der Gegenwart, also gerade jetzt im Moment geschehen. Es ist die einfachste Zeitform; du brauchst nur das Vollverb in der richtigen Person konjugiert (ich, du, er/sie/es, wir ihr, sie). Beispiele: Ich HABE (Vollverb) Fieber. Du GEHST nach Hause.

Perfekt: Das Perfekt ist eine Form der Vergangenheit und besteht aus dem konjugierten Hilfsverb haben oder sein und dem Partizip 2 (gewesen, gekocht, gelacht) des Verbs, das die Handlung beschreibt. Der Unterschied zwischen dem Perfekt und dem Präteritum ist sehr fein und manchmal nicht ganz leicht zu erkennen. Das Perfekt verwendet man unter anderem in der mündlichen Sprache oft, und zwar wenn man Dinge erzählt, die noch nicht lange her sind. Zum Beispiel: Gestern HABE (Hilfsverb) ich sehr GELACHT (Partizip 2). Der Hund meiner Nachbarin IST kürzlich ABGEHAUEN. Ausserdem braucht man das Perfekt, wenn man eine Geschichte oder auch einen Fachtext in der Gegenwart schreibt, also im Präsens, und dann dazwischen etwas erzählen will, was vorher geschehen ist. Man nennt das Rückblende. Danach geht es wieder normal im Präsens weiter. Zum Beispiel: Als ich nach Hause komme, wärme ich mir den Reis auf. (Präsens). Meine Mutter HAT ihn extra für mich VORBEREITET (Perfekt). Ich finde ihn sehr lecker (Präsens). Allerdings ist der Aufbau des Perfekts mit Hilfsverb und Partizip mit der Zeit sehr umständlich und klingt auf die Dauer monoton. Deshalb gibt es das ...

Präteritum: Es ist auch eine Vergangenheitsform, jedoch verwendet man sie im Gegensatz zum Präsens vor allem, wenn man längere Handlungen, Vorgänge und Geschichten beschreibt. Das Präteritum besteht aus dem in der Vergangenheit konjugierten Vollverb. Beispiele: Ich SPIELTE (Vollverb) mit meinen Freunden Räuber & Polizist. Ihre Eltern WAREN wirklich sehr wütend auf Tanja.

Plusquamperfekt: Plusquamperfekt kann man mit Vorvergangenheit übersetzen; im Grunde übernimmt es die gleichen Funktionen wie das Perfekt, nur, dass es dann verwendet wird, wenn der normale Text schon in der Vergangenheit (im Präteritum) geschrieben ist und du nun etwas erzählen möchtest, was noch vorher passiert ist. Das Plusquamperfekt bildet man, indem man das Hilfsverb haben oder sein konjugiert und - wichtig! - in die Vergangenheit setzt, dazu kommt das ganz normale Partizip des Verbes, welches die Handlung beschreibt. Beispiele: Luna schrieb gerade Tagebuch, als ihr Vater hereinplatzte (Präteritum). Sie HATTE (Hilfsverb im Präteritum) ihn wohl sehr VERÄRGERT (Partizip 2) - Gestern WAR sie viel zu spät nach Hause GEKOMMEN (Plusquamperfekt). Deshalb starrte er sie nun wütend an (Präteritum).

Ich hoffe, ich habe dir geholfen! Das mit den Zeitformen wird schon, glaub mir :)

LG, Wolke

Antwort von AstridDerPu,

Hallo,

Webseiten mit Regeln und Übungen zur deutschen Grammatik findest du hier:

  • beste-tipps-zum-deutsch-lernen.com/deutsche-Artikel-lernen.html
  • mein-deutschbuch.de/lernen.php?menu _ id=83
  • online-lernen.levrai.de/deutsch _ grammatik _ uebungen _ klasse _ 5 _ 6 _ 7.htm
  • beste-tipps-zum-deutsch-lernen.com/deutsche-Artikel-lernen.html
  • www.canoo.net/

(Leerschritte vor und hinter den Unterstrichen löschen.)

:-) AstridDerPu

Antwort von mia68,

Am besten veranschaulicht werden die Zeiten (bzw.: ihre Abfolge, und die ist ja zunächst mal wesentlich) über eine Zeitleiste.

Kann dir hier grad leider den Link (in dem ich das -soweit, in der Kürze- am besten dargestellt sehe) nicht reinstellen, da öffnet sich eine Datei. Aber wenn du googelst unter "Übersicht Zeitleiste deutsch Grammatik", dann ist es der zweite Link von oben (von swiss-kbit).

Hoffe doch, das hilft ein bisschen...

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