Wann verarbeite ich den Tod endlich?

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6 Antworten

Vielleicht hilft dir ja auch ein umdenken wie mir weiter. Ich habe meine Ur-oma mit 12 verloren, sie war mir auch unglaublich wichtig, und 2 jahre war ich ziemlich geknickt. Irgendwann hab ich irgendwo (weiß leider im Moment überhaupt nichtmehr wo) gelesen, das man nie richtig stirbt, wenn noch geliebte Menschen da sind, die sich an einen erinnern. Genau das mach ich jetzt jeden Abend als "Einschlafritual". Ich erinnere mich an meine Oma, erzähle ihr von meinem tag... Dadurch ist sie zwar weg, aber für mich eben immernoch irgendwie "da". Es ist für mich nichtmehr traurig an sie und ihren tot zu denken, sondern ehr schön sie jeden abend "wiederzutreffen" und ihre Erinnerung dazubehalten

Vl. Hilft es dir ja ,LG gwenhopley

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Kommentar von winchester78
18.11.2015, 23:33

Das ist wirklich eine schöne Art damit umzugehen.

Zu ihr reden mach ich auch ab und an (eher in Gedanken) trotzdem bin ich immer noch jeden Abend völlig fertig für ca eine halbe Stunde 

Aber vielen lieben Dank, ich versuche es mal von einer anderen Seite zu sehen :-)

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Hallo,

ich habe eben unter meiner Frage einen Link zu deiner Frage gefunden, weil ich wohl eine recht ähnliche Frage gestellt habe. Ich kann den Tod meines Hundes nicht verarbeiten, du den deiner Urgroßmutter. Der Gedanke, der mir jetzt eben bei deiner Frage kam, ist, ob Trauer vielleicht auch zur Gewohnheit werden kann. Du sagst, es geht dir an jedem einzelnen Abend schlecht. Und das schon seit 11 Jahren. Vielleicht gehört diese Trauer inzwischen irgendwie schon fast zu dir. Vielleicht liegt es inzwischen gar nicht mehr an dem Tod deiner Uroma, wenn du traurig bist.

Ich hatte auch so eine Phase, in der ich täglich kurz vorm losheulen war, in der ich unglaublich viel zugenommen habe, weil ich vor lauter Trauer immer mehr gegessen habe. Ich denke, es ist sehr wichtig den Auslöser der Trauer zu finden. Vielleicht ist es für dich einfach dieser Moment, wenn du dich abends ins Bett legst. Vielleicht hilft es dir, etwas an deinen Schlafgewohnheiten zu ändern. Zum Beispiel in einem anderen Raum zu schlafen oder das Bett zu verstellen etc.

Bei mir ist der Garten zum Beispiel so ein Hauptauslöser meiner Trauer, weil ich sehr viel Zeit mit meinem Hund im Garten verbracht habe. Und auch das Sofa im Wohnzimmer macht mich manchmal traurig, weil er da immer geschlafen hat und auch dort eine Woche vor seinem Tod einen heftigen Krampfanfall hatte.

In manchen Fällen hilft es, sich gezielt mit solchen Situationen zu konfrontieren, damit man sich abhärtet. Aber gerade, wenn du meinst, dass du schon länger trauerst, als du sie überhaupt gekannt hast, dann solltest du vielleicht versuchen, dich von diesen auslösenden Momenten abzulenken. Lies abends ein Buch oder gucke mal an einem Abend (nicht regelmäßig) so lange fernsehen, bis du vor dem Fernseher einschläfst. Vielleicht musst du dann nicht an sie denken.

Ich denke, dass Ablenkung einem am besten hilft. Mir hilft zum Beispiel mein jetziger Hund. Wenn ich traurig bin, gehe ich gezielt zu ihm und spiele eine Runde. Und, auch wenn das ein bisschen "strange" klingt: Ich versuche in diesen traurigen Momenten ganz gezielt zu lachen. Ich lächel, ich grinse, ich lache. Und das hilft tatsächlich. Man kann sein eigenes Gehirn auf diesem Wege ein bisschen "umprogrammieren". Auf diesem Weg kann man einen Teil der Trauer vergessen. Und das bedeutet nicht, dass man die Person vergisst. Egal, ob man trauert oder nicht: Die Person wusste, dass sie einem wichtig war und würde niemals wollen, dass man noch viele Jahre nach ihrem Tod nicht über die Trauer hinweg kommt. Deine Uroma würde wollen, dass du nach so vielen Jahren endlich glücklich wirst.

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Es wäre sehr wichtig, dass Du über die ganzen Ereignisse mit jemandem reden kannst. Du wirst es nie verarbeiten, wenn Du Dich nicht damit auseinandersezt. Deine Eltern haben zwar damals den Fehler gemacht, dass sie nicht mit Dir darüber geredet haben und Dich auch nicht mit zur Beerdigung genommen haben, trotzdem oder gerade deswegen musst Du das jetzt endlich hinter Dich bringen.

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Kommentar von winchester78
18.11.2015, 23:24

Das ist leider leichter gesagt als getan... ich versuche öfters mit meinem Freund darüber zu reden, aber irgendwann kommt einfach nichts mehr aus mir raus, deshalb habe ich ja schon über Hypnose nachgedacht.. habe mal gehört man kann sich durch eine bestimmte Art sozusagen nochmal verabschieden. Wäre das schon ein Schritt in die Richtung ?

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Ich denke sobald du merkst, dass der Tod ein Lauf der Natur ist und nicht etwas schlechtes sein muss. Versuch mal deine Sichtweise zu ändern, so ,dass es kein Verlust war, sondern das Ende eines bestimmten Weges, ja sogar das Ziel

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Das tut mir wirklich leid das zu lesen. Ich glaube, dass du den Tod deiner Oma nie wirklich verarbeitet hast, weil du keine Gelegenheit hattest, dich damit auseinander zu setzen.

Du solltest dringend zum Psychologen, der wird dir helfen, dich wieder richtig zu ordnen.

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Kommentar von winchester78
18.11.2015, 23:19

Ich bin schon in Therapie, aber eigentlich wegen Depressionen. Ich habe auch schon versucht mit ihr darüber zu reden, da ich mir auch vorstellen kann, dass alles zusammenhängt. Ich habe auch extreme Verlustängste und behalte viele Sachen lieber für mich als sie zu teilen, aus Angst man möchte mir etwas wegnehmen.. das ist nicht immer einfach... 

irgendwie habe ich aber das Gefühl meine Psychologin versteht nicht, wie wichtig meine Oma für mich war, und stellt das Thema eher in den Hintergrund.. :/

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Ich denke, du hattest direkt nach ihrem Tod keine Möglichkeit für die Trauerarbeit. Auch das Verabschiedungsritual hat dir gefehlt.

Du kannst professionelle Hilfe finden.

Auch bei einem wirklich guten Hypnotiseur.

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Kommentar von winchester78
18.11.2015, 23:27

Ich glaube das ist wirklich eine Hilfe die das alleinige Reden über das Thema erleichtern würde. Ich denke das probiere ich wirklich aus

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