Wann und Wie wurde der Euro zum Teuro?

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7 Antworten

Eigentlich ist es nur eine falsche Wahrnehmung der Tatsachen.

Es gibt keinen "Teuro".

Die Inflationsrate bezieht sich auf alle Konsumausgaben. Sie ist ein Mittelwert, in den die Preisentwicklung für alle Ausgaben der privaten Haushalte entsprechend ihres jeweiligen Anteils am gesamten Haushaltsbudget eines durchschnittlichen Haushalts in Deutschland eingehen.

Starke Preissteigerungen werden durch moderate Steigerungen
oder zum Teil auch Preissenkungen ausgeglichen.
Untersuchungen haben gezeigt, dass für unser „Preisgefühl" vor allem häufig gekaufte Waren und Dienstleistungen wichtig sind. Preissteigerungen bei diesen Gütern sind den Konsumenten stärker präsent als Preisänderungen bei selteneren Anschaffungen.
In den letzten Jahren sind die Preise für häufig gekaufte Güter wie Nahrungsmittel und Kraftstoffe überdurchschnittlich stark angestiegen. Dadurch kann die subjektiv wahrgenommene Inflation höher erscheinen als die vom Statistischen Bundesamt berechnete Teuerungsrate.

https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Preise/Verbraucherpreise/Fast10JahreEuro.html

http://www.welt.de/wirtschaft/article13772244/Euro-Teuerung-ist-niedriger-als-zu-D-Mark-Zeiten.html

https://www.bbx.de/euro-teuro/

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Wenn man nicht die Erinnerungen die Oberhand gewinnen lässt, sondern sich im Internet die  alten Zahlen sucht, kommt man schnell zum Schluss dass es nur in der Gastronomie zu Schüben gekommen ist. Auch muss man z. B. bei Zigaretten und Energie die Steuereinflüsse mit einbeziehen.

90 % von Euro = Teuero fällt unter gefühlte Inflation.

Ich habe es an Hand von alten Rechnungen mal durchgerechnet und bin fast über all auf die normale Inflationsrate gekommen.

Hier mal das Beispiel Milch-Butter

http://www.proplanta.de/Fotos/Verbraucherpreise-fuer-Milch-und-Butter-1950-2011-Quelle-DBV-AMI_Bild13052877800.html

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Kommentar von TomRichter
07.02.2016, 18:11

> nur in der Gastronomie zu Schüben gekommen

Tja, Mittagessen gehe ich nun mal deutlich häufiger als Auto kaufen. Und gebe auch mehr dafür aus als für den Autokauf.

Mieten und Hauspreise sind auch vielerorts gestiegen - nämlich dort, wo viele wohnen.

Ich bin mir daher nicht sicher, ob nicht ein guter Teil des Auseinanderklaffens zwischen gemessener und gefühlter Inflationsrate an veralteten Warenkörben liegt.

Ein weiterer beitrag zur Erhöhung der gefühlten Inflation, woran der Euro nur indirekt schuld ist: die geringen Lohnerhöhungen seit 2000.

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Erstens sind die Löhne auch mit gestiegen. Zweitens zahlt man selbst in Kinos wie dem Zoopalast keine 20€ für ein Ticket.

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Kommentar von Hausi06
07.02.2016, 14:52

richtig jetzt zahlt man 13,50€ pro Ticket, früher haben die 9 DM gekostet

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Es gibt ihn nicht wirklich, den "Teuro"! Und viele extreme Preissteigerungen liegen/lagen nicht an der Währungsumstellung, sondern hätten auch bei Fortbestand der D-Mark stattgefunden. Das beste ist, (rund 15 Jahre nach Einführung) endlich zu akzeptieren, dass der Euro und nicht mehr die D-Mark unsere Währung ist und diese "ständige Umrechnerei" (die leider noch häufig stattfindet) zu nichts außer zu Frust führt. Denn wer kann schon zweifelsfrei beweisen, dass die Beibehaltung der D-Mark nicht weitaus negativere Auswirkungen auf "unser" Wirtschaftssystem gehabt haben könnte als die Einführung des Euro?

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Ich meine, am auffälligsten war der Teuro in der Gastronomie. Aus DM-Preisen wurden fast über Nacht Euro-Preise.

Man darf aber nicht außer Acht lassen, wie sich Löhne und Gehälter (und davon abhängig die Renten) im Laufe dieser 15 Jahre entwickelt haben.

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Ich denke, das kam fast sofort nach der Umstellung von DM auf Euro.

Bei vielen Waren wurden eben aus 0,99 Pfennig 0,99 Euro. Aufgefallen ist mir das bem Toastbrot oder Sprühsahne.

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Tja, die Bockwurst oder Roster an vielen Ständen kostet heute auch schon 2,50 bis 3 Euro. Vielleicht ist der bekannte Preis ja dafür verantwortlich, dass man das akzeptiert. Eine Bockwurst hat doch gefühlt schon immer Zweifuffzig gekostet. Wer kümmert sich da schon um so Kleinigkeiten wie Währungssymbole?

Mal ehrlich: Wer hätte früher einen halben Liter Bier für 10 DM gekauft? Noch mieser ist es, wenn man in Konzerten für 0,2 Liter Wasser 2€ (10€/Liter, gerundet fast 20 DM!) bezahlt. Das ist die totale Anzocke.

Bei Taschenbüchern oder CDs haben sich der Preis auch nicht geändert - nur das Währungssymbol. :-)

Allerdings sind die Einkommen in den Jahren seit der Euroeinführung auch etwas gestiegen. Freilich nicht im selben Maß.

Mittlerweile wird soviel auf die einzelnen Produkte "umgelegt" oder an den Kunden "weiter gegeben", dass man kaum noch weiß, wofür man bei einem Kauf wirklich alles bezahlt - Ökosteuer, Mautgebühr auf Autobahnen, Märchensteuer (immerhin noch/schon 19%) ...

Die Inflation alleine ist es also nicht, die die Preise hochtreibt.

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