Frage von Michelf927, 79

Wann und wie mit Eltern über Depression reden?

Ich studiere seit diesem Semester, bin in ein Wohnheim gezogen und wohne gut drei Stunden von Zuhause weg. Was sich die letzten Jahre angedeutet hat, ist jetzt wohl Gewissheit. Mir geht´s zur Zeit ziemlich schlecht, ich kriege nichts mehr auf die Reihe. Ich war auch schon bei einer Psychotherapeuten, aber die hat mir rein gar nicht weitergeholfen. Auch mit Blick auf meine Vergangenheit, denke ich, Depressionen zu haben.

Nur weiß keiner davon. Weder Freunde noch Eltern. Niemand weiß auch nur annähernd, was mich seit Jahren beschäftigt und in mir vorgeht. Auch mit Hinblick auf das Studium, habe ich Angst, wie meine Eltern reagieren, sollte ich mich ihnen offenbaren. Bis Weihnachten sehe ich sie nicht mehr, auch wenn ich nach Hause fahren würde, muss ich ja wieder am Sonntag zurück, der Uni wegen. Dann wüssten sie, wie es mir geht, und trotzdem bin ich nicht da und sie können mir nicht direkt helfen. Über Skype halte ich irgendwie für nicht richtig, zumal ich nicht die Beziehung zu meinen Eltern habe, um so offen und direkt mit ihnen reden zu können. Irgendwas blockiert da einfach.

Eine meiner Freundinnen versteht sich gut mit meiner Mutter, ist Sozialpädagogin und kennt sich da vielleicht etwas auch. Ich habe überlegt, sie zu fragen, ob sie nicht mit meinen Eltern reden könne. Nur weiß sie selbst auch nicht, dass es mir schon lange schlecht geht...

Ich weiß einfach nicht, wie meine Eltern und mein kleiner Bruder damit umgehen können. Und will auch nicht, dass sie sich irgendwelche Vorwürfe machen. Aber ich weiß, dass es für mich das beste ist, wenn sie es wissen. Denn ich mache mir auch u mich selbst ernsthafte Sorgen.

Habt ihr da vielleicht ein paar Tipps oder Erfahrungen?

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Antwort
von verquert, 38

Hallo Michelf927,

was erhoffst Du Dir von Deinen Eltern? Ich denk, dass sie Dich kaum unterstützen können. Oder willst Du das Studium abbrechen und wieder bei ihnen einziehen? Möchtest Du dafür ihre 'Erlaubnis'?

Ich könnte mir vorstellen, dass Deine Freundin eine bessere Ansprechperson sein könnte. Also wie Du Dir erstmal selbst helfen kannst. Ob sie Wege kennt.... weil nun das Studium beenden (wenn Du es tatsächlich vor hast), ... ich weiß nicht, ob das eine *gute Idee* ist.

Vielleicht kennt sie auch eine Ansprechperson, eventuell eine psychiatrische Klinik, wo Du Unterstützung erhalten kannst.

Vielleicht gibt es auch andere Ansprechpersonen.

Kommentar von Michelf927 ,

Ich muss gerade noch zwei Sprachen nachholen, um voll studieren zu können. Ich kann mich kaum richtig konzentrieren und lerne auch einfach nicht. Nicht weil ich´s nicht will, sondern weil ich´s einfach nicht mache. Sollte ich meine Sprachprüfung in diesem Semester nicht schaffen, würde das sie wundern, weil sie denken, dass es mir doch immer gut ging. Ich hatte immer gute Noten. Aber mir fehlt gerade völlig die Motivation, die Sprachen zu lernen. Ich bin mir unsicher, wer ich bin. Und ob das Studium überhaupt das Richtige ist, zumindest zur Zeit.

Kommentar von verquert ,

Genau deswegen solltest Du Dich an Deine Freundin wenden. In der Hoffnung, dass sie Dich tatsächlich unterstützen mag - als Freundin, allerdings auch mit ihren Erfahrungen.

Dass Du Dich orientierungslos und unkonzentriert fühlst / bist, liegt wohl daran, dass im Kopf zu viel los ist und eben an der 'Abgeschlagenheit'. Aber das sind Phasen. Du solltest handeln. Bitte wende Dich an Deine Freundin und frage sie, ob Du ihr etwas anvertrauen kannst....

Antwort
von Diana119966, 53

Ich glaube der beste Weg um diese Sorgen mal zu vergessen ist vorerst mit einem Freund oder Freundin zu reden alles zu sagen was schon seit längerem in dir steckt.

Dannach epmfehle ich, dir 1 Tag zunehmen an denen du deine Eltern besuchst dich mit ihnen hinsetzt und ihnen alles erzählst was dir Sorgen bereitet. Sie werden dich verstehen und sie sind auch warscheinlich die einzigsten Menschen auf dieser Erde die dir wirklich helfen können & möchten! Davor solltest du keine Angst haben! Du wirst sehen wie einfach es ist mit ihnen über alles Reden zu können. Sie werden froh sein das du dich ihnen anvertraut hast

Antwort
von Noaza, 52

Mach einen Überraschungsbesuch an deine Eltern. Wenn sie merken, dass du diesen Langen weg auf dich genommen hast, wird die Situation auch ernsthafter genommen.

Antwort
von PHoel, 24

Ich würde erst mit der Freundin reden, die Sozialpädagogin ist, und sie später fragen ob ihr zusammen mit deinen Eltern reden könnt. Aber ich würde es den Eltern nicht erzählen, wenn du es loswerden willst reicht vielleicht auch die Freundin. Deine Eltern machen sich nur Sorgen und können höchstwahrscheinlich eh nicht mit der Situation umgehen. 

Antwort
von spaetlese, 17

Anstatt soviel nachzugrübeln, was du genau machen sollst<. tu mal endlich, was dein "Bauchhirn" dir sagt- nicht wir kennen deine Familie, aber du kennst sie genau, fahr hin, fühl dich wohl mit ihnen, es ist Adventszeit,singe,, zünde eine Kerze an, hab die Menschen um dich herum lieb, zeig ihnen, wie wichtig sie dir sind,- frag uns ja nicht, wie man das macht. Du weisst alles  ganz genau selber. Viel Glück

Kommentar von Michelf927 ,

Danke für deine Antwort. Es gibt aber keinen Knopf, der das Nachdenken stoppt. Ich weiß nicht einmal, was mein Gehirn geschweige denn mein Bauch mir sagen wollen. Nimm mir das nicht böse, aber genau das möchte ich eigentlich nicht hören. Wenn man keine "seelische Krankheit" (z.B. Depression) hat, kann man das schlecht nachvollziehen. Die Gedanken sind da, andauernd, ganz viele unterschiedliche. Immer wieder. Ich will ja nicht ständig grübeln, ich weiß dass das nichts hilft. Aber ich tue es trotzdem.

Ich wünschte, ich würde meine Familie kennen. Ich wünschte, ich hätte echte Gefühle für Menschen die mir lieb sind. Ich weiß nichts genau selber. Ich merke immer mehr - auch bedingt durch meine Vergangenheit - dass ich nicht mal weiß, wer ich bin. Einen auf heile Welt machen, macht das alles nur noch schlimmer.

Ich meine das nicht böse, aber Außenstehende können das oft nicht richtig verstehen.

Antwort
von Coza0310, 32

Wieso willst Du mit Deinen Eltern reden? Du bist doch volljährig.

Kommentar von Michelf927 ,

Momentan sieht es danach aus, dass ich die Prüfung dieses Semester nicht schaffe. Spätestens dann wüssten meine Eltern, dass irgendwas nicht stimmt. Ich war immer ein "Musterkind", das sage ich selbst über mich. Meine Eltern haben eigentlich gar keinen hohen Anspruch an mich. Und sie haben es einfach verdient, zu erfahren.

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