Frage von Spycrab7410, 67

Wann tritt ein Blutgerinnsel bzw. eine Blutverdickung auf?

Da ich durch meine Arbeit sehr viel sitze am Tag (c.a. 12h am Tag, wenn nicht sogar mehr) frage ich mich wann eigentlich ein Blutgerinsel auftritt, man hört ja immer wieder so Horrorgeschichten von Leuten die nach dem Aufstehen einfach Tod umkippen (Lungenembolie ausgelöst durch ein Blutgerinnsel)! Kann es passiern dass so ein Blutgerinsel entsteht wenn man fast den ganzen Tag nur am sitzen ist oder muss man für soetwas schon mehrere Tage am Stück sitzen bzw. Liegen (z.B. wie im Krankenhaus, da bekommt man ja dann solche Spritzen die das Blut verdünnen)! Bitte jetzt keine Antworten wie: "Ja dann sitz halt nicht den ganzen Tag" es geht mir nur darum zu wissen wann und wie soetwas überhaupt entsteht, mehr nicht!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von polarbaer64, 40

Deine Sorgen sind schon berechtigt. Es ist tatsächlich so, dass durch zuwenig Bewegung und viel Sitzen Thrombosen entstehen können. Und jede Thrombose ist gefährlich und birgt das Risiko einer Lungenembolie. Nicht jede Lungenembolie ist tödlich, aber sicher jede zweite.

Ich habe eine Lungenembolie überlebt, aber auch mehr oder weniger durch Zufall, weil ich rechtzeitig im Krankenhaus war... . 

Was du machen solltest, ist auf jeden Fall ein Bluttest bei deinem Hausarzt, auf Gerinnungsstörungen. Das Ergebnis dauert etwa 4 Wochen. Solltest du so eine haben (ich habe z.B. die Faktor-V-Leiden-Mutation), dann hast du ein vielfach erhöhtes Risiko, an einer Thrombose zu erkranken, und musst dein Blut verdünnen. Das geht dann nicht mehr über Spritzen, wie nach einer OP im Krankenhaus, sondern über Tabletten.

Bis dahin sorge für Bewegung am Arbeitsplatz. Steh immer wieder auf, wippe auf den Zehen. Wippe mit den Beinen während dem Sitzen, rücke hin und her, in der Pause kannst du Treppenlaufen. Je mehr du machst, desto besser. 

Aber bei deinem Beruf ist die Blutuntersuchung unumgänglich. Und selbst, wenn du nicht zur Risikogruppe gehörst, kannst du eine Thrombose bekommen. Vielleicht kannst du abends spazieren gehen, oder sonst einen Sport machen, um ein bisschen Ausgleich zu haben.

Kommentar von Spycrab7410 ,

Danke für die ausführliche Antwort, werde jetzt aufjedenfall mal ein Termin beim Arzt machen um alles abzuchecken und noch ein paar Fragen zu stellen! Merkt man es denn wenn das Blut gerinnt, bzw. eine Lungenembolie bevorsteht? (Oder vielleicht schon passiert) Oder passiert das von der einen zur anderen Sekunde?

Kommentar von polarbaer64 ,

Wenn das Blut ein Gerinnsel bildet, das merkst du nicht gleich. - Ich hatte eine tiefe Beinvenenthrombose. Da hatte ich tagelang ein Gefühl wie Muskelkater oder Wadenkrampf. Das war erst ganz leicht und wurde immer mehr, dachte ja, es ist Muskelkater. Eines Tages hatte ich einen heißen Ballon als Bein, da war ich ganz flott beim Arzt, wo die Thrombose schon vermutet wurde. Festgestellt wurde sie dann beim Phlebologen, und die Lungenembolie beim Lungen-MRT im Krankenhaus.

Die Embolie passiert allerdings tatsächlich von jetzt auf gleich. Da platzt ein Stück vom Gerinnsel ab, katapultiert durch die Blutbahn Richtung Herzen und bleibt dann in der Lunge stecken. Das hat sich bei mir in Zittern am ganzen Körper geäußert, Beklemmungsgefühl in der Brust, seitliches Stechen... . Dann war es wieder weg. Am nächsten Tag ging noch mehr Gerinnsel Richtung Lunge, als ich zum Glück schon Richtung KKH unterwegs war. Da waren schon alle Lungenhauptäste rechts und links verstopft. Keine paar Stunden später, und ich wäre erstickt. 

Man muss auf sein Inneres hören, und Signale sofort Ernst nehmen. Lieber einmal zu oft zum Arzt, als einmal zu wenig. Wir hatten leider auch einen Freund an eine Lungenembolie verloren. Sein Sohn hat ihn abends noch besucht, und als er morgens bei ihm noch etwas holen wollte, war er erstickt... . Er hatte Wein getrunken, und die Signale vermutlich nicht mehr recht wahr  genommen... . 

Kommentar von polarbaer64 ,

Dankeschön für´s Sternchen und alles Gute :o) .

Antwort
von j1999j, 41

Kommt drauf an wie du sitzt und ob du ab und zu mal Pausen machst

Kommentar von Spycrab7410 ,

Normales sitzen in einem Bürostuhl, mal gerade, mal "abgesengt" kennt man ja wenn man immer weiter "runterrutscht"! Sitze nicht am Stück, also ab und zu muss ich schon aufstehen, aber die meiste Zeit sitze ich halt!

Kommentar von j1999j ,

Dann passiert da normaler weise nichts , wenn du jetzt den ganzen Tag in der hocke sitzen würdest dann wäre das vlt etwas tragischer aber mehr auch nicht

Kommentar von Spycrab7410 ,

Naja, aber von den Fällen die man so hört, da saßen die Leute auch ganz normal in einem Stuhl und starben trotzdem beim aufstehen an einer Lungenembolie...Wenn man jetzt Tag für Tag sitzt aber nicht JEDEN Tag am Stück dann dürfte nichts passieren?

Kommentar von polarbaer64 ,

Das kann dir niemand versprechen. Lass dein Blut untersuchen, wie ich dir geraten habe, dann wird man sehen, wie hoch das Risiko ist. 

Kommentar von j1999j ,

Eigentlich nicht ich kenn nur Fälle wo Leute 3 Tage und Nächte am Stück saßen und dann aufgestanden sind und gestorben sind

Kommentar von polarbaer64 ,

Das ist auch Blödsinn. Thrombosen entstehen nicht sofort, wenn man lange sitzt. Und man stirbt auch nicht, wenn man aufsteht. 

Eine Lungenembolie spürt man. Wenn man einmal eine hatte, wird man beim leisesten Anzeichen den Notarzt rufen. Wenn man die Anzeichen nicht ernst nimmt, dann war´s das dann eben... . 

Die Lungenembolie kann übrigens genauso mitten in der Nacht während dem Schlaf kommen. So war das bei meiner ersten Lungenembolie. Bei der zweiten war ich im Krankenhaus auf Intensiv und habe überlebt.

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