Frage von kellerwessel, 63

Wann sollte spätestens zum Kaiserschnitt übergegangen werden?

Gibt es eine generelle Aussage zu der Frage, ob man nach einer gewissen Dauer erfolgloser Wehen zu einem Kaiserschnitt raten sollte?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von isebise50, 21

Nein!

Die Uhr des Geburtshelfers ist der Zustand des Kindes.

Wenn z.B. keine durch CTG, Pulsoxymetrie, ST-Strecken-Analyse (STAN), MBU, Doppler oder Fruchtwasserfarbe gesicherte Gefährdung des Kindes vorliegt, kann auch bei protrahiertem Geburtsverlauf abgewartet werden.

Ein Kaiserschnitt ist der Rettungsanker für den Notfall. Da er aber mit Risiken und negativen Folgen für Mutter, Kind und folgende Schwangerschaften einhergeht, ist unter normalen Umständen immer eine vaginale Geburt vorzuziehen.

Das ist im Einzelfall zu besprechen und zu entscheiden.

Alles Gute für dich!

Antwort
von Evita88, 14

Wenn es ansonsten keine Hinweise auf eine Gefährdung von Mutter und Kind (z.B. eine Infektion) oder einen Grund für das langsame Fortschreiten der Geburt (z.B. geburtsunmögliche Lage des Kindes oder Missbildung beim mütterlichen Becken) gibt, denke ich mal, dass es da keine Obergrenze gibt.

Man wird sicherlich einen Kaiserschnitt vorschlagen, wenn sich über viele Stunden überhaupt nichts tut und viele Mütter werden diesen Vorschlag vermutlich auch annehmen, aber wenn eine Mutter das ablehnt und weitermachen will, wird man sie dies wohl auch weiter tun lassen.

Man kann sie ja nicht dazu zwingen. Ein Kaiserschnitt ist immerhin eine Körperverletzung und dem muss zugestimmt werden.

LG

Kommentar von kellerwessel ,

Mir erzählte vor Jahren einmal eine Frau, man habe sie 5 Tage in den Wehen liegen gelassen. Es klang nicht so, als sei das ihr Wunsch gewesen, sondern eher Ideologie von "Alternativen".

Jemand mit etwas Fachkenntnissen meinte aber einmal zu mir, 5 Tage könnten durchaus noch o.k. sein.

Kommentar von isebise50 ,

"5 Tage in den Wehen liegen" ist relativ; in den seltensten Fällen sind diese Frauen wirklich unter der Geburt. Sie verwechseln ehr unregelmäßige "Übungswehen" mit dem richtigen "Losgehen" und sind durch Angst und Verspannung frühzeitig erschöpft und wollen nicht mehr.

Wenn jedesmal bei der Aussage "ich kann/will nicht mehr" ein Kaiserschnitt gemacht werden würde, hätten wir hierzulande nicht nur eine erschreckende Rate von etwa 30%, sondern von annähernd 100%.

Oft versuchen sich frischgebackene Muttis auch mit ihren Horrorgeschichten zu übertrumpfen: Meine Geburt war aber viel länger, schmerzhafter und schrecklicher als deine...

In Entwicklungsländern mit schlechter Anbindung ans nächste Krankenhaus kommt das aber auch heutzutage noch vor, mit zum Teil fatalen Folgen für Mutter und Kind.

Vielen Dank auch für deine Auszeichnung kellerwessel!

Antwort
von Shiftclick, 40

Lies dir das mal durch:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiserschnitt#Prim.C3.A4rer_und_sekund.C3.A4rer_Ka...

Kommentar von kellerwessel ,

Danke - aber ist es wirklich angezeigt, wenn sonst keine Indikation besteht, eine werdende Mutter notfalls auch tagelang in den Wehen zu lassen?

Kommentar von Shiftclick ,

Das werden die Ärzte individuell unterschiedlich beantworten.

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