Frage von PacMan1996, 149

Wann sollte man am besten anfangen, einen Hausbau zu planen?

Guten Abend,

In ca. 1 1/2 Jahren bin ich mit meiner Ausbildung fertig und ich möchte später mal ein eigenes Haus bauen. Ich mach mir jetzt schon Gedanken, wie ich es einteilen möchte, weiß aber noch nicht, wie ich es finanzieren soll, bzw. mit welchen Summen ich überhaupt rechnen müsste.

Wie viel kostet es, ein Haus selbst zu bauen? Also den Grundriss würde ich selbst planen aber das muss glaub ich von einem Architekt noch überprüft werden, oder?

Sollte man das Geld quasi schon alles angespart haben oder kann man auch mit "Nichts" einen Hausbau beginnen? Und braucht man bestimmte Genehmigungen oder Unterlagen, um ein Haus bauen zu können?

Vielen Dank im Voraus. Gruß Pac

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Interhyp, Business Partner, 89

Hallo Pac,

wenn Du planst, Dir später ein eigenes Haus zu bauen, ist es auf jeden Fall empfehlenswert frühzeitig mit dem Ansparen von Eigenkapital zu beginnen. Hierfür kann zum Beispiel ein Bausparvertrag genutzt werden.

Die meisten Banken setzen für die Finanzierung Deines Bauvorhabens später voraus, dass Du die anfallenden Erwerbsnebenkosten aus Eigenkapital bezahlen kannst. Hierzu zählen die Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5%), die Notar- und Grundbuchkosten (pauschal 2%) und ggf. Gebühren für einen Makler (etwa 3 bis 6% zzgl. Mehrwertsteuer).
Je mehr Eigenkapital Du dann für Deinen Hausbau aufbringen kannst, umso geringer ist das Risiko an der Finanzierung für Deine Bank und umso günstiger sind die Konditionen, die Du erhältst.

Wie hoch die Baukosten im Einzelnen sind, hängt stark von Deiner Planung und Deinen Wünschen ab – und ist abhängig von der Lage des Grundstücks. Mit einem Architekten oder einem Fertighausbauer kannst Du gemeinsam planen und erste Kosten kalkulieren. 

Unter dem folgenden Link findest Du erste allgemeine und auch rechtliche Tipps für den Bau einer Immobilie: http://www.interhyp.de/bauen-kaufen/tipps-zur-immobilie/

Weiterhin möchte ich Dir empfehlen, Dich frühzeitig bei Deiner Hausbank oder einem unabhängigen Finanzierungsvermittler über Deinen Finanzierungsspielraum beraten zu lassen – das ist auch schon möglich, bevor Du ein konkretes Bauvorhaben geplant hast. So hast Du Klarheit und kannst mit der Planung beginnen.

Ich wünsche Dir alles Gute.

Viele Grüße,
Lukas Klimowitsch
Interhyp AG

Antwort
von Hannibu, 65

Als erstes solltest du dir über die Finanzierung klar werden...
Du könntest einen Bausparvertrag anlegen, immerhin ist ein Haus doch eine große Investition. Aber du musst nicht das ganze Geld schon haben, ein Drittel oder ein Viertel sollten es aber sein (abhängig davon, was für ein Haus und wie viel du verdienst), da man dann die Unterstützung der Bank eher bekommt.
Wie teuer das wird hängt von vielen Dingen ab, vorrangig selbstverständlich von der Art des Hauses, aber auch von dem Grundstück etc... Die Planung solltest du aber lieber Fachleuten überlassen, wenn deine Wünsche besonders sind einem Architekten, ansonsten einer 'Standard'-Baufirma. Diese kümmert sich um alles, dann wird's auch richtig. Weiterhin solltest du mit der ganz genauen Planung erst anfangen, wenn du weißt, wie viel Land du dir leisten kannst. Denn das kann viel entscheiden. Außerdem gibt es in manchen Siedlungen 'Bauregeln', z.B., dass alle Häuser dort die gleiche Höhe und Außenfarbe haben müssen.
Dann solltest du noch bedenken, dass du jetzt vermutlich sehr jung bist und daher noch gar nicht wirklich weißt, wo es dich hin verschlägt und ob später allein bleibst oder nicht. Wenn nicht musst du auch einplanen, dass eine Familie andere Bedürfnisse hat, als du jetzt.
Auf jeden Fall würde ich zu einem Vausparvertrag anraten, der Rest kommt mit der Zeit.

Antwort
von Dea2010, 66

Das mit dem selber Planen lass lieber!

Wende dich mal an diverse Hausbaufirmen mit Fertighäusern. Da gibt es auch Modelle, wo man die Raumaufteilung mit beeinflussen kann.

Mach eine Grobskizze deiner gewünschten Aufteilung und lass dir Musterhäuser nennen, die so ähnlich gebaut sind. Die besichtige dann.

Bedenke bitte auch, dass man so was in der Regel mit dem Partner zusammen plant, mit dem man den Rest des Lebens drin wohnen möchte.

Frau hat nun mal etwas andere Schwerpunkte als Mann und man sollte da einen Kompromiss finden, der beidem gerecht wird.

Er will vielleicht überall Fußbodenheizung, ihr ist eine zentrale Sauganlage wichtiger...nur als Beispiel.

Kosten...hängt davon ab, wie groß und aufwändig du baust. Als Faustregel solltest du 25% des erforderlichen Kapitals bereits haben... als Bausparvertrag bzw als KfW-Zuschuss.

Wie gesagt, als erstes frag mal bei den Hausbaufirmen nach, lass dir Musterhäuser zeigen in verschiedenen Größen und Ausführungen.

Willst du ein Energie-Plus-Haus oder explizit ein Fachwerkhaus, egal welcher Energiewert, oderoderoder...

Wenn es soweit ist, brauchst du ein geeignetes erschlossenes Grundstück. Den Rest der Planung macht idealerweise die Hausbaufirma für dich... alles in einer Hand quasi.

Kommentar von PacMan1996 ,

Ich dachte das läuft eher so, dass ich die fertigen Skizzen hinlege und die sagen dann ist machbar oder nicht, aber das man soviel beachten muss ... 

Hab recht herzlichen Dank für deine Antwort. ^^

Hilft mir schon sehr viel weiter. :)

Kommentar von Dea2010 ,

Ich kann mich an den >Hausbau meiner Eltern erinnern!

Da wurden zig Fachzeitungen gewälzt, welche neuen Techniken mit berücksichtigt werden.... bei dir wären das zB Solar auf dem Dach, ne Luft-Wärme-Pumpe als Heizung, ev. Smarttechnik überall, sprich elektronisch gesteuertes vom Rolladen über Beleuchtung bis hin zum Türschloß... steuerbar ggf über ne Handyapp.

Dann geht's weiter mit der Energiefrage... Nullenergie, Energieplus oder was auch immer. Je mehr Energie man selber erzeugt, desto unabhängiger ist man vom Energiepreisen für Strom, Warmwasser, Heizung. Es gibt zB bereits Konzepte, die 2 Ladeanschlüsse für Elektroautos im Carport mit einplanen. Womit dann gleich die Frage der nächsten Autoanschaffung mit einfliessen sollte! Oder Häuser, die so geplant sind, dass sie keine extra Heizkörper mehr benötigen.

Erst wenn das alles geklärt ist, dann geht man an die Raumaufteilung. Dann kommen die Details wie zB die zentrale Sauganlage (Frau braucht dann nur noch nen langen Schlauch) oder wo die Waschanlage (Maschine+Trockner+Bügelstation) untergebracht werden etc.

Und dann schaut man, in welche Hauskonzepte all das reinpasst.... Standardhaus, Flachdachbungalow, moderner Kubenbau, Miditerranes Ambiente etc.

Meine Familie hat allein dafür fast 4 Monate diskutiert! Dann erst wurde sich für ein bestimmtes Fertighaus entschieden, und dann ging die Grundstückssuche los, parallel dazu hat mein Vater mit mehreren Banken gehandelt wie auf nem orientalischen Teppich Basar!

Also 6 Monate Planungszeit ist durchaus normal.

Kommentar von PacMan1996 ,

Daaankeee! :D

Antwort
von pharao1961, 42

Der Architekt überprüft das nicht nur, sondern er fertigt das Baugesuch und reicht es ein, da nur er vorlageberechtigt ist und die Bauvorschriften besser kennt als du.

Es gibt Bausatzhäuser hauptsächlich für Selbstbauer.

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