Artica am 14.09.2007 um 20:35 Uhr
Eine Bekannte von mir (33 Jahre alt) hat zwei Kinder im Alter von 7 und 10 Jahren und lebt in Scheidung von ihrem Mann. Diese Bekannte hatte schon vor ein paar Jahren Unterleibskrebs und dieser ist nun wieder ausgebrochen und es gibt jetzt keine Chance auf Heilung. Sie hat wohl nur noch 3 Monate zu leben. Sie hat jetzt morgens kurz vor der Schule ihren Kindern die Wahrheit gesagt. Die Kinder waren natürlich fix und fertig und rechnen damit, Weihnachten ohne Mama zu verbringen. Meiner Meinung nach ist es nicht vertretbar, so kleinen Kindern das quasi zwischen >>Sosse und Kartoffeln<< zu sagen. Ich meine, sie hätte sich dafür professionelle Hilfe holen sollen. Wie ist eure Meinung dazu ??

Das kann ein Außenstehender gar nicht beurteilen. Da spielen so viele Faktoren mit rein, die zu bedenken wären. Wie reif sind die Kinder? Wie ist das Mutter/Kind Verhältnis? Sind die Kinder alt und reif genug, sich überhaupt mit dem Tod auseinander zu setzen? Und noch Vieles mehr. Die Kinder wären auch durch den Wind gewesen, wenn fachliche hilfe zur Verfügung gestanden hätte. Das ist ganz normal, wenn auch für die Kinder im grunde (ob nun mit oder ohne Hilfe) zunächst einmal völlig unfassbar.
Mit Sicherheit war der Zeitpunkt, es den Kindern beizubringen, sehr unglücklich gewählt. Das hätte man in aller "Ruhe" und vor Allem mit sehr viel Zeit den Kindern beibringen müssen. Aber ich denke, daß hat die Mutter aus einer gewissen Verzweiflung heraus gemacht, weil sie sich natürlich auch sehr belastet und mit der Situation überfordert fühlt.
Jetzt, mit diesem Wissen, brauchen die Kinder Hilfe und jede nur mögliche Unterstützung. Die Fragen kommen erst, die seelische Belastung ist für die Kinder immens groß. Da ist Jeder (vor Allem die Familie) gefordert, um den Kindern über diese seelische Not hinweg zu helfen, soweit es geht.
Der Mutter kann man keinen Vorwurf machen, daß sie so (unglücklich) gehandelt hat, sie ist auch verzweifelt. Aber die Kinder müssen und sollten jetzt Vorrang haben.

Ich würde jetzt nicht mehr kritisieren, wenn Du Dich schon einmischt, biete ihr Deine Hilfe an!

Natürlich ist es schlimm , seinen eigenen kindern eine solche " Nachricht" zu überbringen . Ob der Zeitpunkt jetzt richtig gewählt war ist unwichtig . Hat mal jemand an die Frau gedacht ? Sie ist wahrscheinlich in einem spätestens halben Jahr nicht mehr da und hatte ganz andere Gedanken ob das jetzt der richtige Zeitpunkt war oder nicht .
jacobi06 am 14. September 2007 21:41 Das sehe ich auch so! Hier nach richtig oder falsch zu Fragen ist genauso unwichtig, als wenn in China eine Currywurst platz. Nur wichtig ist, Was, wird aus den Kindern?, Wo bekommen sie Beistand in dieser Situation?, Wer Unterstützt die Familie jetzt und später! Sorry aber auf sone Bekanntschaft würde ich verzichten die mir noch Vorwürfe machen, denn keiner ist perfekt!!!
Sorry, aber das muste gerade mal raus...
Ja, aber nu ist zu spät und alles schimpfen ist überflüssig. Ich nenne das Kurzschlußhandlung, jetzt sollte sie eigentlich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen um den Kindern einen guten neuen Start zu geben, um selber klar zu kommen und um den Weg für die Kinder zu sichern.
Vielleicht hat sie gedacht, sie schafft es nicht, es ihren Kindern in einer "ruhigen Minute" zu erzählen und hat die Reaktion bzw. Nachfragen gefürchtet.
Vermutlich dachte sie, die Kinder sind erst einmal durch die Schule abgelenkt und sie kann sich besser auf ein Gespräch oder die Reaktion der Kinder vorbereiten.
Selbst wenn das keine gute Idee war, kann man jetzt nichts mehr dran ändern.
Am besten ist es, ihr deine Unterstützung zuzusagen und mit ihr durchzusprechen, was sie noch zu planen hat und wie sie sich zum Beispiel die Kinderbetreuung vorstellt, wenn sie dazu nicht mehr in der Lage ist.

Eine solche Nachricht den Kindern kurz vor der Schule mitzuteilen finde ich unverantwortlich. Wenn schon, dann erst am Nachmittag/Abend. Eine Beratung vorher wäre bestimmt besser gewesen. Manchmal reicht der kostenfreie Anruf bei der Telefonseelsorge schon aus.
Artica am 14. September 2007 20:51 sehe ich genauso. Das Resultat war jedenfalls das eines der Kinder während des Unterrichtes zusammen gebrochen ist. Aber sie sieht das alles anders und meint, sie hätte so richtig gehandelt, weil die Kinder in der Schule abgelenkt werden.

Nun ist es ja schon geschehen, und es gibt leider keine Hilfreiche Antwort mehr!
Wenn sie sich nicht "reif" fühlt (BITTE nicht missverstehen) wäre eine Art Profihilfe nicht falsch. Ist deine Freundin "spirituell" veranlagt kann sie sich kurz belesen bzw. Hilfe bei einem Sterbeforscher holen, Bernhard Jakoby. http://sterbeforschung.de/forum/index.php?sid=fa5bb40b85d1962545ed1a80d9b47ae3 Es kommt auch darauf an welche Einstellung sie selber zum Thema hat. Vielleicht ist es auch gut, wenn du als Freundin, herumfragst und mit "Todesexperten" sprichst um deiner Freundin "Zeit" zu lassen. Ich würde dir weiter helfen bzw. Hilfe anbieten.
Ein ähnliches Thema hatten wir vor ein paar Tagen: http://www.gutefrage.net/frage/soll-man-kindern-von-der-krebserkrankung-ihres-va...
Es gibt einen sehr schönen Film zu diesem Thema mit Susan Surandan und Julia Roberts: "Step mother". Wirklich empfehlenswert u. vielleicht etwas Trost spendend...?
Sehr schön gesagt, denke genau so.
schließe mich an!