Wann sind Quellenangaben bei wissenschaftlichen Arbeiten notwendig?

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2 Antworten

Oder wenn ich die Behauptung aufstelle, dass das Sozialsystem in

Deutschland verglichen zu Europa oder Afrika besser ist. Muss ich das

auch nachweisen?

Ja musst du, mal davon abgesehen dass das eine sehr unwissenschaftliche Aussage ist. Was die Verabschiedung eines Gesetzes angeht musst du denke ich nicht, sofern das Grundthema ein anderes ist. Genau das ist auch der Punkt, du willst eine These herausarbeiten und alles was mit dem Thema zu tun hat oder die Grundaussagen definiert muss auch "irgendwo her kommen" d.h. zitiert werden.

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Oder wenn ich die Behauptung aufstelle, dass das Sozialsystem in
Deutschland verglichen zu Europa oder Afrika besser ist. Muss ich das
auch nachweisen? Das sind ja eigentlich Aussagen, wo jeder direkt
zustimmen würde.

Äh ‒ nein. Da würde ich nicht direkt zustimmen. Ich hatte noch keine Gelegenheit, die Sozialsysteme all der Länder auf diesen beiden Kontinenten kennen zu lernen, geschweige denn, sie gründlich genug zu studieren, um mir über ihre Qualität ein so umfassendes Urteil zuzutrauen. Das müßtest Du mir also schon nachweisen. Bei einer so weitgehenden Behauptung würde es mir allerdings auch nicht genügen, wenn mit Quellenangabe jemand zitiert würde, der das ebenfalls behauptet hat. Ich würde schon wissen wollen, ob eine wissenschaftliche Untersuchung dahinter steht, wer sie in wessen Auftrag und mit wessen Geld durchgeführt hat, welche Länder mit einbezogen wurden oder nicht und warum, und ich würde verlangen, die Datenquellen, statistischen Methoden und Vergleichskriterien zu erfahren, die zum Vergleich verwendet wurden. Ohne diese Präzisierungen hat die Aussage noch nicht einmal einen klaren Inhalt. Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, ist die Aussage wissenschaftlich überhaupt diskutierenswert.    

Ohne Quellenangabe könnte man mir aber vorwerfen, es wäre ein Plagiat weil man bestimmt irgendwo diese Aussage ähnlich findet....

Bei zu substanzarmen Aussagen müßtest Du vielleicht eher fürchten, daß es gar keine Rolle mehr spielt, ob die Aussage plagiiert ist oder nicht, und daß niemand Wert darauf legen würde, sie schon früher in die Welt gesetzt zu haben...

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Kommentar von Franz1957
26.03.2016, 15:09

Vielleicht kann Dir diese Aussage helfen:

Im zweiten Schritt überschaut [der Wissenschaftler] das Material und vergleicht Quellen und Literatur. Ziele dabei sind das Aufdecken von Unstimmigkeiten und das Entwickeln einer eigenen Meinung. Diese „eigene Meinung“ darf jedoch nicht mit der Wiedergabe der eigenen Emotionen oder der subjektiven Wahrnehmung eines Themas verwechselt werden. Der Autor nimmt vielmehr einen fundierten wissenschaftlichen Standpunkt ein, den er durch intensive Beschäftigung mit seinem Forschungsgegenstand erreicht hat.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftliche_Arbeit (Hervorhebungen von mir, F.)

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