Frage von Lheurebleue, 186

Wann Pferd in Rente schicken?

Ich wollte euch mal Fragen wann Ihr euer Pferd in Rente schicken würdet, bei mir ist es zwar noch ein paar Jährchen hin, aber ich mache mir viele Gedanken wie ich meiner Liebsten das Leben später so schön wie möglich machen kann.

Momentan ist meine Stute momentan 17 Jahre alt und hat eine große Paddockbox und kommt auf den Normalen Paddock Weide und Co. Ich habe sie damals als Springpferd gekauft, da ich aber gemerkt habe das sie daran keine Freude hat haben wir das eingestellt und reiten nur noch Dressur auf inzwischen L**/M Niveau.

Da Sie schon viel für mich geleistet hat würde ich sie am Liebsten, wenn sie bis dahin fit bleibt, mit 20 aus dem Turniersport nehmen und nur noch Freizeitmäßig und ins Gelände reiten.

Dann möchte ich sie noch in einen Lauf oder Aktivstall stellen damit sie halt ruhe hat und wirklich ihren Ruhestand genießen kann, wenn sich jemand findet fände ich es auch toll eine Reitbeteiligung zu finden, man kann bestimmt sehr viel von ihr lernen, und ich weiß wie schön es ist selbst eine Reitbeteiligung zu sein ein tolles Pferd reiten zu dürfen.

so genug zu mir, wie würden eure Pläne aussehen?

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 116

Das ist so unterschiedlich wie bei uns Menschen auch.

Manche Pferde muß man mit 18 leider schon in die Rente schicken, weil sie über die Maßen strapaziert wurden und nun nicht mehr können.

Andere sind mit 28 und 30 noch bei der Sache und könnten einen "Ruhestand" gar nicht aushalten.

Man muß das von Pferd zu Pferd ganz individuell sehen. Wenn du aber schon bei einer 17 jährigen über den Ruhestand nachdenkst, dann ist was falsch gelaufen. Vergleichbar eines 17 jährigen Pferdes ist der 45 jährige Mensch - keiner denkt da über Ruhestand in den nächsten paar Jahren nach.

Kommentar von Lheurebleue ,

Ich sage ja nicht das ich sie jetzt gleich nicht mehr reiten möchte oder anderes. 

Ich habe lediglich geschrieben, dass ich viel darüber nachdenke ihr das leben so schön wie möglich zu machen.

so lange sie top fit ist werde ich sie auch weiter gymnatizieren und arbeiten. Es geht lediglich darum sie aus dem Turniersport zu nehmen und die haltungsform zu ändern ;)

Kommentar von friesennarr ,

Die Haltungsform sollte immer Offenstall oder noch besser Aktivstall sein von 0 bis 30 plus. Immer.

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde & reiten, 18

So eine alte Frage wird mir hier eingespielt. Aber vielleicht ist's ja auch so noch interessant:

Die Umstellung in einen Aktivstall oder anderen Offenstall mit Bewegungsanreizen würde ich so früh wie möglich machen, denn Box verschleißt einfach durch das viele Stehen, gehen auf engem Raum, zehrt am Stoffwechsel durch die organisatorisch nicht änderbare Portionsfütterung von Kraftfutter (so es denn eins bekommt) und warum das Pferd früher verschleißen als notwendig?

Meine Pferde werden so lange ganz normal bewegt, wie sie das können, wobei ich in jedem Alter jeden Tag auf Basis dessen, wie es ihnen geht, entscheide, was ich mache. Das gilt für's junge Pferd wie für's alte. Dressur sollte nicht zum Selbstzweck da sein, das wissen wir alle, selbst die, die es nicht leben, sondern dazu, die Tierchen zu gymnastizieren und das hilft ihnen besonders dann, wenn sie grade nicht so fit sind, also warum dann nur noch ins Gelände?

Warum ziehen die Leute mit 20 immer einen krassen Strich bei den Pferden? Als ich Kind war, liefen die in jedem Alter im Sport, in dem sie es konnten. Das reichte bis 30, bei besonders "gut erhaltenen" Pferden auch länger. Heute, wo die Tiermedizin doch eigentlich auch Fortschritte gemacht hat, gelten 20-jährige Pferde als alt. Mein Wallach wurde dieses Jahr 20 und mir wurde letztes Jahr nahegelegt, mich nach einem Rentnerplatz für ihn umzuehen, weil er doch bald 20 würde - ähm, an meinem Pferd hat sich im letzten Jahr nur geändert, dass er mal ordentlich am Hals aufgemuskelt hat, was bei seinen Gebrechen nicht selbstverständlich ist. Ich glaub, unsere beiden wären bei anderen Besitzern längst "nicht mehr reitbare Rentner". Abgestellt. Damit Platz für den Nachwuchs ist. Warum nur zeigen sie jeden Tag Freude an der Arbeit, strahlen wie ein kleines Kind, wenn man sie ob ihrer neu hinzugewonnenen Leistungen lobt?

Kommentar von Lheurebleue ,

Hallo, danke für deine Antwort, leider ist es nun so das meine Stute komplett Blind geworden ist und nun in "Rente" ist, sie steht in einem Stall wo sie nun tagsüber auf der wiese ist und nachts in der Box. Ich versuche ihr noch ein paar Tricks beizubringen, was auch ganz gut klappt. Aber reiten war mir einfach zu gefährlich, da sie schon öfter probleme hatte und wir stürzten. LG

Antwort
von Boxerfrau, 43

Ich würde mit meinem Pferd so lange zeit verbringen wie es geht. Spazieren gehen kann ein Pferd bis es tot umfällt. Und gerade bei alten Pferden ist es wichtig das sie in Bewegung bleiben. Wie bei uns Menschen eben auch. Wer Rastet der Rostet. Mein Pferd auf irgendeine eine Rentnerkoppel ab zu schieben, nur weil es nicht mehr für meine Zwecke zu gebrauchen ist. Käme für mich absolut nicht in frage. Es wird im genau da bleiben wo es jetzt ist, da es sein Leben auch in jungen Jahren schon im Offenstall genießen kann und nicht erst wenn er alt ist.

Antwort
von Nanni001, 51

Meine Reitbeteiligung ist jetzt fast 21 Jahre und sie wird noch ungefähr 5 mal pro Woche geritten. Dressur auf dem Platz, Gelände; Bodenarbeit, Longe und auch hin und wieder mal ein kleinen Sprung. Da hat sie besonders Freude dran. Im Gelände gibt sie auch noch ordentlich Gas. Also noch ist an "Rente" nicht zu denken ;-)

Aber ich denke das kommt immer auf das Pferd/Pony drauf an und man merkt wenn es soweit ist.

Antwort
von FelixFoxx, 138

In irgendeiner Form beschäftigen, solange es geht (Reiten, Fahren, Bodenarbeit, Spaziergänge, Kopfarbeit in Form von Tricks beibringen). Auf ein artgerechtes Leben im Offen- oder Aktivstall hat ein Pferd in jedem Alter einen Anspruch!

Mein erstes Pferd war ein altes Schulpferd, damals als ich sie übernahm, war sie ca. 28 Jahre alt. Ich habe sie ca. 2-3mal pro Woche etwas geritten, Bodenarbeit gemacht, sie an ein Geschirr gewöhnt, vom Boden gefahren und viele Spaziergänge gemacht. Leider hatten wir nur ein Jahr zusammen, dann brach sie sich bei einem Sturz den Knochen.

Der Trakehner meines Mannes wird am 24. April 30 Jahre alt und wird von ihm immer noch dressurmäßig und auf Ausritten geritten. Wenn er fit bleibt, wird er auch dieses Jahr auf dem VFD Playday starten (Trail und eventuell Barrel Race).

Antwort
von beglo1705, 90

Da spielen ein paar Faktoren zusammen: Man muss sehen, ob das Pferd gesund ist und wenn ja, ob es nicht noch eine "leichte Teilzeitbeschäftigung" machen kann und will in Form von vielleicht regelmäßiger Bodenarbeit, einspannen oder so was.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass auch die Rentner regelrecht aufblühen, wenn sie regelmäßig sinnvoll beschäftigt werden (nicht überstrapaziert) und nicht nur Box und Weide sehen, da sie durchaus zu gebrauchen sind dank ihrer Erfahrung und Gelassenheit, also auch ideal für zum Beispiel als Pflegebeteiligung.

Ich mein aber, dass du schon noch Zeit hast, da mit 20 Jahren eigentlich noch nicht mit dem Pferd abgeschlossen ist, ausser sie ist fertig mit den Gelenken oder anderweitig gesundheitlich angeschlagen.

Ein Laufstall wäre auf alle Fälle (unabhängig vom Alter und Status) anzuraten, da Pferde die Bewegung unbedingt brauchen für die allgemeine Gesundheit und auch für die Psyche. Manch einer mag darüber lachen, aber so Unarten wie Weben oder Koppen habe ich im Offenstall mit Herdenanschluß noch nicht beobachtet.

Antwort
von LyciaKarma, 80

Mit 17 brauchst du sie lange noch nicht in Rente schicken, mit 20 auch nicht. 

Fordere und fördere sie, solange es geht. Denn wer rastet, der rostet. 

Allerdings würde ich sie gleich in einen Aktivstall stellen, das sollte jedes Pferd dürfen, da FelixFoxx recht! 

Kommentar von Lheurebleue ,

schau mal bei der antwort von mir bei friesennarr, da bin ich noch mals drauf eingangen ;)

Kommentar von Weisefrau ,

Das ändert auch ein Friesennarr nicht! Die ganze Reiterei ist mit unendlichem Leid für die  Pferde verbunden.

Kommentar von LyciaKarma ,

WeiseFrau, wie kommst du darauf, dass mein Pferd "unendlich leidet"? 

Er kommt jeden Tag freudig zu mir. Von der Koppel und von seinen Herdenkumpels weg. Zu mir.. obwohl ihn reite. Freiwillig.. 


Lheurebleue, jedes Pferd hat eine gute Haltungsform verdient, unabhängig davon, ob es Turniere geht oder nicht. Je früher du die Haltung umstellst, umso besser und umso glücklicher für dein Pferd. 

Kommentar von beglo1705 ,

Es kommt aber durchaus drauf an, was ich wie mit meinen Pferden mache. Alle Reiter jetzt über einen Kamm zu scheren ist nicht fair. Klar überall gibt´s schwarze Schafe aber dennoch denke ich dass gerade die Reiter, die sich um ihr Tier Gedanken machen und es artgerecht halten nicht einfach zum Metzger abschieben, wenns dann krank und alt ist.

Was verstehst du konkret unter "unendlichen Leid"? Kannst du das näher ausführen?

Antwort
von Weisefrau, 98

Hallo, ich werde nie verstehen warum Menschen glauben das Pferde daran freunde haben geritten zu werden.

Es wäre sicher gut das Pferd später auf eine Gnadenhof zu bringen. Dort lebt es mit anderen Pferden draußen in einer Herde. In diesem Verband kann das Tier einfach nur Pferd sein. Ein Tier in der Mitte von anderen Tieren. 

Die Plätze sind Rah aber du hast ja noch Zeit.

Kommentar von Lheurebleue ,

Wieso sollte ich sie denn auf einen Gnadenhof bringen wenn ich sie sehen möchte? ich werde mich ja trotzdem mit ihr beschäftigen, und kann ja trotzdem in einer herde leben und sich entspannen. 

Dafür braucht man ja keinen Gnadenhof.

Kommentar von Weisefrau ,

Was willst du dich denn mit dem Tier beschäftigen? Du kannst es besuchen und Putzen. Mehr braucht ein Pferd nicht das glücklich in einer Herde lebt. Endlich ist das Tier Frei ohne Reiter, ohne Zaumzeug ohne Zwang.

Kommentar von Lheurebleue ,

Das Pferd braucht eine Tägliche Aufgabe, das ist so, genau wie bei menschen, wenn du 24 stunden auf dem Sofa liegst fühlst du dich doch auch nicht gut. wenn du meinst das reiten Tierquälerei ist ist das ja in Ordnung aber ich teile diese Meinung nicht wenn man es richtig macht.

Kommentar von Weisefrau ,

Das ist Quatsch! Ein Pferd brauch die Herde und sonst gar nichts! Da hat es seine Beschäftigung. Es gibt keine Richtiges Reiten! Die Gesamte Reiterei und Pferdehaltung ist eine einzige Tierquälerei.

Als ich noch jung war habe ich auch so gedacht wie du. Ich war selber Reiterin mit Reitunterricht und allem was dazugehört. Ich habe auch gedacht ein Pferd muss Leistung erbringen und den ganzen Misst.

Irgendwann habe ich mich gewundert das so viele Pferde weg waren die nicht so leicht im Umgang waren oder keine Leistungen erbrachten. Dann habe ich begriffen ...Rossschlachterei! Da landen all die Pferde.

Ja wir Menschen sind schon ein dankbares Völkchen! 

Kommentar von Lheurebleue ,

Ich kann deine Meinung nicht ganz verstehen. ich würde mein Pferd im Leben nicht zum schlachter gaben aber in Ordnung, ich glaube es bringt auch nichts, da jetzt weiter drüber zu diskutieren.

Kommentar von friesennarr ,

In einer Schlachterei landen aber auch alle Kühe und Schweine.

Kommentar von Weisefrau ,

@friesennarr , Die wurden vorher aber nicht geritten, umsorgt,  geputzt und ach so geliebt! Weil der Reiter, liebt sein Pferd ja über alles solange es ihm von nutzen ist! Selbst Hoch dotierte Springpferde werden ins Schlachthaus gebracht!

Antwort
von Schlappi2016, 100

Hallo,

ich finde es sehr schön, dass du dir jetzt schon Gedanken darüber machst.
Mit dem Aktivstall/ Offenstall ist eine super Idee. Ich würde noch mit meinem Pferd ausreiten, spazieren gehen und Bodenarbeit machen.

Beim Ausreiten würde ich trotzdem darauf achten, dass das Pferd entspannt vorwärtsabwärts läuft.

Antwort
von vmnth, 57

Hi,

Pferd in Rente schicken - unter Umständen gar nicht :-)) Du bist zwar diejenige, die ihr Pferd am besten kennt . . .  aber wenn Dein Pferd mit 17 noch gut auf Turnier unterwegs ist und das ja auch seit vielen Jahren, muss es ehrgeizig sein.

Solche Pferde werden unter Umständen unleidlich wenn sie sich nicht mehr gebraucht fühlen. Das mag jetzt komisch klingen, einem Pferd solche Verhaltensweisen zuzuschreiben.

Die Umstellung der Haltung ist gut gemeint, kann dem Pferd aber zusetzen.

Ich würde das nicht am Alter festmachen. Reite Deine Turniere so lange Du das Gefühl hast, dass sich das Pferd wohlfühlt. Reduziere vielleicht die Anzahl?! Aber die Turnieratmosphäre und alles drumherum hält Dein Pferd fit. Wenn Du es in einen anderen Stall stellst und nur noch ins Gelände schaukelst kann es sein, dass Dein Pferd dann "alt" wird.

lg

Antwort
von Lennart2222, 100

Es kommt auf die Ausdauer des Pferdes an . Aber das was du vor hast passt wohl

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