Frage von Reblaus84, 21

Wann muss ich ein Gewerbe (nebenberuflich) spätestens anmelden, wenn ich erst mal probieren will, ob es was für mich ist und sich finanziell lohnt ?

Da ich selbst überzeugte Nutzerin der Produkte bin habe ich mich entschlossen, diese weiter zu empfehlen und Beraterin zu werden (Direktvertrieb). Meine Bekannte/Förderin meinte, ich kann das ruhig drei Monate ausprobieren und dann entscheiden, ob ich weitermache oder nicht. Aber um zu wissen ob es was für mich ist und sich finanziell lohnt (Dez. & Jan. sind schwierige Monate um als Neuling potentielle Kunden zu überzeugen Abende zu machen), wird ein so kurzer Zeitraum nicht reichen! Nach welchem Zeitraum muss ich also ein Gewerbe spätestens anmelden??

Antwort
von teutonix1, 5

Du solltest ein Gewerbe vor Ausübung anmelden, die paar Euro ist es allemal wert. Mehr kostet ein Gewerbeschein nicht. Wenn es nach ein paar Monaten nix wird, abmelden kannst du dann immer noch.

Antwort
von Geochelone, 5

Nach welchem Zeitraum muss ich also ein Gewerbe spätestens anmelden??

Gemäß § 14 GewO ist das Gewerbe gleichzeitig mit dem Beginn der Tätigkeit anzuzeigen. Es gibt keine Probezeit !

Meine Bekannte/Förderin meinte, ich kann das ruhig drei Monate ausprobieren

Toller aber falscher Rat. Zahlt deine Bekannte dann auch dein Bußgeld ?

Antwort
von ramay1418, 6

Die einfachste Sache ist, das Finanzamt anzurufen. Die sind - man glaubt es kaum - manchmal auch sehr hilfsbereit. 

Daneben gibt es noch die IHK und das Gewerbeamt Deiner Gemeinde, die dazu Auskunft geben können. 

Und ein Steuerberater hilft natürlich (gegen Gebühr) auch gerne weiter. Aber mal einen anrufen ist ja kein Problem. Du kannst ja sagen, dass Du dann Deine Steuerklärung gerne von ihm machen lassen würdest. 

Normalerweise meldet man erst den Nebenerwerb an (es gibt übrigens einen Unterschied zwischen Nebentätigkeit und Nebengewerbe; schon deshalb wäre eine Fachberatung sinnvoll) und erst dann startet man. 

Aber spätestens bei der Steuererklärung für das Jahr, in dem die Tätigkeit aufgenommen wurde, musst Du Angaben machen; also starte erst in 2017. 

Eine Frage ist aber viel wichtiger: Warum willst Du unbedingt die Hunderttausendste Beraterin im MLM (Multi-Level-Marketing) werden? Das ist doch normalerweise nur etwas für Leute, die ihre letzten Freunde verlieren wollen - oder schon mit ihrer Familie im Clinch liegen. 

Gemessen an der Zahl der Unternehmen im Direktvertrieb gibt es nur ganz ganz wenige Firmen, bei denen dies (noch) funktioniert (Tupperware, Vorwerk). 

Kannst Du wirklich so viel Geld generieren, dass sich der Aufwand (Abend für Abend Kundenbesuche, Teilnahme an Seminaren und Schulungen, evtl. erst der Selbsteinkauf dieser Produkte, also das Vorstrecken von Geld) lohnt? 

Kommentar von Reblaus84 ,

Danke für deine Antwort! Warum ich es im Direktvertrieb versuchen will?

-Weil ich sonst nie weiß, ob es geklappt hätte! ;-) 

Geld hab ich keins vorgestreckt und werde es auch nicht! An Seminaren/Weiterbildungen kann ich kostenlos teilnehmen, muss aber nicht.

Mein Mann arbeitet Vollzeit, ich gehe putzen (neben Haus und Kindern, wir können uns kein 2.Auto leisten und wohnen ländlich). Das ist o.k aber ewig will ich nicht putzen gehen. 

Also wieso soll ichs nicht 2-3 Abende die Woche mit Prowinberatungen (deren Produkte ich selbst nutze und guten Gewissens weiterempfehlen kann) versuchen?!

Und nein, ich liege weder mit meiner Familie um Clinch, noch vergraule ich meine Freunde damit! ;-)

Meine Familie unterstützt mich sogar sehr! 

Und was Tupper angeht: DIESER Markt ist definitiv übersättigt!

Prowin gibt es seit 21 Jahren als Familiengeführtes Unternehmen und wird immer weiter bekannt, so dass ich mir erhoffe, einen Kundenstamm aufbauen zu können.





Kommentar von Geochelone ,

Die einfachste Sache ist, das Finanzamt anzurufen.

Die Gewerbeanzeige ist doch keine Angelegenheit des Finanzamtes ! Buß- und Zwangsgeldbescheide kommen bei einer fehlenden Gewerbeanzeige vom Gewerbeamt ! Was das Finanzamt dir dazu sagt, interessiert dort niemanden.

Kommentar von ramay1418 ,

Natürlich kann einem auch das Finanzamt helfen, das weiß ich, weil ich mal vor ein paar Monaten mit einer Bekannten, die sich für einen Nebenerwerb als Integrationshelferin interessierte, beim Finanzamt war. 

Außerdem gehen Gewerbeanmeldungen doch sowieso immer ans Finanzamt; das will ja schließlich auch irgendwann Geld sehen und wegen Steuerhinterziehung belangt zu werden, wiegt einen Anruf nicht auf. 

Was also spricht dagegen, sich dort zu informieren? Oder soll die Fragestellerin lieber auf die Antworten der Hobby-Berater hier bei GF hören? DAS wäre fahrlässig! 

Insofern ist doch jeder Tipp von den Profis Gold - und Geld - wert! 

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