Wann muss der Vermieter spätestens die Kaution zurückzahlen?

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10 Antworten

In der Regel darf er die Kaution 6 Monate einbehalten, da er 6 Monate nach deinem Auszug Schadenersatzansprüche geltend machen kann. Du solltest mal nachsehn wie viel du bei der letzten Nebenkostenabrechnung nachzahlen musstest. Sind die 6 Monaten verstrichen, würde ich ihm diese Summe (der letzten Nachzahlung) vorsichtshalber lassen und den Differenzbetrag nach den 6 Monaten einfordern. Alles natürlich in Schriftform.


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Kommentar von AlexausBue
10.10.2016, 09:00

Leider habe ich aus eigener Erfahrung mitbekommen, dass es keine Fristen gibt, weder 6 Monate oder 1 Jahr.

Mein Anwalt (Rechtschutzversicherung sei Dank hat der mich nicht viel gekostet) hat mir den zugehörigen Gesetzestext gezeigt, er lautet sinngemäß: "angemessener Zeitraum". Nur das kann jeder anders auslegen.

Schäden müssen bei Übergabe protokolliert sein. Alle Schäden die (angeblich) hinterher gefunden werden, kann man nur sehr schwer dem Mieter anrechnen. Auch wenn die Gerichte hier einen gewissen Zeitraum für Einsprüche einräumen

Ausstehende Nebenkostenzahlungen werde nach Vorlege der Nebenkosten ermittelt. Zieht man im Februar aus und erst im Mai des folgenden Jahres liegt die Abrechnung vor, muss man somit 15 Monate warten.

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Ich denke da wirst du nicht viel mehr sehen, vom Rest des Geldes, das müsstest du einklagen, und das weiß der Vermieter, dass das dir mehr kostet, als es im Endeffekt bringt.

Aber du könntest mal bei der Mietervereinigung nachfragen

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Kommentar von AlexausBue
10.10.2016, 09:11

Wenn der Vermieter im Unrecht ist kostet den Mieter Einklagen nichts.

Der Vermieter müsste alle Kosten tragen.

Meist ist es aber auch mit einem Brief getan. Und der kostet nur Porto.

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Hallo

ich bin in der selben Situation, ich bin im April ausgezogen´. Im Übergabeprotokoll wurden keine Mängel aufgeführt.

Ich habe mich mit meiner Vermieterin geeinigt, dass sie ca. 300€ einbehält. Bis zur Nebenkostenabrechnung von 2016 - die gibt es erst Mitte 2017 - muss ich warten. Sollten aus den Nebenkostenzahlungen keine weiteren Forderungen entstehen, gibt es den Restbetrag zurück. Und das muss man nicht einklagen. Nur, wenn der Vermieter sich weigert.

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Der Vermieter spricht hier von der Nebenkostenabrechnung, die wird erst im Januar 2017 aufgestellt. Üblicherweise zumindest.

Er darf nur soviel von der Kaution zurückbehalten, wie die geschätzte Höhe der Nebenkostenabrechnung ausfallen würde - man richtet sich da nach dem Verbrauch des Vorjahres.

Mal angenommen, er behält  500,-- Euro Kaution ein, steht das in keiner Relation zu der Nebenkostenabrechnung für Wasser und Strom. Da Du ja bereits Anfang des Jahres ausgezogen bist, kann diese Summe unmöglich sehr hoch sein.

lg Lilo


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Kommentar von anitari
10.10.2016, 09:05

die wird erst im Januar 2017 aufgestellt.

Oder erst im Dezember 2017.

Mal angenommen, er behält  500,-- Euro Kaution ein, steht das in keiner Relation zu der Nebenkostenabrechnung für Wasser und Strom.

Betriebskosten sind mehr als nur Wasser. Strom, der für die Wohnung, hat nun rein gar nichts damit zu tun.

Da Du ja bereits Anfang des Jahres ausgezogen bist, kann diese Summe unmöglich sehr hoch sein.

Und genau darum kann die Summe sehr hoch sein.

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Der Vermieter hat bis 6 Monate Zeit um zu prüfen ob und welche Ansprüche er noch aus dem beendeten Mietverhältnis er noch hat. Dann muß er die Kaution erstatten. Stehen aber noch BK-Abrechnungen aus darf er einen Teil der Kaution für evtl. Nachzahlungen länger einbehalten. Im E-Fall bis knapp 2 Jahre.

Was in Deinem Fall möglich sein Kann. Angenommen Mietende war der 31.1.2016 und Abrechnungszeitraum ist das Kalenderjahr, dann hat der Vermieter bis 31.12.2017 Zeit die Abrechnung zu erstellen und Dir zuzuschicken.

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"Möchte der Vermieter die Kaution mit einer ausstehenden Nebenkostenabrechnung eventuell verrechnen, ist er dazu berechtigt, sofern er die Nebenkostenabrechnung innerhalb der vom Gesetz vorgegebenen Abrechnungsfrist von zwölf Monaten vornimmt und eine Nachzahlung aus der Abrechnung zu erwarten ist. (BGH ZMR 2006, 431). Die Mietkaution deckt nämlich auch nicht fällige Ansprüche ab, die sich aus der Abwicklung des Mietverhältnisses erst ergeben."

Quelle:http://www.nebenkostenabrechnung.com/nebenkostenabrechnung-mit-der-kaution-verrechnen/

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Allerdings hat der Vermieter mir nur einen Teil der Kaution überwiesen, den Rest sagt er, behält er und verrechnet das mit der Betriebskostenrechnung ab.

Der Vermieter kann einen angemessenen Teil der Kaution (2-3 Monatsvorauszahlungen) für künftige Betriebskostenabrechnungen einbehalten.

Wenn der Abrechnungszeitraum mit dem Kalenderjahr identisch ist, hätte der Vermieter mit der Auszahlung bis 31.12.2017 Zeit.

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Kommentar von schleudermaxe
10.10.2016, 09:41

... wo steht das?

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... wir Vermieter dürfen nur dann zurückhalten, wenn mit einer Nachforderung zu rechnen ist und die Möglichkeit müssen wir begründen.

Alles eigentlich ganz einfach, so die Gerichte hier bei uns.

Viel Glück.

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Diese Verfahrensweise ist durchaus legitim. Falls aus der Vergangenheit bekannt ist, dass erneut mit ner Nachzahlung bei der Betriebskostenabrechnung für 2016 zu rechnen ist, wäre das Finish der 31.12.2017. Evtl. natürlich eher, wenn die BK-Abrechnung zu einem früheren Zeitpunkt erfolgt..

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Grundsätzlich gilt, bei Auszug oder wenige Tage später muss dir die Kaution zurückgegeben werden, sofern das Übergabeprotokoll sauber ist.

Bei den Nebenkosten gibt es eine Ausnahme. Wenn ihm Jahr zuvor oder seit Jahren du bei der jährlichen Abrechnung immer was nachzahlen musstest, dann darf der Vermieter diesen Teil einbehalten. Nochmal zur Verdeutlichung: Es muss in den Jahren davor stets eine Nachforderung geben haben und kein Guthaben. 

Daher erstmal die Gegenfrage: Hattest du in den Jahren davor bei der NK Abrechnung Guthaben oder eine Nachforderung?

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Kommentar von AlexausBue
10.10.2016, 09:02

Es muss in den Jahren davor stets eine Nachforderung geben haben und kein Guthaben. 

Das stimmt leider nicht, denn man könnte ja plötzlich auf Grund eines sehr kalten oder langen Winters deutlich mehr geheizt haben. Das Verhalten der letzten Jahre zählt nicht.

Ich habe mich zu dem Thema intensiv mit einem Anwalt für Miet- und Wohnrecht unterhalten.

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Kommentar von AlexausBue
10.10.2016, 09:07

Grundsätzlich gilt, bei Auszug oder wenige Tage später muss dir die Kaution zurückgegeben werden, sofern das Übergabeprotokoll sauber ist.

Auch das stimmt nicht ganz. Im Gesetz steht "angemessener Zeitraum". Wenn der Vermieter plausibel erklären kann, dass ein "angemessener Zeitraum" 3 Monate sind, weil er beispielsweise überprüfen will  ob es versteckte Schäden gibt kann er das tun. Ob der Mieter dann angeblich gefundene versteckte Schäden zahlen muss ist ein anderes Thema.

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Kommentar von anitari
10.10.2016, 09:09

In diesem Fall ist zu beachten das der Nutzungszeitraum des Mieter  ausschließlich bzw. überwiegend in der Heizperiode war. Da ist eine Nachzahlung so sicher wie das Amen in der Kirche.

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