Frage von neglino, 8

Wann müssen Bewerbungen vernichtet werden?

Gehen wir davon aus, man bewirbt sich irgendwo und wird abgelehnt. Wie lange darf die Bewerbung aufgehoben werden? Ist doch auch Datenschutz oder?

Antwort
von GanMar, 5

Da gibt es keine explizite rechtliche Regelung, sechs Monate nach Abschluß des Einstellungsverfahrens halte ich persönlich für die Obergrenze. Unter Umständen muß sich der Arbeitgeber nämlich noch gegen den Vorwurf der Benachteiligung wehren, weil sich jemand aufgrund eines Handicaps, des Geschlechtes oder seiner Herkunft abgelehnt fühlt. Um eine mögliche Schadenersatzklage abzuwehren, muß der Arbeitgeber ggf. vor Gericht seine Entscheidung für einen Bewerber nachvollziehbar darlegen können. Und dazu braucht er unter Umständen die Unterlagen auch abgelehnter Bewerber.

Antwort
von Purplez, 4

Die meisten Unternehmen schicken sie dir zurück, mit der Absage. Per Email nach der Absage müssen deine Daten sofort gelöscht werden. Bei Zeitarbeitsfirmen kannst du dafür unterschreiben das sie die behalten dürfen, damit sie dich in Unternehmen vorstellen können. Ansonsten anrufen und die Mappe abholen.

Kommentar von ShinyShadow ,

Per Email nach der Absage müssen deine Daten sofort gelöscht werden.

Es gibt sogar Personaler, die nehmen das ganz genau und senden die Bewerbung trotzdem zurück ;)

Hatte schon 2 so Fälle:

-Einmal kam ne Absage per Mail mit dem Hinweis: "Anbei erhalten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen wieder zurück." und anbei erhielt ich sie auch wieder zurück... Haben die doch tatsächlich meine Bewerbung nochmal angehängt die helden...

-Einmal kam ne Absage per Post mit dem selben Hinweis... Die Megahirne hatten meine Bewerbung ausgedruckt und den Ausdruck angehängt...

Und genau wegen solchen Menschen steht auf der Schachtel eine TK-Pizza, dass man die Plastikfolie entfernen muss, bevor man die Pizza in den Ofen schiebt ;)

Antwort
von FGO65, 4

Wieso Datenschutz?

Du hast Deine Daten doch freiwillig an die Firma gesandt und so lange diese deine Daten nicht weiter gibt, ist alles ok.

Oder hast Du in deine Bewerbung zum Schluss geschrieben: Bei Ablehnung meiner Bewerbung diese bitte vernichten?

Kommentar von GanMar ,

Wieso Datenschutz?

Der Fragesteller hat durchaus Recht: Personenbezogene Daten dürfen nur zweckgebunden verarbeitet werden. Ist der Arbeitsplatz besetzt worden, besteht aus Sicht des Bewerbers kein Grund mehr, der der Firma die weitere Datenverarbeitung erlauben würde. Der Arbeitgeber könnte sie noch brauchen, um sich gegen einen Schadenersatzanspruch eines abgelehnten Bewerbers zu wehren. Ein solcher Schadenersatzanspruch muß aber innerhalb einer gewissen Frist geltend gemacht werden. Ist diese Frist verstrichen, besteht auch von Seiten der Firma keine Notwendigkeit für eine weitere Datenverarbeitung. Und selbst das Lagern von Bewerbungsunterlagen stellt eine Datenverarbeitung im Sinne des Gesetzes dar.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community