Frage von DBKai, 40

Wann lebt man und wann überlebt man nur?

Wann fängt das Leben an? Wann hört das Überleben auf? Was tut der Staat dafür, dass immer mehr Menschen beginnen können zu "leben"? Würdet ihr sagen, dass ihr eher "lebt" oder "überlebt"? Warum stuft ihr euch so ein? Was müsste sein, damit ihr sagen würdet, dass ihr nur mehr überlebt - dass ihr nun lebt? Wann beginnt Luxus? Könnt ihr etwas dazu beitragen, dass ihr nicht mehr "überlebt" sondern "lebt" oder dass man vom "leben" zum "überleben" zurück rutscht? Wann ist das Leben mehrheitlich schön und wann ist es mehrheitlich eine Qual?

Antwort
von Schaco, 26

Ich würde sagen, die meisten überleben nur. Man geht arbeiten, die Hälfte des Gehalts geht für Miete drauf, ein Viertel fürs Auto und das andere Viertel für Lebensmittel - da bleibt nicht viel übrig zum "Leben".

Kommentar von DBKai ,

Den Eindruck habe ich auch und deshalb geht es einigen Leuten wohl auch nicht besonders gut. Besonders wenn man dann auch noch Kinder hat, ist man immer knapp...

Hoffentlich wird das in Zukunft anders und immer mehr Leute können anfangen zu "leben"...

Antwort
von AlexChristo, 14

Ich finde, die Antwort ist ganz einfach: Du lebst dann, wenn du die Verantwortung für dein Leben in deine Hände nimmst. Was hat der Staat damit zu tun, ob Menschen "nur leben" oder "nur überleben"? Der Staat stellt nur die Rahmenbedingungen zur Verfügung und fängt einen auf, wenn nichts mehr geht. 

Wann beginnt Luxus? Das ist wohl individuell. 

Wann ist das Leben mehrheitlich schön und wann ist es mehrheitlich eine Qual?

Als ob es nur das eine oder das andere gibt, es gibt auch zwischenstände. Aber um etwas mehr auf die Frage einzugehen: Dein Leben ist dann schön, wenn du es selbst für dich gestaltest und herausfindest, was dir wichtig ist. Vorher wird es nicht sonderlich schön sein.

Kommentar von DBKai ,

Was hat der Staat damit zu tun, ob Menschen "nur leben" oder "nur überleben"? Der Staat stellt nur die Rahmenbedingungen zur Verfügung und fängt einen auf, wenn nichts mehr geht. 

Besonders gute Rahmenbedingungen sind oft nicht vorhanden - immerhin läuft es an vielen Arbeitsplätzen alles andere als fair ab.  Solange klare Angaben über die Aufgaben fehlen, die eine Person an diesem Tag erledigen können soll - wird das auch so unfair bleiben. Wenn jeder genau Bescheid weiß, wann er was zu tun hat und wie viel Zeit er maximal brauchen soll (außer in Ausnahmefällen - man kann bestimmte Dinge nicht einkalkulieren), dann wird es wohl ganz gut laufen... Man kann feststellen, wer was gemacht hat und wie er es gemacht hat... Es müssen aber alle Mitarbeiter gleich streng kontrolliert werden und nicht nur einer... wenn schon kontrolliert wird. Außerdem sollte die Arbeit einem guten Zweck dienen - wozu soll sie sonst gemacht werden, wenn keinerlei positiver Nutzen für das Gemeinwohl dabei herausschaut? Bei Unklarheiten sucht man das Gespräch. "Wie war das?"

Bei den Gehältern hat man auch oft keine Einsicht. Wer verdient in seinem Beruf wie viel Geld und wie viel ist seine Leistung wert? Wer verdient zu viel und wer verdient zu wenig - für das was er zu leisten hat? Wie viel soll man mindestens für eine 40-Stunden-Woche verdienen und wie viel maximal? Der Kapitalismus ist zerstörerisch - immerhin funktioniert er durch Ausbeutung - eine Minderheit soll auf Kosten von einer Mehrheit zu Unrecht immer reicher und reicher werden. Soll ja wohl so nicht sein... deshalb bin ich eher für eine Gemeinwohl-Ökonomie...

Wann beginnt Luxus? Das ist wohl individuell. 

Findest du? Ich würde sagen, wenn es über den grünen Bereich hinausgeht. Der grüne Bereich ist ja: genug Geld um sich satt essen zu können - um sich eine schöne Miet-Wohnung leisten zu können - um einmal im Jahr auf Urlaub zu fliegen... damit man monatlich auch noch einen kleinen Betrag für sich übrig hat. Luxus beginnt dann, wenn man so viel Geld hat, dass man ruhig mehrmals im Jahr auf Urlaub fliegen kann... dass man oft eine größere Geldmenge am Monatsende übrig hat... sich irgendwann ev. sogar ein Haus leisten kann. - Man hat also viel mehr Geld, als zum bloßem "überleben" nötig wäre...

Als ob es nur das eine oder das andere gibt, es gibt auch zwischenstände. Aber um etwas mehr auf die Frage einzugehen: Dein Leben ist dann schön, wenn du es selbst für dich gestaltest und herausfindest, was dir wichtig ist. Vorher wird es nicht sonderlich schön sein.

Ich hab es doch eh nicht ausgeschlossen, dass es Zwischenstände gibt....

Ich weiß schon, was mir so alles wichtig ist... und mein Leben ist auch relativ schön - der Kapitalismus und die Ungerechtigkeit hier ziehen die Qualität meines Lebens aber in den Keller. Es liegt in diesem System ja nicht mehr wirklich in meiner Hand, wo ich hin komme - sondern mehr in den Händen meines Vorgesetzten - der mehr mit Vitamin B arbeitet als professionell. Und wehren kann man sich gegen derartiges Unrecht nicht/kaum...

Was soll ich da schon tun? Solange ich keine gesicherte Existenz haben kann - egal, was auch immer ich mache - bleibt mein Leben lahm... Ich muss mir Sorgen machen, ob ich meinen Job morgen noch habe - denn es ist eh egal, wie gut ich in der Arbeit bin - es wird subjektiv entschieden, ob ich bleibe oder nicht.... Unter solchen sehr unsicheren Umständen, die durch die Schuld anderer auf mich einwirken und wo ich keine Möglichkeit sehe, mich zu wehren - wird es mir unmöglich gemacht, dass ich mir ein schönes Leben aufbauen kann! Nicht fair... Man kann klare Angaben machen - man kann mit der Person sprechen, ob nun wirklich alles klar ist... Vereinbarungen treffen... und dann auch feststellen, wer was gemacht hat... man kann auch ehrlich sein, wenn es offensichtlich ist, dass jemand etwas besser kann als man selber... bin ich ja auch...

Kommentar von AlexChristo ,

Besonders gute Rahmenbedingungen sind oft nicht vorhanden - immerhin läuft es an vielen Arbeitsplätzen alles andere als fair ab.  

Ach ist das so?

1. Ich sehe das anders.

2. Wenn die Rahmenbedingungen nicht gut sind: Gewerkschaftlich organisieren und ändern.

3. Oder einfach den Arbeitgeber verlassen, einen besseren suchen oder selbständig machen.

Was soll ich da schon tun? Solange ich keine gesicherte Existenz haben kann - egal, was auch immer ich mache - bleibt mein Leben lahm... Ich muss mir Sorgen machen, ob ich meinen Job morgen noch habe 



Was sollst du tun? Eine Möglichkeit: Dich nebenbei besser zu Qualifzieren: Schulabschluss an der Abendschule, nebenbei studieren oder eine andere Ausbildung suchen. Guck, ob du einen Weg findest, dich mit einer aussichtsreichen Sache selbständig zu machen.

Ich bringe es mal auf den Punkt, auch wenn du dich ggf. angegriffen fühlst. Solange du andere dafür verantwortlich machst, dass dein Leben nicht so ist, wie du es möchtest, wirst du es nicht verändern können. Übernehme die Verantwortung und finde Lösungen, hänge nicht Problemen hinterher.

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