Frage von BatmanZer, 111

Wann kam die Idee auf, dass es im Christentum einen Himmel geben muss?

Wer hat gesagt, dass es einen Himmel gibt und zu welcher Zeit? Oder hat das das Christentum von anderen Religionen übernommen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von OlliBjoern, 8

Die Vorstellung der (christlichen) Auferstehung kam mit dem Christentum (Neues Testament), das Alte Testament kannte diese noch nicht in dieser Form, lediglich ein Weiterleben nach dem Tode im Totenreich (Scheol), wie PWolff ja schon ausführlicher erklärte.

Das Wort "Himmel" ist ein germanisches, es bezeichnete schon bei den Germanen den Raum über uns, also den physikalischen Himmel. Das Wort "Hölle" ist ebenso ein germanisches, es bezeichnete einen Raum "unten" (an einer Stelle ist beschrieben, wie die Flüsse dorthin hinabfallen), es war aber keine "Flammenhölle" (sondern ein kalter, einsamer Ort).

"Paradies" und (Garten) "Eden" werden in dem Zusammenhang zwar benutzt, aber dies sind strenggenommen verschiedene Dinge. Das Paradies ("Garten" in altpersisch) tritt zum ersten Mal auf in Bezug auf Adam und Eva (und deren Vertreibung "aus dem Paradies"). Der Begriff "Eden" stammt von den Sumerern, er bezeichnete die "Steppe", denn die Steppe war früher mal grün und fruchtbar, und erst später mussten die Menschen diese verlassen, als sie trocken wurde (auch ein Bild für die Vertreibung aus dem Paradies). 

Dennoch spricht das NT manchmal vom Paradies, wenn von der Auferstehung die Rede ist (ich meine, dass Jesus explizit das Paradies erwähnt, als er am Kreuz zu dem neben ihm gekreuzigten Menschen spricht).

Das christliche Paradies/die Auferstehung wurde mit dem "Himmel" assoziiert, und die Gehenna (die Flammen) wurde mit der "Hölle" assoziiert. Griechische Vorstellungen haben wohl auch eine Rolle gespielt.

Natürlich kannten auch andere Religionen die Vorstellung des Weiterlebens nach dem Tod. Bekannt ist ja die Religion der Alten Ägypter, sie hätten sich kaum die Mühe gemacht, die Toten zu mumifizieren, und ihnen Grabbeigaben zu machen, hätten sie nicht an ein Weiterleben geglaubt.

Vermutlich kannten auch die Kelten den Glauben an ein Weiterleben, Fürsten wurden nicht nur mit Waffen, Schmuck und Gebrauchsgegenständen, sondern auch z.T. mit Wägen beerdigt. Je nach Stand in der Gesellschaft fiel das Grab natürlich unterschiedlich aus.

Antwort
von PWolff, 33

Die Idee von einem Weiterleben nach dem Tod (und wohl auch von einem paradiesischen Weiterleben) wurde von einigen Richtungen der Mutterreligion, dem Judentum, übernommen. Diskutiert wird das z. B. hier:

http://www.bibleserver.com/text/HFA/Matth%C3%A4us22,23-33

Die Sadduzäer sind hier das Beispiel für die Richtungen, die in diesem Punkt "Fundamentalisten" (im ursprünglichen Sinn des Wortes!) waren - sie glaubten nur an das, was in der Tora steht. (Bzw. was sie der Tora entnahmen. Das wird auch a. a. O. diskutiert.)

Viele andere Richtungen glaubten an eine Weiterexistenz nach dem Tod. Die "Scheol", das "Totenreich", wird im "Alten Testament" an vielen Stellen erwähnt. Ursprünglich als ein Reich der Ruhe (das Wort "Totenruhe" kennen wir heute noch), und nicht etwas, wo die "Seelen" der Menschen gerade genug Bewusstsein haben, um zu merken, dass sie wesenlose Schatten sind.

Welche Religion in der Antike welche andere Religion inwieweit in welche Richtung beeinflusst hat, dürfte sich im Nachhinein nur schwer feststellen lassen. (Es sei denn, man findet Werke, die eine eindeutige Stellung beziehen und sich eindeutig wesentlich früher datieren lassen als andere ähniche Werke anderer Religionen.)

Mir scheint aber ein "Paradies" eine logische Folge aus der Vorstellung eines Schattenreiches plus der Vorstellung von einem gerechten Gott zu sein. Hinzu kommen die Vorstellungen von einem "Goldenen Zeitalter" in der Frühzeit der Menschheitsgeschichte (auch sehr verbreitet). (Verklärung der Vergangenheit, zu der der Mensch so sehr neigt?)

Eine weitere Möglichkeit, die wir von dieser Welt aus prinzipiell nicht ausschließen können, ist natürlich eine direkte göttliche Offenbarung. Sobald aber diese in der Welt ist, gilt natürlich wieder das oben gesagte.

Antwort
von Fairy21, 49

Wurde eigentlich gewissermaßen übernommen.

Im griechischen Totenreich/in der griechischen Mythologie gab es eine Aufteilung, die dem christlichen Bild von Himmel und Hölle ähnlich ist. 

Die guten kamen zu den Elysischen Feldern ( vergleichbar mit dem Himmel) und die Bösen in den Tartarus (entsprechend der Hölle ).

Unterschied zum Christentum ist,  dass sich beides in der Unterwelt befindet.

Und nicht 2 darüber entscheiden,  Teufel und Gott,  sondern einer , Hades/Pluto Gott der Unterwelt. 

Antwort
von quanTim, 69

das konzept von einen ort nach dem tod gab es schon vor dem christentum meist war es eine vorstellung eines totenreiches. z.B. im alten ägypten.

ebenso die vorstellung das es nach dem tod einen ort der bestrafung und einen ort der belohung gibt ist länger bekannt.

z.B. im heidentum gab es die todesgöttin hel (daraus lässt sich auch das englsiche wort für hölle ableiten) die an einem kalten eintönigen ort regiert hat. und es gab odins festhalle für die starken krieger. 
ebenfalls eine auslegung von himmel und hölle 

Kommentar von gottesanbeterin ,

Der "Himmel" nach dem Tod ist alledings Unsinn. Nach dem Tod landet man im Jenseits. Der "Himmel" ist kein Ort, sondern ein besonderer, eben himmlischer Bewusstseinszustand, den man erlangen kann, wenn man die "2.Geburt", die "durch den Geist" erfahren hat.

Das G´schichtl mit dem "in den Himmel Kommen" nach dem Tod hat man erfunden, um Hinterbliebene zu trösten.

Kommentar von WALDFROSCH1 ,

so ein Unsinn..

Kommentar von quanTim ,

wie viel von den ganzen erfunden ist und ob irgentwas davon wahrheit enthällt ist eine glaubensfrage und hat nix mit historie oder emperie zu tun.
wie das konzept des himmels für einen selbst aussieht ist wohl eher persöhnlicher natur und sollte man vll eher für sich behalten, wenn nciht danach gefragt wird

Kommentar von OlliBjoern ,

Stimmt, aber der "Himmel" hatte (in der germanischen Vorstellung) nichts direkt mit dem Weiterleben nach dem Tode zu tun, und auch nichts direkt mit Valhall (Odins Festhalle). Er taucht auf in dem Zusammenhang, in dem die Erschaffung der Welt geschildert wird (also eher als physikalischer Himmel).

Antwort
von Eselspur, 33

Seit es Menschen gibt, haben sie eine Ahnung vom Göttlichen. Wenn du willst, kannst du das "Himmel" nennen. Jesus hat es (auch) so genannt. die meisten Christen haben sich daran gehalten.

Antwort
von KittyCat992000, 62

Die Menschen haben sich einfach gedacht, dass es nach den Tod ja irgendwie weitergehen muss. Und da haben sie halt überlegt, wo man nach dem Tod hinkommt.

Kommentar von KittyCat992000 ,

*dem

Antwort
von JustNature, 45

Die parasitäten Priesterkasten aller Religionen mußten ja den Gläubigen eine Belohnung dafür versprechen, daß sie sich ein Leben lang schikanieren und ausbeuten lassen.

Und, indem man ihnen die Belohnung NACH dem Tod verspricht, wird es nie passieren, daß jemand die Belohnung einklagen kann. Er stibt also als ausgebeutetes Schaf und die Priesterkaste reibt sich die Hände über soviel Naivität.

Antwort
von Nadelwald75, 27

Hallo BatmanZer,

was für das Christentum relevant ist: Die Vorgeschichte im Judentum etwa seit 300 v. Chr. zur Zeit der Makkabäer. Das Christentum hat es dann von Christus selbst.

Antwort
von FrankoLogo, 52

Vor 2000 Jahren lebte Jesus, der Sohn Gottes und er hat den Menschen über den Himmel seines Vaters erzählt, das Jeder der an ihn glaubt, nach dem Tod dort aufgenommen werden kann.

Kommentar von Trashtom ,

Und die Menschen davor kommen alle nicht ins Paradies, weil Gott die AGB erst vor 2000 Jahren fertig hatte?

Kommentar von gottesanbeterin ,

Das hat Jesus keineswegs gesagt, er hat gesagt man müsse ein 2. Mal geboren werden (nicht STERBEN!) um ins "Reich Gottes" oder "Himmelreich" zu gelangen! Geburt und Tod sind aber schon recht unterschiedlich, gell?

Antwort
von derMannohnePlan, 26

Na einen Himmel gibt es doch.

Du musst nur hochschauen.

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