Frage von Anderle70, 99

Wann ist es auf 2 spuriger Bundesstrasse ein Überholvorgang ?

auf einer 2 spurigen Landstrasse ist eine Fahranfängerin (scheint so) links gefahren und hat offentschlich geschlafen bei ca 80km/h oder mit Ihrer Beifahrerin geredet. Ich war mit Tempo 80 / 90 hinter Ihr im Sicherheitsabstand, als ein Drängler hinter mir mit Lichthupe erscheint (dieser hat sich aus dem Staub gemacht). Ich wollte meinen frieden und bin nun mit geringer Beschleunigung auf die rechte Fahrspurgewechselt um Ihn vorbeizulassen. Nun hatte ich wohl so 90Km/h auf dem Tacho und habe nicht groß darauf geachtet das ich an der Links Schläferin passiert bin. auf halber höhe zieht sie einfach ohne zu schauen und Schulterblick nach rechts und drängt mich von der Fahrbahn ab. (Wir müssten beide selbes Tempo gehabt haben) Ich hatte nicht die Absicht sie zu überholen, das es so war war Zufall. Schuld ist der Drängler denn auch er hat sie rüber "gedrängelt". Kann mir hier eine Teilschuld in die Schuhe geschoben werden weil ich eben rechts neber Ihr mit gleicher Geschwindigkeit war ? Ansich ist das doch nicht überholen was ich gemacht habe ? Ich bin gespannt ob Ihre Allianz Vers. meinen kompletten Schaden übernimmt. Ein Polizist den ich kenne und ein Fahrlehrer sehen die Schuld alleine an dem Mädel da sie ihre Aufsichtspflicht nich nachgekommen ist, ohne Spiegel und Schulterblick nach rechts gezogen hat. ?? Für Kommentare bin ich Dankbar. Sollte die Versicherung nicht voll zahlen werde ich das über einenAnwalt einklagen lassen, wenn ich nicht als rechtsüberholer in diesem Fall ttuliert werde, was vollkommender Quatsch ist. Danke Euch.

Expertenantwort
von Crack, Community-Experte für Verkehrsrecht, 60

Überholen ist der

- tatsächliche (auch absichtslose) Vorgang

des Vorbeifahrens

- auf dem selben Straßenteil

- an einem anderen Verkehrsteilnehmer,

- der sich in der selben Richtung bewegt

oder verkehrsbedingt wartet

- von hinten nach vorne.

[http://www.bernd-huppertz.de/FHS%20Download/StVO%20Download/%C3%9Cberholen.pdf]

Du hast also überholt, ob beabsichtigt oder nicht, ob schnell oder langsam spielt dabei keine Rolle.

Dennoch sehe ich die Schuld für den Unfall bei der Unfallbeteiligten. Sie durfte den Fahrstreifen nicht wechseln wenn eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer nicht ausgeschlossen werden kann. [§5 Abs.5 StVO].

Die Polizei bzw. Bußgeldbehörde wird das möglicherweise nicht weiter verfolgen -  wahrscheinlich aber die Versicherung. Sie wird argumentieren das Du dann, wenn Du Dich regelkonform verhalten hättest nicht neben dem Fahrzeug sondern dahinter gefahren wärst als der Fahrstreifenwechsel stattfand. Und daraus könnte sie eine Teilschuld ableiten.

Antwort
von ShadowFlake, 35

Fakt ist du hast sie verbotswidrig rechts überholt bzw. deine Geschwindigkeit nicht herabgesetzt.

Fakt ist aber auch, sie ist ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen und hat dadurch diesen Unfall gebaut.

Am Ende kann das alles bei nem Richter landen und dein Anwalt und der der Gegenseite streiten sich um diese Punkte und der Richter entscheidet nach Aussagekraft und Relevanz. Versicherungen sind auch bekannt dafür jedes kleine Puzzle-Stück bei so einem Unfall einzeln zu beleuchten.

LG
shadowflake

Antwort
von atzef, 49

Na ja, eine gewisse teilschuld hast du eigentlich schon. Niemand zwingt dich doch, mit Beschleunigung zurück auf den rechten Fahrstreifen zu wechseln und dadurch dich wie bei einem Überholvorgang auf gleiche Höhe neben das andere Auto zu begeben.

Also wenn du den Sachverhalt so darstellst, dann bist du mit einer Teilschuld mit dabei - vermute ich.

Unproblematischer wäre die Version, die Schlafmütze hätte ohne Kontrollblicke und miit verlangsamter Geschwindigkeit auf rechts gewechselt... :-)

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