Frage von Kubius, 64

Wann ist die Probezeit (Arbeit) vorbei?

Arbeite seit November als Aushilfe und habe eine Probezeit von 6 Monaten. Da ich jetzt eine Vollzeitstelle suche, würde ich dort gerne bald fristlos kündigen. Da die 6 Monate jetzt im April rum sind habe ich nicht mehr viel Zeit. Zählt der April auch noch als Probezeit?

Antwort
von Messkreisfehler, 26

Auch in der Probezeit hast Du eine Frist einzuhalten. Außerordentlich und somit fristlos kündigen kannst Du nur aus wichtigem Grund. Ein neuer Job ist kein wichtiger Grund...

Kommentar von Kubius ,

Also muss ich eine fristlose Kündigung begründen? Was kann man denn als Begründung angeben?

Kommentar von Messkreisfehler ,

Dazu muss erst mal ein Grund vorliegen.

Nur weil Du keine Lust mehr hast oder einen anderen Job annehmen willst reicht das nicht. Fristlose Kündigungen sind grundsätzich das letzte Mittel!

http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Fristlose_Kuendigung_Kuendigungs...

Wann kann man ei­nen Ar­beits­ver­trag frist­los kündi­gen, d.h. wann ist ei­ne frist­lo­se Kündi­gung rech­tens?

So­wohl Ar­beit­ge­ber als auch Ar­beit­neh­mer können frist­los kündi­gen, wenn die Vor­aus­set­zun­gen von § 626 Bürger­li­ches Ge­setz­buch (BGB)
vor­lie­gen, d.h. wenn es ei­nen "wich­ti­gen Grund" für ei­ne
so­for­ti­ge Ver­trags­be­en­di­gung gibt. Kon­kret ist ei­ne
frist­lo­se Kündi­gung un­ter fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen rech­tens
bzw. wirk­sam (fehlt auch nur ei­ne von ih­nen, ist die frist­lo­se
Kündi­gung un­wirk­sam):

1.

Er­heb­li­cher Pflicht­ver­s­toß / drin­gen­der Ver­dacht:

Der gekündig­te Ver­trags­part­ner muss in so schwe­rer Wei­se ge­gen

sei­ne ar­beits­ver­trag­li­chen Pflich­ten ver­s­toßen ha­ben, dass dem

kündi­gen­den Ver­trags­part­ner das Ab­war­ten der Kündi­gungs­frist

im All­ge­mei­nen nicht zu­ge­mu­tet wer­den kann. Auch bei ei­nem

er­drücken­den Ver­dacht ei­nes sol­chen Pflicht­ver­s­toßes kann ei­ne

frist­lo­se Kündi­gung rech­tens sein (Ver­dachtskündi­gung).

2.

Rechts­wid­rig­keit und Ver­schul­den:

Der Pflicht­ver­s­toß muss rechts­wid­rig sein, d.h. es darf kei­ne

recht­fer­ti­gen­den Umstände ge­ben. Außer­dem muss der

Pflicht­ver­s­toß schuld­haft, d.h. vorsätz­lich oder zu­min­dest

fahrlässig be­gan­gen wor­den sein.

3.

Kein mil­de­res Mit­tel:

Die

frist­lo­se Ver­trags­be­en­di­gung muss verhält­nismäßig sein, d.h. es

darf kein mil­de­res Mit­tel ge­ben. Ei­ne "Re­pa­ra­tur" des

Ar­beits­verhält­nis­ses für die Zu­kunft durch ein mil­de­res Mit­tel

muss aus­ge­schlos­sen sein (Pro­gno­se­prin­zip). Ein mil­de­res

Mit­tel kann je nach La­ge des Fal­les ei­ne or­dent­li­che Kündi­gung,

ei­ne Ände­rungskündi­gung, ei­ne Ab­mah­nung oder auch ei­ne Ver­set­zung sein.

4.

In­ter­es­sen­abwägung:

Bei der

Abwägung der bei­der­sei­ti­gen In­ter­es­sen, d.h. des In­ter­es­ses

des Kündi­gen­den an ei­ner so­for­ti­gen Be­en­di­gung des

Ar­beits­verhält­nis­ses und des In­ter­es­ses des an­de­ren an der

Ein­hal­tung der Kündi­gungs­fris­ten, muss das In­ter­es­se des

Kündi­gen­den an ei­ner so­for­ti­gen Be­en­di­gung über­wie­gen.

5.

Ein­hal­tung der Zwei­wo­chen­frist:

Sch­ließlich muss der Kündi­gen­de die Kündi­gung in­ner­halb der Zwei­wo­chen­frist des § 626 Abs.2 BGB

erklären, d.h. in­ner­halb von zwei Wo­chen, nach­dem er von al­len

Umständen Kennt­nis er­langt hat, die für die Kündi­gung maßgeb­lich

sind.

Antwort
von Lauterbello, 39

Ja, gehört zur Probezeit. Das heißt aber nicht, dass du fristlos kündigen kannst. Wenn nichts anderes vereinbart wurde, gilt eine 2 Wochen Frist.

Antwort
von Margita1881, 42

wenn Du bis 6 zählen kannst: Ja

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