Frage von zurioioio, 19

wann fing das anthropozän an?

wann fing das antropozän an? industrielle revolution?

Antwort
von Ansegisel, 8

Ja, man setzt  ungefähr dasJahr 1800 als Beginn des Anthropozäns an. Denn erst mit der Industrialisierung wurde der Mensch in die Lage versetzt, seine Umwelt global umzugestalten.

Zwar gab es auch schon früher tiefgreifende Eingriffe in die Natur (z.B. die fast vollständige Abholzung Griechenlands für den Schiffbau in der Antike), aber deren Auswirkungen sind aufgrund der technischen Begrenztheit über ein regionales Maß nicht hinausgekommen.



Antwort
von Rushter, 9

Unter dem Namen Anthropozän (altgriechisch: „Das menschlich [gemachte] Neue“ – altgriechisch ἄνθρωπος, ánthropos, „Mensch“ und καινός, „neu“) wird die Benennung einer neuen geochronologischen irdischen Epoche vorgeschlagen: Sie soll den Zeitabschnitt umfassen, in dem der Mensch
zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen,
geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist.

Der Begriff wurde im Jahr 2000 vom niederländischen Chemiker und Atmosphärenforscher Paul Crutzen gemeinsam mit Eugene F. Stoermer[1] ins Spiel gebracht. Die beiden Wissenschaftler wollen damit ausdrücken, dass die Menschheit zu einem geologischen Faktor geworden sei. 2002 präzisierte Crutzen in einem Artikel in der renommierten Fachzeitschrift Nature den Begriff als eine „Geologie der Menschheit“. Er modifizierte damit einen Vorschlag des italienischen Geologen Antonio Stoppani, der bereits im Jahr 1873 „Anthropozoische Ära“ beziehungsweise „Anthropozoikum“ als Bezeichnungen für ein neues Erdzeitalter
vorgeschlagen hatte: „Ein neue tellurische Macht könne es an Kraft und
Universalität mit den großen Gewalten der Natur aufnehmen“. Andere
Wissenschaftler verwendeten auch den Begriff Noosphäre[2] oder Psychozoikum.
Auch Hubert Markl verwendet den Begriff Anthropozoikum als aktuellen
Faunenschnitt für die alleinige Verantwortung des Menschen im Jahr 1995
in seiner Publikation "Natur als Kulturaufgabe".[3]

2008 fand die stratigraphische Kommission der Geological Society of London, der weltweit ältesten geowissenschaftlichen Vereinigung, überzeugende Argumente für die These, dass das als Holozän bezeichnete zwischeneiszeitliche
Zeitalter mit stabilen Klimaverhältnissen an sein Ende gelangt und in
einen stratigraphischen Abschnitt eingetreten sei, für den „in den
letzten Millionen Jahren keine Entsprechung zu finden sei“[4]. Hierbei spielen der Anstieg der Produktion von Treibhausgasen[5], die menschengemachten landschaftlichen Veränderungen, welche in ihrem Umfang derweil die natürliche jährliche Sedimentproduktion erheblich übertreffen, die Übersäuerung der Ozeane sowie die fortdauernde Vernichtung von Biota eine Rolle. Sie warnen davor, dass „die Kombination von Artensterben, weltweiter Artenwanderung und der verbreiteten Verdrängung natürlicher Vegetation durch landwirtschaftliche Monokulturen
ein unmissverständliches biostratigraphisches Signal unserer Zeit
darstellt. Diese Auswirkungen sind bleibend, da die zukünftige
Entwicklung auf den überlebenden (und häufig anthropogen verschobenen)
Beständen aufbaut

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