Frage von TheTrueSherlock, 67

Wann denkt ihr über euch selbst, über euer Leben etc. nach?

Wann am Tag nimmt ihr euch Zeit um Nachzudenken? Und wie sieht das bei euch aus? Kuschelt ihr euch auf die Couch oder fährt ihr mit der Bahn/Bus von der Arbeit nach Hause und denkt einfach mal paar Minuten nach? Wie oft in der Woche nimmt ihr euch Zeit zum bewussten Nachdenken? Oder macht ihr das gar nicht?

Hier geht es nicht um die Standardgedanken, die man die ganze Zeit hat. Sondern um das bewusste Nachdenken, über das tiefsinnige/philosophische Nachdenken. Das wo man überlegt, wer man ist, was einen ausmacht, was der Sinn des Lebens ist, ob man glücklich ist, was man langfristig gesehen ändern will, wie man hier gelandet ist, wo man gerade ist und und und.

Bei mir ist es so, dass ich tagsüber so viel mache und mir gar nicht Zeit dafür nehme.. im Bett habe ich das Gefühl, dass ich noch viele Dinge nicht zu Ende gedacht habe und dann fängt das Grübeln im Bett an ;) Dazu muss man sagen, dass ich introvertiert, depressiv bin und eine Sozialphobie habe (ja diagnostiziert und bin in Therapie!) - also da fallen viele Gedanken an ;)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von xMirage95, 22

Gute Frage. :)

Normalerweise denke ich nur alle paar Wochen mal konkret darüber nach wer ich bin oder was der Sinn des Lebens ist... Das sind einfach so Fragen, auf die man eh keine konkrete Antwort findet und die mehr in einem Philosophieren von Ideen endet. :D

Aber fast täglich denke ich nach, wo ich grade im Leben stehe, wo ich hinwill, wie ich weitermache. Meistens spät abends. Ab und zu zeichne ich mir das auch mal auf und mach mir eine Übersicht zu allem. Mir hilft das irgendwie, weil mir dadurch meine Strategie klar wird, mit der ich durchs Leben fahre, und wenn ich merke dass etwas nicht stimmt, kann ich entsprechend schnell reagieren.

Klingt jetzt etwas komisch wenn ich mir das im Nachhinein durchlese xD, aber ich mach das gerne. xD

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Nein, das klingt eher hoch interessant. Wie genau zeichnest du dir das auf? Das könnte mir vielleicht auch helfen.

Kommentar von xMirage95 ,

Kommt drauf an womit ich mich genau beschäftige. Manchmal mache ich mir einfach nur Schaubilder, manchmal Excel-Tabellen, manchmal zeichne ich auch einfach auf was mir so in den Kopf kommt. xD

Antwort
von Pusteblume8146, 37

Über mein Leben und mich denke ich öfters nach. Das mache ich aber immer wieder zwischendurch, wenn es mir gerade so in den Kopf kommt. Es kann sein, dass ich mich manchmal bewusst hinsetze, allermeistens denke ich das aber nebenher. Zum Beispiel auf der Busfahrt, auf dem Weg zu etwas, wenn ich mich fürs Bett fertig mache oder Musik höre.

Für mich sind das keine "Standartgedanken die man die ganze Zeit hat", wie du das nennst, sondern die Gedanken, die mir da spontan kommen, sind meistens die Besten und Aussagekräftigsten. Wenn ich mich hinsetze und sage "Jetzt denke ich nach." - da "verirre" ich mich eher in meinen Gedanken und komme zu gar keinem Entschluss mehr. Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man zu viel nachdenkt, macht man nichts besser, sondern man hat eher noch weniger Klarheit - das ist zumindest bei mir so.

Für mich sind also diese Gedanken nebenher sogar am wertvollsten.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Mhm okay, danke für deine Antwort :) Scheint eine etwas schwierigere Frage zu sein, weil sonst die Antworten viel schneller reindonnern.. ^^

Finde ich schon mal sehr schön, dass du deine Gedanken zu dem Thema Gedanken (xD) mit mir teilst.

Mit Standardfragen meinte ich auch so was wie "Wann gibt es essen? Was koche ich? Ach, ich muss noch Nudeln kaufen" etc. Das sind für mich unwichtigere Gedanken, da sie sehr oberflächlich sind.

Dazu passt ein Spruch, den ich auch schon fast zur Frage schreiben wollte: "Zu viel Nachdenken ist wie Schaukeln. Man ist zwar beschäftigt, aber kommt kein Stück weiter." Ich wollte es dann doch nicht posten, weil das die Antworten beeinflusst hätte.
Außerdem muss ich manchmal echt Dinge zu Ende denken, sonst fühle ich mich nicht gut.

Antwort
von Einstein2016, 28

Ich möchte dazu ein bisschen philosophisch - aus Erfahrung - erläutern:

Es hilft einem, wenn man regelmäßig und zunehmend mal versucht, sich selbst aus dem Hintergrund - der alltäglichen Geschehnisse in seinem Umfeld - OBJEKTIV zu beobachten. 

Man kann das gut praktizieren, indem man z.B. mal regelmäßig in die NATUR geht.  Dabei sollte man versuchen, eine möglichst rein gedankenlose, gegenwärtige, innere Achtsamkeit nur auf sein wahres inneres SELBST auszüben.

So können die wahren inneren Bedürfnisse Deines SELBST/SEELE von "innen nach außen" zum Vorschein kommen und entsprechend auf Dich im positiven Sinne helfend im Guten wirken.

Es gibt dazu ein hochinteressantes, hilfreiches Buch von Eckhart Tolle:

"JETZT ! - Die Kraft der Gegenwart" 

Im Internet gibt es auch einige kostenlose Hörvorträge von Eckhart Tolle wie z.B.  "Freiheit von Gedanken"   (in mehreren Teilen).

Kann ich Dir nur wärmstens empfehlen !  

Alles Gute Dir !



Antwort
von DeathwishA, 19

Ich denke ab und an darüber nach, meistens abens wenn ich meine Ruhe habe, aber manchmal auch tagsüber wenn mir sowas durch den Kopf geht... 

Ich verstehe dich gut, ich war auch schon öfters in Therapie (unter anderem auch wegen Depressionen und Sozialphobie, aber nicht nur) und dann hat man noch mehr solcher fragen im Kopf und hat aber auch die Zeit darüber nachzudenken.

 Ich hoffe es geht dir bald besser und dass du vielleicht ein paar Antworten auf deine Fragen findest. 

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Mhm okay :)
Wie hast du deine Phobie in den Griff gekriegt? Warst du bei einer Verhaltenstherapie?

Kommentar von DeathwishA ,

Ja ich war von ca 2011 bis 2013 in ambulanter Therapie,in der unter anderem auch meine Spzialphobie stark verbessert wurde (wenn man das so sagen kann^^). Sie war nicht vollkommen verschwunden, aber zu der Zeit ziemlich abgeschwächt. 

2015-2016 war ich dann erneut (wegen ein paar ähnlichen Problemeund ein paar anderen) in Therapie (zuerst ambulant, danach für einige zeit in einer Tagesklinik). Unter anderem war schon seit längerer Zeit meine Sozialphobie und meine Depressionen wieder stärker geworden und 2015 war es dann eben sehr stark, zu stark, so dass ich kaum mehr "normal" leben konnte, und ich sowieso so gut wie keinen sozialen kontakt (außer mit ein paar bestimmten Personen) hatte.

Mittlerweile ist es allerdings wieder besser geworden, ich hab zwar ab und an schwache Phasen und un manchen bestimmten Sktuationen werde ich vermutlich nie wirklich rational denken und handeln können aber damut hane ich mich abgegunden^^ Soweit bin ich mit meiner Situation zufrieden.

Oh gott der Text sollte eigentlich echt nichtvso lang werden...

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Nicht schlimm ^^ Danke, dass du deine Erfahrung mit mir teilst.

Kommentar von DeathwishA ,

Gerne wenn man damit jemandem vll irgendwie helfen kann, wieso nicht. :))

Antwort
von FallOutHorizon, 21

Bei mir ist es genau so wie bei dir, ich höre vor dem schlafen gehen immer etwas Musik und denke dann über den Tag oder allgemein mein Leben nach. Hab übrigens auch Sozialphobie.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Gut zu wissen, dass man nicht alleine ist :)

Wie ist das bei dir? Bist du in Behandlung? Ich bin zwar in Therapie, aber ich bin in erster Linie wegen meinen Depressionen hin.. mit Sozialphobie habe ich noch nicht viel mit der Therapeutin gemacht.. Naja, geredet zwar schon, aber jetzt nicht dieses wir gehen zusammen raus und ich stelle mich der Angst im realen Leben (das macht man glaube ich nur in der Verhaltenstherapie, wenn ich mich nicht irre).

Oder machst du alleine etwas dagegen? Wie äußert sich bei dir die Angst?

Ich habe auch eine Spinnenphobie, aber das sind so krasse Welten.. Früher dachte ich mir, wieso kann ich nicht Angst vor Ratten oder so haben, weil man die seltener als Spinnen sieht - heute mit Sozialphobie ist es noch krasser. Sozialphobie ist ein Thema, mit dem du fast täglich zu kämpfen hast ._. Das ist echt hart.

Kommentar von Lissichen ,

Ich auch

Kommentar von DeathwishA ,

Ja ist bei mir auch oft so, dass ich einfach mal Musik höre, vom Alltag versuche abzuschalten und über solche Fragen nachdenke. Hab auch Sozialphobie, aber zum Glück nicht mehr so stark wie früher. 

Antwort
von Enzylexikon, 23

Ich persönlich habe solche Gedanken praktisch überhaupt nicht, weil ich im Bezug auf diese Dinge weitgehend im Reinen mit mir bin.

Bei meiner täglichen Sitzmeditation lasse ich Gedanken einfach aufsteigen und dabei auch los, ohne sie irgendwie zu bewerten.

Dadurch bleibt mir viel "Kopfkino" und Psychodrama erspart.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Mhm, auch gut :) Freut mich für dich ^^

Antwort
von rivellasueffer, 26

Hi Hi!

Ich hasse das Nachdenken im Bett. Als ich noch starke Probleme mit Familie und mir selbst hatte (mittlerweile viel besser geworden) konnte ich nicht vor 1 oder 2 Uhr einschlafen wegen dem vielen nachgrübeln.

Seit ich vor 2 Monaten angefangen habe zu joggen und meine Lage sich verbessert hat, ist es viel weniger geworden. Ich denk während dem joggen sehr viel nach (habe ja auch 40min Zeit dafür) und lasse so den ganzen Stress, Agressionen etc. raus.

Im Bett bin ich dann kaputt und "sorgenlos" und penne gemütlich ein.

Tschüssli und gib dir Acht!

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Ja, das habe ich mir auch gestern nachts gedacht. Ich sollte die Nachdenkzeit tagsüber verlegen, dann würde ich nicht im Bett so viel grübeln ^^
Danke für deine Antwort.

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