Frage von Eraser13, 483

Waffengesetz in Österreich, gut so oder nicht?

Servus! Da ich schon einige Fragen zum Waffengesetz in Österreich beantwortet habe und es da recht viel Unwissenheit zu geben scheint, dachte ich mir, ich mach mal eine umfrage was ihr davon so haltet. Natürlich darf jeder abstimmen und nicht nur Österreicher :-)

So erst einmal eine Erklärung für die, die es nicht wissen.

Freie Waffen wie Luftgewehre unter 6mm (es gibt keine Joulegrenze), Softair, CO² Waffen, Schreckschusswaffen, und die meisten Vorderlader (Ausnahme, Mehrschüssige Perkussionswaffen) sind komplett frei ab 18 und werden auch nicht registriert.

Einschüssige Waffen mit glattem Lauf (Doppelflinte,Einlaufflinte usw.) (ein Schuss pro Lauf), sowie Kipplauf- und Repetierwaffen mit gezogenem Lauf (Scharfschützengewehre, Jagdgewehre, Unterhebelrepetierer, Vorderschaftrepetierer, "Flobert" usw.) sind auch "frei" ab 18 werden jedoch zusätzlich im Waffenregister registriert, und man darf sie erst 3 Tage nach erwerb mit nach Hause nehmen, falls man keine WBK oder Jagdkarte besitzt.

Pistolen/Revolver, halbautomatische Langwaffen und Schrotrepetierer (keine Vorderschaftrep.) darf mit einer Waffenbesitzkarte erwerben. Anders als in Deutschland steht jedem Bürger über 21 und ohne Waffenverbot eine WBK zu! Jedoch hat man bei uns nur 2 Plätze zu beginn (später kann man mehr bekommen), daher darf man nur 2 solche Waffen haben.

Vorderschafrepetierflinten, umgangsprachlich "Pumpguns", Großkalibrige Scharfschützengewehre (Panzerbüchsen), Schaldämpfer und Vollautomaten sind verboten und nur mit Ausnahmegenehmigung zu bekommen.

Ich würde mich freuen wenn ihr eine kleine Begründung zu eurer Meinung schreiben würdet.

Antwort
von Fledermaus92, 325
Wusste ich und finde es gut so.

Puh, ganz schwierige Frage, irgendwie passt keine Antwort so recht, aber ich nehme einfach mal was am Ehesten passt ^^ Prinzipiell wusste ich da bis jetzt kaum etwas darüber, finde es aber eigentlich ganz in Ordnung so. Ich bin weder eine große Waffennärrin noch eine absolut erklärte Waffenfeindin - ich kanns gut verstehen wenn man ab und zu so zum Spaß am Schießstand rumballern will. Hab selber schon mal mit so ner frei verkäuflichen Gaspistole rumgeballert (auf leere Bierdosen und absolut mitten im Nirgendwo, also einigermaßen verantwortungsvoll ^^) und das war zugegebenermaßen schon ziemlich spannend.

Aber zu deiner Frage, ich finde, man sollte es in manchen Punkten verschärfen und in manchen Punkten lockern. Prinzipiell finde ich, dass vor dem Kauf jeder Waffe so eine Art Mini-Psychologisches Gutachten gemacht werden sollte, also so in der Art "Was willst du denn damit anfangen, wozu kaufst du das Teil". Auch bei Kleinkalibern. Ich bin mir nicht 100% sicher, aber ich glaube, dieser Fall wo in Deutschland zu Silvester ein elfjähriges Mädchen erschossen wurde, war das nicht mit einer Kleinkaliber-Waffe? Also eben weil man damit auch Leute umbringen kann, fände ich es schon besser, wenn zuvor jemand beurteilt wie verantwortungsvoll der Käufer mit einer Waffe umgehen wird. Und registrieren wär vielleicht auch nicht so übel. Also darüber lässt sich natürlich wieder diskutieren, denn auch mit nem stinknormalen Küchenmesser kann man Leute umbringen. Aber Küchenmesser kann man halt nicht nur gegen psychologisches Gutachten und Registrierung verkaufen, das wäre einfach unsinnig und nicht machbar ^^

Den Rest finde ich eigentlich ganz gut so.

Nun zu den Lockerungen: Ich finde es einigermaßen bescheuert, dass man als Zivildiener später länger keine Waffen haben darf. Das kommt, wenn ich mich nicht irre, noch von irgendeinem alten Gesetz, nach dem man das Bundesheer nur verweigern durfte, wenn man sich moralisch nicht zum Dienst mit der Waffe imstande sah. Das finde ich nicht mehr zeitgemäß. Z.B. mein Freund hat einfach nur aus zwei Gründen Zivildienst gemacht: Er hatte einfach keinen Bock, sich die Haare abzuschneiden (was ich 100% nachvollziehen kann, denn das ist einfach unsinnig - Frauen müssen sich beim Heer ja auch nicht die Haare abscheinden!) und wollte außerdem lieber was Soziales machen. Also die Entscheidung war überhaupt nicht von Waffen abhängig, und ich denke das ist bei vielen jungen Männern so.

Nun zur zweiten Sache: Ich glaube, Elektroschocker sind ja immer noch verboten. Die würde ich eher erlauben, da sie nach meiner Definition viel mehr eine reine Selbstverteidigungswaffe sind. Also ich kenne einige Mädels, die ganz froh gewesen wären, in manchen Situationen einen zu haben.

Kommentar von Eraser13 ,

Danke für deine ausführliche Antwort!

Dja bei der WBK muss man immerhin eh ein Psychologisches Gutachten vorlegen, außer man ist Jäger.

Natürlich ist auch jede Waffe tödlich, und auch in Deutschland waren mal Kleinkaliber usw frei ab 18, denke das der Unfall in Bayern mit eben einer Waffe aus dieser Zeit basiert ist.

Ja das mit dem Zivi ist Unfug, betrifft aber nur die WBK. Ale anderen Waffen darf man trotzdem haben. Und auch die WBK kann man vor ablauf der 15 Jahre bekommen wenn man in einem Verin ist.

Und Elektroschocker sind in Ö erlaubt, sowohl der Besitz als auch das Führen, nur eben der AIR-Taiser nicht, der die Elektroden auf einen zu Schießt.

Kommentar von Fledermaus92 ,

Hmm, interessant! Das wusste ich z.B. beides nicht. Das heißt, mein Freund dürfte trotz Zivildienst legal jagen gehen und ich darf mir nen Elektroschocker zulegen? ^^

Kommentar von Eraser13 ,

Grundsätzlich Ja, jedoch müsste dein Freund zuerst denn Jagdkurs und dann die Jagdprüfung mach, und dann einen Bescheid an der BH erwirken das er eine Ausnahme zum Führen von Waffen bei der Jagd bekommt, weil das ist der Punkt der eigentlich verboten ist.

Danach sollte es kein Problem sein eine Jagdkarte zu bekommen. Aber eine Jagdwaffe müsste er sich auch so kaufen dürfen.

Kommentar von Galgenvogel1993 ,

Bei dem Fall mit der 11 jährigen ist soweit ich weiß immer noch nicht geklärt, ob da überhaupt ne Legalwaffe im Spiel war. Die Polizei hat laut Bericht bereits die Legalwaffenbesitzer überprüft und ist zu keinem Ergebnis gekommen.

Kommentar von Eraser13 ,

Ja aus diesem Grund vermute ich das es eines von Opas alten "Flobert" von anno dazumal, war und sich ein par dachten es wäre sicher lustig damit zu Silvester herumzuschießen.

Aber das ein Geschoss irgendwann wieder runterkommt haben die Intelligenzbolzen nicht bedacht.

Antwort
von Weinberg, 213

Prinzipiell ist das österr. Waffengesetz derzeit durchaus brauchbar. Denn es gibt jedem unbescholtenen Österreicher das Recht, Waffen zu erwerben und zu besitzen.. Was bedeutet, eine Waffenbesitzkarte beantragen zu können.

Natürlich sind dafür bestimmte Voraussetzungen gegeben, also psychologisches Gutachten sowie eine nachgewiesene Sachkunde (Waffenführerschein).

Darüber hinaus müsste bei Vorliegen entsprechender Gründe auch ein Waffenpass ausgestellt werden. Dieser berechtigt auch zum "Führen" von Faustfeuerwaffen.

Aber: seit einiger Zeit stellen die zuständigen Behörden keine Waffenpässe mehr aus!! Wo früher gefährdete Personen einen solchen problemlos erhielten, etwa Taxifahrer, Tankstellenpächter, Juweliere usw., werden diese mit fadenscheinigen Gründen abgewiesen.

Sogar Polizisten, welche auch privat eine Waffe führen wollen, wird dies verweigert, mit dem Hinweis, bei einer Gefährdung solle man die Polizei rufen.

Detto Jäger, welche oft eine grosskalibrige Fausfeuerwaffe bei der Jagd mit sich führen (etwa bei der Nachsuche auf angeschossenen Wild, Wildschweine z.B., oder durch Verkehrsunfälle verletztes Wild) .

Dies deutet alles darauf hin, daß die Regierung die Bürger früher oder später entwaffnen will. Das zentrale Waffenregister z.B. ist ja der erste Schritt dazu.

Jede Diktatur hat als einen der ersten Schritte den privaten Waffenbesitz verboten, egal ob Nazis oder Kommunisten. Als sollte man sich fragen, wohin wir uns bewegen.......

Kommentar von Eraser13 ,

Danke für deine Antwort!

Ja das mit den Waffenpässen ist in letzter zeit etwas extrem geworden. Ein bekannter von mir hat auch um einen Waffenpass angesucht, eben für die Nachsuche bei der Jagd. Wurde abgelehnt, mit der Begründung das nur Hundeführer (!) einen Waffenpass bekommen.

Aber über die Entwaffnung mach ich mir jetzt erst mal keine sorgen, weil ich glaube das mehr Waffen im Privatbesitz sind in Österreich, als was Polizei und Bundesheer zusammen zu Verfügung hat. Hoffe mal das die Politiker so intelligent sind und erkennen das dass keinen Sinn macht, da etwas zu verbieten.


Kommentar von Weinberg ,

Wobei "Politiker" und "intelligent " ein Paradoxum ist......

Antwort
von MCraft, 15
Ich bin Positiv überrascht, finde es gut so.

Das einzige was ich da ein wenig kurios finde, ist, dass Schalldämpfer nicht so leicht zu erwerben sind. Ansonsten muss ich ehrlich sagen, mir gefallen diese Regelungen.

Antwort
von ES1956, 220
Wusste ich und finde es gut so.

Bis auf den Schmarrn mit dem Verbot von Vorderschaftrepetierern finde ich das völlig OK und die Kriminalitätsstatistik zeigt ja auch dass ihr damit umgehen könnt.

Besonders erfreulich für mich als Messerfreak natürlich auch der entspannte Umgang mit Schneidwaren von dem sich die Deutschen ein paar Scheiben abschneiden könnten.

Kommentar von xdanix77 ,

Wobei man sich m.M.n. bei uns in puncto Schalldämpfer ruhig an Deutschland orientieren könnte.

Kommentar von Eraser13 ,

Danke für deine Antwort !

Ja das mit den Vorderschaftrepetierflinten war reine Panikmache, aber was solls. Immerhin sind die Vorderschafrepetierbüchsen ab 18. :-)

Ich würde mir halt wünschen das sie das Verbot von .50 BMG etc aufheben würden. Und auch Schaldämpfer (eigentlich nur für Langwaffen) würde mich reizen, so eine .500 Wihsper mit Dämpfer, wär schon interessant. :-)

Aja stimmt das Messer Gesetz (gibt es in Ö glaube ich gar nicht in dieser Form oder?) bei euch ist ja auch recht, streng.

Antwort
von Galgenvogel1993, 188
Wusste ich und finde es gut so.

Ich find euer Waffenrecht ne gute Sache. Es zeigt, dass sich Leute nicht anfangen über den Haufen zu ballern, nur weil Waffen erhältlich sind.

Kommentar von Eraser13 ,

Danke für deine Antwort!

Stimmt, bei uns basiert auch nicht mehr mit Waffen als bei euch.

Kommentar von xdanix77 ,

Wobei ich bisher den Eindruck habe, dass der "Normalbürger" bei uns nicht mal weiß, wie viel eigentlich erlaubt ist.

Kommentar von Eraser13 ,

Genaus aus diesem Grund wollte ich mal eine Umfrage machen, und sehen wie viele sich wirklich mit unserem Waffengesetz auskennen.

Weil ich hab im Freundes und Bekanntenkreis auch schon so einige Märchen gehört. Von "Alle Kleinkaliber Waffen sind frei ab 18" bis "Für eine Doppelflinte braucht man einen Waffenschein" über "Muss ich mein Luftgewehr anmelden?",und mein absoluter Liebling "Zielfernrohre mit geschlossenem Kreuz sind in Österreich verboten".

Also ich würde es nicht schlecht finden wenn jeder, zumindest einmal die gängigsten Waffentypen (Pistole/Revolver, Repetiergewehr und Doppelflinte) in der Hand gehabt hat, damit würde vielleicht auch der Angst und Panik vor Waffen entgegengewirkt.

Antwort
von kheido, 145
Wusste ich und finde es ist zu streng, muss gelockert werden.

Im Grunde ist das österreicheichische Waffengesetz schon ganz brauchbar, aber auch darin schwirrt ein ganze Menge Blödsinn ähnlich wie im deutschen Waffenrecht rum.

Genauso wie das deutsche, gehört auch das österreichische Waffenrecht mal von tatsächlich sachkundigen Menschen durchgefegt und ausgemistet, um alles das was aus Beamten-Paranoia, Profilierungswut von Politikern, fehlendem Fachwissen oder einfach nur offensichtlich exzessivem Hollywoodkonsum entspringt zu beseitigen.

Wie am Beispiel Österreichs deutlich erkennbar ist, führt der leichte Zugang zu Schußwaffen nicht automatisch zu Gewaltexzessen........: friedliche Menschen sind auch noch friedlich, wenn sie Waffen besitzen. Gewalttätige- oder kriminelle Menschen brauchen um Gewalt auszuüben nicht unbedingt legal erhältliche Waffen.

Kommentar von Eraser13 ,

Danke für deine Antwort!

Ja ich denke so ähnlich, im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden mit unserem Waffengesetz, da wie gesagt jeder der möchte, die Möglichkeit hat Waffen zu besitzen, aber einen kleinen Feinschliff könnte es auf jeden Fall vertragen.

Z.b. die ganzen halbautomatischen Langwaffen die in D zwar KAT B sind aber bei uns KAT A und damit verboten. Das gleiche bei .50 BMG, .460 Steyr und .416 Barret, eine Waffe bleibt eine Waffe es ist egal ob eine Super Hyper Magnum oder ein Kleinkaliber, potentiell tödlich ist beides

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