Frage von LordFrex, 90

Waffen besitzen in Deutschland mit Jagdschein?

Ich hätte ein paar Fragen zum Waffenbesitz in Deutschland. Mein Opa hat noch Waffen in einem Waffenschrank bei sich zuhause und ich wollte fragen was ich brauche um die zu übernehmen. Mit einem Jagdschein, darf man soweit ich weiß, nur 2 Waffen besitzen. Habt Ihr Ideen davon ?

Bitte nur konstruktive Antworten, von Leuten die sich damit befasst haben. Und nein ich will nix blödes damit anstellen...

Antwort
von antnschnobe, 57

Hi,

Du schreibst nicht, ob Du bereits eine WBK und/oder einen Jagdschein hast, auch ist in der Frage nicht ersichtlich, ob es sich um Kurz- oder Langwaffen handelt.

Kurzwaffen werden für Jäger eigentlich nur zwei bewillligt, außer man kann gute Gründe für weitere anführen.
Einfach so geht es sicher nicht.

Solltest Du bereits Sportschütze sein, würde das evtl. leichter gehen,  wenn Du glaubhaft machen kannst, mit diesen Waffen Wettkämpfe schießen zu wollen.

Aber auch hier hat die Behörde das erste und letzte Wort.

Langwaffen dagegen unterliegen keiner Begrenzung für Jäger. Hier kannst Du sie sicher übernehmen, immer vorausgesetzt, Du bist Jagdscheininhaber.
Als Sportschütze - siehe Kurzwaffen.

Sollte Dein Opa verstorben sein (was ich nicht hoffe), kannst Du sie u.U.  als Jäger oder Sportschütze unter oben genannten Voraussetzungen samt Munition übernehmen, allerdings ist hier der Erbschein wichtig.
Ohne WBK oder Jagdschein kann man geerbte Waffen nur ohne Munitionserwerbs-Erlaubnis u.U.  übernehmen.

http://deutscheswaffenrecht.de/waffengesetz/erbwaffen-erbenprivileg/

Kommentar von LordFrex ,

Vielen Dank schonmal für deine Antwort.

Den Jagdschein würde ich jetzt im Frühjahr angehen, um dann die Waffen zu erben wenn mein Opa dann stirbt.

Er ist im Besitz von mehreren kurz und Langwaffen.

Also sollte ich mit dem Jagdschein wo ich doch eine WBK bekomme alle Langwaffen im Waffenschrank übernehmen nur die Frage mit den Kurzwaffen muss dann noch geklärt werden.

Es geht mir hauptsächlich darum dass die Waffen nicht nach seinem Tod vernichtet werden, jedoch besteht auch Interesse dann vielleicht nicht ausgerechnet mit diesen Waffen auf die Jagd zu gehen.

Aber mit dem Jagdschein wäre es am einfachsten in den Besitz von seinen Waffen zu kommen oder?

 

Kommentar von antnschnobe ,

Solange Dein Opa noch lebt, Du vorhast, den Jagdschein zu machen - ist alles im grünen Bereich.

Mit diesem Jagdschein hast Du die allerbesten Chancen, die Waffen übernehmen zu können. Zu Lebzeiten, wie im Todesfall.

Nur noch eins:

Der Jugendjagdschein berechtigt Dich nicht, diese Waffe zu übernehmen. Sie bleiben im Besitz Deines Opas, solange er lebt.

Erst mit der Umschreibung  - mit 18 Jahren - zum "richtigen" Jagdschein wird Dir eine WBK ausgestellt, in der diese Waffen dann eingetragen werden können.

Ab hier kannst Du alle Langwaffen erwerben, die Dir zur Jagd nötig erscheinen, es gibt weder eine Höchstgrenze, noch eine Kalibervorgabe.

Das nur am Rande, da ich nicht weiß, ob Du bereits volljährig bist.

Alles weitere, wie Waffenaufbewahrung, sonstiger Erwerb, Umgang und Führen der Jagdwaffen wird Dir im Kurs zum Jagdschein erläutert werden.


Antwort
von Lestigter, 47

Jagdschein oder Waffenbesitzkarte (Jagdschein ist grob gesagt Waffenbesitzkarte für Jäger)

Du solltest 18 sein, (bist ja schon fast 20, das würde passen), keinen Dreck am Stecken haben, dann entweder den Jagdschein machen oder in einen Schießsportverein eintreten und die Sachkundeprüfung ablegen.

Wenn du diese Voraussetzungen erfüllt hast, dann kann man weiter sehen, das "übernehmen" ist nicht z so einfach. "Erben" wäre möglich, aber da wird der Opa hoffentlich nicht so schnell mitmachen.

Unter 21 Jahren darfst du normalerweise nur Kleinkaliber besitzen (bei jagdschein auch Flinten)  - mit Psychogutachten oder ab 25 dann alle Waffen, die dein Opa da im Schrank hat.

Du kannst als Sportschütze nur max. 2 Waffen pro Halbjahr erwerben, also im Jahr 4 Stück - also Jäger gibts die Streckungsgrenze nicht.

Also - Fang mit irgendwas (Jagdschein oder eintritt in Sportverein) an, das zieht sich noch etwas, bis du die Voraussetzungen erfüllst, aber der erste schritt ist dann getan.

Kommentar von LordFrex ,

Vielen Dank :) Ja die Vorrausetzungen treffen schon mal ein :) 
Die Waffen brauche ich nicht sofort, in erster Linie ging es darum, dass die jemand nach seinem Tod bekommt, auch wenn das noch Jahre dauert könnte. Aber dann mache ich den lieber jetzt schonmal denn man weiß ja leider nie wie lange man noch lebt.

Also wenn der da heftige Waffen drin haben sollte, was gut möglich ist dann brauch ich nochmal ein Gutachten sonst gehen die zum Abfall wenn er stirbt ?

Lieben Gruß,

Alex

Kommentar von Lestigter ,

Wenn das noch "Jahre dauert" dann noch ein Tipp:

aussondern -  am Besten jetzt schon - was nicht gebraucht, gewünscht wird (Jäger haben oft viele Waffen im Schrank und wenn man dann nachfrägt, dann nutzen sie immer die gleichen 2,3,4 Stück und nicht alle..)

Alle anderen vorher veräußern oder dann, wenn der Erbfall eintritt veräußern über einen Büchsenmacher.

Die Waffen, die man aber "behalten" will kann man für schmales Geld unbegrenzt lange einlagern lassen (fängt bei 30 Euro im Jahr für eine Kurzwaffe an) und sie sich dann nach und nach (4 pro jahr) oder eben erreichen der Altersgrenze) wieder in den eigenen Schrank holen!

Also Zuhause aufbewahren, bis man alt genug ist oder sie Voraussetzungen hat, geht nicht, da macht das Ordnungsamt einen Strich durch die Rechnung. Selbst eine "Erben-WBK" gilt nicht ewig und ist mehr für den Verkauf gedacht.

Also schon mal vorab klären, was man macht, dann kommt keine Hektik auf.

Hier ein Beispiel für eine Einlagerung und dessen Preise - selbst in 3-4 Jahren kommt da nicht mehr Geld zusammen, als eine der Waffen dann kosten würde, wenn man sie sich kaufen muss (und vom Verkauf der nicht "brauchbaren" kommt ja auch Geld rein )

http://www.waffenverwahrung.de/index.php?id=134

http://www.waffenverwahrung.de/index.php?id=138

Finde Ich übrigens toll, dass du dir schon vorab Gedanken machst, meist läuft das dann "schnell, schnell, die Waffen müssen schnell verkauft werden" ab. Und so sind dann auch die erzielten Preise..

Kommentar von Lestigter ,

Was sind "heftige Waffen" ? - Selbst Halbautomaten sind für Jäger OK, dann halt nur mit 2-Schuss Magazin, aber eben erlaubt!

Antwort
von archibaldesel, 48

Du gebrauchst eine Waffenbesitzkarte. Ein Jagdschein begrenzt die Anzahl der Waffen nicht auf zwei.

Kommentar von LordFrex ,

Mit einem Jagdschein bekomme ich doch eine Waffenbesitzkarte oder ?
Wie viele Waffen darf ich zuhause besitzen ?

Kommentar von archibaldesel ,

Das ist nicht überall gleich geregelt, weil es auf kommunaler Ebene festgelegt wird. Du müsstest beim Ordnungsamt deiner Gemeinde nachfragen.

Kommentar von Lestigter ,

So  - das Waffengesetz der Bundesrepublik Deutschland ist also auf kommunaler Ebene geregelt und die Gemeinden  entscheiden, wie viele Waffen Ich Zuhause haben darf?

Und die Gemeinde entscheidet, ob Ich zu meinen Jagdschein eine WBK bekomme?

Sorry - glaube Ich nicht - sieht wohl eher so aus, wie hier recht gut beschrieben  - und das gilt deutschlandweit:

http://www.fwr.de/waffenrecht/die-rechts-ecke/rechtslage-in-deutschland/einzelan...[tt_news]=17&tx_wecknowledgebase_pi1[backPid]=122

Kommentar von EdgarBaer ,

Mit einem Jagdschein, darfst 2 Kurzwaffen (Pistolen, Revoler, ... ) besitzen und unbegrenzt viele Langwaffen (Büchsen, Flinten, ... )

Kommentar von Lestigter ,

Fallenstellerlehrgang als Ergänzung zum Jagdschein machen und dann kann man sich normalerweise noch eine 22er Kurzwaffe dazu holen.

(Wenns einer braucht, viele arbeiten dann mit einer Reduzierpatrone aus der Flinte)

Antwort
von Velodogs, 24

Mal unabhängig von der rechtlichen Situation würde ich mir zu allererst mal Gedanken darüber machen, ob sich der Aufwand der am " übernehmen " dranhängt bei den vorhandenen Waffen überhaupt lohnt.....

Jäger ( insbesondere die ältere Generation ) haben nämlich oft genug über die Jahre und Jahrzehnte ettliches an Waffen angehäuft, was häufig nur ein " nice to have " ohne größeren Wert oder praktischen jagdlichen Nutzen ist.

Ich würde da also erst mal gründlich  taxieren, was für Waffen vorhanden sind und welchen finanziellen-bzw. jagdlichen Nutzwert sie tatsächlich haben. Danach gegebenenfalls den Schrott aussortieren.

Der Markt insbesondere für gebrauchte Jagdwaffen ist z.Zt. mehr als voll und die Preise im Keller, weil eine komplette Generation Jäger gerade wegstirbt.

Da sollte man sich nicht unnötig mit altem billigen Schießzeugs belasten, was niemand braucht oder haben will.

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