Frage von indeependen5, 68

Wären Bio-Lebensmittel attraktiver, wenn sie im Fachhandel kostengünstiger zu erwerben wären?

Bio-Lebensmittel werden weiterhin vor allem von Leuten gekauft, die über das entsprechende finanzielle Potenzial verfügen. Eine Subventionierung ökologischer Landwirtschaft könnte zu einer Preissenkung im Lebensmitteleinzel-und fachhandel führen. Wären biologische Produkte laut EU-Richtlinien somit für eine größere Bevölkerungsschicht attraktiv? Wären Bio-Lebensmittel für dich eine Ware die häufiger im Einkaufskorb landen würde, wenn du es dir leisten kannst? Würdest du häufiger im Bio-Markt einkaufen, wenn du einen Wocheneinkauf rein BIO finanzieren könntest?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von archibaldesel, 21
Stimme gar nicht zu

Subventionen sind immer eine schlechte Lösung, weil sie den Markt verzerren und Anbieter nicht subventionierter Artikel benachteiligen.

Der Anbau bzw. die Produktion von Bio-Lebensmitteln ist teurer und ich finde es absolut angemessen, wenn sich das auch im Preis wiederfindet. Auch das hat etwas mit Wertschätzung durch den Verbraucher zu tun. Getreu dem Motto: "Lieber Landwirt, du investierst mehr dafür, dass ich Bio-Produkte bekomme, dafür bin ich dann auch bereit mehr zu zahlen."

Antwort
von Agronom, 18
Stimme gar nicht zu

Der Bedarf ist schon jetzt eigentlich zu hoch, als dass er vernünftig gedeckt werden könnte. Bevor derartige Produktionsverfahren gefördert werden, müssten sich noch andere Punkte ändern, in jetziger Situation was Bedarf der Bevölkerung an Lebensmitteln und Agrarrohstoffen anbelangt und der aktuellen Verfahrensweise von ökologischer Produktion wäre eben diese nicht Fähig den Bedarf zu decken. Ich vermeide bewusst Bio-Produkte und greife nur zu ihnen, wenn keine Alternative vorhanden ist.

Subventionen für Produktion sind auch keine gute Idee, langfristig sollte in der Landwirtschaft nur finanzielle Unterstützung für nicht vermartkbare Dienstleistungen bestehen, also im Sinne von Cross Compliance, alles weitere sollte vom Markt bestimmt werden.


Antwort
von LiselotteHerz, 35
Stimme voll zu

Ich kaufe ohnehin zu 80 % nur Bio-Obst und Gemüse. Wenn mich die Preise nicht zuweilen abschrecken würden, würde ich das ausnahmslos machen.

Bestimmte Lebensmittel bekommst Du nicht mal so ohne weiteres in Bio-Qualität - seit Wochen schaue ich nach Bio-Weintrauben, bekommt man nicht im realen Leben. Oder Bio-Mangos? Wenn ich wirklich mal welche sehe, kostet da eine Mango 5,- Euro. Bin ich verrückt? Wer soll das bezahlen?

Anderes Beispiel: Eine Wassermelone kostet in der Regel so um die 3,- Euro, eine Bio-Melone (eine ganz kleine) kostet 4,99 Euro (hat nicht mal geschmeckt). lg Lilo

Kommentar von LiselotteHerz ,

Wir leben nach dem Motto: Was der Mensch isst, so ist er". Da unsere Bio-Eier sehr teuer sind, essen wir halt nicht so oft Eier. Und wenn mein Bio-Kopfsalat sehr erdig ist, wasche ich ihn halt dreimal.

Bei mir kostet 1 kg Bio-Paprika 6,99, die anderen gibt es schon für 2,99. Dann isst man halt nicht so viel, außerdem merkt man das ganz deutlich am Geschmack. Die nicht Bio-Produkte sind zum Teil geschmacks- und geruchsfrei - dann kann ich es auch lassen.

Kommentar von indeependen5 ,

Ich finde das sehr lobenswert möchte aber den Kerngedanken von Bio noch äußern. Dieser orientiert sich an dem Leitsatz : regional-saisonal-nachhaltig. Melonen, Mangos oder auch Bananen sind laut Kerngedankem also keine biologischen Produkte, auch wenn sie BIO erzeugt sind. Hier spielen CO2 Emissionen und Arbeitsverträge in den Ländern vor Ort eine Rolle. Trotzdem ist es ein richtiger Schritt BIO zu kaufen, denn nur so kann man über mehrere Stufen den Kerngedanken des BIO-Produktes erreichen.

Antwort
von Gilbert56, 31

Die zusammenhänge stimmen so nicht, nur pauschal gesehen stimmen sie. Viele mit Geld kaufen konventionell, weil sie kein Bio-Bewusstsein haben. Oder sie haben getestet, und es war ihnen zu ungewöhnlich oder schmeckte nicht. Andere sind bio-überzeugt und kaufen alles aus dem Bioladen, obwohl sie wenig Geld zur Verfügung haben. "Sich leisten können" ist doch in Wirklichkeit oft "sich leisten WOLLEN oder eben nicht leisten WOLLEN. Also, wenn Leute mit 40.000-Euro-Auto in Interviews sagen, sie müssen bei KiK und Aldi einkaufen, weil anderes zu teuer ist, dann weiss man wie sie ticken.

Eine Preissenkung würde also nicht zwangsläufig bedeuten, dass viel mehr Bioprodukte gekauft werden. Etwas mehr wohl schon.

Bio-Produkte nach EU-Richtlinien sind übrigens in Edeka- und änlichen Läden gar nicht so teuer. Sich die nicht leisten zu können, ist oft nur vorgeschoben. Viele sehen das aber gar nicht als echtes Bio, im Gegensatz z. B. zu Demeter-Produkten.

Statt Eingriff in die eigenständigen Marktmechanismen durch Subventionierung sollte man daher eher das Bio-Bewusstsein fördern.

Ich meine, deine Fragestellungen wären zu überarbeiten und außerdem kann man zu so vielen Fragen nicht pauschal mit einer Antwort abstimmen.

Kommentar von indeependen5 ,

Hallo Gilbert,

danke für deine Meinung, welche ich durchaus konstruktiv annehme und dir auch hier beim obigen Absatz zustimme. Ich fragte aber auch nach dem Fachhandel ( Bio-Märkte ) und nicht nach dem Lebensmitteleinzelhandel oder den Discountern. Dort gibt es eine Unterscheidung für mich.

Die Fragen darunter sollen auch nur zu einer Diskussion anregen, welche ja auch hier konstruktiv stattfindet. Ich würde mich aber freuen, wenn du einen Vorschlag hättest, wie man BIO im Bewusstsein der Bevölkerung stärker verankern kann. Das ist eine sehr spannende Sache, zu der es viele Vorträge und Meinungen gibt.

MFG

Antwort
von tryanswer, 29
Stimme gar nicht zu

Zum einen führt Subvention nur zu Marktverzerrungen, die am Ende im Chaos enden (siehe Milchmarkt). Zum andren sagt Bio wenig über die Qualität und Herkunft der Lebensmittel aus. Biogemüse kann vom kleinen Gartenbetrieb aus der Nachbarschaft genauso kommen, wie von einem industriellen Großbetrieb in China.

Persönlich kaufe ich bio und konventionell - in Abhängigkeit der sensorischen Qualität.

Antwort
von Brunnenwasser, 4
Stimme voll zu

Im Sinne der Frage hätten Bioprodukte bei gleicher Preisstellung natürlich mehr Zuspruch.

Allerdings stellt sich nicht die Frage ob Bio billiger sein sollte. Wenn etwas revolutioniert, behelfsweise subventioniert gehört, dann sind das die weit verbreiteten Hungerlöhne unser extrem erfolgreichen Exportnation.

Antwort
von martinzuhause, 29

"Eine Subventionierung ökologischer Landwirtschaft "

wäre genauso unsinnig wie das meiste "bio" heutzutage.

was ist "bio" an kartoffeln die in der ägyptischen wüste angebaut und dort massiv bewässert werden? neu europa kommen sie dann mit schiffen die nicht gerade "bio" kraftstoffe verbrauchen


"bio" ist wenn ich vernünftig angebaute produkte aus der region kaufe,

alles andere ist nur das wollen einiger firmen mit der bezeichnung "bio" kräftig zu verdienen

Kommentar von indeependen5 ,

Ich möchte darauf hinweisen, dass sich die Subventionierung hierbei auf die deutsche Landwirtschaft beschränkt. Es geht darum, inwiefern mithilfe von Umschichtung von Geldern Bio-Lebensmittel in Deutschland so attraktiv gemacht werden können, dass sie auch für alle in der Ernährung zumindest in kleineren Teilen eine Rolle speilen können. Ich stimme dir dabei zu, dass "Biokraftstoffe" und wie dein Beispiel Kartoffeln aus Ägypten dem eigentlichen biologischen Grundgedanken widersprechen. Dies leigt aber daran, dass Bio-Flächen in Deutschland weiter knapp bemessen sind und eine 100% Abdeckung nicht zu gewährleisten wäre in der Theorie. In der Praxis bestimmt immer noch die konventionelle LW das Gesamtbild. Dies sind Mais, Raps und Getreide.

Kommentar von LiselotteHerz ,

Hast Du eine Ahnung, was die in Ägypten so an Schadstoffvertilger einsetzen!! In meinem ganzen Leben würde ich keine Kartoffeln aus Ägypten kaufen.

Man mus sich ja auch mal überlegen, was es für ein Wahnsinn ist, Kartoffeln aus Ägypten zu kaufen. Lagerung, Transport - das bezahlt doch alles der Endverbraucher. Als ob es bei uns keine Kartoffelpflanzen mehr gäbe.

Und was habe ich davon, wenn es aus meiner Region stammt und die Apfelbäume gespritzt wurden?

Kommentar von martinzuhause ,

"In meinem ganzen Leben würde ich keine Kartoffeln aus Ägypten kaufen. "

da hoffe ich dann mal das du immer genau liest wo die produkte herkommen.

Antwort
von MrMcSauerkraut, 20
Stimme voll zu

Die Aussage, Bio-Lebensmittel würden weiterhin von Leuten gekauft, die über das entsprechende finanzielle Potenzial verfügen, ist zwar richtig, allerdings auch keine besondere Weisheit. So gut wie jedem in Deutschland ist es möglich, sich diese Produkte zu leisten. Es geht darum, sich bewusst dafür zu entscheiden. Es einfach so, dass Menschen nicht so leicht aus ihrer Komfortzone herauskommen, und dazu zählt auch, solche Produkte zu kaufen, um die Umwelt zu schon, und dabei eben etwas draufzuzahlen.


Das heißt, dass ein niedriger Preis natürlich Bioprodukte natürlich attraktiver machen würde. Das ist leider eine sehr pragmatische Herangehensweise, aber anders sind viele Menschen wohl nicht zu motivieren.


Wenn ich von "Bio" schreibe, dann meine ich das "wirkliche Bio" und
nicht das "Pseudo-Bio", das bei Aldo & Co angeboten wird.


P.S. Ist das eine Hausaufgabe?


Kommentar von indeependen5 ,

Dem obigen Absatz stimme ich zu.Dem unteren hätte ich hinzuzufügen, dass es wie du sagst ansonsten schwierig ist BIO einer großen Alllgemeinheit attraktiv zu machen. In diesen Prozessen muss noch viel Aufarbeitung stattfinden, was Konsumverhalten und Konsumentscheidungen beeinflusst.

Dies ist keine Hausaufgabe sondern eine Interessensfrage, da ich in der BIO-Branche arbeite und mir immer gerne Meinungen einhole, um auch neue Anregungen zu erhalten.

Kommentar von MrMcSauerkraut ,

Ich finde es schade, dass erst finanzielle, also künstliche Anreize geschaffen werden müssen, damit die Masse auf dieses Problem aufmerksam gemacht wird.

Ich finde es aber schön zu sehen, dass Du Dich wirklich dafür interessierst und nicht nur eine Hausaufgabe erfüllst, wie ich anfangs vermutet hatte.

Antwort
von elfriedeboe, 9
Stimme zu

Wenn es mir finanziell möglich ist würde ich gern regionale bio Ware zu kaufen, da ich finde das bio auch mit der Herkunft zu tun hat !

Antwort
von Indivia, 21

Ich denke nicht, denn jenachdem was man imBioladen kauft, zumindest bei uns ist es schongünstiger, zb Äpfel aus der heimischen Region,teilweise schon für 0,00€ oder Lebesmittel die nciht mehr ganz so doll aussehen, aber immer noch schmecken. Da muss man einfahc n wneig schauen.

Antwort
von robi187, 26

in der markwirtschaft ist es so, dass immer das billigste angeboten wird?

masse statt klasse?

mit chemie kann man viele stunden an arbeit sparen?

und damit ist biologisch dinamisch halt viel teurer? die machen das bald 100 jahre?

die abstufung ist bio aber das wird aus wettbewerb immer mehr verwässert?

Kommentar von LiselotteHerz ,

Und mit Chemie kann man sich schön den Boden auf Dauer runieren, das geht auch noch alles in unser Grundwasser. Guten Apetit kann ich da nur sagen. Wir kriegen noch die Quittung, da bin ich ganz sicher.

Kommentar von robi187 ,

sage das nicht mir sondern danke an wahltag der zahltag ist?

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community