Frage von r0salia00, 9

Wäre Jura das Richtige für mich?

Hallo liebe Community,

ich würde mich über eine kurze Einschätzung zu meiner Situation freuen.. :)

Kurz zu mir: ich habe im vergangenen Sommer mein Abi gemacht und nach plötzlichen Zweifeln im Bezug auf meine Studien- und Berufswahl beschlossen, erst mal bloß interessehalber mit einem geisteswissenschaftlichen Studium (Russisch und Theologie) zu beginnen, um mir über meine Zukunftsperspektiven im Klaren zu werden.

Meine Interessen in der Schule waren immer sehr breit gefächert, ich mache sehr viel Musik und habe lange überlegt, das auch beruflich in Erwägung zu ziehen. Die Wahl eines Studiengangs fiel mir schwer, weil ich am liebsten alles gleichzeitig gemacht hätte. Musik, Politik, Sprachen, Literatur, Medizin, alles erschien mir irgendwie passend. Da ich aus einer Familie von Zahnärzten komme, dachte ich mir irgendwann, dass das doch was für mich wäre. Ich habe einige Praktika in dem Bereich absolviert und es hat mir auch immer gefallen, da es mich fachlich schon interessiert; die doch sehr handwerkliche Arbeit am Patienten und der Praxisalltag, den ich durch meine familiäre "Vorbelastung" doch ganz gut kenne, widerstreben mir allerdings. Ich glaube ich arbeite einfach lieber mit dem Kopf als mit den Händen :P Jetzt aber zum Thema: sein längerem liebäugle ich damit, Jura zu studieren. In der Schule war Deutsch eines meiner absoluten Lieblingsfächer, ich habe hier auch mit Bestnote abgeschlossen. Auch Wirtschaft mochte ich sehr, in Recht konnte ich allerdings nur 9 Punkte erreichen, weil ich damals absolut nichts für diesen Teilbereich gelernt hatte (retrospektiv kann ich nur sagen, Schande über mich ^^). Mich interessiert die Auseinandersetzung mit Sprache genauso sehr wie Politik und Wirtschaft, wodurch ich irgendwann auf die Rechtswissenschaft kam. Außerdem möchte ich ein Fach studieren, dass mich auch fordert. Generell würde ich mich als sehr leistungsorientiert bezeichnen und möchte auch in allem, was ich anpacke, erfolgreich sein. Dabei bin ich aber auch bereit, viel dafür zu tun und erwarte nicht, dass es mir in den Schoß fällt. Ich kann nur einfach nicht einschätzen, wie viel "Talent" es bedarf, um ein guter Jurist zu sein bzw. wie viel ich davon abbekommen habe. Was mich auch abschreckt ist die Tatsache, dass es ein so wenig durch Prüfungen strukturiertes Studium ist und man nach dem Scheitern im Examen o.Ä. vor fünf oder sechs verlorenen Jahren steht (wobei ich bisher lerntechnisch immer sehr gut organisiert war). Vor kurzem wurde mir die Arbeit als Jurist außerdem als das schlichte emotionslose Betrachten eines Sachverhalts beschrieben, was sich aus der Perspektive eines Laien wie mir auch nicht besonders spaßig anhört. Generell würde mich die Arbeit als Anwalt oder auch in der Politik aber einfach sehr reizen - soweit ich das einschätzen kann. Es heißt aber auch oft, dass Mathe so wichtig wäre - war allerdings mein einziges schlechtes Fach :P Meint Ihr, dass ich ein Jurastudium trotzdem in Frage kommt? Vielen Dank :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von TimmiEberhadt, 5

Trocken im Sinne von zu theoretisch ist das Jurastudium eigentlich nicht, man arbeitet ständig am Fall. Leute, die das sagen meinen damit eigentlch "langweilig", was natürlich Geschmackssache ist. 

Lies bitte unbedingt in den Foren jurawelt und juraexamen. 

Ja, es kann gut sein, dass man mit Jura karrieretechnisch gesehen 6-9 Jahre seines Lebens verschwendet, wenn man in den Examina nicht die gewünschte Leistung bringt. Selbst wenn man gerade so besteht, sieht es auf dem Arbeitsmarkt sehr düster aus.

Allgemein:

  1. Kein Suits und Richter Alexander Hold gucken
  2. Mal in Jura-Lehrbücher reinschnuppern: BGB AT von Brox, Strafrecht AT von Wessels
  3. Mal einem Anwalt bei der Arbeit zuschauen
  4. Unbedingt in Juraforen informieren
Antwort
von stowaway, 6

Warum um Himmels Willen bist Du ueberhaupt auf die Idee gekommen Jura zu studieren? -  Du hast ja ganz richtig geschrieben, dass das u. U. mehrere vergeudete Jahre bedeutet. Zwei meiner Bekannten haben Jura studiert, und das Studium auch erfolgreich abgeschlossen. Aber sie haben immer durchblicken kassen, wie schwer das Studium war! Und nach dem Studium sind die beruflichen Chancen auch nicht berauschend.

Nach dem, was Du so ueber Dich und Deine Interessen und Faehigkeiten schreibst, wuerde ich Dir eher zu Betriebswirtschaft oder Volkswirtschaft raten. Es sind sehr universelle Studiengaenge, mit denen Du in vielen Branchen Karriere machen koenntest. Und falls Du mal in die Politik willst, sind diese Studiengaenge eine super Basis!

Expertenantwort
von Kristall08, Community-Experte für Studium, 5

Herrje, wer sagt denn bitte, dass Mathe für Jura relevant wäre? Und wieso glaubst du so einen Unfug?

Tatsächlich ist es relativ trocken und nüchtern. Du hast einen Sachverhalt, den beurteilst du im Rahmen der Gesetze. Das war es.

Allerdings eröffnet dir ein Jurastudium eine Vielzahl an Möglichkeiten. Es ist übrigens bei jedem Studium so, dass du nichts in der Hand hast, wenn du die Abschlußprüfung nicht bestehst, nicht nur bei Jura.

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