Frage von siebzig3, 41

Wäre hobbymäßige Sportfotografie als Nebeneinkunft anzugeben oder freiberufliche Tätigkeit?

Angenommen ein Angestellter fotografiert in seiner Freizeit unregelmäßig auf Breitensportveranstaltungen. Die Fotos dieser Veranstaltungen lädt er auf einer Onlineplattform hoch, auf der die Sportler ein Nutzungrecht an diesen Fotos erwerben können. Der Hobbyfotograf erhält 30% der Verkaufserlöse "seiner" Fotos vom Betreiber der Plattform monatlich überwiesen. Im laufenden Jahr kommen so rund 600 EUR zusammen.

Fragen:

  • Sind die Erlöse steuerrechtlich als "Nebeneinkunft" oder als "Freiberufliche Tätigkeit" anzugeben?
  • Hätte dieses Hobby in irgendeiner Form vorab beim Finanzamt angemeldet werden müssen? Wie wäre das korrekte vorgehen gewesen?

Danke!

Antwort
von PatrickLassan, 41

Das deutsche Einkommenteuerrecht unterscheidet nur zwischen verschiedenen Einkunftsarten, eine davon umfasst die freiberufliche Tätigkeit (§ 18 Einkommensteuergesetz): Die Aufnahme einer freiberuflichen Tätigkeit ist dem Finanzamt anzuzeigen

In diesem Fall die Frage stellt sich zudem die Frage, ob es sich überhaupt um eine freiberufliche und nicht vielmehr um eine gewerbliche Tätigkeit handelt.

Kommentar von siebzig3 ,

Danke für die Rückmeldung.

In wie fern kommt für Sie eine gewerbliche Tätigkeit in betracht, wo der von Ihnen erwähnte §18 EstG doch auch sagt:

Zu der freiberuflichen Tätigkeit gehören die selbständig ausgeübte [...] künstlerische [...] Tätigkeit, die selbständige Berufstätigkeit der [...] Journalisten, Bildberichterstatter [...] und ähnlicher Berufe.

Kommentar von PatrickLassan ,

Die Unterscheidung zwischen Einkünften aus Gewerbebetrieb und aus selbständiger Arbeit beschäftigt Finanzämer und Finanzgerichte schon seit Jahrzehnten, das kommt immer auf den Einzelfall an. Ich wollte nur vorsorglich darauf hinweisen, dass die Tätigkeit u.U. auch als gewerblich eingestuft werden kann.

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