Wäre es theoretisch möglich, dass zwei Sterne, die umeinander kreisen einen Planeten in ihrem gemeinsamen Massezentrum besitzen?

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6 Antworten

 Du kennst ja sicher das Phänomen Baryzentrum. Das Zentrum, um das zwei Objekte kreisen. Erde und Sonne kreisen beide um ihr Baryzentrum, nur liegt dieses aufgrund der vergleichsweise extrem großen Masse der Sonne in der Sonne, wodurch es so erscheint, als ob nur die Erde um die Sonne kreist. Damit ein Stern einen Planeten umkreist, müsste dieser Planet also die größere Masse von beiden haben, wäre also kein Planet, sondern selbst ein Stern --> Binärsystem.

In deinem Szenario meinst du wohl zwei etwa ähnlich massive Sterne, die um ein Baryzentrum kreisen, in dem ein Planet liegt. Dieser Planet wäre dann natürlich nicht der Grund für die Drehung der Sterne, aufgrund seiner geringen Masse. 

Doch wie sollte dieser Planet dort überhaupt hingelangen? Zudem wäre es natürlich absolut instabil. Theoretisch ist es vielleicht möglich, praktisch aber nicht.

Wie sähe es mit einem Schwarzen Loch im Zentrum aus?

PS: Bei drei Objekten, die sich gegenseitig umkreisen, werden die Bahnen nicht mehr analytisch berechenbar (also durch "Formeln"), Das ist in der Physik generell als Dreikörperproblem bekannt. 

Kommt drauf an, wie theoretisch.

Für eine Hausaufgabe im 1. oder 3. Semester Physik möglicherweise ja. Wobei der Massenschwerpunkt nur dann genau hinkommen dürfte, wenn die beiden Sterne exakt dieselbe Masse haben. (Was ja für eine theoretische Aufgabe kein Problem ist.) Für leicht verschiedene Massen müsste der Planet eine kleine Kreisbahn auf einem der Lagrange-Punkte (des sogenannten ersten, L1) der beiden Sterne beschreiben.

Aber wie NutzlosAlpha schon schrieb, ein solches System ist extrem instabil. Schon Störungen in der Größenordnung quantenmechanischer Effekte werden den Planeten im Lauf weniger Jahrmillionen auf eine völlig andere, chaotische Bahn bringen. Insofern also auch theoretisch nein.

Etwas anderes wäre es, wenn ein Planet sich in der Nähe eines der Lagrange-Punkte L4 oder L5, der Trojanerpunkte, aufhielte - dort wäre sein Aufenthalt stabil, d. h. kleine Bahnstörungen würden auch in noch so langer Zeit seine Bahn nicht mehr als ein bestimmtes Vielfaches der ursprünglichen Abweichung ändern.

Nein, so ein Orbit ist hochgradig instabil und selbst die kleinste Störung würde zum zerfall des Orbits führen. Und kleinstmögliche Störung bedeutet in diesem Fall in der Tat, winzig. Die real auftretenden Störungen, wie andere Körper im System oder Störungen ausbenachbarten Sternensystemen, sind um ein vielfaches stärker.

In einerm perfekten stabilen Dreikörpersystem müssten alle drei Objekte genau dieselbe Masse besitzen und würden dann eine Figur-8-Bahn ausführen. Da auch sowas nicht real existiert, ist es fair zu sagen, dass es nicht geht.

Kommentar von PWolff
28.02.2016, 20:00

Für den ersten Absatz gebe ich dir zu 100% recht.

Aber ich denke, dass eine kleine Masse im gemeinsamen Schwerpunkt zweier großer Massen eine der speziellen Lösungen des Dreikörperproblems ist.

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Natürlich ..
Auch wenn wir Menschen Hirne haben wissen wir doch nur max 0.8% von dem 100% was da im All passiert !  
Denke doch nur an Dr. Franz Hollman, ein Genie der Astrophysiker die mit Pseudonamen an die Öffentlichkeit gingen. Alles was du siehst hat auch ein Gegenteil ( Dr. Franz Hollman ) .. Nur bei dir und deiner Frage ist es umgekehrt, doch in Kernpunkten ist es das gleiche.

nein , die masse des planeten ist zu klein und er würde durch die große gravitation zertört werden , meine ich

Das was ich dir sagen kann, ist eins: Möglich ist alles.

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